Slackline-Weltrekord

Burghausen: Lukas Irmler geht über Wasser

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Auch auf den letzten Metern zeigte Lukas Irmler am Samstag eine fehlerlose Vorstellung
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Burghausen - Lukas Irmler aus Freising "spazierte" am Samstag von Hochburg-Ach nach Burghausen - auf einer 200 Meter langen Slackline. Die Show begann aber mit einem Verwirrspiel:

Die große Show beginnt am Samstagabend mit einem kleinen Verwirrspiel. Schon vor 20 Uhr, also früher als angekündigt, macht sich ein junger Mann im blauen T-Shirt auf den Weg vom Hotel Burgblick in Hochburg-Ach nach Burghausen - nicht über die Brücke, sondern über ein 195 Meter langes Seil. Er balanciert mit den Armen, tastet sich Schritt für Schritt vorwärts. 195 Meter auf der Slackline über einem Fluss zurücklegen - das wäre ein europaweiter Rekord, vielleicht sogar eine Weltbestmarke - um das genau sagen zu können, sind die Spitzenleistungen im Slacklining nicht gut genug dokumentiert.

Rekord schon früh futsch?

Doch die Frage nach dem Rekord scheint schnell hinfällig. Der junge Mann strauchelt früh, stürzt sogar. Und auch, wenn er sich noch geschickt am Seil festhalten und wieder aufstehen kann, ist der Rekord damit natürlich futsch. Das Publikum, das in Scharen auf der Brücke zwischen Burghausen und Hochburg-Ach das Schauspiel verfolgt, ist trotzdem begeistert, klatscht aufmunternd Beifall, wenn der Slackliner mal wieder strauchelt oder sogar mit den Füßen ins Wasser eintaucht und sich anschließend an seinem Sicherungsseil wieder hoch auf die Line ziehen muss. Immerhin zeigt er trotz allem eine Spitzenleistung. Nicht viele Slackliner könnten sich auf einer so langen Line, noch dazu über fließendem Wasser - was den Slackliner zusätzlich irritiert - auch nur auf den Beinen halten.

Ein breites Grinsen auf den letzten Metern

Reinhard Kleindl war zuerst unterwegs - und verwirrte damit ein wenig das Publikum (zum Vergößern Bild anklicken)

Was viele gar nicht wissen: Der junge Mann, der das Publikum so beeindruckt, ist nicht Lukas Irmler, sondern dessen Kumpel Reinhard Kleindl. "Der, der jetzt kommt, ist besser", sagt Kleindl, als er die Burghauser Seite erreicht hat. Kurz darauf macht sich auch schon Lukas Irmler auf den Weg. Schnell kommt der Freisinger auf den ersten Metern voran. Kleinere Wackler etwa auf halber Strecke balanciert Irmler geschickt aus und gegen Ende erlaubt er sich sogar noch einen kleinen Scherz. Kurzerhand geht Irmler in die Knie und legt sich mit dem Rücken auf die Line. Irmler schaukelt ein bisschen und steht dann gekonnt wieder auf. Anschließend geht's wieder weiter Richtung Brücke - genauso fehlerlos, wie zuvor. Auf den letzten Metern hat der Freisinger ein breites Grinsen im Gesicht, wieder auf festem Boden gibt's die Siegerfaust und ein kühles Bier.

"Wenn du an was anderes denkst, fliegst du runter"

Nach 15 Minuten Höchstleistung gab's erst die Siegerfaust...

Die letzten Meter waren zugleich aber auch die größte Herausforderung, wie Irmler nach seinem 15-minütigen Gang übers Wasser erklärte. Vor allem gegen die "mentale Erschöpfung" müsse man angehen, "weil du ein bisschen glaubst, du hast es schon geschafft". Gerade auf dem letzten Abschnitt gilt es deshalb, sich weiter zu konzentrieren. "Wenn du an was anderes denkst, dann fliegst du schon runter."

...und anschließend ein kühles Bier

Die äußeren Bedingungen waren nach seiner Einschätzung "echt gut", es habe wenig bis gar keinen Wind gegeben. Für den Fall der Fälle wären kurze Bänder als Winddämpfer an der Slackline befestigt gewesen. "So bleibt die Leine auch im Wind relativ stabil." Dass die Slackline so durchhing, hatte ebenfalls einen Grund. Irmler und seine Helfer hätten sie schließlich auch fester spannen können. "Wenn die Slackline viel durchhängt, werden alle Bewegungen größer, aber langsamer", erklärte der Freisinger. Man habe deshalb mehr Reaktionszeit.

Lukas Irmler "spaziert" über die Salzach

Slacklining zur Burghauser Burg?

Nach seinem ersten "Spaziergang" ging Irmler noch einmal auf die Line und zeigte ein paar Künststücke

Dass zunächst sein Kumpel Reinhard Kleindl auf der Line unterwegs war, hatte gleich zwei Gründe. Zum einen nahm es ein wenig Druck von Irmler. "Das ist immer gut, wenn man nicht alleine ist." Zum anderen findet der Freisinger, dass er und sein Kumpel so eine bessere Show geboten hätten. "Wenn ich einfach nur rüberlaufen würde, wäre das recht fad", sagte Irmler, vielleicht etwas zu bescheiden.

Gut möglich, dass Irmler, der seine Show am Samstag im Rahmen von Brückenfest und Landesturnfest zeigte, schon bald wieder in Burghausen auf der Slackline unterwegs ist. Auf Nachfrage sagte der Freisinger spontan: "Ich wollte schon immer mal zwischen dem Kirchturm und der Burg spazieren."

Quelle: innsalzach24.de

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