Jahresrückblick Teil vier (Oktober - Dezember)

Das turbulente Corona-Jahr 2020: Zweite Welle bringt Pandemie „außer Kontrolle“

Corona-Jahresrückblick 2020 Söder Merkel
+
Corona-Jahresrückblick 2020.

München/Oberbayern - Das Coronavirus und seine Folgen hatten Deutschland, Bayern und die Region seit Jahresbeginn fest im Griff. Die weltweite Pandemie war das Thema, das in diesem turbulenten Jahr 2020 alles überstrahlte. Eine Chronologie der Ereignisse (Teil vier - von Oktober bis Dezember):

Corona-Jahresrückblick - Die einzelnen Teile:

OKTOBER:

2. Oktober: US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania werden positiv auf Corona getestet. In München gewinnt derweil ein Gastwirt einen Rechtsstreit gegen seine Versicherung. Er hat demnach Anspruch auf Versicherungsleistungen wegen Verlusten durch die Corona-Krise.

8. Oktober: Die Zahl der Infektionen in Deutschland steigt deutlich und erreicht knapp die Marke von 4000 neuen Fällen an einem Tag.

14. Oktober: An einem Putenschlachthof in Ampfing (Landkreis Mühldorf) gibt es mindestens 39 Corona-Fälle. Später erhöht sich die Zahl sogar auf 43. Zahlreiche Mitarbeiter werden in Quarantäne geschickt, der Betrieb wird zwischenzeitlich heruntergefahren.

Zahlreiche Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing

Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing
Corona-Fälle an Putenschlachthof in Ampfing. © fib/DG

15. Oktober: Die Anti-Corona-Maßnahmen werden wieder deutlich verschärft: In vielen Städten gilt Maskenpflicht etwa in Fußgängerzonen. Vielerorts dürfen sich nur noch zwei Hausstände oder je nach Inzidenzwert maximal fünf oder zehn Personen treffen. Strikte Sperrstunden für die Gastronomie werden angekündigt. Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland steigt binnen eines Tages auf über 6000 Fälle.

16. Oktober: Dem umstrittenen Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots in Bayern wird von der Staatsregierung selbst ein Ende gesetzt. Zuvor hatten Gerichte in anderen Bundesländern dieses Verbot dort gekippt. Hoteliers sind erleichtert.

19. Oktober: Der Landkreis Berchtesgadener Land ist wegen zu diesem Zeitpunkt sehr hohen Infektionszahlen in den bundesweiten Fokus gerückt. Angeordnet werden eine strikte Ausgangsbeschränkung - die bayernweit erste seit mehreren Monaten. Schulen, Kitas oder Restaurants und Hotels müssen schließen. Für die Tourismus-Region ist es ein harter Schlag.

21. Oktober: Die Staatsregierung kündigt eine Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Corona-Hotspots an. Es betrifft Menschen aus Risikogebieten, die nun einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. In zahlreichen Landkreisen Deutschlands werden wegen hoher Infektionszahlen zusätzliche örtliche Schutzmaßnahmen eingeführt. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) wird positiv auf Corona getestet.

24. Oktober: Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland hat die 10.000er-Marke überschritten. Seit Ausbruch der Pandemie starben in der Bundesrepublik 10.090 Personen im Zusammenhang mit Covid-19.

26. Oktober: Wegen extrem gestiegener Corona-Zahlen gelten nun auch im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn strikte Ausgangsbeschränkungen. Schulen und Kindergärten werden geschlossen. Landrat Fahmüller (CSU) schiebt den österreichischen Nachbarn die Schuld in die Schuhe. Die Stadt Nürnberg verkündet die Absage des weltberühmten Christkindlesmarkt.

28. Oktober: Der bundesweite „Lockdown light“ wird beschlossen. Ab dem 2. November sollen soziale Kontakte auf zwei Haushalte begrenzt werden, die Gastronomie- und Tourismusbranche müssen im gesamten Monat November schließen, ebenso Kultureinrichtungen. Schulen, Handel und Wirtschaft sollen dagegen offen gehalten werden.

Corona-Maßnahmen - Auswirkungen in Rosenheim deutlich sichtbar

Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa

NOVEMBER:

2. November: Auch in Bayern beginnt der vierwöchige Teil-Lockdown, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. Touristen müssen Hotels in Bayern verlassen. Die stark gestiegene Zahl von Coronavirus-Tests lässt in einigen Regionen die Test-Materialien knapp werden.

5. November: Obwohl die Kontaktbeschränkungen inzwischen nahezu europaweit wieder (massiv) verschärft wurden, steigen die Zahlen weiter rasant an. Tschechien, Österreich, Schweden und Frankreich verzeichnen neue Höchstwerte - genau wie Deutschland. Hierzulande werden mehr als 20.000 Neuinfektionen am Tag verzeichnet.

6. November: Die Bundesregierung stuft beinahe ganz Europa als Risikogebiet ein. Die Krankenhäuser in Deutschland bereiten Notfallpläne vor, denn die Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen hat fast den Höchstwert vom Frühjahr erreicht.

7. November: In Leipzig eskaliert eine Anti-Corona-Demonstration der Initiative „Querdenken“ mit mehreren zehntausend Teilnehmern. Es kommt zur Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, Gegendemonstranten und Polizei.

9. November: Weltweit steigt die Zahl der bestätigten Infektionen auf mehr als 50 Millionen - alleine ein Fünftel davon entfällt auf die Vereinigten Staaten. In den USA wird die Grenze von zehn Millionen Corona-Fällen überschritten.

10. November: Im Landkreis Traunstein schießt die 7-Tage-Inzidenz regelrecht durch die Decke. Diese stieg binnen eines Tages um fast 100 Punkte von 285,4 auf 377,9. Damit ist der Landkreis nun deutschlandweit trauriger Spitzenreiter vor der Stadt Augsburg (318,3) und dem Landkreis Bautzen (316,9).

12. November: Dass Fitnessstudios im Rahmen des Teil-Lockdowns schließen müssen, ist nach Ansicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs unzulässig. Eigentlich dürfen sie wieder öffnen - doch die Staatsregierung reagiert noch am selben Abend und kündigt an: So gut wie alle Indoor-Sportstätten müssen geschlossen bleiben. Einzig Schul- und Profisport bleiben im Inneren erlaubt. Im Landkreis Traunstein übersteigt die 7-Tage-Inzidenz nun sogar die 400er-Marke (401,5).

14. November: In Österreich kündigt die Regierung in Wien einen erneuten vollständigen Lockdown an.

16. November: Ein weiterer Bund-Länder-Gipfel verläuft nahezu ergebnislos. Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder verschieben die Entscheidungen über mögliche weitere Corona-Beschränkungen um eine Woche. Merkel kündigt derweil ein längerfristiges Corona-Konzept an.

17. November: In Rosenheim läuft eine Anti-Corona-Demo der Initiative „Querdenken“ aus dem Ruder. Anstatt einer Kundgebung im Mangfallpark rufen die Veranstalter, unter anderem Corona-Leugner Dr. Bodo Schiffmann, zu einem spontanen „Spaziergang“ durch die Innenstadt auf. Der Protest wird von der Polizei in der Innstraße gestoppt und letztlich aufgelöst.

18. November: Bundestag und Bundesrat beschließen im Eiltempo ein neues Infektionsschutzgesetz. Dagegen demonstrierten in Berlin Tausende Menschen. Auch hier gibt es Ärger: Die Polizei muss die Versammlung nach Verstößen gegen die Auflagen mit Wasserwerfern und Pfefferspray auflösen.

25. November: Bund und Länder beschließen, den zunächst bis Ende November geltenden „Lockdown light“ zu verlängern und (teilweise) zu verschärfen. Auch gibt es erste Empfehlungen für Weihnachten und Silvester. Das InnKlinikum mit Standorten in den Landkreisen Mühldorf und Altötting sendet angesichts der hohen Patientenzahlen einen „Hilferuf“.

30. November: Der US-Pharmakonzern Moderna beantragt als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU. Zehn Tage zuvor hatten die Unternehmen Biontech und Pfizer die Zulassung ihres Impfstoffes bereits in den USA beantragt.

DEZEMBER:

1. Dezember: Als erste Großstadt in Bayern verhängt Nürnberg wieder strikte Ausgangsbeschränkungen - Grund sind die hohen Infektionszahlen. Auch in den Städten Passau und Schwabach sowie in den Landkreisen Passau, Regen und Freyung-Grafenau ist zu diesem Zeitpunkt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sehr hoch, weswegen auch dort lokal begrenzte Ausgangsbeschränkungen gelten.

2. Dezember: Weil die Fallzahlen einfach nicht sinken, wird der Teil-Lockdown vorerst bis mindestens 10. Januar 2021 verlängert.

8. Dezember: Ministerpräsident Söder (CSU) kritisiert in seiner Regierungserklärung den Arzt Dr. Hans-Ulrich Mayr aus Altötting aufs Schärfste, der in seiner Praxis einen Aushang gemacht hatte, worauf zu lesen war, dass es keine Corona-Pandemie gäbe und man deswegen keine Masken zu tragen brauche. „Wer so etwas verbreitet, macht sich mitschuldig an der derzeitigen Corona-Situation“, sagte Söder. Wenig später rechtfertigt sich der Doktor und AfD-Stadtrat in einem Interview mit innsalzach24.de.

Dr. med Hans-Ulrich Mayr ist praktizierender Arzt in Altötting. Wegen eines Aushangs bezüglich der Corona-Pandemie hat ihn nun Ministerpräsident Markus Söder kritisiert und das Landratsamt ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

9. Dezember: Die Staatsregierung um Ministerpräsident Söder verschärft wieder die Maßnahmen im Kampf gegen Corona. So wird unter anderem erneut der Katastrophenfall ausgerufen, in Hotspots werden nächtliche Ausgangssperren verhängt. Auch Alkohol darf unter freiem Himmel nicht mehr getrunken werden - das betrifft vor allem den Glühwein-Verkauf. Zudem wird die eigentlich für Februar 2021 geplante Münchner Sicherheitskonferenz wegen der Corona-Pandemie verschoben.

13. Dezember: Bund und Länder verständigen sich auf einen harten Lockdown vom 16. Dezember bis 10. Januar. Kanzlerin Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) verkünden die scharfen Maßnahmen auf einer Pressekonferenz. Söder warnt dabei eindringlich: „Corona ist außer Kontrolle geraten!

17. Dezember: Die Corona-Zahlen steigen weiter. Experten rechnen deswegen schon jetzt mit einer Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus.

18. Dezember: Bundesgesundheitsminister Spahn stellt den Corona-Impfplan vor. Begonnen wird voraussichtlich ab dem 27. Dezember mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen sowie dem Personal im Gesundheitssystem. In Deutschland werden 33.777 Neu-Infektionen binnen eines Tages gemeldet - absoluter Höchststand seit Pandemiebeginn.

20. Dezember: Eine neue Mutation des Coronavirus in Großbritannien sorgt in anderen EU-Ländern für Aufruhr. Mehrere Staaten verhängen Reisebeschränkungen. Unter anderem werden Flüge von Großbritannien nach Deutschland verboten.

mw/mh

Kommentare