News-Ticker zur Corona-Pandemie

Schule nach den Sommerferien ohne Abstandsregel - womöglich

Coronavirus - Wiederaufnahme des Schulbetriebs NRW
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Landkreis/München - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Inzwischen wurden die Maßnahmen vielerorts bereits deutlich gelockert - auch in Bayern. Die Entwicklungen am Donnerstag, 18. Juni, im News-Ticker:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Infizierte Personen: Landkreis Rosenheim 2796, Landkreis Traunstein 1326, Landkreis Berchtesgadener Land 306, Landkreis Mühldorf 500, Landkreis Altötting 601
  • Todesfälle: Rosenheim 215, Traunstein 87, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 58
  • Mindestens 8856 Todesopfer in Deutschland (2556 in Bayern) 
  • Ausgangsbeschränkung (bis einschl. 5. Mai) wurde zu Kontaktbeschränkung (ab 6. Mai)
  • Der "Bayern-Plan" gegen Corona: Alle Lockerungen im Überblick
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV ab 27. April
  • Neue Corona-Warn-App vorgestellt: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Hinweis der Redaktion: Aktuell stehen leider keine Grafiken zu den aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen der Region zur Verfügung. Der Grund hierfür ist, dass die zuständigen Gesundheitsämter nun teilweise von einer täglichen auf eine wochenweise Übermittlung der Fallzahlen umgestiegen sind. Die Redaktion wird die Grafik(en) demnächst auf eine wochenweise Darstellung umstellen und dann voraussichtlich immer freitags gesammelt für alle Landkreise veröffentlichen. Die Zahlen unter der Rubrik "Das Wichtigste in Kürze" werden weiterhin - sofern möglich - täglich aktualisiert.

Update, 20 Uhr - Schule nach den Sommerferien ohne Abstandsregel - womöglich

Alle Schüler sollen nach den Sommerferien wieder wie gewohnt in die Schule gehen - auf die Abstandsregel soll dabei, wenn möglich, verzichtet werden. Darauf haben sich die Kultusminister der Länder in einer Schaltkonferenz am Donnerstag verständigt. Zur Gewährleistung des Rechts auf Bildung streben die Länder einen "regulären Schulbetrieb nach geltender Stundentafel" im Klassenverband oder in einer festen Lerngruppe an, heißt es in einem gemeinsamen Beschluss. "Die Länder stimmen dabei überein, dass hierfür die Abstandsregelung von 1,5 Metern entfallen muss, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt", heißt es weiter.

Definitiv ist damit der Wegfall der Abstandsregel also nicht. Alles hängt von der weiteren Entwicklung in der Corona-Pandemie ab.

SCHULSCHLIESSUNGEN NUR ALS "ULTIMA RATIO"

Die aktuellen Ereignisse zeigen, wie schnell der Hebel wieder umgelegt werden kann: Wegen der vielen Infektionen beim Fleischfabrikanten Tönnies in Gütersloh sind im ganzen Landkreis erneut Schulen und Kitas geschlossen worden. Die Kultusminister plädierten am Donnerstag dafür, dass solche harten Schritte künftig nur das letzte Mittel sein sollten: "Uns ist wirklich wichtig, dass das Recht auf Bildung, das was Schule ausmacht als sozialen Ort, als Ort des sozialen Lernens, dass das sehr hochgehalten wird und dass Schulschließungen unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens auch eher eine Ultima Ratio sein sollten in Zukunft", sagte die amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) nach den Beratungen.

WIE ES WEITERGEHT

Als nächsten Schritt wollen sich die Bildungsminister darum kümmern, dass die Hygienemaßnahmen "für alle an Schule Beteiligten" vor Ort angepasst werden, sagte Hubig. "Wir werden uns als Kultusministerkonferenz rechtzeitig auf einen gemeinsamen Rahmen für aktualisierte Schutz- und Hygienemaßnahmen verständigen". Dem Arbeitsschutz für das Personal an den Schulen solle dabei in vollem Umfang Rechnung getragen werden.

KRITIK VON LEHRERVERBÄNDEN UND BILDUNGSGEWERKSCHAFTEN

Lehrerverbände und Bildungsgewerkschaften warnen vor einem "Spiel mit dem Feuer", wenn die Abstandsregel fällt und pochen auf Schutzkonzepte für die Lehrer. Es sei eine Farce, wenn in jedem Supermarkt Plexiglasscheiben Kunden und Personal trennten - aber an Schulen kein Abstand eingehalten und die Lehrer nicht geschützt würden, hatte der Chef des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann, schon Anfang des Monats gesagt.

"Auf das Abstandsgebot in den Schulen zu verzichten, ist der falsche Weg", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Abstand und Hygienemaßnahmen seien das A und O, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern vor Infektionen zu schützen.

Dazu kommt, dass schätzungsweise 10 bis 20 Prozent des Lehrpersonals als "Risikogruppe" den Schulen fernbleiben könnten. Beckmann sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur, es hätte von den Kultusministern das klare Zeichen gebraucht, "dass in Pandemie-Zeiten nicht flächendeckend ein vollumfängliches Bildungs- und Betreuungsangebot zu gewährleisten ist". Er befürchtet Unmut gegen Schulleitungen und Lehrer, wenn dann möglicherweise der "reguläre Schulbetrieb" doch nicht durchgehalten werden kann.

Update, 18.48 Uhr - Drei neue Corona-Virus Fälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern insgesamt 3 neue bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gegeben hat. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle steigt somit auf 309 (Meldestand: 18. Juni, 15.30 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt daher auf 2,8.

Von den insgesamt 309 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind nach wie vor 282 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Es befinden sich somit insgesamt 3 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung Verstorbenen bleibt unverändert bei 24.

Update, 17.32 Uhr - Kreis Gütersloh bittet Bundeswehr um Hilfe bei Corona-Tests

Der Kreis Gütersloh hat bei der Bundeswehr um Hilfe bei einem Reihentest auf Corona-Infektionen beim Schlachtbetrieb Tönnies am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück angefragt. Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) habe um Amtshilfe gebeten, wie eine Sprecherin am Donnerstag sagte. Bislang hatten das Rote Kreuz und die Malteser bei den Tests geholfen. Diese Organisationen würden aber an ihre Grenzen stoßen. Die Bundeswehr soll ab Freitag Soldaten mit medizinischen Vorkenntnissen und andere für die Dokumentation schicken. Insgesamt sollen laut einer Mitteilung der Bundeswehr 25 Soldaten einer Panzerbrigade aus Augustdorf helfen.

Nach Angaben eines Konzern-Sprechers sollen pro Tag 1500 bis 2000 Mitarbeiter auf das Corona-Virus getestet werden. Nach dem Start der behördlich angeordneten Reihe sind noch rund 5300 Tests offen. Von bislang 1050 untersuchten Mitarbeitern waren mehr als 650 Neuinfizierte (Stand Mittwochabend) entdeckt worden. Nach Konzernangaben soll dieser Durchlauf Anfang der nächsten Woche abgeschlossen sein. Der Kreis geht aber von einem längeren Zeitraum aus.

Update, 16.45 Uhr - Bad Reichenhall: Thermen- und Saunalandschaft wird wiedereröffnet

Wie das Bayerische Staatsbad Bad Reichenhall in einer Pressemitteilung verlautbart, wird die Thermen- und Saunalandschaft nach der Corona-Bedingten Pause wiedereröffnet. 

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Nachdem das AlpGym Fitnesscenter der RupertusTherme bereits seit 8. Juni 2020 geöffnet ist, wird die RupertusTherme ab Montag, 06. Juli 2020 ihren Thermen- und Saunabetrieb teilweise wieder aufnehmen. Der Thermenlandschaft Innenbereich sowie der Saunalandschaft Innen- und Außenbereich werden geöffnet.

Aufgrund der beginnenden Baumaßnahmen zur Erweiterung der Thermenlandschaft bleibt das AlpenSole - Außenbecken jedoch zunächst bis 12. Juli geschlossen. Nach den Abriss- und Sicherungsmaßnahmen wird das Alpensole Außenbecken zum Teil wieder nutzbar sein. Die behördlichen Hygieneauflagen werden zielgerichtet umgesetzt, um eine gefahrlose Nutzung der Thermen- und Saunalandschaft zu gewährleisten. 

Dabei kann es zu Einschränkungen in der Nutzung von Anlagenbereichen kommen. Der bereits vor der Corona Pandemie bestehende hohe Reinigungs- und Desinfektionsstandard der RupertusTherme wird nochmals um zusätzliche Hygienemaßnahmen ergänzt.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsbad Bad Reichenhall

Update, 16.27 Uhr - Erstmals seit sechs Tagen wieder Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 68 aktive COVID-19-Fälle vor, wie das Landratsamt Traunstein via Presseaussendung mitteilt.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 0,56. Am Donnerstag, den 18.06., sind beim Staatlichen Gesundheitsamt erstmals seit dem 12. Juni wieder zwei Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit insgesamt 1328 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1173 Personen (13 mehr als gestern).

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit insgesamt vier COVID-19-Patienten behandelt, davon befinden sich zwei Patienten in intensivmedizinischer Betreuung im Klinikum Traunstein.

Update, 15.47 Uhr - WHO hat Hoffnung auf Corona-Impfstoffe noch in diesem Jahr

Bis Ende des Jahres könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen. Vorhersagen seien immer schwierig, aber wenn alles glatt laufe mit den derzeitigen Studien, könnten dann auch schon einige Hundert Millionen Impfdosen hergestellt sein, sagte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, am Donnerstag in Genf. 

An rund 200 möglichen Impfstoffen werde zur Zeit geforscht, ein knappes Dutzend werde schon am Menschen getestet. "Selbst, wenn der erste oder zweite schließlich doch nicht hält, was er verspricht, sollten wir die Hoffnung nicht aufgeben", sagte Swaminathan. Eine Herausforderung seien die Herstellungskapazitäten, so Swaminathan weiter. Mehrere Firmen hätten aber schon kräftig investiert. Bis Ende nächsten Jahres könnten zwei Milliarden Impfdosen vorliegen, zeigte sich die Wissenschaftlerin überzeugt. 

Die WHO arbeite mit allen Ländern der Welt an einer Vereinbarung über Prioritäten bei der Verteilung. Dass sich ein Land einen Impfstoff für sich sichere, solle vermieden werden, sagte sie. Auf einer Prioritätenliste könnten zum Beispiel das Personal in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Polizisten, Verkäufer, ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen stehen. 

Obwohl Impfstoffe nun im Rekordtempo entwickelt würden, dürfe es keine Kompromisse bei der Sicherheit gehen, sagte Swaminathan. Sie schloss nicht aus, dass bei Massenimpfungen sehr seltene Nebenwirkungen auftreten. Man müsse Risiko und Nutzen stets gut abwägen. "Es gibt nichts in der Welt, das null Risiko hat", sagte sie.

Update, 15 Uhr - Außenhandel Bayerns bricht im April 2020 ein

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik nach den vorläufigen Ergebnissen der Außenhandelsstatistik mitteilt, sanken die Ausfuhren der bayerischen Wirtschaft im April 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 41 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro, die Einfuhren verringerten sich um 32 Prozent auf 11,0 Milliarden Euro. – In den ersten vier Monaten 2020 gingen die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 54,9 Milliarden Euro zurück, die Einfuhren nahmen um zehn Prozent auf 57,4 Milliarden Euro ab. 

Nach den vorläufigen Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik verringerten sich die Exporte der bayerischen Wirtschaft im April 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 40,7 Prozent auf gut 9,6 Milliarden Euro. Die Importe gingen zeitgleich um 32,1 Prozent auf gut 11,0 Milliarden Euro zurück. 48,3 Prozent der Exporte wurden in die Mitgliedstaaten der Europäischen Union versandt (EU-27; Importe: 54,2 Prozent), darunter entfielen 33,3 Prozent aller Exporte auf den Handel mit den Euro-Ländern (Importe: 33,7 Prozent).

Update, 12.39 Uhr - Göttingen: Hochhaus mit 700 Leuten unter Quarantäne

Angesichts von etwa 100 neuen Coronavirus-Infektionen in einem Göttinger Hochhaus ist der Gebäudekomplex vollständig unter Quarantäne gestellt worden. Von der Entscheidung sind knapp 700 Bewohner betroffen, wie die niedersächsische Stadt am Donnerstag mitteilte. Mit der Maßnahme sollen die Übertragungswege des Virus unterbrochen werden, weil die Behörden davon ausgehen, dass es eine hohe Zahl an Kontaktpersonen ersten Grades in dem Wohnkomplex gibt.

Ob der neue Fall die Rücknahme weiterer Lockerungen in Göttingen nach sich zieht, wurde zunächst nicht bekannt. Die Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner stieg für Stadt und Landkreis Göttingen auf 44,86.

PCP Göttingen startet Massentests: Stadt will 600 Menschen testen - zur Not mit Polizei

Zunächst waren in dem Wohnkomplex zwei Coronavirus-Infektionen bekannt geworden, daraufhin hatte die Stadt am Montag und Dienstag ein mobiles Testzentrum mit Bussen für die Bewohner eingesetzt. Insgesamt wurden knapp 700 Menschen getestet, zum Teil auch von außerhalb des Komplexes. Weitere etwa 60 Testergebnisse liegen noch nicht vor.

Zuvor war es in einem 18-geschossigen Hochhauskomplex am nördlichen Rand der Göttinger Innenstadt, dem Iduna-Komplex, zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Nach Darstellung der Stadtverwaltung hatten dort Mitglieder mehrerer Familien im Mai bei privaten Feiern die Hygiene- und Abstandsregeln verletzt.

Update, 11.40 Uhr - Corona-Massentests an bayerischen Schlachthöfen: 110 Infizierte

Bei Corona-Reihenuntersuchungen an allen großen Schlachthöfen in Bayern sind 110 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Aufgrund der Testergebnisse bestand keine fachliche Notwendigkeit für einen erneuten "Lockdown" für die Allgemeinbevölkerung in einer der betroffenen Regionen", erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München auf dpa-Anfrage. Insgesamt seien 6407 Personen auf eine Infektion hin untersucht worden, die bei den 51 bayerischen Schlachthöfen arbeiten.

Nachdem bei einer Firma im niederbayerischen Bogen mehrere Mitarbeiter mit Sars-CoV-2 infiziert waren, hatten die Behörden an diesem Betrieb - aber auch den 50 weiteren Schlachthöfen im Freistaat - Massentests angeordnet. Diese sind nun abgeschlossen. Für alle Infizierten wurde den Angaben zufolge unmittelbar nach dem Bekanntwerden ihres positiven Testergebnisses Quarantäne angeordnet.

Bei dem Betrieb in Bogen wurden laut Ministerium 100 von rund 1000 Mitarbeitern positiv getestet. Bundesweit hatte es bei mehreren Firmen zahlreiche infizierte Mitarbeiter gegeben. Erst am Mittwoch hatte der Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien geschlossen, nachdem es in einer Fleischfabrik mehr als 650 Neuinfizierte allein seit Anfang der Woche gab.

Update, 10.43 Uhr - Hunderte Verfahren wegen Corona-Betrugs in Bayern

Einer beantragt die Corona-Soforthilfe gleich dutzendfach in mehreren Bundesländern - für Firmen, die es nicht gibt, oder mit denen er nichts zu tun hat. Einer finanziert mit der Soforthilfe einen fabrikneuen Lamborghini: Die Staatsanwaltschaften in Bayern haben in Hunderten Fällen Ermittlungen wegen Corona-Betrugs eingeleitet. Mindestens 771 Verfahren zählt Justizminister Georg Eisenreich (CSU) am Mittwoch in München. Kriminelle hätten sich "flexibel und wahnsinnig schnell" auf die Pandemie eingestellt.

Einen Schwerpunkt der Ermittlungen bildet seinen Angaben zufolge der Betrug bei Anträgen auf Corona-Soforthilfen. Bei den Staatsanwaltschaften im Freistaat laufen mindestens 163 Ermittlungs- und Vorermittlungsverfahren dazu. "Bei Anträgen von weiteren 2,2 Millionen Euro besteht zudem der Verdacht auf falsche Angaben." In diesen Fällen sei das Geld aber nicht ausgezahlt worden.

Einen besonders dreisten Fall schilderte Hildegard Bäumler-Hösl von der Staatsanwaltschaft München I. Die Behörde ermittelt gegen einen Mann aus Nordrhein-Westfalen, der allein in München 23 Anträge auf Corona-Soforthilfe beantragt hat. Insgesamt forderte er so - auch mit Hilfe von Fake-Identitäten - rund eine Million Euro. Die Stadt aber wurde stutzig, zahlte nicht und informierte die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt (LKA).

Update, 10.03 Uhr - 56 Prozent der Bayern befürchten zweite Infektionswelle

Mehr als die Hälfte der Menschen in Bayern befürchtet, dass es in den kommenden Wochen und Monaten zu einer zweiten Corona-Infektionswelle kommen könnte. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag) geben 56 Prozent der Menschen im Freistaat an, dass sie Angst vor einer zweiten Welle des Coronavirus haben. 

Mit 31 Prozent erklärt nur knapp jeder Dritte, sich nicht vor einer zweiten Infektionswelle zu fürchten. Der Rest der 1765 Befragten ist in dieser Frage unentschieden.

Update, 9.01 Uhr - RKI: rund 4800 aktive Corona-Fälle in Deutschland

Den Zahlen des Robert-Koch-Instituts zufolge gibt es in Deutschland noch rund 4800 aktive Corona-Fälle. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter 580 Neuinfektionen. Damit haben sich seit Beginn der Krise 187.764 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8856 mit dem Virus infizierte Menschen starben demnach – das bedeutet ein Plus von 26 im Vergleich zum Vortag. Etwa 174.100 Menschen haben die Infektion nach Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Bundesland

Anzahl

Differenz zum Vortag

Fälle in den letzten 7 Tagen

7-Tage-Inzidenz

Todesfälle

Baden-Württem­berg

35.218

41

132

1,2

1.816

Bayern

47.747

37

201

1,5

2.556

Berlin

7.475

73

292

7,8

210

Branden­burg

3.365

3

40

1,6

163

Bremen

1.619

12

54

7,9

49

Hamburg

5.154

5

22

1,2

259

Hessen

10.440

54

137

2,2

498

Mecklenburg-Vor­pommern

787

1

9

0,6

20

Nieder­sachsen

13.063

95

293

3,7

618

Nord­rhein-West­falen

39.777

204

752

4,2

1.658

Rhein­land-Pfalz

6.874

18

44

1,1

234

Saarland

2.773

0

7

0,7

168

Sachsen

5.359

9

17

0,4

221

Sachsen-Anhalt

1.802

27

71

3,2

57

Schles­wig-Holstein

3.122

0

7

0,2

152

Thüringen

3.189

1

59

2,8

177

Gesamt

187.764

580

2.137

2,6

8.856

Update, 8.17 Uhr - Corona-App legt Gesundheitsämter lahm

Schon innerhalb der ersten 24 Stunden haben mehr als 6,4 Millionen Menschen die Corona-Warn-App heruntergeladen. Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) feierte: „Das sind weit über sechs Millionen Gründe, warum das Corona-Virus künftig weniger Chancen hat.“

Doch die Gesundheitsämter stöhnen: Eine Flut von Anfragen überrollt sie: „Es sprengt alle Dimensionen, die wir je hatten“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert. „Die Leute kommen mit der App nicht klar und sie kommen auch nicht klar mit der Telefonnummer, die da angegeben ist.“

Viele Menschen, vor allem Ältere, hätten Schwierigkeiten mit der App. Und weil die Hotline-Nummer der App kompliziert sei, würden sie dann eben bei der Corona-Hotline und bei den Gesundheitsämtern anrufen.

Wenn die App zu Mehrbelastung der Gesundheitsämter führe, müsse mehr Personal her:„Ansonsten habe ich das Problem, dass ich mit einer technischen Lösung neue Arbeit schaffe, die nicht bewältigt werden kann“, warnte Teichert.

Was unsere User über die neue Corona-Warn-App denken lest Ihr hier.

Update, 7.01 Uhr - 13 neue Infektionen am Mittwoch in München

Am Mittwoch (17. Juni) wurden in München 13 neue Corona-Fälle bestätigt (Stand: 13.30 Uhr). Damit sind in der Landeshauptstadt bislang 6.606 Infektionen bestätigt. In dieser Zahl enthalten sind 6.099 Personen, die bereits genesen sind, sowie 212 Todesfälle. 295 Menschen in München sind aktuell noch an Covid-19 erkrankt.

Die Reproduktionszahl R für München liegt derzeit bei 0,72 (Stand: 15. Juni). Das bedeutet, dass statistisch gesehen 100 Infizierte 72 Menschen neu anstecken. Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt 2,72. Sie entspricht der Anzahl der in den letzten sieben Tagen neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird täglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bayernweit ermittelt.

Ausbruch mit über 650 Infizierten: Tönnies dicht, Schulen zu, 7000 in Quarantäne

Wegen des Corona-Ausbruchs ist der Schlachtbetrieb bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gestoppt. Der Kreis machte auch alle Schulen und Kitas bis zu den Sommerferien dicht. 7000 Tönnies-Mitarbeiter sollen in Quarantäne. Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, er habe die Schließung verfügt.

Adenauer sagte, die kreisweite Schließung von Schulen und Kitas sei ein "probates Mittel", um die Ausweitung des Virus zu stoppen. Er wisse, dass Eltern "jetzt sauer sind", da die Schule teilweise gerade erst wieder angefangen habe. Es sei ein milderes Mittel als ein kompletter Shutdown des Kreises.

Zur Ursache des Corona-Ausbruchs sagten Vertreter des Unternehmens, dass Mitarbeiter im Heimaturlaub das Coronavirus eingeschleppt haben könnten. Viele der häufig aus Rumänien und Bulgarien stammenden Beschäftigten hätten die langen Wochenenden für einen Heimaturlaub genutzt, erklärte Gereon Schulze Althoff, Leiter des Pandemiestabs bei der Firma Tönnies.

"Wenn ein oder zwei oder auch fünf eine Infektion mitbringen und die dann zum falschen Moment am falschen Platz sind und diese Infektion verbreiten, kann das dazu führen, dass man damit einen Herd ausgebildet hat", sagte Schulze Althoff weiter. Allerdings sei es noch zu früh für eine abschließende Bewertung. Die Reiserückkehrer seien allenfalls einer von mehreren Faktoren. Außerdem zeige sich, dass gerade die gekühlten Räume die Verbreitung begünstigen könnten.

Laut Landrat Adenauer wurden 1050 Tests gemacht, von denen bis zum Mittwochabend ein Großteil ausgewertet war. Laut Kreissprecher waren bisher 657 Befunde positiv, 326 fielen negativ aus. Die übrigen Ergebnisse lagen noch nicht vor. Der Test besage nicht, dass die knapp Betroffenen aktuell noch erkrankt und ansteckend seien, so die Verantwortlichen. Er schlage auch später noch an.

"Wir können uns nur entschuldigen", sagte Tönnies-Sprecher Andre Vielstädte. Man habe "intensiv" daran gearbeitet, das Virus "aus dem Betrieb zu halten". Dem Unternehmen zufolge ist noch nicht ganz klar, ob es einen oder mehrere Infektionsherde gebe.

Während ein Vertreter der Firma Tönnies am Mittwoch vom "sukzessiven" Herunterfahren des Betriebs sprach und er nicht ausschließen wollte, dass einzelne Bereiche vielleicht weiter arbeiten, ging Landrat Adenauer weiter. Es werde zu einem "Shutdown" bei Tönnies kommen, sagte er.

mh/dpa

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