Umstrittene Facebook-Aktion

Bürgermeister-Kandidaten: Bier auf ex?

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Töging - Bürgermeister-Kandidat Alexander Wittmann hat zwei seiner Konkurrenten über Facebook aufgefordert, ein Glas Bier auf Ex zu trinken. Wie diese darauf reagierten:

Innerhalb weniger Tage ging dieser neue Facebook-Trend um die ganze Welt: Man trinkt ein Bier "auf ex", filmt sich dabei, postet das Video bei Facebook und nominiert seine Facebook-Freunde, ebenfalls ein Bier zu exen. Diese haben daraufhin 24 Stunden Zeit dazu, können dann ebenfalls ein Video von sich ins Netz stellen und andere Freunde nominieren. Dieses "Social Beer Game" ist keinesfalls unumstritten, die "Frankfurter Allgemeine" etwa titelte vor zwei Tagen in ihrem online-Auftritt "Das hat dem Internet noch gefehlt".

Windhorst: "Jeder muss tun, was er für richtig hält"

Dessen ungeachtet hat der Trend den Kommunalwahlkampf erreicht, auch in Töging. Alexander Wittmann von den Freien Wählern, von Beruf Gastronom, hat selbst am Social Beer Game teilgenommen - und gleich zwei seiner Mitbewerber ums Bürgermeisteramt dazu aufgefordert, ebenfalls ein Bier zu exen. Die beiden Nominierten, Werner Noske (SPD) und Dr. Tobias Windhorst (CSU), lehnten jedoch ab.

Dr. Tobias Windhorst

"Ich habe das auch auf Facebook schon kommentiert", erklärte Windhorst auf Anfrage unserer Redaktion. "Vielen Dank für die Nominierung, aber man muss nicht über jedes Stöckchen springen, das einem der politische Gegner hinhält", so Windhorst. Wie der Richter weiter erklärte, habe er den Sinn hinter der Aktion nicht so ganz verstanden. Darüber urteilen wollte der Bürgermeisterkandidat allerdings nicht. "Wer will, mag da mitmachen. Es muss jeder tun, was er für richtig hält."

Wittmanns Video ist nicht mehr online

Den Sinn, den Alexander Wittmann zumindest hinter seiner eigenen Teilnahme sah, erklärte er unserer Redaktion: "Mir war es sehr wichtig, dass man keine Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren nominiert", so der Bürgermeisterkandidat. Diese Botschaft, davon war Wittmann überzeugt, lässt sich am besten transportieren, wenn man sich selbst an der Facebook-Aktion beteiligt. "Wenn man das auf die Art und Weise macht, findet man mehr Gehör. Dann ist es authentischer", sagte Wittmann. Grundsätzlich dürfe man sich im Fasching nicht zu ernst nehmen, so Wittmann, der betont, im Video ein alkoholfreies Bier geext zu haben. "Da finde ich nichts Schlimmes bei."

Inzwischen hat Wittmann das Video von seiner Facebookseite entfernt - allerdings nicht, weil es ihm peinlich wäre, wie er sagte. "Die Frist (für die Facebook-Freunde, auf die Nominierung zu reagieren, d. Red.) war ja vorbei, da macht es keinen Sinn mehr", so der Bürgermeisterkandidat. Außerdem gebe es momentan wichtiger Sachen.

JU-Vorsitzender exte ebenfalls ein Glas Bier

Wittmann war nicht der erste Bürgermeisterkandidat, der das Social Beer Game für sich entdeckte. Tobias Kalbitzer,  von der unabhängigen Wählergruppe "Karl-Heinz Rumgedisse" als Bürgermeisterkandidat in Schongau nominiert, exte ebenfalls online ein Bier - untenrum nur mit einer Unterhose bekleidet. Auch ihm gelang es Medienberichten zufolge nicht, seine Mitbewerber ums Bürgermeisteramt - Robert Stöhr (CSU), Falk Sluyterman (SPD) und Ralf Alexander Schnabel (UWV) - zum Mitmachen zu bewegen.

Wie der Berchtesgadener Anzeiger berichtet, kursierten im Internet gleich mehrere Videos von Berchtesgadener und Ramsauer Gemeinderäten, "die sich der Bierverköstigung hingeben", wie die Zeitung schreibt. Auch der JU-Vorsitzende des Landkreises Berchtesgadener Land exte vor laufender Kamera ein Glas Bier. Bei Landrat Georg Grabner kam diese Aktion nicht gerade gut an. Gegenüber dem Berchtesgadener Anzeiger sagte Grabner: "Ich finde, dass das Bier von unseren Brauereien im Berchtesgadener Land zu schade ist, um es einfach so runterzuschütten."

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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