Verletzte und schrottreife Polizeiautos in Franken

Lkw-Amokfahrt: Irre Verfolgungsjagd und Spur der Verwüstung

  • schließen

Coburg - Es waren Szenen wie in einem Actionfilm: Ein Lastwagen lieferte sich am Dienstagabend bei einer regelrechten Amokfahrt durch insgesamt vier Landkreise eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei. Es gab verletzte Polizisten und eine Spur der Verwüstung.

Wie News5 und unser Partnerportal tz.de berichten, soll der Auslöser eine versuchte Polizeikontrolle auf der A73 gewesen sein. Gegen 21.45 Uhr wollten Beamte den Sattelschlepper zwischen dem Bamberger Kreuz und der Anschlussstelle Breitengüßbach (Landkreis Bamberg) kontrollieren. Grund: Der Brummi soll ohne Licht unterwegs gewesen sein, während er auf der linken Spur andere Verkehrsteilnehmer dreist überholt haben soll.

Die Anhaltezeichen der Polizei ignorierte der Fahrer des 26 Tonnen-Lastwagens. Der Lastwagen setzte seine Fahrt erst über die A73 fort, die er schließlich an der Anschlussstelle Untersiemau (Landkreis Coburg) verließ. Anschließend ging es über die B289 und die B279 von Ebern (Landkreis Haßberge) in Richtung Bad Königshofen (Kreis Rhön-Grabfeld) weiter. Zwischen Pfaffendorf und Todtenweisach (Landkreis Haßberge) bog der "Amokfahrer" wieder auf die B303 in Richtung Coburg ab. 

Inzwischen sollen bereits unzählige Streifenwagen den Laster verfolgt haben. Darauf nahm der Fahrer jedoch keinerlei Rücksicht. Er rammte bei Hafenpreppach erst einen entgegenkommenden Ford seitlich. Dann krachte er - natürlich weiterhin ohne Licht - bei Tambach in eine Leitplanke. Er soll laut News5 diese niedergewalzt haben und beinahe in einem Teich gelandet sein. Dabei gingen mehrere Fahrzeugteile zu Bruch, die auf der Straße zurückblieben.

Mehrere Polizisten bei Verfolgungsjagd verletzt 

Beim Abbiegen in Richtung B4 in Creidlitz (Landkreis Coburg) landete der Lkw in einer Sackgasse bzw. an einer Wendeschleife. Aber so einfach aufgeben wollte der Fahrer nach den ganzen "Mühen" doch nicht. Er schaffte es letztlich, sein Gefährt zu wenden. Allerdings fuhr er dabei mehrere geparkte Autos und zwei Polizeiwagen einfach über den Haufen und zu Schrott. Dabei wurden nach Informationen von News5 auch mehrere Polizisten verletzt.

Erst bei Untersiemau fand der Wahnsinn nach rund 90 Minuten letztlich ein Ende. An der Überleitung zur B289 gelang es der Polizei schließlich, den Lastwagen, der auf der Bundesstraße als Geisterfahrer unterwegs war, zu stoppen. Mehrere Beamte sollen den Fahrer überwältigt und aus dem Fahrerhaus geholt haben. Angeblich schlugen die Beamten mit Schlagstöcken die Scheiben des Lastwagens ein. Der Fahrer wurde festgenommen. Neben der normalen Kräfte zur Unfallaufnahme wurden auch sofort Kriminalpolizei und Spurensicherung hinzugezogen. Der verplombte Container, mit dem der Brummi beladen war, wurde nach derzeitigen Informationen nicht vor Ort geöffnet. Laut Informationen der Abendzeitung könnte der Container verschiedene Aggregate geladen haben.

Die Hintergründe der Verfolgungsjagd sind bislang noch unklar. Die Polizei hat eine Pressemitteilung im Laufe des Tages angekündigt.

mw

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser