Nach Doppelmord in Königsdorf

LKA setzt 10.000 Euro Belohnung aus und hofft auf weitere Hinweise

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Königsdorf - Der Weiler Höfen im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen wurde am Wochenende von einer schrecklichen Gewalttat erschüttert. Nun wurden neue Details bekannt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Polizei hat in der Nacht auf Sonntag im Königsdorfer Weiler Höfen einen toten Mann (81), eine tote Frau (75) und eine schwerverletzte Frau (76) entdeckt. 
  • Bei den beiden Toten handelt es sich um einen Mann aus Nordrhein-Westfalen und eine Frau aus Hessen. 
  • Die Schwerverletzte (76) ist weiterhin nicht vernehmungsfähig
  • Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich auf einer Pressekonferenz am Montagnachmittag. 
  • Polizeipräsident Robert Kopp sprach von einer "Ausnahmetat". 
  • Die Ermittlungen laufen laut Polizei auf Hochtouren 
  • Die Täter sind weiterhin flüchtig
  • Bayerisches LKA setzt Belohnung in Höhe von 10.000 Euro aus

UPDATE, 16.45 Uhr - 10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

In Zusammenhang mit den Gewaltverbrechen in Königsdorf hat das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens oder Ergreifung der Täter führen, jetzt eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt. Hinweise werden unter 0881/640-123 entgegen genommen.

Der Tatzeitraum des Gewaltverbrechens konnte durch die Soko „Höfen“ mittlerweile von Mittwochabend, 22. Februar, bis in die Nacht auf Freitag, 24. Februar, eingegrenzt werden. Wie die Obduktion am Institut für Rechtsmedizin bestätigte, wurden die Opfer in diesem Zeitraum massiv körperlich misshandelt und geschlagen. Der 81-jährige Mann und die 76-jährige Frau sind verstorben, die Hausbesitzerin liegt mit schwersten Verletzungen im Krankenhaus und ist noch nicht vernehmungsfähig. Es wird von mindestens zwei Tätern ausgegangen, die möglicherweise nach der Tat blutverschmierte Kleidung getragen haben.

Die kriminaltechnischen Untersuchungen am Tatort gestalten sich durch die komplexe Spurenlage sehr zeitaufwendig und erstrecken sich über das gesamte Einfamilienhaus. Die Täter haben offensichtlich das ganze Gebäude nach Wertgegenständen durchsucht. Ob sie dabei fündig geworden sind, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festgestellt werden. Eine Begehung des Anwesens ist erst möglich, nach dem die Spezialisten der Spurensicherung ihre Arbeit beendet haben. Die Absuche des Außenbereichs mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei brachte diesbezüglich keine Erkenntnisse.

Das Bayerische Landeskriminalamt hat für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens oder Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt*.

Die Polizei hat folgende Fragen:

  • Wer hat in oder nach dem genannten Tatzeitraum Personen mit Blutanhaftungen an der Kleidung im näheren Umfeld des Tatorts bzw. an Verbindungsstraßen zum Tatort, auch an Parkplätzen oder Tankstellen, gesehen?
  • Wer hatte vor oder während des fraglichen Tatzeitraums Kontakt, z.B. am Gartenzaun oder an der Haustür, zu Personen, die augenscheinlich nicht ins Ortsbild passen bzw. nicht in der Region wohnhaft sind?
  • Wer hat in diesem Zeitraum Personen oder entsprechende Fahrzeuge gesehen, die sich normalerweise nicht in Königsdorf und den angrenzenden Weilern aufhalten?
  • Was war nicht so, wie es normalerweise ist – andere Verhaltensweisen, Personen oder Fahrzeug?

Darüber hinaus ist nachfolgende Frage für die Soko „Höfen“ von Bedeutung: 

Luise Strauch

Es ist bekannt, dass die schwer verletzte Hausbesitzerin, Luise Strauch, auch überregionale Kuraufenthalte hatte. Die Polizei ist auf der Suche nach Kontaktpersonen, die bislang keinen Kontakt zur Sonderkommission „Soko Höfen“ hatten und weitere Informationen zum Opfer und deren Umfeld geben können. Hinweise werden von der Kriminalpolizeiinspektion Weilheim unter der Telefonnummer 0881/640-123 entgegen genommen.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

UPDATE, 11.45 Uhr - Polizei grenzt Tatzeit ein

Die Polizei hat die Tatzeit nun weiter eingrenzen können. Während anfangs von Mittwochabend bis zum frühen Samstagmorgen die Rede war, sprechen die Beamten laut unserem Partnerportal tz.de jetzt nur noch von der Nacht zum Freitag als letztem Zeitpunkt für den mörderischen Raubüberfall. 

Die 76 Jahre alte Eigentümerin des Einfamilienhauses ist unterdessen nach wie vor nicht vernehmungsfähig. "Sie ist in einem kritischen Zustand", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Mittwoch.

"Regelrechter Gewaltexzess"

„In dem Haus gab es einen regelrechten Gewaltexzess", berichtete ein Ermittler unserem Partnerportal tz.de, "Es ist einfach nicht vorstellbar, wie jemand diesen drei alten Menschen so etwas antun konnte." Eines der Opfer sei gefesselt im Keller des Hauses gefunden worden. Die besondere Brutalität der Morde weise auf Hass oder panische Angst hin.

Der Zustand der überlebenden Frau sei weiterhin kritisch, teilte die Polizei der tz außerdem mit. Es sei weiterhin unklar, wann sie vernommen werden könnte. Sie sei daher unter Bewachung im Krankenhaus. "Wir tun alles für ihre Sicherheit", betonte Polizeisprecher Stefan Sonntag.

Schreckliches Gewaltverbrechen

Am vergangenen Wochenende wurde ein schreckliches Gewaltverbrechen im kleinen Ort Höfen bei Königsdorf bekannt. Eine Polizeistreife fand in der Nacht auf Sonntag an einem Haus Einbruchsspuren und entdeckte beim Betreten des Hauses dann zwei Leichen und eine schwerverletzte Frau. Erste Untersuchungen ergaben, dass die beiden Toten mit stumpfer Gewalt erschlagen wurden. Auch die Schwerverletzte wurde geschlagen.

Bilder vom Tatort in Königsdorf

Bei den Toten handelt es sich, nach Angaben der Polizei vom Montag, um einen 81-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen und eine 75-Jährige aus Hessen. Sie seien zu Besuch bei der 76-jährigen schwerverletzten Eigentümerin des Hauses gewesen. Das genaue Verhältnis der Opfer untereinander ist aber noch nicht geklärt.

Der bisherige Ermittlungsstand lege einen Raubmord nahe, erklärte die Polizei. Der genaue Tatzeitpunkt stehe aber bisher noch nicht fest. "Das Verbrechen könnte bereits einige Tage zurückliegen", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier dem Münchner Merkur am Montag. Das letzte Lebenszeichen der 76-Jährigen soll ein Telefongespräch am Mittwoch vergangener Woche gewesen sein. 

Ebenso unklar ist die Identität der noch flüchtigen Täter. Die Ermittler "schließen nicht aus", dass Mitglieder einer osteuropäischen Einbrecherbande das Verbrechen begangen haben könnten. Dies sei aber nur eine von vielen Möglichkeiten.

Auf einer Pressekonferenz am Montag betonte Polizeipräsident Robert Kopp, dass es sich um eine Ausnahmetat handle. "Der normale Wohnungseinbrecher ist scheu und flüchtet, wenn er auf Widerstand stößt." Dennoch war es nicht das erste Verbrechen dieser Art in der Region. In den vergangenen Jahren gab es bereits mehrere Fälle, in denen Einbrecher zu Gewaltverbrechern wurden.

Auch Thema bei Aktenzeichen XY

Die Tat wird auch am Mittwoch, den 1. März, in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ medial aufbereitet werden. Die Soko „Höfen“ bei der Kripo Weilheim schaltet begleitend zur Sendung, ab 20.15 Uhr, ein H inweistelefon mit der Nummer 0881/640-123.

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