Verhandlung am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München

Insolvenzverwalter verklagt Spritzguß Müller auf 825.000 Euro

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Buchbach/München - Ein heikler Fall wird am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München verhandelt. Das Buchbacher Unternehmen Spritzguß Müller wird vom Insolvenzverwalter eines ehemaligen Kunden auf rund 825.000 Euro verklagt.

Warum? Der Kunde musste 2013 Insolvenz anmelden. Das Unternehmen war schon vorher mit den Zahlungen im Rückstand und konnte die Lieferungen der Firma Müller am Ende nur noch in Form von Raten bezahlen. Da Spritzguß Müller die Ratenzahlungen akzeptierte, um den Großkunden nicht zu verlieren, verliert die Produktionsfirma jetzt möglicherweise eine Million Euro.

Denn: Es gibt eine verhängnisvolle Regelung in der deutschen Insolvenzordnung, die Geschäfte mit einem Unternehmen verbietet, von dem man weiß, dass ihm die Zahlungsunfähigkeit droht. Diese Regelung soll das finanzschwache Unternehmen davor schützen, kurz vor der Insolvenz ausgeplündert zu werden. Dem Buchbacher Produktionsunternehmen könnte diese Schutzregelung nun den Kopf kosten.

Kommt die gesamte Belegschaft zum Prozess?

Der Insolvenzverwalter des pleite gegangenen Großkunden wirft Spritzguß Müller nämlich vor, von der anstehenden Insolvenz gewusst zu haben und fordert nun die bereits geleisteten Ratenzahlungen in einer Gesamthöhe von etwa 825.000 Euro zurück. Auf den Restschulden in Höhe von knapp 200.000 Euro bleibt Spritzguß Müller wohl sowieso sitzen.

Nachdem die Klage des Insolvenzverwalters bereits im September 2016 vor dem Landgericht Traunstein abgewiesen wurde, geht das Unternehmen nun in Revision und die Verhandlung in eine neue Runde. In einen extra großen Saal wurde die Verhandlung verlegt, da die gesamte Belegschaft der Buchbacher Firma von über 70 Mitarbeitern angekündigt hat, am Dienstag zum Prozess zu erscheinen.

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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