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Verharmlost Bierzelt-Hit Vergewaltigung?

„Bierzelt-Sexismus“: Landtag befasst sich mit Anti-Donaulied-Kampagne

Ein Notenblatt mit dem Liedtext „Einst ging ich am Ufer der Donau entlang“ wird am Donauufer gehalten. In dem Lied wird die Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens beschrieben.
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Ein Notenblatt mit dem Liedtext „Einst ging ich am Ufer der Donau entlang“ wird am Donauufer gehalten. In dem Lied wird die Vergewaltigung eines schlafenden Mädchens beschrieben.

Mit einer Online-Aktion einer Gruppe Passauer Studenten fing es an, nun diskutiert der Innenausschuss im Bayerischen Landtag darüber: das Donaulied. Die niederbayerische Initiative will erreichen, dass das Lied mit sexistischem Text nicht mehr in Bierzelten gespielt wird.

München - „Einst ging ich am Strande der Donau entlang...“- ein Liedtext, den Menschen seit Generationen in Bierzelten und bei Feiern grölen. Doch in einer Version gibt es eine Textstelle, die offenbar die Vergewaltigung einer schlafenden Frau besingt: „Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohohlalala… Sie hörte das Rauschen der Donau nicht mehr…“ 

„Aktion gegen Bierzelt-Sexismus“

Mitte Mai haben eine Passauer Studentin und ihre Mitstreiter unter dem Namen „Aktion gegen Bierzelt-Sexismus“ eine Petition gestartet gegen diese Version des Donauliedes. Mit dieser Online-Petition hatte die Gruppe, die zunächst vor allem aus Studenten bestand, vergangenes Jahr mehr als 36.000 Unterstützer in ganz Deutschland gefunden. Die Gruppe stört an dem Lied vor allem die ihrer Aussage nach verharmlosende Darstellung der Vergewaltigung eines Mädchens.

Corinna Schütz (M), Studentin, steht während einer Kundgebung der Anti-Donaulied-Aktivisten zum Abschluss der Online-Petition in der Innenstadt vor einem Banner mit der Aufschrift „Aktion gegen Bierzeltsexismus“. Die Gruppe will erreichen, dass das Donaulied in Passauer Bierzelten nicht mehr gespielt wird.

Für die Anti-Donaulied-Aktivisten aus Passau ist das ein wichtiger weiterer Schritt: Der Innenausschuss im Bayerischen Landtag diskutiert am Mittwoch (9.15 Uhr) über die Petition, nach der das Spielen des Liedes in Bayerns Bierzelten verhindert werden soll. „Wir erhoffen uns einen Grundsatzbeschluss und eine klare Positionierung“, sagte Initiatorin Corinna Schütz. Das Thema Frauenrechte gehe schließlich die gesamte Gesellschaft an.

Nach heftiger Debatte: Vier Männer aus Niederbayern starten Petition „Rettet das Donaulied“

Gruppe fordert bayernweite Antidiskriminierungsstelle

Nach dem Willen der Initiative soll das Lied in sämtlichen Varianten in Bierzelten nicht mehr gespielt werden. Die Online-Petition sowie einige Ergänzungen bildeten nun die Grundlage für die Diskussion im Innenausschuss, sagte Schütz. Die Gruppe fordert beispielsweise auch die Errichtung einer bayernweiten Antidiskriminierungsstelle.

Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) hatte bereits vergangenen Sommer angekündigt, sich vor dem nächsten Volksfest gegen das Donaulied stark machen zu wollen. Weitere Kommunal- und auch Landespolitiker unterschiedlicher Parteien unterstützen das Anliegen der Gruppe, allen voran Sozialministerin Carolina Trautner (CSU). Aus der Initiative entstand die „Aktion gegen Bierzelt-Sexismus“. Auch in unserer Region wurde heftig über das Donaulied diskutiert.

mh/dpa

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