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Lesermeinungen zum Böllerverbot

Ein „Todesstoß für die Branche“ und „glaube nicht, dass Silvester zum Untergang Deutschlands führen könnte“

Leserbriefe Böllerverbot
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Wie bereits letztes Jahr wird es auch an 2021 ein bundesweites Verkaufsverbot für Pyrotechnik geben. Auch unser Leser Mario Eismann äußert seine Meinung dazu: „Die Feuerwerksbranche bekommt wahrscheinlich dieses Jahr den Todesstoß.“

Wie schon an Silvester 2020/21 gilt auch in diesem Jahr ein Böllerverbot wegen der anhaltenden Corona-Pandemie. Zumindest ist der Verkauf von Raketen und Böllern verboten. Das sorgt in der Bevölkerung für viele Diskussionen - auch bei unseren Lesern.

Landkreis – Silvester wird auch heuer wieder leise. Der Bundesrat stimmte am Freitag (17. Dezember) in seiner letzten Sitzung des Jahres dem Böllerverbot für Silvester zu. Demnach darf wie schon im Vorjahr kein Feuerwerk verkauft werden.

Verkaufsverbot von Feuerwerk auch in diesem Jahr

Ziel ist es, Unfälle durch den unsachgemäßen Gebrauch von Knallkörpern und Feuerwerksraketen zu vermeiden und damit die bereits durch die Corona-Pandemie hoch belasteten Krankenhäuser zu schonen. Die entsprechende Verordnung setzt einen Bund-Länder-Beschluss von Anfang Dezember um.

In Bayern gilt zudem: An Silvester und am Neujahrstag sind Ansammlungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen verboten. Am 31. Dezember wird jedoch die Sperrstunde für die Gastronomie (22 Uhr) außer Kraft gesetzt. Das teilte Markus Söder bei einer Pressekonferenz am Dienstag (14. Dezember) mit.

Was meint Ihr? Findet Ihr das erneute Böllerverbot an Silvester richtig oder haltet Ihr es für völlig übertrieben? Wir haben Euch um Leserbriefe gebeten und Ihr habt fleißig geschrieben.

Böllerverbot an Silvester: Das sind Eure Leserbriefe

Anm. der Red.: Der Inhalt der Leserbriefe gibt ausschließlich die Meinung der Einsender wieder und muss nicht die Ansicht(en) der Redaktion widerspiegeln.

Meik Stederoth aus Osterholz-Scharmbeck

Unser Leser Meik Stederoth äußert seine Meinung zum bundesweiten Böllerverbot an Silvester 2021/22.

Da es keine exakten Daten über die Menge an durch Böllern verursachte intensivmedizinische Betreuung gibt, halte ich das Böllerverbot für völlig überzogen. Zumal hier mit einem Federstrich eine ganze Branche in den Ruin getrieben wird und tausende Arbeitsplätze vernichtet werden.

Bei mir in der Gegend fahren seit Bekanntgabe des Verbotes polnische Transporter herum und verkaufen von der Ladefläche aus illegales Feuerwerk. Da das nicht zugelassene Feuerwerk um ein Vielfaches gefährlicher ist, liegt die Vermutung auf der Hand, dass diese Entscheidung maßgeblich dazu beitragen wird, dass dieses Silvester erheblich mehr Verletzte auf den Intensivstationen betreut werden müssen.

Ferner ist meines Erachtens noch zu berücksichtigen, dass viele Menschen die Pandemie-Maßnahmen mittragen und ertragen. Psychologisch wäre es sicher besser gewesen, man hätte die Leute ein bisschen Feuerwerk zu Hause machen lassen, um tatsächlich die bösen „Corona-Geister“ zu vertreiben und hoffnungsvoll auf das neue Jahr zu blicken.

Jetzt ist man völlig frustriert Maßnahmen mitgegangen, geimpft, geboostert und trotzdem geht es mit herben Beschränkungen weiter. Die Sache mit dem Feinstaub hat für mich auch nur eine Alibi-Funktion, denn die Politiker, die das entschieden haben, fahren alle kein Fahrrad, sondern sicherlich dicke Dienstwagen, fliegen von Talkshow zu Talkshow und etliche sind mit Sicherheit auch schonmal auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs gewesen.

Karin Leis

Ich finde das Böllerverbot gut und wäre sogar dafür, dass es das jedes Jahr gibt. Ich denke an die Umwelt und die Tiere, die deswegen Angst haben. Die Polizei sollte das Verbot gut kontrollieren und hohe Strafen an die Personen verhängen, die sich nicht daran halten.

Manuel Redinger

Ich hab kein Problem mit dem Böllerverbot. Ich habe früher total gern geschossen und würde es auch jetzt im kleinen Maßstab tun, ohne einen Haufen Geld zu verpulvern. Wenn die Menschen das Geld für die Feuerwerkskörper aber in ihre Familie investieren würden, anstatt zu verballern, hätten sie bestimmt eine schönere und längere Zeit mit ihnen.

Dazu kommt, dass das ganze Jahr darüber gejammert wird, dass alles teurer wird. Aber wenn es um das Feuerwerk geht, spielt Geld keine Rolle mehr. Den Dreck der Böller und Raketen macht leider auch niemand weg, das sehe ich bei mir in der Straße. Alles wird so liegen gelassen, wie es aufgebaut wurde.

Weitere Leserbriefe zum Böllerverbot:

- Silvester ohne Feuerwerk: „Total überzogen“ und „so gehen Traditionen verloren“

- Kein Feuerwerk an Silvester: „Mit dem Böllerverbot machen die Politiker einen riesigen Fehler“

- Geteilte Meinungen: „Böllerverbot ist unumgänglich“ und „finde es richtig, das Jahr ohne Knaller zu beenden“

Sophie Rhein

Unsere Leserin Sophie Rhein äußert ihre Meinung zum bundesweiten Böllerverbot an Silvester 2021/22.

Nun ist uns allen (hoffentlich) mittlerweile klar, dass große Partys und Menschenansammlungen zu vielen Ansteckungen führen. Soweit ist es natürlich sinnvoll, dagegen vorzugehen. Aber ganz viele Menschen in Deutschland würden gern mit ihrem Haushalt vor ihrer Haustür ein wenig bunten Feuerzauber genießen und könnten das auch ohne Probleme. Und wenn sie dabei in Deutschland zugelassenes Feuerwerk verwenden, die Anleitungen lesen und nicht zu betrunken sind, dann passiert dabei auch nichts weiter.

Von der Politik wird gern noch angeführt, dass die angeblich „vielen Verletzungen zu Silvester“ die Krankenhäuser unnötig überlasten würden. 2019 waren das übrigens, laut einer Drucksache des bayrischen Landtages, 25 Personen in ganz Bayern. Ich glaube nicht, dass die das Gesundheitssystem überlasten würden. Vor allem nicht, da es sich bei den Verletzungen meist um Verbrennungen handelt, die ambulant versorgt werden. Die Intensiv- und Coronastationen werden meiner Meinung nach davon also nicht tangiert.

Mir fehlt hier absolut das Verständnis für eine solche Entscheidung. Und sicherlich kann man einmal eine Ausnahme machen, ein Auge zudrücken und sich sagen: „Na, vielleicht ist es ja wirklich so schlimm, lassen wir es dieses Jahr eben mit dem Feuerwerk“. Das kann ich aber nicht mehr, nachdem ich weiß, dass die versprochene Entschädigung vom Jahreswechsel 20/21 immer noch nicht bei den Betroffenen angekommen ist. Die einen bekommen gar nichts, weil sie ihren Feuerwerkshandel als Nebenjob betreiben. Sicherlich verhungern die auch nicht gleich wegen des Verdienstausfalls. Und dabei fehlen ja nicht „nur“ die Einnahmen. Die Lieferanten sind alle bereits bezahlt worden und die Lagerung ist auch nicht gerade billig, immerhin geht es um Explosivstoffe.

Große Firmen haben eine Entschädigung erhalten und trotzdem müssen Werke geschlossen und jede Menge Leute entlassen werden. Das liegt daran, dass eine Feuerwerksfirma mindestens 95 Prozent ihres Jahresverdienstes an den drei Tagen vor Silvester macht. Bei der Entschädigung wurde aber davon ausgegangen, dass der durchschnittliche Jahresverdienst auf das gesamte Jahr verteilt eingenommen wird. Dementsprechend wurde nur ein Bruchteil vergütet.

Und die Politik schädigt damit nicht nur unsere eigene Wirtschaft. Sie bringt die Menschen dazu, sich ihr Feuerwerk legal in einem der Nachbarländer zu kaufen. Dummerweise sind dort zum Teil gefährlichere Dinge als hier erlaubt und die Verletzungen könnten dadurch also eher noch zunehmen. Nachdem ich nicht ein vernünftiges Argument für ein Feuerwerksverkaufsverbot kenne und alle von der Politik Angeführten leider absolut haltlos sind, halte ich das Verhalten der Politik in diesem Fall für eine absolute, unverhältnismäßige Frechheit.

Ich glaube nicht, dass Silvester zum Untergang Deutschlands führen könnte, aber dieser eine Tag könnte ein schöner Ausgleich zu dem sein, auf was wir in letzter Zeit alles verzichten mussten. Ein Stückchen Normalität, die mit viel Abstand möglich wäre. Eine besondere Mischung aus Kunst, Freude und einem Gruß an die fernen Nachbarn.

Mario Eismann

Unser Leser Mario Eismann äußert seine Meinung zum bundesweiten Böllerverbot an Silvester 2020/21.

Eine ganze Branche lebte jahrzehntelang vom Feuerwerksverkauf von 28. Dezember bis 31. Dezember. Die Feuerwerksbranche bekommt wahrscheinlich dieses Jahr den Todesstoß. Es wird wahrscheinlich nicht mehr lange dauern, bis andere traditionelle Branchen sang- und klanglos untergehen. Vielleicht sogar mit einigen hämischen Glückwünschen, wie zum Beispiel jetzt mit der Feuerwerksindustrie. Viele sagen: „Ich brauche das nicht!“, aber die würden ganz anders reden, wenn sie jahrzehntelang in dieser Branche gearbeitet hätten und jetzt vor der Kündigung stehen würden.

Stefan Greissl

Wie immer alle schreiben: “die Tiere freut es“. Sorry, aber dann müsste alles, was über 80 Dezibel liegt, verboten werden - also Haushaltsgeräte, Autos etc. Ich bin selber auch ein Tierfreund, aber sowas ist nur einmal im Jahr. Also, wenn die Leute hier wegen ihrer Hunde oder generell von ihren Tieren reden... Noch vor ein paar Jahren seid ihr mit den Vierbeinern überall hingegangen, sei es Volksfest, Märkte etc. Da hat sich die Hälfte auch nicht darum geschert, ob es den Fellnasen zu viel wird. Aber das war ja schließlich kein Feuerwerk, ne?

Maik

Das Böllerverbot ist der Todesstoß für die Pyro-Industrie. Ich selbst bin ein großer Fan vom Feuerwerk und glaube, dass es das vollkommen falsche Signal ist. Jetzt werden viele nach Polen, Niederlande etc. fahren und sich dort die viel gefährlicheren Feuerwerke besorgen. Ich hoffe, dass sich nicht viele Menschen dabei verletzten werden. Ich glaube, die Politik hat damit einen großen Fehler gemacht.

Wie steht Ihr zu einem Böllerverbot? Schickt uns Eure Leserbriefe

Die Reaktionen zum Böllerverbot sind gemischt: Während unter anderem Tier- und Umweltschützer sich freuen, fällt damit für andere eine geliebte Silvestertradition aus. Was sagt Ihr dazu? Findet Ihr das erneute Böllerverbot an Silvester richtig – vor allem aufgrund der aktuellen Corona-Lage? Seid Ihr vielleicht sogar für ein generelles Böllerverbot? Oder haltet Ihr es für völlig übertrieben? Wie verbringt Ihr den Jahreswechsel heuer?

Schreibt uns zum Thema per Mail an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Böllerverbot“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt komplettem Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

jg

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