Fünfjährige nach Hongkong zu Kenny C. "rückgeführt"

Jetzt spricht der Vater: "Malenas Wohlergehen ist das Wichtigste"

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Die kleine Malena (5) musste zu ihrem Vater nach Hongkong rückgeführt werden. 
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Hongkong/Marquartstein - Seit vergangenen Montag ist die fünfjährige Malena mit ihrer Mutter in Hongkong. Das Oberlandesgericht München hatte die Rückführung des Kindes nach Hongkong angeordnet. chiemgau24.de gegenüber hat Kenny C. Stellung zu dem Fall bezogen.

Das Schicksal der kleinen Malena aus Marquartstein hat sich in ganz Deutschland herumgesprochen wie ein Lauffeuer. 

Ihr Vater Kenny C. trennte sich 2018 von Mutter Tanja G., ein Sorgerechtstreit entbrannte kurze Zeit später. Von seiner Heimat Hongkong aus klagte er bei einem deutschen Gericht ein, dass seine fünfjährige Tochter zu ihm nach China rückgeführt werden müsse. Er bekam vor dem Oberlandesgericht München Recht. Ein Schock für Mutter Tanja.

Seit dem 11. November ist Malena nun mit ihrer Mutter bei Kenny C. in Hongkong. Eine Petition sowie eine Spendenaktion in Bayern sollen die Mutter finanziell und rechtlich dabei unterstützen, die Last zu tragen. 

Vater betont Fokus auf Kindeswohl

Doch was sagt Kenny C. zu den Ereignissen? chiemgau24.de hat den 29-Jährigen ausfindig gemacht und um Stellungnahme gebeten. 

Wie er der Redaktion mitteilte, ist dem Piloten der Medienrummel um seine Tochter bewusst. Sein Augenmerk läge zu allererst auf dem Wohlbefinden seiner Tochter. Malena kam 2014 in Wasserburg zur Welt. Kenny C. berichtet, dass sie nach Hongkong zog, als sie zwei Monate alt war. Seit drei Jahren werde die heute Fünfjährige dort unterrichtet. Sie habe 72 Prozent ihres Lebens in China verbracht, bis es 2018 zu der "wrongful retention" (zu Deutsch: "unrechtmäßige Einbehaltung") des Kindes kam.

Bereits im Laufe des ersten Verfahrens - bei dem es nach neuen Informationen von chiemgau24.de kein Urteil gab - hatte Kenny C. behauptet, Tanja G. habe die gemeinsame Tochter entführt. Bei dem zweiten Verfahren am Oberlandesgericht München handelte es sich entsprechend nicht um ein Sorgerechtsverfahren, sondern um ein HKÜ-Verfahren. Dieses ist ein Verfahren zum "Haager Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung", das immer dann greift, wenn ein Elternteil ohne entsprechende Sorgerechtsregelung eigenmächtig das gemeinsam bewohnte Land verlässt und das Kind dabei mitnimmt.

Gemeinsames Leben in Hongkong möglich?

Weil ein Kind die Fürsorge beider Eltern brauche, habe Kenny C. das Sorgerecht beantragt. Er wolle seiner Tochter die Liebe und Fürsorge geben, die sie verdiene. Das heisse aber auf keinen Fall, dass die Bindung von Malena zu ihrer Mutter darunter leiden solle. Der Vater betonte, dass dies unter keinen Umständen der Fall sei, da das Kind darunter leiden würde. 

Um Malenas Mutter Tanja ein Leben in Hongkong zu ermöglichen, zahle er einen nicht unerheblichen Unterhalt an die Mutter, von dem sie unter anderem ein Apartment in der Metropole bezahlen könne. Der Unterhalt beliefe sich auf eine Summe, die dem eineinhalbfachen Durchschnittsgehalt in Hongkong entspreche

Tanja habe über 21 Monate lang mit einem Visum in Hongkong gelebt, bis sie mit Malena nach Deutschland zurückkehrte und es weise für Kenny C. nichts darauf hin, dass sie Probleme bei der Aufenthaltsgenehmigung bekommen werde. 

Abschließend bat der 29-Jährige darum, das Wohl seiner Tochter in der öffentlichen Diskussion in den Vordergrund zu stellen.

jv

Quelle: chiemgau24.de

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