News-Ticker zur Corona-Pandemie

Weltweit über 25 Millionen Corona-Fälle - 785 Neuinfektionen in Deutschland

Impfstoff-Entwicklung
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Wie lange die Suche nach einem Impfstoff noch dauert, ist ungewiss.

Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (29. August) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3031, Traunstein 1376, Berchtesgadener Land 388, Mühldorf 569, Altötting 683
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9280 Todesfälle in Deutschland (2634 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Updatre, 11.28 Uhr - Weltweit über 25 Millionen Corona-Fälle

Weltweit sind inzwischen 25 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Johns-Hopkins-Universität am Sonntag bekannt gab. Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Experten dabei wesentlich höher sein. Die meisten Corona-Fälle gibt es in den USA, gefolgt von Brasielien und Indien.

Update, 9.19 Uhr - 785 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI).

Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Es falle auf, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt jüngere Menschen infizierten, hatte das RKI mitgeteilt. Es gelte, eine Übertragung auf die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verhindern. „Sollten sich wieder vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden.“

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 241.771 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9295. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten nach RKI-Schätzungen etwa 214.900 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Update, 30. August, 7.39 Uhr - Politiker bestürzt über Ereignisse am Berliner Reichstag

Politiker fast aller Parteien haben sich bestürzt gezeigt über die Ereignisse am Berliner Reichstag während der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen.

„Das Reichstagsgebäude ist die Wirkungsstätte unseres Parlaments und damit das symbolische Zentrum unserer freiheitlichen Demokratie. Dass Chaoten und Extremisten es für ihre Zwecke missbrauchen, ist unerträglich“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der „Bild am Sonntag“.

Demonstranten gegen die staatliche Corona-Politik hatten am Samstagabend eine Absperrung am Reichstagsgebäude in Berlin durchbrochen und waren auf die Reichstagstreppe gestürmt. Polizeibeamte drängten die Menschen zurück. Die Polizei setzte Pfefferspray ein, es kam zu Rangeleien. Am Reichstagsgebäude hatte es zuvor eine Kundgebung gegeben. Bei Demonstranten waren auch die von Reichsbürgern verwendeten schwarz-weiß-roten Reichsflaggen zu sehen. Die Polizei löste die Demo dann auf. Einsatzkräfte räumten den Platz vor dem Reichstagsgebäude und schoben die Demonstranten weg.

Videos, die im Internet kursieren, zeigen, wie die Menschen direkt vor der Tür des Reichstags stehen. Nur drei Polizisten standen ihnen noch im Weg.

Polizeisprecher Thilo Cablitz erklärte dazu: „Wir können nicht immer überall präsent sein, genau diese Lücke wurde genutzt, um hier die Absperrung zu übersteigen, zu durchbrechen, um dann auf die Treppe vor dem Reichstag zu kommen.“

Corona-News vom 29. August 2020

Update, 21.14 Uhr - Demonstrierende versuchen Reichstag zu stürmen

Demonstrierende versuchten am Samstagabend den Reichstag in Berlin zu stürmen und durchbrachen dabei eine Absperrung. Sie seien anschließend die Treppen des Gebäudes hoch gerannt, aber von Polizisten unter Einsatz von Pfefferspray zurück gedrängt worden, berichtet ein dpa-Reporter vor Ort.

Update, 19.41 Uhr - Sieben verletzte Polizisten

Insgesamt sieben Polizisten wurden bei den Demonstrationen am Samstag in Berlin verletzt. Diese wurden vor der russischen Botschaft angegriffen, wo sich 2.000 versammelt hatten, bestätigt Polizeisprecher Thilo Cablitz. 200 Personen wurden festgenommen.

Update, 18.45 Uhr - Attila Hildmann von Polizei abgeführt

Attila Hildmann wurde während der Corona-Demonstration in Berlin von der Polizei festgenommen. Wie die Bild berichtet, wurde der ehemalige Fernsehkoch von einem Beamten abgeführt, nachdem er kurz zuvor vor dem Reichstag Verschwörungstheorien zum Besten gab. Hildmann hatte wohl versucht, ein Absperrband zu durchbrechen, um eine nicht.-angemeldete Kundgebung zu veranstalten. Nachdem die Polizei ihm das untersagte, schloss er sich einer anderen Veranstaltung an, bei der es zu der Festnahme kam..

Update, 17.15 Uhr - Polizei rechnet mit Versammlungen bis spätem Abend

Vor der russischen Botschaft versammelten sich knapp 2.000 Personen, hielten keinen Abstand ein. Aus der Gruppe heraus haben einige Teilnehmer Flaschen in Richtung der Anwesenden Polizei geworfen, berichtet die BZ. Zwei Personen wurden festgenommen.. Am Großen Stern soll es zum Abschluss nun eine Kundgebung geben, auch vor dem Reichstag werden Reden gehalten. Auffällig ist dabei, dass auch diverse Reichsfahnen geschwenkt werden. Die Polizei rechnet mit vielen Einsätzen und Demonstrationen bis lang in den Abend hinein.

Update, 16.22 Uhr - Joachim Hermann über Parolen der Demonstrierenden: „Grober Unfug“

„Ich schütze die Demonstrationsfreiheit, aber es muss sich jeder an die Auflagen halten“, äußerte sich der bayerische Innenminister Joachim Hermann der Bild gegenüber. „Wer das vorsätzlich nicht tut, der muss dann verstehen, dass für ihn keine Demonstrationsfreiheit mehr gilt.“ Sich über die Abstandsregeln hinweg zusetzen, sei zum Beispiel nicht akzeptabel.

Was die Demonstrierenden von sich geben, halte Hermann für „groben Unfug“, aber auch dazu haben die Demonstrierenden ein Anrecht. Gewaltanwendung und die Gefährdung dritter dagegen sei völlig indiskutabel.

Update, 15.24 Uhr - Situation in Berlin aufgeheizt

Obwohl die Demonstration von der Polizei offiziell aufgelöst wurde, ist die Veranstaltung alles andere als zu Ende. Wie Bild.de berichtet, strömen immer mehr Menschen in die Berliner Innenstadt. Die Situation sei aufgeheizt, nach wie vor werde der Abstand nicht wirklich eingehalten.

Update, 14.55 Uhr - Polizei Berlin forder Hubschrauber an

Viele Demonstrierende weigern sich, die Friedrichsstraße zu Räumen, obwohl die Polizei dazu aufforderte. Wie BZ.de berichtet, legten einige der Protestierenden auf der Berliner Corona-Demonstration Boxbandagen an. Zudem brenne in der Friedrichstraße ein Baukontainer. Die Polizei forderte außerdem einen Hubschrauber an, um sich eine bessere Übersicht über die Lage aus der Luft zu machen.

Update, 13.07 Uhr - Ermahnungen bleiben ohne Ergebnis - Polizei löst Corona-Demo auf

Die Berliner Polizei mach Nägel mit Köpfen: Trotz mehrfacher Aufforderungen an die Demonstranten, Hygieneregeln wie das Einhalten des Mindestabstands und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einzuhalten, hielten sich viele Menschen nicht an die Maßnahmen. Die Berliner Polizei hat dem Versammlungsleiter daraufhin mitgeteilt, dass die Demonstration aufgelöst wird.

Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin am 29.August 2020

Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
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Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020.
Protest gegen Corona-Maßnahmen Berlin am 29. August 2020. © Kay Nietfeld

Update, 11.59 Uhr - Corona-Demonstranten in Berlin missachten Hygiene-Vorschriften

Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin ist angelaufen. Auch einige Gegen-Demonstranten haben sich versammelt. Die Hygienevorschriften werden - wie von der Polizei befürchtet - von vielen Teilnehmern nicht eingehalten. Die Berliner Polizei ist mit etwa 3.000 Beamten im Einsatz und wird dabei von Kräften aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei unterstützt.

Update, 11.22 Uhr - Auftakt der Demonstration in Berlin: Rund 1000 Menschen versammelt

In Berlin haben sich auf der Straße Unter den Linden am Samstagvormittag bereits rund 1000 Teilnehmer für eine größere Demonstration gegen die Corona-Politik versammelt. Von dort soll ein Aufzug mit Protestierern durch Berlin ziehen zum Tiergarten und bis zur Straße des 17. Juni.

Vor dem Brandenburger Tor standen am Vormittag bereits viele Polizisten. Demonstrierende schrien „Tor auf“ und skandierten „Wir sind das Volk“. Eine riesige Deutschlandflagge war auf dem Boden vor dem Brandenburger Tor ausgelegt. Zu sehen waren auch Fahnen im Stil der bei Rechtsextremisten beliebten Reichskriegsflagge. Die Initiative Querdenken plant eine Kundgebung, für die rund 22 000 Menschen angemeldet waren.

Die Berliner Polizei hat sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. Eigentlich wollte sie die Versammlungen verbieten, sie unterlag jedoch vor Gerichten. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin gegen die Verbotsverfügung der Polizei wurde in der Nacht zum Samstag bekannt. Insgesamt sollen rund 3000 Polizisten bereitstehen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) rief die Demonstranten dazu auf, den Infektionsschutz nicht zu vernachlässigen.

An der Pandemie-Situation habe der Gerichtsbeschluss nichts geändert, sagte der Innensenator. „Ich erwarte deshalb von den Menschen, die in Berlin demonstrieren, dass sie alles für den Infektionsschutz tun. Und dass sie es friedlich tun“, teilte er mit. „Denn große Sorge bereitet mir nach wie vor die europaweite Mobilisierung unter Rechtsextremisten, die unabhängig von der Verbotsdiskussion im Vorfeld stattgefunden hat. Ich appelliere an alle, sich gewaltfrei in Berlin zu versammeln.“

Update, 9. 50 Uhr - Berliner Polizei bereitet sich auf Demo gegen Corona-Politik vor

Die Berliner Polizei hat sich auf einen Großeinsatz zur Demonstration gegen staatliche Corona-Auflagen vorbereitet. Vor dem Brandenburger Tor standen am frühen Samstagmorgen bereits zahlreiche Polizeifahrzeuge. «Die Nacht war überwiegend ruhig», sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. An mehreren Versammlungsorten seien bereits Polizeikräfte im Einsatz.

Die Initiative Querdenken plant am Samstagvormittag einen langen Demonstrationszug und eine Kundgebung, für die rund 22 000 Menschen angemeldet waren. Die Versammlungen können laut Gerichtsurteil stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am frühen Samstagmorgen in zweiter Instanz, dass das zuvor erlassene Verbot der Polizei keinen Bestand hat. Diese Entscheidung ist rechtskräftig.

Insgesamt sollen rund 3000 Polizisten am Samstag bereit stehen. Im Regierungsviertel waren bereits vor Tagen Absperrgitter bereitgestellt worden. Bereits am Freitagabend hatten sich Demonstranten am Brandenburger Tor versammelt und gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert.

Gericht: Demonstration gegen Corona-Politik in Berlin doch erlaubt

 Der umstrittene Demonstrationszug sowie die Kundgebung gegen die Corona-Politik können am Samstag in Berlin stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am frühen Samstagmorgen in zweiter Instanz, dass das Verbot der Berliner Polizei keinen Bestand hat. Diese Entscheidung ist nun rechtskräftig.

Nach seinem Beschluss teilte das Gericht mit, die von mehreren Initiativen für den 29. August 2020 geplanten Versammlungen gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern könnten stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg habe zwei Eilbeschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin vom 28. August 2020 im Wesentlichen bestätigt. «Damit sind die beiden Versammlungsverbote des Polizeipräsidenten in Berlin für diesen Tag vorläufig außer Vollzug gesetzt.»

Die Polizei bereitete sich mit rund 3000 Kräften - unabhängig vom konkreten Ausgang des Gerichtsstreits - auf einen großen Einsatz am Wochenende vor. Die Veranstalter der Initiative Querdenken 711 hatten zu der Kundgebung am Samstag aufgerufen und erwarteten rund 22 000 Teilnehmer auf der Straße des 17. Juni nahe dem Brandenburger Tor. Zuvor war ein längerer Demonstrationszug durch Berlin-Mitte geplant. Die Versammlungsbehörde der Polizei hatte diese größeren Aktionen und mehrere kleinere Veranstaltungen verboten.

Als Grund für die Verbotsverfügung hatte sie angeführt, dass durch die Ansammlung Zehntausender Menschen - oft ohne Maske und Abstand - ein zu hohes Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung entstehe. Das habe bereits die Demonstration gegen die Corona-Politik am 1. August in Berlin gezeigt, bei der die meisten Demonstranten bewusst Hygieneregeln ignoriert hätten.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte aber am Freitag entschieden, dass die Versammlung stattfinden dürfe. Es stellte fest: Für ein Verbot lägen keine Voraussetzungen vor. Eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit lasse sich weder aus dem Verlauf der Demo am 1. August noch aus der kritischen Haltung der Teilnehmer zur Corona-Politik ableiten. Die Veranstalter hätten ein Hygienekonzept vorgelegt und mit 900 Ordnern und 100 «Deeskalationsteams» Vorkehrungen getroffen. Auflagen für die Demo seien vom Land nicht hinreichend geprüft worden.

Der Initiator der Kundgebung, Michael Ballweg, wertete bereits die Entscheidung der ersten Instanz, des Berliner Verwaltungsgerichts, am Freitagnachmittag als «vollen Erfolg». Er betonte, dass die Demonstration friedlich ablaufen solle.

Die Berliner Polizei zeigte sich über die im Internet formulierte «offene Gewaltbereitschaft» besorgt, wie Vizepräsident Marco Langner sagte. Es gebe auch viele Aufrufe von Rechtsextremisten zur Teilnahme an den Versammlungen. 3000 Polizisten sollen in der Hauptstadt bereitstehen, 1000 davon aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei, hieß es am Freitagnachmittag von der Polizeibehörde.

Der rot-rot-grüne Berliner Senat und die Polizei mussten wegen der Verbotsverfügung breite Kritik einstecken. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte zum Demonstrationsverbot auch gesagt, er wolle nicht hinnehmen, dass Berlin erneut zur Bühne für «Corona-Leugner, Reichsbürger und Rechtsextremisten» werde.

dpa

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