1000 Polizisten bundesweit im Einsatz

Kinderporno-Razzia in Kreisen Rosenheim und Traunstein: Das sagt die Polizei

Polizisten gehen während einer Razzia wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornographie an einem Wohnhaus vorbei. Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer bundesweiten Razzia gegen 65 Verdächtige vorgegangen, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag mit.
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Polizisten gehen während einer Razzia wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornographie an einem Wohnhaus vorbei. Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer bundesweiten Razzia gegen 65 Verdächtige vorgegangen, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Köln am Dienstag mit.

Nachdem es am Dienstag (26. Januar) zu Durchsuchungen wegen des Verdachts auf Kinderpornografie im Raum Rosenheim gekommen war, wertet die Polizei nun die sichergestellten Beweismittel aus.

Update, 17.28 Uhr - Objekte in Schnaitsee und Rosenheim durchsucht

Im Rahmen der bundesweiten Razzia gegen Kinderpornographie wurde inzwischen bekannt, dass ein Objekt in Schnaitsee und zwei Objekte in Rosenheim im Visier der Ermittler standen. Der Bürgermeister der Gemeinde Schnaitsee zeigte sich schockiert über die Durchsuchung (Plus-Artikel).

Erstmeldung, 13.30 Uhr

Rosenheim/Traunstein/Deutschland - Wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Köln auf Anfrage von rosenheim24.de bekannt gab, würden die örtlichen Ermittlungen noch andauern. „Die Beweismittel werden im Moment noch ausgewertet. Nachdem die Razzia erst gestern durchgeführt wurde, können wir zunächst noch keine genaueren Angaben machen.“ Erste Ergebnisse würden dann im Laufe der Woche erwartet werden, so die Pressesprecherin der Polizei.

Bislang ist bekannt, dass im Raum Rosenheim mindestens drei Objekte im Zuge einer bundesweiten Razzia in Zusammenhang mit Kinderpornografie durchsucht worden waren. Auch im Landkreis Traunstein war es zu einem Zugriff gekommen.

Ingesamt wurden in Bayern 15 Örtlichkeiten von der Polizei genauer unter die Lupe genommen, unter anderem auch in den Landkreisen München, Ingolstadt, Fürstenfeldbruck, Kempten, Landshut, Regensburg, Passau, Straubing, Bamberg, Coburg, Ansbach und Schweinfurt.

Rund 1000 Beamte bundesweit im Einsatz

Bei der Razzia am Dienstag (26. Januar) hatten mehr als 1000 Beamte in zehn Bundesländern zahlreiche Objekte durchsucht. Schwerpunkte waren dabei neben NRW auch Niedersachsen und Bayern. Die Aktion richtete sich gegen 65 Tatverdächtige, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen. Es gebe keine Hinweise, dass aktive Missbrauchstäter unter ihnen seien, es habe auch keine Haftbefehle gegeben, erklärte die Polizei in Köln. Auf die Beschuldigten waren die Ermittler durch Auswertung von Chats und Messenger-Diensten gekommen.

Die Verfahren ergaben sich demnach aus den seit 15 Monaten dauernden Ermittlungen rund um den Kindesmissbrauchskomplex Bergisch Gladbach. An der Razzia waren an vielen Orten auch Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei im Einsatz. Einsätze gab es in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Bayern, Schleswig-Holstein, Sachsen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Berlin. Die genauen Örtlichkeiten wollte die Polizei noch nicht nennen, da die Durchsuchungen teilweise noch andauerten.

Mehr als 1000 Beweismittel sichergestellt

Mehr als tausend Beweismittel, darunter viele elektronische Datenträger, seien sichergestellt worden, berichtete Michael Esser, Leiter der Besonderen Aufbauorganisation (BAO) „Berg“ bei der Kölner Polizei.

An einer Adresse stieß die Polizei auf ein 13-jähriges Kind mit „unklaren Wohn- und Familienbeziehungen“, das vom Jugendamt in Obhut genommen worden sei. In einem Fall habe ein Mann versucht, zu fliehen. Bei einem anderen, der keine Kinder habe, sei Sex- und Kinderspielzeug gefunden worden.

An einem weitläufigen Objekt setzte die Polizei drei Datenspeicher-Spürhunde ein, um die in „äußerst kreativen Verstecken“ steckenden Datenträger zu finden. Auch Pistolen mit 148 Schuss Munition und scharfe Patronen wurden entdeckt. „Das zeigt mir, dass wir die richtigen Täter identifizieren konnten“, sagte Esser.

Es war bereits der zweite bundesweite Großeinsatz der Ermittlungsgruppe im Fall Bergisch Gladbach. Im vergangenen September wurden in zwölf Bundesländern 60 Anschriften von rund 50 Beschuldigten von rund 1000 Einsatzkräften durchsucht.

Ermittlungen dauern seit 2019 an

Die besondere Aufbauorganisation „Berg“ der Kölner Polizei ermittelt seit Oktober 2019. Im Haus eines Mannes aus Bergisch Gladbach wurden damals Unmengen kinderpornografischer Daten gefunden. Über ihn stießen die Ermittler auf Hunderte weitere Verdächtige. Die Polizei arbeitet mit der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Kölner Staatsanwaltschaft zusammen.

Die Polizei hat im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach nach eigenen Angaben 330 Beschuldigte identifiziert. Sieben Personen sitzen in Untersuchungshaft, es gibt elf Anklagen und zehn Urteile. Im vergangenen Oktober wurde in Köln ein 43-Jähriger zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Der Mann aus Bergisch Gladbach gilt als Schlüsselfigur in dem Netzwerk.

Kommentare

ChrisAntwort
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nix und nun...zwei Meinungen und gut ist.

pitiAntwort
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Und nun?

ChrisAntwort
(1)(0)

Du? Kann mich nicht erinnern das wir uns duzen - und ich will das auch nicht.
Sie schreiben..."wir bei der Polizei".., dann gehe ich davon aus das Sie bayerischer Polizeibeamter sind?
Bei Kinderpornografie maße ich mir halt derartige Ausführungen wie Sie nicht an und halte Ihre Frage und Meinung der Verhältnismässigkeit für sehr bedenklich.