Jahresrückblick Teil zwei (April - Juni)

Das turbulente Corona-Jahr 2020: Erste Welle hält Region in Atem

Corona-Jahresrückblick 2020 Söder Merkel
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Corona-Jahresrückblick 2020.

München/Oberbayern - Das Coronavirus und seine Folgen hatten Deutschland, Bayern und die Region seit Jahresbeginn fest im Griff. Die weltweite Pandemie war das Thema, das in in diesem turbulenten Jahr 2020 alles überstrahlte. Eine Chronologie der Ereignisse (Teil zwei - von April bis Juni):

Corona-Jahresrückblick - Die einzelnen Teile:

APRIL:

1. April: Die bundesweit gültigen Kontaktbeschränkungen werden vorerst bis mindestens 19. April verlängert. In Bad Feilnbach (Landkreis Rosenheim) wird das Alten- und Pflegeheim St. Lukas evakuiert. Es gibt einen Großeinsatz. 41 Bewohner müssen verlegt werden, 31 davon hatten sich nachweislich mit Corona infiziert. Zahlreiche Personen werden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.

Großeinsatz an Seniorenwohnheim in Bad Feilnbach

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2. April: Es gibt Streit: Für Reisen, Konzerte, Fußballspiele oder andere Veranstaltungen, die wegen Corona abgesagt werden, sollen Verbraucher nur noch Gutscheine statt Erstattungen erhalten. Veranstalter sollen so vor der Insolvenz bewahrt werden.

6. April: Großbritanniens Premierminister Boris Johnson muss wegen einer Covid-19-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden. In Deutschland gibt es erstmals mehr als 100.000 Infizierte.

11. April: Die Asylbewerber-Unterkunft in der Karlsbader Straße in Rosenheim wird wegen Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt und eingezäunt. Die Maßnahme kann erst rund einen Monat später beendet werden.

16. April: Wegen der verlängerten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sagen die Veranstalter das große Festival „Rock im Park“ in Nürnberg Anfang Juni ab. Die Staatsregierung lockert unterdessen die Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus minimal: Nun ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt.

20. April: Bau- und Gartenmärkte sowie Gärtnereien öffnen wieder. Weitere vorsichtige Lockerungen treten in Kraft. Gleichzeitig führt Sachsen als erstes Bundesland eine Mundschutzpflicht im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr ein. In Aschau im Chiemgau (Landkreis Rosenheim) werden von den Behörden 15 Todesfälle in einem Pflegeheim bestätigt. Fünf schwererkrankte Bewohner müssen außerdem ins Krankenhaus. Auch unter den Pflegekräften gibt es positive Corona-Fälle.

21. April: Das Oktoberfest wird wegen der Corona-Pandemie für dieses Jahr abgesagt. Die Wiesn hätte vom 9. September bis zum 4. Oktober stattfinden und Millionen Besucher aus aller Welt anlocken sollen. Zuvor war schon das Gäubodenvolksfest in Straubing abgesagt worden. Später folgte etwa das Gillamoos-Volksfest in Abensberg.

24. April: In den Asyl-Unterkünften in Trostberg und Traunreut (Landkreis Traunstein) kommt es zu Großeinsätzen der Polizei und anderer Rettungskräfte. Grund sind positive Corona-Tests bei Bewohnern. Deswegen müssen zahlreiche Asylbewerber in Quarantäne. Teilweise werden Menschen auch in andere Unterkünfte verlegt.

Traunreut: Corona-Einsatz in Asyl-Unterkunft

 © FDL/BeMi
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27. April: Für öffentliche Verkehrsmittel kündigt die bayerische Staatsregierung eine Maskenpflicht an.

28. April: Das Rosenheimer Herbstfest wird 2020 ebenfalls nicht stattfinden. Dies bestätigt der Veranstalter, der Wirtschaftliche Verband, gegenüber rosenheim24.de. Im Vorfeld hatte es diesbezüglich viele Spekulationen gegeben.

30. April: Bund und Länder einigen sich auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Im Zentrum steht die Öffnung von Spielplätzen, Museen, Zoos und kirchlichen Einrichtungen.

MAI:

4. Mai: Unter strengen Auflagen sind öffentliche Gottesdienste wieder erlaubt.

5. Mai: Bayern hebt die wochenlangen Ausgangsbeschränkungen auf - gewisse Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen. So wird erlaubt, eine Person außerhalb des eigenen Hausstands und auch enge Familienangehörige zu treffen oder auch zu besuchen.

11. Mai: Nach wochenlangen Zwangsschließungen dürfen in Bayern alle Geschäfte wieder öffnen. Auch in Schulen geht der Unterricht nach und nach wieder los. Zunächst geht es mit den Jahrgängen weiter, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, sowie mit den Viertklässlern der Grundschulen.

13. Mai: Die Bundesregierung beschließt, die systematischen Kontrollen an den deutschen Außengrenzen schrittweise zu beenden. Am frühen Morgen kommt es zu einem Großeinsatz der Polizei in der Asylbewerberunterkunft in der Äußeren Oberaustraße in Rosenheim. Eine Corona-Reihentestung wird durchgeführt. 21 Tests fallen positiv aus. Insgesamt 58 Bewohner werden in der Folge verlegt. Später am Tag gibt es auch eine große Reihentestung in der Unterkunft in der Kufsteiner Straße in Rosenheim.

16. Mai: Wie bereits Anfang Mai demonstrieren in mehreren deutschen Städten wieder tausende Menschen gegen die Einschränkungen. Teilweise gibt es auch Krawalle und Ausschreitungen. Nach kontroverser Debatte nimmt auch die Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb wieder auf - allerdings ohne Zuschauer und mit einem strikten Hygienekonzept.

18. Mai: Nach wochenlanger Zwangspause gibt es auch für die Gastronomie erste Lockerungen: Außenbereiche von Gaststätten dürfen öffnen. Speiselokale im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai.

22. Mai: Erste Tests mit neuen Impfstoffen werden erfolgreich am Menschen getestet.

25. Mai: Die Bundesregierung rettet die Lufthansa mit einem Hilfspaket in Milliardenhöhe vor der drohenden Pleite. In der Folge wird es später noch weitere Hilfszahlungen geben.

JUNI:

1. Juni: Die Pfingstfeiertage nutzen viele Menschen zu Ausflügen. An der Ostsee müssen einige Orte abgesperrt werden, damit Abstandsregeln noch eingehalten werden können.

8. Juni: Laienmusiker in Bayern dürfen wieder in Gruppen von bis zu zehn Musikern gemeinsam proben - unter strikten Auflagen.

10. Juni: Bundesinnenminister Seehofer (CSU) kündigt die weitgehende Aufhebung der Kontrollen an den deutschen Grenzen für Bürger fast aller EU-Staaten ab 13. Juni an. Die Bundesregierung verlängert zugleich die Reisewarnung für Touristen für mehr als 160 Länder außerhalb Europas.

15. Juni: Theater und Kinos dürfen unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen wieder öffnen. Auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen sind wieder möglich.

16. Juni: Die Corona-Warn-App wird in Deutschland eingeführt (www.corona-warn-app.de). Davon versprechen sich die Behörden eine bessere Lokalisierung und Nachverfolgbarkeit von Infektionsketten.

17. Juni: Einigung zwischen Bund und Ländern: Großveranstaltungen bleiben wegen der Pandemie in Deutschland bis mindestens 31. Oktober untersagt. Zunächst hatte das Verbot nur bis 31. August gegolten.

23. Juni: Das Bundesland Nordrhein-Westfalen verhängt im Landkreis Gütersloh einen erneuten Lockdown. Anlass sind hunderte Infektionen in einem Schlachthof der Firma Tönnies. Auch der Nachbarlandkreis Warendorf ist von den Einschränkungen betroffen. Die Angelegenheit entwickelt sich später mehr und mehr zu einem Skandal.

26. Juni: Wegen vieler lokaler Coronavirus-Ausbrüche und der beginnenden Ferienzeit einigen sich Bund und Länder auf innerdeutsche „Einreise-Regeln“. Reisende aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen dürfen demnach nur in Hotels untergebracht werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie keine Infektion haben.

mw/mh

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