Nach Blutskandal

BRK -Chefärztin im Visier des Staatsanwalts!

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BRK-Chefärztin Monika Mirlach ist nach dem Blutskandal nicht mehr auf der Wiesn

München - Wenn nun o’ zapft is, hat nur das Bayerische Rote Kreuz ( BRK ) auf dem Oktoberfest nichts zu feiern: Der Blutskandal auf der Wiesn wird immer größer!

Jetzt gerät sogar die Führung des Münchner Kreisverbands ins Visier der Ermittler. Die Staatsanwaltschaft führt die BRK -Chefärztin Dr. Monika Mirlach als Beschuldigte. Der Verdacht: Körperverletzung! Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger bestätigt der tz: „Nach Auswertung der Unterlagen und Aussagen haben sich Anhaltspunkte für einen Anfangsverdacht ergeben.“

Recherchen der tz hatten den Skandal vor vier Wochen ins Rollen gebracht: Bei der Wiesn 2004 zapften BRK -Ärzte 405 Patienten ungefragt Blut ab und testeten es auf Leber- und Nierenwerte, Alkohol und sogar Drogen. Die Daten tauchten jetzt in einer wissenschaftlichen Studie auf. Bei den Probanden handelte es sich um Bierleichen, die keine Zustimmung zu Blutprobe und Studie geben konnten.

Die wichtigste Frage: Waren die hunderten Blut-Tests zur Behandlung der Patienten notwendig? Wenn ja, hätten die Ärzte keine Zustimmung gebraucht. Darauf beruft sich das BRK .

Allerdings bezweifelt etwa der Rechtsmediziner Prof. Wolfgang Eisenmenger das: Ärzte bräuchten bei Alkohol -Patienten gar keine Blutprobe – schon gar nicht auf Promille oder Drogen!

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter Hochdruck: Körperverletzung verjährt nach fünf Jahren – mögliche Delikte auf der Wiesn 2004 wären heuer also nichtig. Mit den Ermittlungen ist diese Frist im Fall der Chefärztin aufgehoben. Mirlach erfuhr am Donnerstag von den Schritten gegen sie. Am gleichen Abend hing sie die Ärztliche Leitung auf der Wiesn an den Nagel, teilt das BRK mit. Die Ermittlungen hätten sie „wider Erwarten“ getroffen. Damit verliert das BRK schon den zweiten wichtigen Mediziner: Nach bekannt werden des Skandals war bereits der Studienleiter vor Ort, Herr B.  von der Uni Leipzig , suspendiert worden.

Der konnte zunächst nur von 178 aller 405 Patienten Einverständniserklärungen für die Studie vorlegen. An diesem Stand hat sich bis heute nichts geändert, sagte ein BRK -Sprecher der tz.

Bei der Stadt versucht man eilig die Scherben zu kitten. Am Freitagnachmittag bereitete das Tourismusamt für Montagfrüh einen Termin auf der Wiesn-Wache vor – um den Notarzt Prof. Peter Sefrin als neuen Aufpasser vorzustellen.

David Costanzo

Quelle: Oktoberfest live

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