Nach Verurteilung untergetaucht

Bundespolizisten am Münchner Flughafen nehmen seit fast zwei Jahrzehnten gesuchten Straftäter fest

Immer wieder verfangen sich flüchtige Straftäter im Fahndungsnetz der Bundespolizei am Flughafen München. Oft treten diese dann in Begleitung der Bundespolizisten ihre Weiterreise in eine Justizvollzugsanstalt an.
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Immer wieder verfangen sich flüchtige Straftäter im Fahndungsnetz der Bundespolizei am Flughafen München. Oft treten diese dann in Begleitung der Bundespolizisten ihre Weiterreise in eine Justizvollzugsanstalt an.

Flughafen München – Schon seit den Neunzigern in Deutschland geduldet, hatte der heute 50-Jährige im Laufe dieses Jahres wohl versucht, in Dänemark Fuß zu fassen. Grund dafür könnte eine Verurteilung in der Bundesrepublik zu einem halben Jahr Gefängnis wegen Diebstahls gewesen sein.

Gestern (7. Oktober) ist er wieder nach Deutschland zurückgekehrt - aber wohl nicht wirklich freiwillig. Die Behörden im Nachbarland haben den Iraker im Rahmen asylrechtlicher Vorschriften nach Deutschland geschickt. Bundespolizisten haben den unfreiwilligen Heimkehrer schließlich bei seiner Ankunft am Münchner Airport festgenommen. Jetzt sitzt er in der Münchner Haftanstalt.

Der Iraker war bereits in den Neunzigern als Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Im Laufe der Jahre war er immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten, das letzte Mal wohl im letzten Jahr. Nachdem er in Sachsen-Anhalt beim Diebstahl ertappt worden war, hatte ihn ein Richter am Amtsgericht Merseburg im September 2019 zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Doch anstatt der folgenden Ladung zum Haftantritt zu folgen und sich in der Justizvollzugsanstalt in Halle an der Saale zu melden, zog der Iraker es offenbar vor, sich aus dem Staub zu machen. Folglich erfolgte im September dieses Jahres der Suchauftrag der Staatsanwaltschaft in Halle an der Saale für die Polizeibehörden.

Mittlerweile war der Gesuchte tatsächlich wieder aufgetaucht. Allerdings nicht bei den Behörden in Deutschland oder gar in seinem Heimatland, sondern im benachbarten Dänemark. Dort wollte der 50-Jährige offensichtlich erneut Asyl beantragen.

Die dänischen Behörden haben den Asylsuchenden schließlich gestern nach den Regeln des Dubliner Übereinkommens wieder nach Deutschland geschickt. Als Bundespolizisten am Moos-Airport den Geflüchteten bei seiner Ankunft aus Kopenhagen in Empfang nahmen, fiel ihnen die Fahndungsnotiz ins Auge. Die Beamten nahmen den Rückkehrer fest und brachten ihn schließlich am späten Nachmittag in die Münchner Justizvollzugsanstalt, wo er nun seine Haftstrafe absitzen muss.

Pressemitteilung Bundespolizei München

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