Christoph T.: “Es muss irgendwas passiert sein"

München - Tag vier im Prozess um den Tod von Dominik Brunner. Heute sagt der dritte Schläger aus. Christoph T. wollte zusammen mit den beiden Angeklagten die Schüler an der Donnersbergerbrücke ausrauben. Er gibt Brunner die Schuld an der Eskalation.

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Christoph T. hat vor Gericht die Vermutung geäußert, dass seine Kumpels Markus S. und Sebastian L. ohne den ersten Schlag von Dominik Brunner nie so ausgerastet wären, es wohl nicht zu dieser Bluttat gekommen wäre. Christoph T. war zwar an der Donnersbergerbrücke dabei, als das Trio versuchte vier Schüler auszurauben, stieg dann aber in eine andere S-Bahn als Markus S. und Sebastian L. Christoph T. hat Dominik Brunner daher nie getroffen, war bei den Schlägen in Solln nicht dabei.

“Ich glaub es immer noch nicht, dass es ohne den ausschlaggebenden Punkt soweit gekommen wäre”, sagt Christoph T. Der Richter fragt, wie er das meint. “Es muss irgendwas passiert sein, dass beide so hochgepusht sind. Für mich war dieser ausschlaggebende Punkt der Schlag von Herrn Brunner.” Kurze Stille. “Sonst könnte ich mir auch nicht vorstellen, dass es so ausgeartet wäre.”

Man merkt, dass Christoph T. seinen Prozess schon hinter sich und nichts mehr zu befürchten hat. Ruhig schildert er den versuchten Raub an der Donnersbergerbrücke, gibt zu, Geld gefordert und einen der Schüler geschlagen zu haben. Er erinnert sich noch sehr genau an Dialoge auf dem Bahnsteig der Donnersbergerbrücke. Eine der Schülerinnen habe zu ihm gesagt: “Schau in den Spiegel, dann weißt du, was doof ist.” Er habe geantwortet. “Schau du in den Spiegel, dann weißt du, warum dich keiner fickt.”

Doch Christoph T.s Aussage gibt auch einen Einblick, wie die beiden angeklagten Schläger tickten. “Wenn einer zuschlägt, dann ist halt früher zurückgeschlagen worden.” sagt Christoph T. Sebastian L. kennt Christoph schon länger, beide lebten in der gleichen betreuten Wohngemeinschaft, ärgerten sich gemeinsam über die Betreuer. Markus S. lernte er erst wenige Tage vor der Bluttat in Solln näher kennen.

pv

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