Neues aus dem Gemeinderat

Braucht Bischofswiesen einen Skilift?

+
Beschneiungsanlage am Götschen
  • schließen

Bischofswiesen - Die Beschneiungsanlage am Götschen ist in die Jahre gekommen. Auf der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde nun ein Grobkonzept für die Sanierung vorgestellt:

Der Gemeinderat Bischofswiesen hat auf seiner vergangenen Sitzung ein Grobkonzept für die Sanierung des Sportleistungszentrums am Götschen vorgestellt. Als erstes informierte Bürgermeister Thomas Weber, "dass die Gemeinde von Bund und Land grünes Licht für die Ertüchtigung bekommen habe

Ertüchtigung bedeutet, dass all das repariert wird, was kaputt ist. Die Kosten dafür werden von Bund und Land mitgetragen".

Unterstützung durch Klenkhart & Partner Consulting

Um erstmal einen Überblick über die aktuelle technische Situation der Beschneiungsanlage zu bekommen, stellte Christian Weiler aus dem Hause Klenkhart & Partner Consulting zunächst die festgestellten Schäden dar. Klenkhart & Partner Consulting ist auf Planungen in Skigebieten spezialisiert und hat bereits über 1.500 Projekte realisiert, über 100 davon alleine in Deutschland.

So viel ist an der Beschneiungsanlage kaputt

"Die Beschneiungsanlage wurde im Jahre 1998 durch die Gemeinde errichtet und zwar nach dem damaligen Stand der Betriebstechnik und Betriebssicherheit. Die Technik hat sich aber in den letzten 20 Jahren massiv weiterentwickelt und die Anlage entspricht mitterweile absolut nicht mehr den heutigen Technik- und Sicherheitsstandards", so Herr Weiler. Im Folgenden listete der Berater die Schäden und die vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen auf:

Defekte Teichfolie

Mängel

Die Folie weist an mehreren Stellen Undichtigkeiten auf. Das liegt daran, dass die Folie nicht UV-beständig ist. Im schlimmsten Fall kann diese komplett reißen und damit die Betriebssicherheit gefährden. Da keine vollautomatische Teichüberwachung vorhanden ist, bestehen hier gravierende Sicherheitsmängel.

Sanierungsmaßnahmen

  • Austausch der Folie
  • UV-Schutz durch Bekiesung
  • doppelte Folienklemmung in der Umrandung
  • Überwachung der Kontrolldrainage

Hauptpumpstation

Mängel

Die Hauptpumpstation ist seit 20 Jahren in Betrieb und am Ende ihrer technischen Lebensdauer angekommen, die normalerweise 20-30 Jahre beträgt. Da sie von vorneherein viel zu klein war, ist die Pumpe in den letzten Jahren stets am Limit gelaufen. Außerdem wurde eine Vertikalpumpe eingesetzt, die schon von Haus eine wesentlich geringere Lebensdauer hat, wie eine Horizontalpumpe.

Sanrieungsmaßnahmen

  • Einbau neuer Pumpen
  • Trennung von Hydraulik, Elektronik und Steuerungstechnik
  • Anpassung der Pumpleistung an den aktuellen Standard
  • Austausch der Trafostation

Druckerhöhungsstation

Mängel

Auch die Druckerhöhungsstation ist mittlerweile 20 Jahre alt und am Ende ihrer technischen Lebensdauer angekommen. Damit reduziert sich die Betriebssicherheit und es besteht die Gefahr von Kondenswasserbildung im Schacht

Sanierungsmaßnahmen

  • Einbau neuer Horizontalpumpen
  • Trennung von Hydraulik, Elektro- und Steuerungstechnik
  • Anpassung der Pumpleistung an den aktuellen Stand

Beschneiungsanlage 

Mängel

Auch die Beschneiungsanlage ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Die Elektrotechnik und die Hydraulik entsprechen nicht mehr den aktuellen DIN-Normen. Kurzschlüsse, Leitungsbrüche, etc. bedeuten Lebensgefahr für das Bedienpersonal.

Sanierungsmaßnahmen

  • Eine Sanierung und Modernisierung der Beschneiungsanlage hätte viele positive Auswirkungen auf die Förderung Sportarten wie zum Beispiel Freestyle oder Slopestyle
  • Durch den Einbau einer 3. Pumpe könnte man die insgesamt neun Beschneiungsflächen problemlos abdecken
  • Mit der Modernisierung könnte man einen Wasserdurchfluss von rund 125 Litern pro Sekunde erreichen

Die Maßnahmen würden rund 2,2 Millionen Euro kosten und könnten bis Ende 2019 fertiggestellt werden. Von den Gesamtkosten können voraussichtlich bis zu 80% über Zuschüsse, bzw. Sponsoringmaßnahmen abgedeckt werden.

Braucht Bischofswiesen einen Skilift am Götschen?

Michael Sturm vom Bündnis90/Die Grünen und Paul Grafwallner von der UBB äußerten sich direkt negativ zu dem Austausch, den Kosten und vor allem dem weiteren Betreiben der Liftanlage.So stellte Michael Sturm die Frage: "Ob Bischofswiesen überhaupt einen Skilift brauche". 

Die übrigen Parteien und Bürgermeister Thomas Weber, hoben die Vorteile eines Skilifts vor Ort hervor und betonten, dass es in diesem Moment zunächst einmal lediglich um die Vorstellung des Sanierungskonzepts ginge und die Beauftragung des Bürgermeisters, weitere Verhandlungen mit Zuschussgebern zu führen. Diese Informationen sind dann dem Gemeinderat vorzulegen.

Mehrheitlich beschlossen

Nach der Diskussion verlas Bürgermeister Thomas den folgenden Beschlussvortrag: 

"Der Gemeinderat nimmt den Sachvortrag des Büros Klenkhart und Partner sowie die Information durch 1. Bürgermeister Thomas Weber zu Kenntnis. Er stimmt der Sanierung des Leistungszentrums Götschen grundsätzlich zu. Die detaillierten Planungen sind dem Gemeinderat vor Zuschussantragsstellung erneut vorzulegen. Der 1. Bürgermeister wird beauftragt weitere Verhandlungen mit den Zuschussgebern zu führen". 

Die Ratsmitglieder stimmten mit 16:4 Stimmen für diesen Beschlussvortrag.

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser