News-Ticker zur Corona-Pandemie

Superspreaderin in Garmisch auf Kneipentour - Anwalt: Junger Frau droht Haftstrafe

Corona-Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen
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Corona-Ausbruch in Garmisch: Frau könnte Haft drohen.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Wochenende (12./13. September) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3168, Traunstein 1417, Berchtesgadener Land 406, Mühldorf 629, Altötting 739
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9342 Todesfälle in Deutschland (2643 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Update, 22 Uhr - Droht 26-jähriger Superspreaderin nun Haft?

Noch immer schlägt der Fall einer Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen hohe Wellen: Nach dem heftigen Corona-Ausbruch fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, sagte Herrmann dem „Münchner Merkur“ (Montag). „Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt.“

Könnte der jungen Frau sogar eine Haftstrafe drohen? Der "Focus" zitiert dazu Rechtsanwalt Arnd Kempgens (51): „Die Sorglosigkeit der 26-jährigen Frau kann für sie sehr gravierende Konsequenzen haben. Es drohen strafrechtliche und auch zivilrechtliche Haftung für Schäden und sogar Schmerzensgeldansprüche.“ Weil die 26-Jährige nach dem ihrem Corona-Test das Ergebnis nicht abgewartet und trotz Symptomen auf Partytour ging, komme ein Vorsatz in Betracht.

 „Das kann unter dem Gesichtspunkt bedingten Vorsatzes sogar zu einer Strafbarkeit wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung gemäß § 224 Abs. 1 Nr. 1 StGB („Beibringung von gesundheitsschädlichen Stoffen“) führen. Der Strafrahmen: 6 Monate bis zu 10 Jahren Haft.“

Update, 19.27 Uhr - Infizierte in Bayern in Mehrbettzimmer untergebracht

Im Krankenhaus Vilshofen sind zwei Patienten in Mehrbettzimmern untergebracht worden - obwohl sie offenbar Symptome zeigten, wie der „Focus" berichtet. Auch wurden die Patienten nicht zeitnah getestet. Erst nachdem Tests eine Infektion nachgewiesen hätten, seien die Patienten isoliert worden. Bislang seien aber keine weiteren Infektionen bekannt geworden.

Wie es zu dem Vorfall kam, sei derzeit noch Gegenstand von Untersuchungen von Seiten des Krankenhauses. „Unser bis dato sehr effizientes Hygienekonzept wurde in diesen Fällen von einzelnen Beschäftigten offenbar nicht umgesetzt“, teilten die Verantwortlichen des Krankenhauses mit. Man bedaure den Vorfall, so die Krankenhaus-Verantwortlichen - man habe aber Sofortmaßnahmen ergriffen.

Update, 17.40 Uhr - Austro-Kanzler Kurz schlägt Alarm und nennt Lage „besonders dramatisch“

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet einen weiteren starken Anstieg der Corona-Zahlen in Österreich und vor allem in Wien. „Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle“, erklärte der Regierungschef der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

>>>Hier alle Updates zum Corona-Anstieg in Österreich nachlesen<<<

Bald werde man die Marke von 1000 neuen Fälle pro Tag erreichen. „Besonders dramatisch“ sei die Lage in der Hauptstadt Wien. Dort verzeichne man über die Hälfte aller Neuinfektionen im Land. Rund 5400 Menschen gelten aktuell in Österreich als an Covid-19 erkrankt, mehr als 3000 von ihnen in Wien. Mit 869 registrierten Neuinfektionen in 24 Stunden wurde am Samstag der höchste Anstieg seit Ende März gemessen. Allerdings wird aktuell deutlich mehr getestet als vor einigen Monaten. Die Fälle verlaufen oft auch weniger schwer.

Update, 15.50 Uhr - Deutschland prüft nun Reisewarnung für Wien

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt in Österreich am Samstag nach einem erneuten Sprung so hoch wie zuletzt Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch vor einer Woche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Aufgrund der Fallzahlen in Österreich überlegt die deutsche Regierung nun, ob sie Wien oder gleich ganz Österreich auf die Liste der Corona-Risikogebiete setzen soll. Dies will die „Kronen-Zeitung" aus gut informierten Quellen erfahren haben. Die Schweiz hat diesbezüglich bereits vorgelegt: Ab Montag müssen sich alle, die zwei Wochen vor der Einreise in die Schweiz in Wien aufgehalten haben, für zehn Tage in Quarantäne begeben - auch wenn sie einen negativen Covid-19-Test vorweisen können. Berlin überlegt nun ähnliche Schritte, eine Reisewarnung für Wien oder Österreich könnte also ausgerufen werden. Eine Entscheidung soll Anfang nächster Woche fallen.

Update, 12.46 Uhr - Illegal Disko in München betrieben

In der Nacht auf Sonntag, 13.09.2020, wurde durch die Polizeiinspektion 12 (Maxvorstadt) in Zusammenarbeit mit der Bezirksinspektion eine größere Kontrolle in einer Gaststätte in der Nähe der Pinakotheken durchgeführt. Im Vorfeld bestanden Hinweise auf regelmäßige Verstöße nach der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung.

Tatsächlich wurde im Rahmen der Kontrolle, an der bis zu 50 Beamte eingesetzt waren, neben einen für 40 Gäste gestatteten Normalbetrieb im Gaststättenbereich auch ein unerlaubter Discothekenbetrieb festgestellt. Insgesamt befanden sich über 100 Gäste im Lokal. Der Betrieb wurde durch die eingesetzten Beamtinnen und Beamten beendet.

Der Betreiber des Betriebs wurde wegen Verstößen nach dem Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, dem Brandschutz und der Gewerbeordnung angezeigt. Der weitere Gaststätten- und Diskothekenbetrieb wurde ihm durch die Beamten untersagt. Gegen knapp 50 Gäste wurde zudem eine Ordnungswidrigkeitenanzeige aufgrund Missachtung des gelten Infektionsschutzes erstattet.

Update, 10.40 Uhr - Reiserückkehrerin als Superspreaderin in Garmisch

Der heftige Corona-Ausbruch im bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll auf eine Reiserückkehrerin zurückgehen. Die junge Frau soll in mehreren Lokalitäten unterwegs gewesen sein, obwohl sie Symptome hatte, wie der Sprecher des Landratsamtes, Stephan Scharf, sagte. Sie wäre damit eine sogenannte Superspreaderin.

Die 26-Jährige sei vor kurzem von einem Urlaub im europäischen Ausland nach Garmisch zurückgekehrt. Seine vorherigen Angaben, wonach es sich um eine aus den USA eingereiste, amerikanische Touristin handle, korrigierte Scharf. Es habe ein „Übermittlungsproblem“ innerhalb seiner Behörde gegeben.

In einer Unterkunft auf dem Gelände von US-Streitkräften, in der die Frau arbeitet, wurden nach Angaben Scharfs bislang 23 Menschen positiv getestet. Insgesamt belief sich die Zahl der Neuinfektionen auf 33 an einem Tag. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das Landratsamt verhängte daraufhin Einschränkungen für die Marktgemeinde. Dort dürfen sich beispielsweise nur noch fünf Menschen in der Öffentlichkeit treffen.

„Aus medizinischer Sicht ist mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Infektionen im Landkreis zu rechnen“, teilte das Landratsamt mit und verhängte in der rund 26 000 Einwohner zählenden Marktgemeinde am Freitag Beschränkungen für das öffentliche Leben. „Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren.“ Scharfs Behörde sucht jetzt vor allem junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren, die sich in den Bars der Stadt getummelt haben könnten. Sie sollen sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes (Tel. 08821/ 751-500) melden und testen zu lassen. 

Update, 9.29 Uhr - 948 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 259 428 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 231 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,15 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,16 (Vortag: 1,11). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 7.08 Uhr - Über 120 Anzeigen bei Corona-Demo in München - meist wegen fehlender Maske

Die Polizei hat im Zuge der Corona-Demonstration in München am Samstag über 120 Anzeigen aufgenommen. Über 100 Menschen seien angezeigt worden, weil sie auf der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, wie die Polizei mitteilte. Mehr als 20 weitere Menschen wurden wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt. Wie viele Menschen festgenommen wurden, teilten die Beamten zunächst nicht mit. „In den meisten Fällen konnten die betroffenen Personen nach der Anzeigenbearbeitung wieder entlassen werden“, hieß es von der Polizei.

Zur Corona-Demonstration in München waren am Samstag doppelt so viele Teilnehmer gekommen wie von den Veranstaltern angekündigt. Die Polizei sprach von etwa 10 000 Teilnehmern auf der Kundgebung. Die Organisatoren der Demo, die Initiative „Querdenken 089“, hatten 5000 Teilnehmer angemeldet. Die Hauptkundgebung musste knapp eine Stunde nach Beginn unterbrochen werden, weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und Teilnehmer keine Masken trugen.

Auch an dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hatten deutlich mehr Menschen teilgenommen als zugelassen waren. Nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 3000 statt der erlaubten 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. Kurz darauf brachen die Veranstalter den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln. Dort gab es am Rande der Demonstration mehrere Festnahmen von Menschen aus dem linken Spektrum.

Samstag, 12. September

Update, 18.50 Uhr - Virologe Drosten: Aus diesem Grund explodieren die Infektionszahlen jetzt

Der Virologe Christian Drosten erklärt, warum es wieder zu einem sprunghaften Anstieg der Corona-Zahlen komme. Dahinter stecke das sogenannte Perkolations-Phänomen, ein „Durchsickern" ab einem gewissen Schwellenwert.

Drosten erklärte den physikalischen Effekt in seinem Podcast am Beispiel eines gefüllten Kaffeefilters auf einer Kanne: Füge man Tropfen für Tropfen Wasser hinzu, passiere ganz lange gar nichts - und dann sickere plötzlich Wasser in die Kanne.

Ursache sei, dass zunächst eine durchgehende Verbindung wassergefüllter Hohlräume im Kaffeepulver entstehen müsse, wie die APA unter Berufung auf den Podcast berichtet. Das Perkolationsphänomen lasse sich auch auf die Realität bei der Corona-Ausbreitung übertragen. Auch hier könne es zu einem schlagartigen Effekt, einem Schwelleneffekt kommen.

Grundlage dafür seien laut dem Top-Virologen Cluster in der Bevölkerung. Als Beispiele hierfür führt er Familien oder WGs an. Diese seien lose miteinander verbunden. Durch das Verbinden von Clustern im ganzen Land entstehe ein Übertragungsnetzwerk. Dabei seien aber viele Einflussfaktoren zu berücksichtigen, wie die mittlere Größe der Cluster, die Mobilität der Bevölkerung, den Umfang der Sozialkontakte.

Von Land zu Land beeinflussten sie das Geschehen ganz unterschiedlich. „Und darum kann ich jetzt nicht sagen: Hier ist der Schwellenwert.“

Wir müssen uns ehrlich eingestehen, dass wir nicht genau wissen, wo das Virus gerade überall ist“, sagt Drosten. Die Lage könnte aber außer Kontrolle geraten. „Es gibt die Möglichkeit, dass wir uns etwas vormachen, wenn wir uns sagen: Ja, das läuft ja im Moment ganz gut, dann machen wir mal so weiter wie bisher.“

Solange man die auftretenden Cluster gut isolieren kann und die Cluster-Mitglieder unter sich bleiben, sei die Lage kontrollierbar. Bei immer mehr unentdeckten Clustern - weil Menschen ihre Infektion nicht bemerken oder verschweigen - könne es jedoch den Perkolationseffekt geben.

Update, 16.09 Uhr - Chinesische Virologin ist sich sicher, dass Virus aus Labor stammt

US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Mike Pompeo äußerten in der Vergangenheit mehrfach den Verdacht, das Virus sei nicht auf natürlichem Wege entstanden, sondern in einem chinesischen Labor gezüchtet worden. Beweise konnten Trump und Pompeo bis heute nicht liefern.

Geflohene chinesische Forscherin behauptet: „Coronavirus stammt aus dem Labor“

Nun behauptet eine chinesische Virologin ebenfalls, das Coronavirus sei künstlich erzeugt worden. Dr. Li-Meng Yan hat sich entschieden, Ende April Hongkong zu verlassen und in die USA zu fliehen. Seither hält sie sich an einem unbekannten Ort auf. 

Beim Fernsehsender itv gab die Virologin in der Sendung „Loose Woman“ an, sie verfüge über den wissenschaftlichen Beweis dafür, dass das Coronavirus künstlich in einem Labor hergestellt worden ist.

„Es kommt aus dem Labor in Wuhan, und dieses wird von der chinesischen Regierung kontrolliert“, meinte Yan. „Das Virus stammt ganz sicher nicht aus der Natur.“

Yan habe selbst über Covid 19 geforscht. Ein Vorgesetzter hätte sie Anfang letzten Jahres gebeten, über ein Sars-ähnliches Virus in Wuhan zu forschen. Als sie dann erkannt habe, dass sich das Virus exponentiell verbreite, sei ihr gesagt worden, sich ruhig und vorsichtig zu verhalten. Ihre Arbeiten wurde sistiert. Ihr Vorgesetzter habe gesagt: „Wir werden Ärger bekommen, wir werden verschwinden.“

Ihr Ziel, so „20min.ch“, sei es, die Wahrheit über den Corona-Virus zu verbreiten.

Update, 14.47 Uhr - Veranstalter bricht Corona-Demonstrationszug in München ab

Die Initiatoren einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen in München haben ihren Demonstrationszug durch die Stadt am Samstag vorzeitig abgebrochen. Zuvor hatte die Polizei den Zug gestoppt, weil mehr als die zugelassenen 500 Teilnehmer dabei waren und nach Polizeiangaben kaum jemand eine Maske trug.

Die Polizei sprach von «vielen Hundert» Teilnehmern, konnte aber noch keine konkreteren Zahlen nennen. Eine Hauptkundgebung auf der Theresienwiese sollte aber noch wie geplant um 16 Uhr stattfinden. Die Polizei war mit 1400 Kräften im Einsatz.

Update, 13.39 Uhr - Demo gegen Corona-Maßnahmen in München zunächst gestoppt

Die Polizei hat in München einen Demonstrationszug gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag zunächst gestoppt. „Die Teilnehmer halten sich nicht an die Infektionsschutzauflagen, es wird nur vereinzelt Mund-Nasen-Schutz getragen“, teilte die Polizei auf Twitter mit. „Derzeit laufen Gespräche mit der Versammlungsleitung.“ Der Zug war am Odeonsplatz gestartet und hat die Theresienwiese als Ziel, wo am Nachmittag die Hauptkundgebung stattfinden soll. Die Polizei war mit 1400 Kräften im Einsatz.

Der Demonstration war eine juristische Auseinandersetzung um Form und Größe der Veranstaltung vorausgegangen. Erst in der Nacht zum Samstag kippte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof eine von der Stadt ausgesprochene Teilnehmerbeschränkung auf 1000 Protestierende. Die Veranstalter hatten 5000 für die Abschlusskundgebung und 500 für den Demonstrationszug angemeldet.

Update, 12.34 Uhr - Münchner Corona-Demo darf nicht ganz so stattfinden wie geplant

Aktuell findet in München eine geplante Demonstration der Initiative „Querdenken 089“ statt. Nachdem sich die Teilnehmer am Odeonsplatz sammelten, hat sich der Demonstrationszug nun in Richtung Theresienwiese in Bewegung gesetzt. Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, tragen viele Teilnehmer keine Masken oder nur über dem Kinn. Die Polizei ist in München heute mit 1400 Beamten im Einsatz.

Die für diesen Samstag in München geplante Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen darf nicht ganz so stattfinden, wie von den Veranstaltern geplant. Das entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am frühen Samstagmorgen - er kippte aber eine Beschränkung auf 1000 statt der angemeldeten 5000 Teilnehmer und widersprach damit in dem Punkt dem erstinstanzlichen Urteil des Verwaltungsgerichts München und den Vorgaben der Stadt. Auch wurde ein bislang verbotener Aufzug mit bis zu 500 Teilnehmern durch die Stadt erlaubt. In einem anderen Punkt wurde die Beschwerde der Organisatoren zurückgewiesen.

So darf die geplante Haupt-Kundgebung nicht wie vom Veranstalter geplant auf dem Odeonsplatz, sondern nur auf der Theresienwiese stattfinden. Auch die Vorinstanz hatte in diesem Punkt so geurteilt. Die Organisatoren der Demo, die Initiative „Querdenken 089“, hatte gegen die Beschlüsse des Verwaltungsgerichts Beschwerde eingelegt.

Update, 11.13 Uhr - 1630 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 258 480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 12.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag. Bis Samstagmorgen hatten etwa 231 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt - etwa 50 000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 1,00 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,11 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 10.13 Uhr - Mehr als 100 Beschwerden gegen Erfassung von Gästedaten

Die bayerischen Datenschutzbehörden haben weit mehr als 100 Beschwerden gegen die Erfassung der Gästedaten in der Gastronomie wegen der Corona-Krise erhalten. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht in Ansbach hat nach Angaben eines Sprechers rund 100 Beschwerden erhalten. Dem Datenschutz-Landesbeauftragten Thomas Petri in München lagen zudem nach eigenen Angaben weitere Beschwerden im mittleren zweistelligen Bereich vor.

Beim größten Teil der Beschwerden geht es nach Angaben des Landesamtes darum, dass in manchen Restaurants Listen für mehrere Gäste verwendet wurden. Dadurch könnte dann der Gast, der seine Daten einträgt, die Angaben der Personen sehen, die zuvor gekommen seien, erklärte Alexander Filip vom Landesamt. „Dies ist datenschutzrechtlich unzulässig.“ Die Datenschützer empfehlen, dass die Betriebe für jeden Tisch ein eigenes Blatt verwenden, um Probleme zu vermeiden.

Update, 8.42 Uhr - Regierung verspricht Kommunen weitere Corona-Hilfen

Die bayerische Staatsregierung hat weitere Hilfen für die Kommunen im Fall von Steuerausfällen im kommenden Jahr in Aussicht gestellt. „Der Freistaat lässt seine Kommunen in der Krise nicht im Stich“, sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagausgabe). Das Ministerium geht aber nach der aktuellen Steuerschätzung davon aus, dass die kommunalen Steuereinnahmen bereits im kommenden Jahr fast wieder das Niveau von 2019 erreichen.

Dem Bericht der „Augsburger Allgemeinen“ zufolge verzeichnen viele Rathäuser derzeit einen weniger starken Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen als erwartet. Demnach korrigieren viele Unternehmen wegen eines Sondereffekts ihre Gewerbesteuerzahlungen kaum nach unten, um Umsatzeinbrüche erst kommendes Jahr geltend zu machen und dann von sechs Prozent Zinsen auf zu viel bezahlte Abgaben zu profitieren. Dies sei angesichts der aktuell schwierigen Lage für manche Firmen eine willkommene Mehreinnahme, heiße es in Kreisen der Kommunen.

Viele Corona-Fälle: Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für das Gemeindegebiet des Marktes für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt am Freitag weiter mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen.

Seit diesem Freitag müssen alle Gaststätten täglich um 22 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg am Freitag die kritische Marke von 50 Personen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Die Ermittlungsteams im Landkreis suchen den Angaben zufolge nach Corona-Infizierten, die am vergangenen Dienstagabend bestimmte Bars in Garmisch-Partenkirchen besucht haben. An jenem Abend hätten bisherigen Erkenntnissen zufolge hochinfizierte Personen die Lokale besucht. Weil sich nicht alle Kontaktpersonen nachverfolgen ließen, fordert die Gesundheitsbehörde diejenigen, die an oder vor diesem Abend in örtlichen Bars unterwegs waren, auf, sich bei der Hotline des Gesundheitsamtes (08821/ 751–500) zu melden und sich testen zu lassen.

Wegen der aktuellen Lage ist das Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen auch am Samstag und Sonntag jeweils von 15 bis 20 Uhr geöffnet. Vor allem junge Menschen seien aufgerufen, sich testen zu lassen, hieß es. Sie seien besonders von den Neuinfektionen betroffen.

Ob der Anstieg der Neuinfektionen auch Auswirkungen für Schulen und Kindertagesstätten hat, war zunächst nicht bekannt. Die Veranstaltung „Ausbremst is“ wurde von den Organisatoren am späten Freitagabend abgesagt. Die Kundgebung des Bayerischen Bauernverbandes, am 12. und 13. September darf wie geplant stattfinden.

mh/dp/dpa

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