Anmeldung ab sofort beim Landratsamt Altötting möglich

840 statt 750: Blutuntersuchung auf PFOA startet am 30. Januar

  • schließen

Landkreis Altötting – Am 30. Januar startet das angekündigte Massen-Monitoring mit Blutuntersuchung auf PFOA am Gesundheitsamt Altötting. Das hat das Landratsamt am Freitagvormittag mitgeteilt. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

Update am Freitag um 12.15 Uhr:

Wie die Pressestelle des Landratsamtes Altötting auf Nachfrage von innsalzach24.de mitteilt, ist man bewusst von den ursprünglich angedachten 750 Probanden aus fünf Gebieten abgewichen. Der Grund: Bei der Einteilung habe man nicht nur die Wasserversorger, sondern auch deren jeweilige Brunnen vor und nach der Senkung des Leitwertes von PFOA mit ins Kalkül genommen. Vorteil für die Interessierten Freiwilligen: Statt 750 sind es jetzt 840, die ihr Blut untersuchen lassen können jetzt und dann wieder nach Ablauf der Halbwertszeit von PFOA im Körper. Die Kosten trägt der Freistaat Bayern. 

Die Entscheidung, dass Kinder erst ab einem Alter von sieben Jahren teilnehmen können, sei bewusst gefallen, heißt es auf Nachfrage weiter. Der Grund: Dieses Monitoring brauche einen einheitlichen, zeitlichen Startpunkt. Der sei im Jahr 2009 zu sehen. 

Die Pressestelle des Landratsamtes Altötting geht auf Nachfrage von innsalzach24.de von einer großen Teilnahme-Bereitschaft in der Bevölkerung an diesem Massen-Monitoring aus. Gehen pro Gebiet mehr als die je 140 Anmeldungen ein, wird gelost. Voraussetzung ist dabei freilich eine Anmeldung laut Pressemeldung des Landratsamtes.

Erstmeldung:

Ab sofort können sich Landkreisbürgerinnen und –bürger zur Teilnahme an der kostenfreien Untersuchung ihres Blutes auf PFOA, den PFOA-Ersatzstoff ADONA sowie 6 weitere perfluorierte Substanzen (PFTs) beim Landratsamt Altötting anmelden, sofern sie ihr Trinkwasser von nachfolgenden zentralen Wasserversorgern beziehen:

  • Kastl und Tüßling
  • Burgkirchen (ohne Hirten)
  • Emmerting
  • Neuötting und Winhöring
  • Altötting
  • Wasserzweckverband Inn-Salzach (Alzgern, Haiming, Stammham, Marktl)

So meldet man sich an:

Die Anmeldung kann bis zum 22. Januar 2018, 8 Uhr formlos oder mit Hilfe unseres Vordrucks per Mail (pfoa@lra-aoe.de), per Fax 08671/502 71 939 oder Brief (Landratsamt Altötting, Stichwort „PFOA-Blutuntersuchung“, Bahnhofstraße 38, 84503 Altötting) erfolgen.

Die Anmeldung muss neben dem Namen, Alter, Geschlecht, Wohnort und Namen des Wasserversorgers auch eine Telefonnummer enthalten, unter der die Bürgerin/der Bürger tagsüber zur Terminvereinbarung für das Landratsamt erreichbar ist.

Ein Vordruck, der an das Landratsamt Altötting geschickt oder gemailt werden kann, findet sich auf der Homepage des Landratsamtes Altötting.

Aus dem Versorgungsbereich eines jeden der oben genannten Wasserversorger, können jeweils 70 Männer/Jungen und 70 Frauen/Mädchen an der Untersuchung teilnehmen. Melden sich für einen Wasserversorgungsbereich mehr Interessenten, so werden die Teilnehmer aus den Einsendungen gelost und vom Landratsamt Altötting zur Terminvereinbarung angerufen.

Das gibt es zu dieser Studie zu wissen:

Die Blutentnahme wird ab dem 30. Januar am Gesundheitsamt Altötting, Vinzenz-von-Paul-Str. 8 durchgeführt werden. Vor der Blutentnahme werden die Studienteilnehmer/innen gebeten, eine Einverständniserklärung abzugeben sowie einen Fragebogen auszufüllen. Beide Bögen können auch im Vorfeld von der Homepage des Landratsamtes geladen und ausgefüllt zur Untersuchung mitgebracht werden.

Die Untersuchung der Blutproben auf PFOA, den PFOA-Ersatzstoff ADONA sowie mindestens sechs weitere perfluorierte Verbindungen, als auch die wissenschaftliche Auswertung, werden am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchgeführt. Aufgrund der hohen Zahl der Studienteilnehmer und der Untersuchung auf acht perfluorierte Verbindungen (PFTs), werden die Analysen und die wissenschaftliche Auswertung voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen.

Das Landratsamt Altötting hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege um Unterstützung und Priorisierung gebeten, damit die Untersuchungsergebnisse so rasch wie möglich vorgelegt werden können.

An der Studie können Männer und Frauen ab einem Alter von 7 Jahren teilnehmen, wenn sie von den oben genannten zentralen Wasserversorgern ihr Trinkwasser beziehen; dieser ist auf der Wasserrechnung angegeben oder bei der Gemeinde zu erfragen. Mitarbeiter oder ehemalige Mitarbeiter der Firma Dyneon können nicht in die Studie aufgenommen werden.

Hintergrund:

Perfluoroctansäure (PFOA) wurde von Ende der 1960er Jahre bis 2008 im Industriepark Gendorf von der Firma Dyneon als Hilfsstoff zur Produktion von Fluorpolymeren verwendet und bis 2003 auch am Standort hergestellt.

PFOA war in Gendorf/Gemeinde Burgkirchen über das Abwasser in die Alz gelangt, wurde aber auch über die Abluft in die Atmosphäre abgegeben und über den Niederschlag im Boden abgelagert. Über die versickernden Niederschläge wird PFOA aus diesem Bodendepot ins Grundwasser ausgewaschen und erreicht dann über den Grundwasserstrom in Richtung Inn die in diesem Bereich gelegenen Trinkwasserbrunnen.

Eine Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit von Blutplasmaproben von Blutspendern aus Emmerting zeigte im Jahre 2016 eine im Vergleich zu anderen bayerischen Regionen erhöhte Belastung mit PFOA. Aus diesem Grund soll mit der nun startenden Studie die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung mit PFOA in verschiedenen Regionen des Landkreises untersucht werden. Dabei soll auch geprüft werden, ob – wie angenommen – der Blutgehalt an PFOA in einer direkten Relation zur PFOA-Konzentration im Trinkwasser im Landkreis Altötting steht, und wie sich die Aufbereitung des Trinkwassers durch Aktivkohle auf die Organbelastung der Menschen auswirkt.

Pressemitteilung Landratsamt Altötting

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser