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Mit geladener Waffe zu Sex gezwungen

Bundeswehrsoldat nach Vergewaltigung in Afghanistan schuldig gesprochen

Bundeswehrsoldat wegen mutmaßlicher Vergewaltigung angeklagt
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Ein Bundeswehrsoldat steht im Landgericht in der Anklagebank. Der Mann ist angeklagt, bei einem Auslandseinsatz eine Bundeswehr-Soldatin vergewaltigt zu haben.

Wenige Monate vor dem Ende des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan soll es im deutschen Lager zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Nun musste sich ein Soldat deswegen vor Gericht verantworten. Er leugnete die Tat zwar, doch die Vorwürfe sind erschütternd.

Kempten - Im November 2020 hatte eine Gruppe von Soldaten in ihrem Feldlager in Afghanistan eine kleine Faschingsparty gefeiert - mit schrecklichen Folgen. In der Nacht, als die anderen Soldaten ins Bett gegangen waren, soll der beschuldigte Soldat eine Kollegin vergewaltigt haben. Dabei hat der Hauptfeldwebel die Frau offenbar mit seiner geladenen Pistole bedroht.

Soldatin erlitt psychische Leiden

Die Soldatin hatte nach Angaben der Ermittler die sexuellen Straftaten des Kollegen erduldet, weil sie aufgrund der Drohung mit der Schusswaffe Angst um ihr Leben gehabt habe. Durch die Tat soll sie erhebliche psychische Leiden erlitten haben. Sie sei deswegen in stationärer und anschließend ambulanter Behandlung gewesen. Beim Prozess war sie nicht vernehmungsfähig, ihre Aussagen wurden per Video aufgezeichnet. In den Aufnahmen brach sie immer wieder in Tränen aus.

Das Gericht hat den 36-jährigen Soldaten nun für schuldig befunden, das teilte ein Sprecher am Mittwoch (9. November) mit. Das Urteil fiel demnach bereits am 4. November. Der Mann wurde zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach Angaben des Gerichts eine sechsjährige Haftstrafe verlangt, die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Ob das Urteil gegen den Hauptfeldwebel rechtskräftig wird, ist noch unklar. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Mittwoch, dass aktuell noch geprüft werde, ob man weitere Rechtsmittel einleite.

Sex laut Angeklagtem einvernehmlich

Die Anklage stützte sich wesentlich auf die Schilderungen der Frau. Der Soldat hatte die Vorwürfe von Beginn an zurückgewiesen. Er hatte erklärt, dass der Sex mit der Frau einvernehmlich gewesen sei. Die Soldatin habe ihn sogar dazu animiert.

Der angeklagte Feldjäger stammt aus Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf, auch das mutmaßliche Opfer kommt aus Nordrhein-Westfalen. Dennoch ist die Kemptener Justiz für den Fall zuständig. Denn die Justizbehörden in der Allgäuer Stadt verfolgen bundesweit zentral Straftaten „von Soldatinnen oder Soldaten der Bundeswehr in besonderer Auslandsverwendung“.

nt mit Material der dpa

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