News-Ticker zur Corona-Pandemie

Frühwarnwert in Rosenheim überschritten - Soldaten der Bundeswehr im Irak infiziert

Maskenpflicht
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Symbolbild

Landkreis/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (22. August) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 2951, Traunstein 1340, Berchtesgadener Land 380, Mühldorf 553, Altötting 674
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9260 Todesfälle in Deutschland (2632 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 18.31 Uhr - Bundeswehr-Soldaten bei Irak-Einsatz infiziert

Elf Bundeswehr-Soldaten haben sich im Irak mit dem Coronavirus infiziert. Zehn der Infizierten wurden bereits nach Deutschland zurückgeflogen. Im Irak wurden „unverzüglich Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionskette ergriffen und umgesetzt“, wie die Tagesschau berichtet.

Update, 16.53 Uhr - Debatte um Tests - Weniger Papier bei Einreise aus Risikogebieten

Der bürokratische Aufwand bei der Einreise aus einer zum Corona-Risikogebiet erklärten Region soll nach Plänen der Bundesregierung verringert werden.

Geplant ist, dass sich Urlauber vorher auf einer speziellen Internet-Seite registrieren und ihre Kontaktdaten sowie Angaben zum Reiseort und Gesundheitszustand dort eingeben können. Bisher erfolgt das in Papierform über sogenannte Aussteigekarten im Flugzeug oder Reisebus. Eine Sprecherin des zuständigen Bundesinnenministeriums bestätigte am Samstag entsprechende Pläne. Das Magazin „Business Insider“ hatte zuerst darüber berichtet.

Gleichzeitig wurden weiter Forderungen erhoben, dass Urlauber aus Risikogebieten die bisher kostenlosen Corona-Tests künftig selbst zahlen sollen. Solche Tests sollten „mittelfristig ähnlich wie Flughafengebühren auf den Reisepreis aufgeschlagen werden“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Es ist nicht akzeptabel, dass dies auf Dauer die Allgemeinheit bezahlt.“ Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte das kritisiert und mit Blick auf die nächsten Ferien im Herbst ein neues Vorgehen gefordert. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt es bisher ab, die Tests kostenpflichtig zu machen. Er befürchtet, dass manche Reisende dann versuchen könnten, sie zu umgehen.

dpa

Update, 15.01 Uhr - Frühwarnwert in Rosenheim und Landkreis Ebersberg überschritten

Im Landkreis Ebersberg und in Rosenheim hat die Zahl der Corona-Infektionen den vereinbarten Frühwarnwert überschritten. In Ebersberg gab es nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Samstag 35,88 Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner. In Rosenheim lag der Wert bei 47,28. 

Bei einem Wert von 35 sind die Gesundheitsämter verpflichtet, das Gesundheitsministerium über die Ursache der steigenden Zahlen und über lokale Gegenmaßnahmen zu informieren. Die von Bund und Ländern vereinbarte Schwelle für verschärfte Beschränkungen des öffentlichen Lebens liegt bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.

In Bayern sind bisher 54 843 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Dies teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen am Wochenende auf seiner Website mit (Stand: Samstag 08.00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2631 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten 49 090 Menschen.

dpa

Update, 14.23 - WHO empfiehlt Masken für Kinder ab zwölf Jahren

Für Kinder ab zwölf Jahren sollen laut einer neuen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beim Tragen von Masken die gleichen Regeln gelten, wie für Erwachsene. Das gab die WHO in einem mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef erarbeiteten Leitfaden für Entscheidungsträger bekannt.

Dieser befasst sich mit der Frage, ob und wann Kinder und Jugendliche Masken tragen sollen. Für jüngere Kinder im Alter zwischen sechs und elf Jahren wurde demnach das Tragen von Masken nicht generell empfohlen. In bestimmten Situationen, etwa wenn Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sollte es aber in Betracht gezogen werden, so zum Beispiel in Schulen. Masken könnten Kindern das Lernen allerdings auch erheblich erschweren, gestanden die internationalen Experten ein.

Jüngeren Kindern sollte nicht vorgeschrieben werden, Masken zu tragen, vor allem, weil sie sie alleine nicht richtig an- und ablegen könnten. Falls sie doch Masken tragen, sollten Kinder unter sechs Jahren unter ständiger Aufsicht stehen.

„Kinder sollten auch angehört werden bezüglich ihrer Wahrnehmungen und ihren Bedenken beim Tragen von Masken“, hieß es weiter. Transparente Visiere böten weniger Schutz als Stoffabdeckungen für Mund und Nase.

Es sei bislang nicht vollständig geklärt, in welchem Umfang Kinder zur Übertragung des Coronavirus beitragen, hieß es weiter. Nach Angaben der WHO gehen weltweit etwa ein bis sieben Prozent der registrierten Covid-19-Fälle auf Kinder zurück. Verglichen mit anderen Altersgruppen habe es bei ihnen weniger Todesfälle gegeben.

dpa

Update, 12.53 Uhr - Teststation A3 Donautal Ost wieder in regulärem Betrieb - Vorübergehender Personalengpass wegen Erkrankungen behoben

Am späten Freitagabend wurde dem StMGP bekannt, dass die Teststation Donautal-Ost an der A 3 bei Passau am Freitag, 21.8.2020, vorübergehend geschlossen werden musste. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte am Samstag Früh: „Durch die schnelle und flexible Unterstützung des Bayerischen Roten Kreuzes konnte der Testbetrieb bereits jedoch nach rund einer Stunde gegen 23 Uhr wiederaufgenommen werden. Das zeigt erneut die Leistungsfähigkeit unsere Hilfsorganisationen.“

Die Ursache der einstündigen Schließung lag nach Auskunft des Dienstleisters an Erkrankungssymptomen bei drei Mitarbeitern der Nachtschicht. Bei diesen Mitarbeitern des beauftragten Dienstleisters, die zur Betreuung der Teststrecke in der Nacht eingeteilt waren, galt es den Verdacht auf Infektionserkrankungen zunächst abzuklären. Daher konnten die Betroffenen aus Sicherheitsgründen ihren Dienst nicht antreten.

Huml unterstrich: „Ich bedanke mich bei den Hilfskräften für die außerordentlich schnelle und unbürokratische Unterstützung, die innerhalb von kürzester Zeit auf die Beine gestellt wurde.“

Die beauftragte Firma Eurofins sorgte noch in der Nacht für eine Personalaufstockung aus anderen Bereichen. Am heutigen Samstagvormittag ist der Testbetrieb planmäßig angelaufen und läuft störungsfrei. Angesichts des Rückreiseverkehrs am Wochenende ist mit einer hohen Auslastung zu rechnen.

Unabhängig von der kurzfristigen Schließung an der Rastanlage Donautal Ost hat das StMGP bereits am Freitagnachmittag vorbeugende Maßnahmen veranlasst, um den zu erwartenden verstärkten Rückreiseverkehr, auch aufgrund von vorzeitig Abreisenden rund um die neuen Risikogebiete in Kroatien, auf den Autobahnen am Wochenende abfedern zu können. So wurden die Testzentren Donautal Ost (A3) und Hochfelln (A8) um jeweils eine weitere Teststraße erweitert. Diese werden von Kräften des Bayerischen Roten Kreuz betreut. Die Logistik hierfür hat das THW zur Verfügung gestellt. Das StMGP steht in ständigem Austausch mit dem BRK und dem Dienstleister Eurofins, der die Teststation betreibt.

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Update, 11 Uhr - Plötzliche Schließung von Corona-Teststation an der A3

Die Corona-Teststation an der Autobahn 3 bei Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen. 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. Mitarbeiter des privaten Betreibers Eurofins hätten die Teststation plötzlich verlassen. Die Hintergründe seien noch unklar.

«Die Teststation war mindestens eine Stunde geschlossen», sagte der Sprecher. Schon im Laufe des Freitags mussten Reisende mit hohen Wartezeiten rechnen. Als die Ehrenamtlichen gegen 23 Uhr eintrafen, hätten mehrere Hundert Menschen vor den geschlossenen Zelten gewartet. Am frühen Morgen habe Eurofins den Betrieb wieder aufgenommen. «Wir werden das ganze Wochenende vor Ort sein, um die Testkapazitäten zu erhöhen», versprach der BRK-Sprecher.

Update, 10 Uhr - Hohe Bußgeldeinnahmen nach zehntausenden Corona-Verstößen

Wegen zehntausender Verstöße gegen die Corona-Auflagen der bayerischen Staatsregierung haben die Behörden Bußgeldbescheide in Millionenhöhe verhängt. Allein in München beläuft sich das Bußgeldaufkommen momentan auf insgesamt rund 950.000 Euro bei 5220 Bescheiden, wie ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Zentrale Bußgeldstelle in Nürnberg hat laut einer Sprecherin 1861 Bescheide erlassen mit Geldbußen von insgesamt 262.525 Euro. In Augsburg wurden nach Angaben des Ordnungsdienstes bislang rund 1700 Bußgeldbescheide mit einer Bußgeldsumme von etwa 400.000 Euro erlassen.

Das Innenministerium hat bayernweit bis Anfang August 64.143 sogenannte Anzeigenvorgänge zu Ordnungswidrigkeiten und Straftaten gemäß dem Infektionsschutzgesetz erfasst. Weil jemand auch mehrere Vergehen auf einmal oder nacheinander immer wieder begehen kann, ist die Zahl der Betroffenen beziehungsweise Beschuldigten mit 58.292 niedriger. Darüber hinaus betonte ein Ministeriumssprecher, dass sich der Stand der erfassten Fälle kontinuierlich ändern könne.

Das Gros der Verstöße betrifft die am 21. März begonnenen Ausgangsbeschränkungen: 45.441 Mal taucht dieser Punkt in der Statistik auf. Es folgen mit 15.758 Fällen verbotene Menschenansammlung. Verstöße gegen Quarantäne kommen 437 Mal vor, Veranstaltungsverbote 1777 Mal und Verstöße gegen die Maskenpflicht 1882 Mal. In 790 Fällen machte die Polizei Geschäfte dicht. Hinzu kommen unter anderem Einsätze in Form von Amtshilfe. Damit gemeint ist beispielsweise, wenn die Polizei dem Gesundheitsamt beim Ermitteln von Kontaktdaten einer Corona-infizierten Person hilft.

Verglichen mit Zahlen von Ende Mai wird deutlich, dass die Summe nicht mehr so stark steigt. Damals hatte das Innenministerium von 57 502 Vorgängen und 52 824 betroffenen Personen berichtet. Nach den strengen Beschränkungen vom Frühjahr gab es allerdings auch mittlerweile eine ganze Reihe an Lockerungen.

Die Staatsregierung hat einen Bußgeldkatalog für die Verstöße erlassen. Demnach muss beispielsweise 150 Euro zahlen, wer ohne Mund-Nasen-Schutz in Bus und Bahn unterwegs ist oder sich mit mehr Menschen als erlaubt trifft. 5000 Euro werden etwa für Unternehmer fällig, die kein Schutz- und Hygienekonzept für ihren Betrieb haben.

Doch in anderen Ländern fallen die Strafen teil deutlich heftiger aus. Dabei geht die ein oder andere Regierung mal über das finanzielle hinaus.

Erstmeldung:

RKI: Zahlen steigen nicht nur wegen mehr Tests - Große Anzahl kleiner Infektionsgeschehen

Die steigenden Fallzahlen seien derzeit aber nicht nur mit dem vermehrten Testaufkommen zu erklären, hatte das RKI vor einigen Tagen mitgeteilt. Bundesweit gebe es eine große Anzahl kleinerer Ausbruchsgeschehen, die beispielsweise mit größeren Feiern im Familien- und Freundeskreis in Verbindung stehen, heißt es im Lagebericht von Freitag (21.8.). Hinzu komme, dass Corona-Fälle zu einem großen Anteil unter Reiserückkehrern, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen, identifiziert werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 232 082 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9267. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 206 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 1,02 (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben von Freitag bei 1,12 (Vortag: 1,14 ). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

dpa

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