Bischof Mixa: “Zeit des Schweigens“ beendet

Gunzenheim - Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa hält die ihm vom Vatikan verordnete “Zeit des Schweigens, der Sammlung und des Gebets“ für beendet.

Ein zeitlicher Rahmen sei bei seinem Gespräch mit Papst Benedikt XVI. im Juli vergangenen Jahres nichts genannt worden, sagte Mixa der Nachrichtenagentur dapd in Gunzenheim. Nach einem Jahr könne man diese Zeit aber als beendet bezeichnen. “Denn es kann ja kein Priester und schon gar nicht ein Bischof schweigen, wenn es um die Weitergabe des Glaubens geht.“

Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, dagegen hatte vergangene Woche dem Kölner Domradio gesagt: “Ich frage mich nur ernsthaft, ob eine Zeit des Schweigens und der Besinnung nach weniger als einem Jahr wirklich schon vorbei ist und wer eigentlich diese Zeiträume definiert.“

Auch wenn Mixas Internetseite entgegen der ursprünglichen Ankündigung am Montag nicht freigeschaltet werden soll, hält der Bischof an seinen Online-Plänen fest. Sie seien nur aufgeschoben, betonte er. Ihm gehe es um eine überzeugende Weitergabe des Glaubens. Wenn seine Pläne nun “verschiedenartige weniger günstige Kommentare“ hervorriefen, dann sei dies diesem Ziel nicht förderlich. Deshalb scheine ihm “zunächst eine gewisse Zurückhaltung in der Öffentlichkeit“ sinnvoll.

Mixa kündigte an, direkten Kontakt mit dem Vatikan aufzunehmen, das Projekt zu besprechen und zu einem “idealeren Zeitpunkt“ zu starten. Auch mit seinem Wohnsitzbischof müsse er das natürlich besprechen.

Anlässlich seines 70. Geburtstags feiert Mixa am Montag (25. April) einen Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein im schwäbischen Wemding. Dazu könnten “alle Gläubigen“ kommen, sagte er. Persönlich eingeladen habe er etliche frühere Mitarbeiter aus Pfarrgemeinden und Diözesen, in denen er in den vergangenen Jahrzehnten gewirkt habe. Mit rund 150 geladenen Gästen werde er anschließend in der Wallfahrtsgaststätte noch etwas beisammensitzen.

Der Bischof hatte Papst Benedikt XVI. im April vergangenen Jahres seinen Rücktritt angeboten, nachdem er wegen Prügel- und Untreuevorwürfen unter Druck geraten war. Benedikt XVI. nahm das Gesuch am 8. Mai an.

dapd

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