News-Ticker zur Corona-Pandemie

Ischgl und die Folgen: Erste Muster-Klagen zeichnen sich ab

Corona Test Symbolbild
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Landkreis/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch (26. August) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 2951, Traunstein 1368, Berchtesgadener Land 385, Mühldorf 569, Altötting 683
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9280 Todesfälle in Deutschland (2634 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 18.30 - Ischgl und die Folgen: Erste Muster-Klagen zeichnen sich ab

Zur Rolle des österreichischen Touristenorts Ischgl bei der Verbreitung des Coronavirus zeichnen sich erste Muster-Prozesse ab. Er werde Ende September erste Klagen von Opfern auf Schadenersatz und Anerkennung von Folgeschäden beim Landgericht Wien einbringen, kündigte der österreichische Verbraucherschützer Peter Kolba an. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

«In einzelnen Fällen geht es um 100 000 Euro», sagte Kolba der Deutschen Presse-Agentur. Nach seiner Darstellung haben die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch der Corona-Krise reagiert. Von dem für seine Après-Ski-Szene bekannten Ischgl aus sei das Virus in 45 Staaten getragen worden.

Mehr als 6000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, haben sich inzwischen bei Kolba als Geschädigte gemeldet. Rund 1000 Menschen haben sich laut dem Verein bereits dazu entschlossen, sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte anzuschließen. Als Indiz dafür, dass es für eine Ansteckung ausreichte, sich mit Geschäftspartnern auf ein Essen zu treffen, wertet Kolba den Fall eines in München lebenden Italieners, der den Ort am 12. März nur für eine berufliche Stipp-Visite besucht hatte. Am 13. März wurde das Paznauntal mit den Orten Ischgl und Galtür unter Quarantäne gestellt. Auch die teils chaotischen Umstände der Abreise der Touristen würden Teil des Verfahrens, so Kolba.

Unterdessen trifft Ischgl Maßnahmen gegen eine abermalige Virus-Verbreitung in der Wintersaison. So sollen alle Tourismus-Mitarbeiter mit einem negativen Corona-Test anreisen oder vor Ort getestet werden. Während der Saison würden den Mitarbeitern dann laufend Testmöglichkeiten angeboten.

Auch den Gästen wird empfohlen bereits beim Check-In in den Hotels ein negatives Testergebnis vorzuweisen. Ansonsten könnten sie sich vor Ort testen lassen. Darüber hinaus soll das Abwasser auf der Suche nach dem Virus analysiert werden. Die Seilbahnkabinen sollen laufend mittels Kaltvernebelungsgeräten desinfiziert werden. Dieselbe Methode wird auch in den Skibussen sowie in Sportshops, Skidepots, WC-Anlagen, Aufzugskabinen und den Ersten-Hilfe-Stationen täglich angewendet. Après-Ski soll es in der bisherigen Form nicht mehr geben.

Update, 17.20 Uhr - Flughafen-Chef warnt vor angedachter Quarantäne-Regelung

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH, Jost Lammers, hat im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie vor Überlegungen gewarnt, die bestehenden kostenlosen Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer an den deutschen Flughäfen nur noch bis zum Ende der Sommerferien anzubieten und für Rückkehrer aus Risikogebieten stattdessen eine pauschale Quarantänepflicht zu verhängen. „Das würde zur Folge haben, dass ein Großteil der Geschäfts- und Privatreisenden ihre Reisepläne nicht mehr umsetzen können“, erklärte Lammers.

Der Münchner Flughafenchef geht davon aus, dass derartige Restriktionen den vorsichtigen Wiederaufbau des Luftverkehrs massiv gefährden würden. Lammers weiter: „Die Testpraxis am Flughafen München hat sich bewährt, weil sie sowohl der Mobilität als auch dem Infektionsschutz zugutekommt.“

Update, 16.45 Uhr - Bundesregierung verlängert Reisewarnung für 160 Länder erneut

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung in Berlin entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aus Regierungskreisen erfuhr.Außenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine Reisewarnung für Touristen für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen.

Im Juni wurden dann die Länder der Europäischen Union, des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat ausgenommen. Später kamen noch Teile der Türkei hinzu. Für die anderen mehr als 160 Länder wurde die Reisewarnung zunächst bis zum 31. August verlängert. Jetzt gilt sie bis Mitte September, dann muss neu entschieden werden.Kritik an dieser Entscheidung gab es von Seiten des Reiseverbandes DRV. Von einem „falschen Signal“ war hierbei die Rede. DRV-Präsident Norbert Fiebig warf der Bundesregierung vor, Fakten zu vernachlässigen und ein komplexes Problem auf Reiserückkehrer zu verengen.

Update 16.12 Uhr - Sieben neue Fälle in Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 42 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 14,68.

Seit der letzten Pressemitteilung am 25. August sind beim Staatlichen Gesundheitsamt sieben Neuinfektionen eingegangen.

Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei in fünf Fällen um Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Ein Risikogebiet ist ein Staat oder eine Region außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, für den oder die zum Zeitpunkt der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Das Robert Koch-Institut aktualisiert fortlaufend eine Liste der Risikogebiete.

Es liegen somit insgesamt 1368 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurde. Als genesen gelten mindestens 1238 Personen (eine mehr als gestern).

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt.

Pressemeldung LRA Traunstein

Update, 15.18 Uhr - Söder fordert härtere Strafen für Quarantänebrecher

Bayerns Landeschef Markus Söder (CSU) hat sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise für höhere Strafen für Masken-Verweigerer und Quarantänebrecher ausgesprochen. Die Bußgelder müssten angehoben und Verstöße konsequent geahndet werden, forderte Söder nach der Sitzung des Koalitionsausschusses in Berlin.

Er setze zudem darauf, dass sich die Runde auf eine bundesweit einheitliche Philosophie nach dem Motto einigen werde, dass regional differenziert mehr getan werden müsse, je höher sich die Infektionsraten entwickelten, sagte Söder. Je schlechter die Zahlen seien, desto mehr müssten die Zügel angezogen werden. Die Maßnahmen müssten strenger und nicht lockerer werden. So sehe er beispielsweise Lockerungen bei Fußballspielen oder Großkonzerten sehr zurückhaltend und als kein gutes Signal. Zugleich kritisierte er erneut die geplanten Neuregelungen bei Corona-Tests für Reiserückkehrer. Man könne nicht verpflichtende Tests einführen, „und nach zwei Wochen schaffen wir sie wieder ab“. Es dürfe kein ständiges Hin und Her geben.

Update, 14.55 Uhr - Berchtesgadener Land meldet einen neuen Fall

Das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land meldete in seinem Zuständigkeitsbereich einen neuen Corona-Fall. Diese Person befand sich bereits als direkte Kontaktperson in Quarantäne und wurde nunmehr Corona-positiv abgestrichen. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 385 (Stand: 26. August, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt auf 9,4.

347 Personen gelten bereits als wieder genesen. Aktuell befinden sich 13 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung (1 weniger im Vergleich zu Dienstag). Zehn positiv getestete Urlaubsrückkehrer aus dem Landkreis in den zurückliegenden zwei Wochen (seit 11. August) lassen sich wie folgt den jeweiligen Reiseländern zuordnen: Kosovo (5), Kroatien (4), Türkei (1).

Update, 13.48 Uhr - Aktuelle Corona-Zahlen aus dem Kreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung von gestern, dem 25. August einen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 26. August 2020, 12 Uhr), so das Mühldorfer Landratsamt in einer aktuellen Statusmeldung. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen des Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 18,9. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 32 aktive Fälle, davon wird keiner stationär behandelt.

Update, 13.19 Uhr - Fluggast-Aufkommen in München massiv eingebrochen

Die Corona-Pandemie brachte den Flugpassagierverkehr im zweiten Quartal 2020 fast vollständig zum Erliegen. Auch die Halbjahreswerte sanken infolgedessen massiv ab. So meldeten die bayerischen Verkehrsflughäfen München, Nürnberg und Memmingen nach Auswertungen des Statistischen Bundesamts im ersten Halbjahr 2020 insgesamt 8,7 Millionen Passagiere im gewerblichen Luftverkehr (einschl. Transitverkehr), das sind 65,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Fracht- und Postaufkommen ging mit einem Minus von 45,7 Prozent nicht ganz so stark zurück. Bereits im ersten Quartal hatten die Flughäfen massive Einbußen hinnehmen müssen.

An Bayerns größtem Flughafen München sank im ersten Halbjahr 2020 die Zahl der Fluggäste an Bord um 65,9 Prozent auf rund 7,8 Millionen bei 83.501 Starts und Landungen (-58,2 Prozent). Besonders hoch waren die Verluste in den Monaten April und Mai, in welchen die Anzahl der Fluggäste um jeweils mehr als 99,0 Prozent einbrach. Fast 80 Prozent der Ein- und Aussteiger kamen von Januar bis Juni 2020 aus dem Ausland oder flogen ins Ausland. Das Fracht- und Postaufkommen sank um 46,4 Prozent auf 94.172 Tonnen.

Update, 12.18 Uhr - Personal von Wasserburger Lokal ohne Masken

Im Dienstbereich der Polizei Wasserburg gab es am Dienstag, 25. August, eine groß angelegte Kontrollaktion bezüglich der Einhaltung der aktuellen Corona-Regeln. Das Hauptaugenmerk lag nach Polizeiangaben auf der Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Dabei wurden insgesamt rund 70 Supermärkte, Kaufhäuser, Baumärkte oder Ladengeschäfte, aber auch Cafés und Restaurants kontrolliert. Zudem gab es auch Kontrollen in Bussen und Zügen.

Die überwiegende Mehrheit der Bürger hielt sich dabei an die aktuellen Regeln zum Infektionsschutz. Insgesamt gab es jedoch drei Anzeigen. Darunter war auch der Betreiber eines Lokals in Wasserburg, dessen Mitarbeiter - trotz anwesender Gäste - keine Masken trugen. Die „Maskenverweigerer“ müssen mit hohen Bußgeldern rechnen, und zwar im Bereich zwischen 250 und 5000 Euro.

Update, 11.04 Uhr - Gesundheitsminister Spahn: Nach Reisezeit kehren wir zur alten Teststrategie zurück

Bevor die Länderchefs am Donnerstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Verfahren in der Corona-Krise beraten, hat sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kurzfristig schon heute zur Test-Strategie geäußert.

Länder wie Spanien würden zeigen, wie schnell die Situation entgleiten könne. „Die Situation ist auch in Ländern entglitten, die beliebte Reiseziele der Deutschen sind.“ Daher sei sehr umfangreich getestet worden. „Wir sehen, dass das Durchschnittsalter der Infizierten weiter sinkt.“ Bei den Reiserückkehrern seien zwei Gruppen zu sehen: die Jüngeren (oftmals Partyurlauber) und Familien (die von Verwandtschaftsbesuchen) zurückkehren. 

Weiter betonte Spahn: Laborkapazitäten seien endlich. Nach den intensiven Tests in der Reisezeit sei es nun an der Zeit, zur ursprünglichen Strategie zurückzukehren. „Wir testen nach Ende der Reisezeit zielgerichtet Personen mit Symptomen und Menschen mit Kontakt zu Infizierten. Und wir testen gezielt Pflegekräfte.“ Es sei zumutbar, dass nach den Reisen in Risikogebiete ein starkes Quarantäne-Regime gelte, betont Spahn.

Update, 9.57 Uhr - Musterklagen: Für „Hotspot“ Ischgl könnte es teuer werden

Zur Rolle des österreichischen Touristenorts Ischgl, der bei der Verbreitung des Coronavirus zu einem absoluten „Hotspot“ in Europa wurde, zeichnen sich erste Muster-Prozesse ab. Er werde Ende September erste Klagen von Opfern auf Schadenersatz und Anerkennung von Folgeschäden beim Landgericht Wien einbringen, kündigte der österreichische Verbraucherschützer Peter Kolba gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) an. Darunter seien auch Fälle von Deutschen, die entweder durch die Erkrankung gestorben seien oder wie im Fall eines Mannes aus dem Rheinland nach langem Aufenthalt auf der Intensivstation mit Folgeschäden zu kämpfen hätten.

In einzelnen Fällen geht es um 100.000 Euro“, sagte Kolba. Nach seiner Darstellung haben die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch der Corona-Krise reagiert. Von dem für seine Après-Ski-Szene bekannten Ischgl aus sei das Virus in 45 Staaten getragen worden. Mehr als 6000 Tirol-Urlauber, davon viele Deutsche, haben sich inzwischen bei Kolba als Geschädigte gemeldet. Rund 1000 Menschen haben sich laut dem Verein bereits dazu entschlossen, sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte anzuschließen.

Update, 9.02 Uhr - UEFA: Supercup mit FC Bayern in Budapest vor Zuschauern

Triple-Gewinner FC Bayern wird wohl als erster Bundesligist seit Monaten wieder ein Pflichtspiel vor Zuschauern absolvieren. Wie die Europäische Fußball-Union UEFA mitteilte, sollen beim Supercup-Spiel des Champions-League-Siegers gegen den Gewinner der Europa League, in diesem Jahr der FC Sevilla, am 24. September in Budapest mehrere Tausend Fans zugelassen werden. Der Fußball habe in der Corona-Krise “etwas von seinem Charakter” verloren, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. “Wir hoffen, den Supercup als Pilotprojekt nutzen zu können.”

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge befürwortet das Vorhaben. “Ich begrüße die Entscheidung der Uefa, beim Supercupfinale des FC Bayern gegen den FC Sevilla am 24. September in Budapest Zuschauer auf Basis eines ausgearbeiteten Gesundheitskonzeptes wieder zuzulassen. Denn die Fans sind wichtiger Teil der Fußballkultur, ohne sie fehlen Atmosphäre und Emotionen”, erklärte Rummenigge auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bis zu 30 Prozent der rund 67.000 Plätze in der Puskás Aréna in Budapest sollen gefüllt werden. “Wir arbeiten eng mit dem ungarischen Verband und der Regierung zusammen, um die Gesundheit und Sicherheit aller am Spiel Beteiligten zu gewährleisten. Wir werden kein Risiko eingehen”, sagte Ceferin.

Update, 8.04 Uhr - Nürnberger „Corona-Party“ war keine private Feier

Eine Party mit einem Corona-Infiziertem in einem Nürnberger Nachtclub war möglicherweise nicht privat. „Stichproben-Anrufe bei Teilnehmern haben ergeben, dass es wohl keine geschlossene Gesellschaft gewesen ist“, sagte der Sprecher der Stadt Nürnberg, Andreas Franke. Doch das ist eine Voraussetzung für Privatfeiern in Clubs oder Diskotheken.
In dem Club hatte vom 15. auf den 16. August ein Gast mitgefeiert, der sich im Urlaub mit dem Coronavirus infiziert hatte und unter Quarantäne stand. Seitdem versuchen die Behörden, die mehr als 80 übrigen Gäste ausfindig zu machen. Weil die Teilnehmerlisten zum Teil unleserlich, fehlerhaft oder unvollständig waren, gestaltet sich das schwierig.

Deshalb hatte das Landratsamt Fürth über die Medien einen Aufruf gestartet, dass sich alle Kontaktpersonen testen lassen und vorerst isoliert zu Hause bleiben sollen. Dieses ist zuständig, weil der Infizierte aus Fürth kommt. Zwölf Gäste hätten sich daraufhin gemeldet, sagte Sprecher Christian Ell. Den Corona-Infizierten erwartet nach Angaben des Fürther Ordnungsamtes nun ein Bußgeld in Höhe von bis zu 10.000 Euro.

Illegale Corona-Feiern wie aktuell in Nürnberg sind unverantwortlich und in höchstem Maße rücksichtslos“, sagte der zuständige Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) in München. „Wo Appelle an die Vernunft nicht wirken, wird der Rechtsstaat hart durchgreifen.“ Bereits am vergangenen Wochenende hatten die Behörden in Nürnberg nach Angaben der Stadt eine als privat deklarierte Feier aufgelöst, weil die Auflagen nicht erfüllt waren. Polizei und Ordnungsamt wollen die Club-Szene deshalb an den nächsten Wochenenden verstärkt kontrollieren.

Update, 7.10 Uhr - Marseille führt Maskenpflicht in gesamten Stadtgebiet ein     

Frankreichs zweitgrößte Stadt Marseille verschärft im Kampf gegen das Coronavirus die Schutzmaßnahmen. Von Mittwochabend an gilt in der Hafenstadt am Mittelmeer Maskenpflicht, berichteten mehrere Medien am Dienstag unter Berufung auf die zuständige Präfektur. Außerdem müssen Bars, Restaurants und Geschäfte um 23 Uhr schließen. Die strengeren Regeln sollten zunächst bis Ende September gelten, berichtete die Nachrichtenplattform Franceinfo. Das Tragen einer Maske sei auch für Kinder über elf Jahren verpflichtend

Im Département Bouches-du-Rhône, in dem Marseille liegt, ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder stark gestiegen. Für die Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur wie auch für den Großraum Paris gilt eine Reisewarnung der Bundesregierung. Sie werden als Risikogebiete eingestuft. In Marseille – wie in vielen anderen französischen Städten – gab es zuvor bereits eine Maskenpflicht im Freien in bestimmten Stadtteilen. Die Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet soll am Mittwoch um 23 Uhr in Kraft treten.

1576 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Den Zahlen des Robert-Koch-Instituts zufolge gibt es in Deutschland rund 16.500 aktive Corona-Fälle. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1576 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Dienstag waren es 1278. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 236.429 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 26.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9280. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 210.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 0,90 (Vortag: 0,98). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen vom Montag lag dieser Wert bei 0,92 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mh/mw/dpa

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