Chiemgau-Arena präsentiert sich

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Chiemgau-Arena wartet auf die ersten Schützen

Ruhpolding – Vor gut zwei Jahren hat Ruhpolding den Zuschlag für die Biathlon-Weltmeisterschaft 2012 erhalten. Für das Organisationskomitee und die Gemeinde war das der Startschuss für eine Generalstabsarbeit.

Damit sich die Zuschauer ein Bild vom 16 Millionen Euro teuren Stadion- Neubau am Zirmberg machen können, findet am kommenden Sonn- tag, 19. Dezember, von 14 bis 17 Uhr ein Tag der offenen Tür statt.

Biathlon-Weltcup 2011

Dienstag, 11. Januar:
12-13 Urh: offizielle Einweihung der Chiemgau-Arena; 19.30 Uhr: Eröffnungsfeier im Championspark mit Einmarsch der nationen und Feuerwerk.

Mittwoch, 12. Januar:
14.15 Uhr: 20-km-Einzellauf Männer

Donnerstag, 13. Januar:
14.15 Uhr: 15-km-Einzellauf Frauen.

Freitag, 14. Januar:
14.45 Uhr: 10-km-Sprint Männer

Samstag, 15. Januar:
14.45 Uhr: 7,5-km-Sprint Frauen

Sonntag, 16. Januar:
13.15 Uhr: 12,5-km-Verfolgung Männer;
15.15 Uhr: 10-km-Verfolgung Frauen.

In der Tat hatte das Organisationskomitee nur ein kleines Zeitfenster, um nach dem Weltcup 2010 innerhalb von wenigen Mo- naten ein komplett neues Stadion mit neuen Strecken, neuen Funktionsgebäuden, neuen Zuschauerrängen und einer auf die hohe Zuschauerzahl abgestimmten Infrastruktur zu erstellen. Ehe im März 2010 der offizielle Spatenstich erfolgte, hatten die Verantwortlichen, an der Spitze Bürgermeister und OK-Präsident Claus Pichler sowie Stadionleiter und OK-Vizepräsident Engelbert Schweiger mit ihren Mitarbeitern bereits immense Vorarbeit geleistet. Die Auswahl der Planer, Fertigstellung des Entwurfs, das umfangreiche Genehmigungsverfahren - bei dem immerhin 27 Stellen eingeschaltet werden mussten - und rund 90 Prozent der Ausschreibungsverfahren waren bis zum Spatenstich bereits angelaufen oder abgeschlossen.

Als zum Jahresende 2009 die Zusage über 90 Prozent Zuschuss an den Gesamtkosten von 16 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II des Bundes gekommen war, stand dem Umbau nichts mehr im Wege. Beim „Firstbier“, wie man im südlichen Chiemgau das Richtfest nennt, am 24. September 2010 präsentierte die Chiemgau-Arena den Ehrengästen bereits ihr neues Gesicht mit dem noch eingerüsteten Funktionshaus, dem Auswertungsgebäude und dem Fundament für die Stahlrohrtribünen sowie dem um drei Plätze nach Osten verschobenen Schießstand und dem großen West-Eingangsbereich, über den die rund 14 Meter breite Wettkampfloipe führt. An den Strecken wurde freilich noch bis in den Spätherbst hinein gearbeitet. Derzeit werde noch, so Stadionleiter Engelbert Schweiger, in allen Gewerken gearbeitet: „Wir können bis zum Weltcup zwar kein fertiges, aber ein funktionsfähiges Stadion präsentieren.“

Einige Zahlen verdeutlichen den Umfang der Baumaßnahmen auf dem 15,6 Hektar großen Gelände: Es wurden 5550 Kubikmeter Beton und 750 Tonnen Stahl verarbeitet, 30 000 Kubikmeter Baugrubenaushub waren ebenso notwendig wie 18 000 Kubikmeter Erdbewegungen und 3000 Kubikmeter Felssprengungen für die insgesamt wesentlich anspruchsvoller gewordenen Wettkampfstrecken.

Doch auch das Innenleben des neuen Stadions hat es in sich: Von den 4,8 Kilometer Wasser- und Abwasserleitungen, den 20 Kilometer Elektrokabel im Außen- und den 30 Kilometer im Innenbereich und den 1600 Quadratmetern Fußbodenheizung ist ebensowenig zu sehen wie von der kompletten Beheizung der Neubauten mit Grundwasserwärmepumpe und Nutzung eines eigenen Brunnens für die Beschneiung, die in den vergangenen Wochen mit 13 Anlagen auf Hochdruck gelaufen ist. Weitere Zahlen machen die Änderungen im Außenbereich deutlich: 18 000 Quadratmeter Asphaltbeläge für die Rollerbahn und 30 000 Quadratmeter für die befestigten Straßen, Wege und Plätze. Und im Frühjahr 2011 soll auf 30 000 Quadratmeter Rasensaat ausgebracht werden.

Anlage ist offiziell „olympiareif“

Einen wichtigen Meilenstein hat die Chiemgau-Arena im Herbst 2010 passiert: Die Inspektoren der Internationalen Biathlon-Union (IBU), Renndirektor Franz Berger und Norbert Baier, der Vorsitzende der Technischen Kommission und Wettkampfleiter in Ruhpolding, haben die neue Anlage begutachtet und ihr die sogenannte A-Lizenz erteilt. Das bedeutet, dass hier Biathlonwettbewerbe aller Kategorien, also neben Weltcups auch Weltmeisterschaften und Olympische Spiele, ausgetragen werden können.

Bewährt hat sich der Busshuttle-Service, der beibehalten wird. Die Haltestellen liegen jetzt nördlich der Bundesstraße, und durch die bestehende Unterführung kommen die Gäste auf breit angelegten Wegen zu den Kassen und zum Haupteingang West. Der Rücktransport zu den Parkplätzen soll damit wesentlich schneller vonstatten gehen als in der Vergangenheit.

Während der Kartenverkauf für die Weltmeisterschaft (29. Februar bis 11. März 2012) noch nicht angelaufen ist, gibt es für den Weltcup 2011 bereits die Tickets unter www.biathlon-ruhpolding.de.

Hans Helmberger/Oberbayerisches Volksblatt

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