Am vergangenen Mittwoch in Mittelfranken

Süßer Biber irrt an vielbefahrener Straße umher - Polizei eilt Tier zu Hilfe

Biber
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Ein Biber hatte sich auf den Gehsteig einer vielbefahrenen Straße im mittelfänkischen Zirndorf verirrt.

Zirndorf (Mittelfranken) - Weil sich ein Biber am Mittwochmorgen (9. September) auf den Gehweg an einer vielbefahrenen Straße im mittelfränkischen Zirndorf verirrt hatte, eilte die Polizei dem Tier zu Hilfe.

Beamte der Polizei Mittelfranken waren auf das Tier aufmerksam geworden. Laut Polizei sei einer von ihnen ein fachkundiger „Biberberater“ gewesen. Glück für das Tier! Auch wenn die Situation nicht sehr gefährlich erscheinen mag, für das Tier und den fließenden Verkehr stellte eine risikoreiche Lage dar. Auch für Fußgänger hätte der Biber eine Gefahr darstellen können, da Biber nach Aussage der Polizei „angreifen und Bissverletzungen zufügen können", wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen.

Biber von Polizei gerettet: Naturschutzbehörde weiß Rat

Mit Unterstützung der zu Rate gezogenen „Unteren Naturschutzbehörde" und unter Zuhilfenahme eines Fangnetzes konnte der Biber eingefangen werden und in seinem natürlichen Habitat wieder ausgesetzt werden.

Biber von Polizei gerettet: Was Du schon immer über Biber wissen wolltest

Der Europäische Biber (lat. Castor fiber) ist das größte Nagetier Europas und laut Bund Naturschutz das zweitgrößte weltweit. Der Bayerische Ureinwohner sorgt für mehr Artenvielfalt und Hochwasserschutz in Bayern. Die Tiere sind laut dem Bundesnaturschutzgesetz „streng und besonders geschützt.“ Auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in Deutschland gelten Biber als gefährdet. Im Bundesland Bayern ist die Anzahl der Tiere jedoch so konstant, sie sind in unserer Region nicht als bedroht gelistet.

Biber von Polizei gerettet: Das sind mögliche Gefahren für Biber

Gefährdungen und Bedrohungen für Biber sind laut Bayerischem Landesamt für Umwelt:

  • Illegale Entfernung von Biberdämmen im Rahmen der Gewässerunterhaltung
  • Gewässerausbau
  • Illegale Nachstellungen (Erschlagen, Erschießen, Vergiften, Fallen; Todesursache von 15 % der tot aufgefundenen Bibern in Bayern)
  • Zerschneidung von Gewässer- und Landlebensraum bzw. Anlage von Ausbreitungsbarrieren durch Verkehrstrassen oder Bebauung
  • Straßenverkehr
  • Verwendung von Tötungsfallen für Bisam und Nutria

Typische Biberlebensräume sind Fließgewässer mit ihren Auen, insbesondere ausgedehnten Weichholzauen; die Art kommt aber auch an Gräben, Altwässern und verschiedenen Stillgewässern vor. Biber benötigen ausreichend Nahrung sowie grabbare Ufer zur Anlage von Wohnhöhlen. Sofern eine ständige Wasserführung nicht gewährleistet ist, bauen die Tiere Dämme, um den Wasserstand entsprechend zu regulieren und um sich neue Nahrungsressourcen zu erschließen.

fgr

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