Wasserkraftanlage an Tristramschlucht in Bischofswiesen

Gemeinde wird positive Stellungnahme abgeben, fordert aber...

+
Der Bund Naturschutz hat im Jahr 2015 Fotos von den Bauarbeiten in der Tristramschlucht veröffentlicht. Dort soll die Wasserkraftanlage entstehen.
  • schließen

Bischofswiesen - Der Bund Naturschutz ist klar gegen eine Wasserkraftanlage in der Tristramschlucht. Doch wie sieht es mit der Gemeinde aus? Der Bauausschuss hat sich am Dienstagabend, 3. Dezember, mit der Thematik befasst und eine Stellungnahme beschlossen.

Ein privater Betreiber will in der Tristramschlucht in Bischofswiesen eine Wasserkraftanlage errichten. Die dafür nötigen Spundwände und der Wartungstunnel sind bereits gebaut. "Der Betreiber hat die Zeit genutzt, als die Gleise erneuert und die Bahn gesperrt war, um diese Bauwerke zu errichten. Genehmigungsbehörde war in diesem Fall das Eisenbahnbundesamt", heißt es aus der Gemeinde.

Die geplante Wasserkraftanlage liegt direkt neben der Bahnlinie Berchtesgaden - Bad Reichenhall. Die Spundwände dienen der Absicherung der Bahnlinie. Dennoch zeigte sich ein Gemeinderat in der Sitzung am Dienstag nicht begeistert, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung im wasserrechtlichen Verfahren erst nach dem Bau des Tunnels und der Wände durchgeführt wurde und stimmte einer positiven Stellungnahme nicht zu.

Ein weiterer Gemeinderat lehnte eine positive Stellungnahme ab, solange kein Bau-, Betriebs- und Rettungskonzept vorliege. Das fordert die Gemeinde in ihrer Stellungnahme, genauer gesagt, bittet sie das Landratsamt Berchtesgadener Land dieses Konzept vor einer Genehmigung zu fordern. Ansonsten stimmten aber sieben Gemeinderäte für eine positive Stellungnahme, die so jetzt beim Landratsamt abgeben wird.

Wasserkraftanlage sorgt für zu wenig Klimaschutz bei zu massiven Eingriffen

Während der Bund Naturschutz das Projekt klar ablehnt und eine entsprechende Stellungnahme beim Landratsamt eingereicht hat, liegen der Gemeinde keine Einwände von Seiten der Bevölkerung vor. Die Auslegung endete im November. Bei einem Erörterungstermin im Landratsamt sollen alle Fragen geklärt und letztlich über die Genehmigung entschieden werden.

Für die Verantwortlichen des Bund Naturschutz ist klar: "Über 4000 Kleinwasserkraftanlagen mit einer Leistung unter 1000 kW erbringeninsgesamt nur 8,7% Leistung. Sie leisten damit einen sehr geringen Beitrag zum Klimaschutz, zerstören aber massiv Fließgewässerlebensräume." Das wurde bei einer Besichtigung der Örtlichkeiten deutlich, an denen im Berchtesgadener Land Wasserkraftwerke geplant sind.

Neben Bischofswiesen sollen in der Ramsau am Felsentor und im Zauberwald kleinere Wasserkraftwerke entstehen. Außerdem sind in Schneizlreuth und in Bad Reichenhall an der Nonner Rampe größere Projekte geplant.

cz

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT