Zum dritten Mal in Folge Weltmeister!

Computerschach-Checker Günes gewinnt die Schnellschach-WM!

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Archivaufnahme: Computerschach-Checker Erdogan Günes aus Waldkraiburg nach der WM 2016 im niederländischen Leiden.
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Waldkraiburg – 13 Partien in rund 13 Stunden. 12 hat er gewonnen. Ein Unentschieden musste er einstecken. „Das war nur die Vorbereitung auf die WM in Leiden (Niederlande)“, sagt Computerschach-Checker Erdogan Günes dazu.

Am Wochenende holte sich Erdogan Günes mit den Programmierern Mark Lefler und Larry Kaufman vom Team Komodo zum dritten Mal in Folge den Titel World Computer Rapid Chess Champion. Anstrengende zwei Tage waren das wieder für den Familienvater, aber Frau und Kinder wissen bescheid: „Wenn der Papa Schach spielt, will er nicht gestört werden.“

Kein reiner Kampf der Maschinen – Auf den Turnierbuchautor kommt es an

Insgesamt waren 14 Teilnehmer aus aller Welt am Start. 13 Partien galt es für jedes Team zu spielen. Computer Rapid Chess ist, wie der Name schon sagt, Schnellschach. „Zwei Computerschach-Programme spielen gegeneinander“, ist aber als Beschreibung so nicht ganz korrekt.

Zur Hardware kommt nämlich noch 

  • die Software und 
  • der Turnierbuchautor, der Weichensteller sozusagen. 

Im Team Komodo ist das Erdogan Günes. Er gibt die Eröffnung vor sowie die nächsten Spielzüge. Das kann man sich wie eine Art Tabelle vorstellen: Bauer von da nach da und so weiter. Ab dann rechnet ein Computer mit einer Software weiter. Bei Erdogan Günes ist es die von Komodo und der Computer war in diesem Fall ein, auf Linux basierender, Server mit einer Intel 24 core Maschine. Die kann Erdogan auch in gewissen Parametern steuern. Das ist alles abhängig vom Gegner.

Den Gegner lesen und ihn überraschen: Darum geht’s

Die Hohe Kunst im Computer Rapid Chess – wie überhaupt im Computerschach - besteht darin, den Gegner lesen und ihn überraschen zu können, insbesondere dann, wenn man eröffnet, also weiß spielt. 25 Minuten plus vier Sekunden Aufschlag pro Zug haben beide Kontrahenten pro Partie zur Verfügung. Da kann es dann schon mal sein, dass die Teams der Schachsoftware noch mal genauer schauen müssen, wie lange der Computer an der einen und anderen Stellung rechnet. 

  • Zieht er zu schnell nach der Eröffnungsphase, hat er vielleicht einen strategischen Fehler gemacht. 
  • Dauert es zu lange bis er zieht, vielleicht auch, denn diese Partien gehen alle schließlich auf Zeit.

Computerschach erlaubt keine Fehler

Erdogan Günes hat es schließlich geschafft. Er ist zum dritten Mal Weltmeister im Computer Rapid Chess. Eine Sache nervt ihn allerdings: Es geht um das Unentschieden. Hier habe er einen schwerwiegenden Fehler gemacht: Weil er seine Vorbereitungen zu den weiteren Meisterschaften in Leiden – dort wurde er letztes Jahr Doppelweltmeister – nicht verraten wollte, hat er bei der Schnellschach WM auf eine veraltete Eröffnung zurückgegriffen. Das Problem daran: Der gegnerische Computer hat den Fehler erkannt, das virtuelle Schachbrett war schnell leer – soll heißen: nahezu alle Figuren waren abgeräumt - und damit konnte es nur ein Remis geben.

Jetzt bereite er sich auf die WM in Leiden (Niederlande) vor, so Günes. Jedes Turnier habe seinen besonderen Reiz und liefere wertvolle Informationen darüber - einfach gesagt - wie der Gegner "tickt", also wie seine Eröffnungen aussehen. In Leiden geht es um den Weltmeistertitel in drei weiteren Klassen:

  • Die offenen Klasse (Hier spielt jeder gegen jeden, unabhängig von der Maschine)
  • die Software-Klasse (Hier spielt jeder gegen jeden aber mit gleichen technischen Voraussetzungen)
  • und die Blitzschach-Klasse (Der Name spricht wohl für sich)

Hatte Günes letztes Jahr ein Double geholt, will er 2017 alle drei Klassen gewinnen zusammen mit dem Team Komodo.

Quelle: innsalzach24.de

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