Nach Bergdrama mit fünf Toten aus der Region

Bürgermeister: "Es schmerzt, von solchem Unglück zu erfahren!"

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Bei dem schrecklichen Unglück am Gabler starben am Sonntag fünf Menschen aus Burgkirchen, Garching und Emmerting.
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Krimml/Burgkirchen - Einen Tag nach dem tragischen Bergunglück in den Zillertaler Alpen mit fünf Toten und einem Schwerverletzten herrscht Bestürzung und Fassungslosigkeit in der Region. Der Deutsche Alpenverein versucht die Angehörigen zu unterstützen und will das Unglück umfassend aufklären:

Wie die Sprecherin des Deutschen Alpenvereins (DAV), Andrea Händel, auf Anfrage von innsalzach24.de mitteilte, waren fünf der sechs verunglückten Personen Mitglieder in der DAV-Sektion Burgkirchen. Auch die sechste Person war Mitglied im Deutschen Alpenverein, allerdings in einer anderen, nicht näher benannten Sektion in Oberbayern. Das Gerücht, dass auch der Sektionsleiter der DAV-Sektion Burgkirchen unter den Todesopfern sei, sei falsch, erklärte Händel. Richtig sei lediglich, dass es sich bei der Bergtour, bei der am Sonntagvormittag das fürchterliche Unglück passierte, um eine regulär von der Sektion Burgkirchen ausgeschriebene Veranstaltung handelte.

Inzwischen gibt es auch neue Informationen zur Identität der Opfer: Laut Polizeipräsidium Oberbayern Süd kommt der schwer verletzte 75-Jährige, der am Montagmittag immer noch nicht vernehmungsfähig war, aus Kastl (Landkreis Altötting). Es sei außerdem fraglich, ob sich der Mann angesichts seiner schweren Kopfverletzungen an den Unfall überhaupt erinnern könne. Bei den Todesopfern handelt es sich um 34-, 69- und 70-jährige Männer aus Burgkirchen, einen 56-Jährigen aus Emmerting und einen 65-Jährigen aus Wald bei Garching an der Alz.

Die Angehörigen werden derzeit von einem DAV-eigenen Kriseninterventionsteam betreut, welches sich bereits seit Sonntag in Burgkirchen und Umgebung befindet. Als nächstes muss geklärt werden, wie und wann die Leichen nach Bayern überführt werden können und ob und ggf. wann es eine Trauerfeier geben wird. All dies geschehe "in enger Absprache mit den Angehörigen", wie Händel versicherte.

Sechs Tote bei Bergsteigerdrama in Österreich

Bestürzung und Trauer in Burgkirchen

Auch bei der Gemeindeverwaltung Burgkirchen ist man tief bestürzt über das Drama, das sich am Sonntagvormittag in den Zillertalen Alpen, an der Grenze zu Tirol, abspielte. Besonders Bürgermeister Johann Krichenbaumer (Freie Wähler) zeigte sich tief betroffen: "Es schmerzt, von so einem Unglück zu erfahren. Ich habe die tödlich Verunglückten meist sehr persönlich gekannt!" Besonders tragisch ist, dass es in der örtlichen DAV-Sektion vor wenigen Wochen noch Grund zum Feiern gegeben hatte. Die Sektion war am 21. Juli 1967 gegründet worden und feierte somit gerade erst ihr 50-jähriges Bestehen. Als Zeichen der Anteilnahme hat man in Burgkirchen Trauerbeflaggung angeordnet.

Beim Deutschen Alpenverein geht man parallel schon einen Schritt weiter und hofft auf rasche Aufklärung der Unglücksursache. "Viel wissen wir bis jetzt auch nicht. Wir sind auf die Aussagen der Augenzeugen und des Schwerverletzten angewiesen", so Händel. Obwohl sich die Verhältnisse ständig ändern, will der DAV aber so schnell wie möglich eigene Leute auf den Unglücksberg schicken, um den Unfall rekonstruieren zu können. "Das ist bei derartig schweren Unfällen eine Standardmaßnahme", so Händel.

Bergsteigerdrama in Österreich am Sonntagvormittag

Bei dem Unfall am Sonntag am Gabler waren die sechs Bergsteiger in einer Seilschaft unterwegs, als plötzlich einer von ihnen, vermutlich auf blankem Eis, in fast 3.000 Metern Seehöhe ausrutschte und die anderen mitriss. Die Alpinisten stürzten rund 200 Meter über ein 40 Grad steiles, felsdurchsetztes Gletschergelände ab und fielen letztlich in eine Gletscherspalte. Für fünf von ihnen kam trotz eines sofortigen Notrufes jede Hilfe zu spät.

mw

Quelle: innsalzach24.de

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