Jahresrückblick Teil drei (Juli - September)

Das turbulente Corona-Jahr 2020: Kleine Atempause vor der zweiten Welle

Corona-Jahresrückblick 2020 Söder Merkel
+
Corona-Jahresrückblick 2020.

München/Oberbayern - Das Coronavirus und seine Folgen hatten Deutschland, Bayern und die Region seit Jahresbeginn fest im Griff. Die weltweite Pandemie war das Thema, das in diesem turbulenten Jahr 2020 alles überstrahlte. Eine Chronologie der Ereignisse (Teil drei - von Juli bis September):

Corona-Jahresrückblick - Die einzelnen Teile:

JULI:

2. Juli: Im Bayerischen Landtag müssen ab sofort alle Abgeordneten einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Zwangsgeld. Die AfD-Fraktion kündigt kurz darauf eine Klage gegen die Maskenpflicht an - und scheitert beim Verwaltungsgericht.

3. Juli: Die EU-Kommission erlaubt unter Auflagen den Einsatz des Arzneimittels Remdesivir gegen Covid-19. Zuvor war der Einsatz des ursprünglich gegen Ebola entwickelten Medikaments bereits in den USA genehmigt worden.

15. Juli: Illegale Partys - ohne Abstand und ohne Maske - am weltberühmten „Ballermann“ auf Mallorca sorgen europaweit für Schlagzeilen. Die Regierung der Balearen greift daraufhin durch und schließt mehrere Party-Hotspots bis auf weiteres.

26. Juli: Großer Corona-Ausbruch in Niederbayern: Auf einem Bauernhof in Mamming (Landkreis Dingolfing-Landau) infizieren sich zahlreiche Erntehelfer. Zunächst werden 174 Fälle bestätigt, später kommen weitere hinzu. Ministerpräsident Söder (CSU) kündigt im Nachgang höhere Bußgelder und schärfere Betriebskontrollen an.

27. Juli: Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet die Coronavirus-Pandemie als den schwersten globalen Gesundheitsnotstand in ihrer Geschichte. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) kündigt derweil Pflichttests für Reiserückkehrer an.

28. Juli: Die Fallzahlen in Deutschland steigen wieder an. Parallel dazu arbeiten Forscher auf der ganzen Welt unter großem Einsatz an einem Impfstoff. Fünf Mittel werden laut WHO in größeren Studien getestet. Darunter ist auch der Impfstoff der deutschen Firma Biontech.

AUGUST:

1. August: Erstmals seit Mai werden in Deutschland wieder mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. In Berlin demonstrieren etwa 20.000 Menschen gegen die Corona-Politik der Bundesregierung. Die Teilnehmer missachten dabei alle Hygieneauflagen.

8. August: Für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten zurückkehren, greift ab sofort eine Testpflicht. Teststationen werden unter anderem an Flughäfen, Bahnhöfen und grenznahen Autobahn-Raststätten eingerichtet. Die Startphase verläuft in der Folge teilweise sehr holprig.

Corona-Teststation bei Bergen an der A8

Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen
Aufbau der Corona-Teststation bei Bergen © hob

12. August: Auch die bayerische Staatsregierung kündigt Corona-Tests für Reiserückkehrer an - doch dann wird eine große Panne bekannt. Demnach wurden rund 44.000 Urlauber, die sich in den neu eingerichteten Zentren testen ließen, nicht oder erst viel später über das Ergebnis informiert. Darunter waren nachweislich auch mindestens 900 positiv Getestete.

13. August: Wegen der Corona-Test-Panne bietet Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) dem Ministerpräsidenten zweimal ihren Rücktritt an. Dieser lehnt ab.

23. August: An den Grenzen von Slowenien nach Österreich bilden sich vor Corona-Kontrollstellen riesige Staus. Manche Autoreisende stehen dort mehr als zwölf Stunden.

27. August: Bund und Länder einigen sich auf ein Mindestbußgeld von 50 Euro für Verstöße gegen die Maskenpflicht.

SEPTEMBER:

4. September: Erneut gibt es eine große Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen - dieses Mal sind rund 10.000 Menschen betroffen, die sich an bayerischen Flughäfen testen ließen.

6. September: In Traunstein gibt es erneut eine Anti-Corona-Kundgebung - es ist bereits die fünfte in diesem Sommer. Die Teilnehmer protestieren gegen die Restriktionen, die von der Politik auferlegt wurden.

7. September: Die Schule beginnt nach den Sommerferien wieder - an weiterführenden Schulen gibt es nun eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrer.

9. September: Bei größeren Versammlungen unter freiem Himmel gilt nun ebenfalls eine Maskenpflicht.

16. September: In Deutschland werden erstmals seit Mitte April wieder mehr als 2000 Neuansteckungen binnen eines Tages registriert. Die stark gestiegene Zahl an Corona-Tests in Deutschland führt in den Laboren zu einem Bearbeitungsrückstau. Österreich schränkt wegen steigender Infektionszahlen die sozialen Kontakte wieder ein.

18. September: München überschreitet als erste deutsche Millionenstadt die kritische Marke von 50 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz).

19. September: Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen auch Bars und Kneipen wieder öffnen - unter Auflagen. „O‘zapft“ wird bei der sogenannten „Wirtshaus Wiesn“ in München, einem Oktoberfest-Ersatz in vielen Münchner Wirtshäusern.

22. September: In Bayern werden neue Einschränkungen eingeführt. In besonders stark betroffenen Städten/Kreisen gilt eine Maskenpflicht auf stark besuchten öffentlichen Plätzen. Ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit wird ausgeweitet, die Sperrstunde auf 23 Uhr vorgezogen. Die erlaubte Zahl an Personen bei privaten Treffen wird wieder begrenzt, ebenso Besuche in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen.

24. September: Die Faschingsgilde Rosenheim sagt die komplette Faschingssaison 2020/21 ab. Das Ganze sei wegen der Corona-Pandemie „finanziell und organisatorisch nicht darstellbar“, begründet die Garde ihren Schritt. Rund um diesen Termin sagen auch zahlreiche andere Faschingsvereine Veranstaltungen für die kommende Saison ab.

29. September: Bund und Länder verständigen sich auf weitere Anti-Corona-Maßnahmen. So wird die Zahl der Gäste bei privaten Feiern in öffentlichen oder gemieteten Räumen begrenzt. Restaurantbesucher, die falsche Kontaktdaten hinterlegen, müssen künftig mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro rechnen. Weltweit sind unterdessen mehr als eine Million Menschen an Corona gestorben.

Minister Herrmann zu Besuch bei der Corona-Teststation Hochfelln

 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner
 © Josef Reisner

30. September: Nach dem Ende der Hauptreisezeit im Sommer stellt Bayern die Corona-Teststationen an den Autobahnen in Grenznähe sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg ein. Nur die Teststationen an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen bleiben.

mw/mh

Kommentare