News-Ticker zur Corona-Pandemie

Labore überlastet: Jetzt soll das Ende der kostenlosen Corona-Tests folgen

Aufgrund von Überlastung der bearbeitenden Labore sollen nun die kostenlosen Corona-Tests wieder ausgesetzt werden.
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Aufgrund von Überlastung der bearbeitenden Labore sollen nun die kostenlosen Corona-Tests wieder ausgesetzt werden.

Landkreis/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag (24. August) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 2951, Traunstein 1340, Berchtesgadener Land 381, Mühldorf 566, Altötting 683
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9269 Todesfälle in Deutschland (2632 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.39 Uhr - Ende für kostenlose Tests?

Seit Ende Juli können sich Urlaubsrückkehrer aus Nicht-Risikogebieten in Deutschland kostenlos auf Corona testen lassen. Das Angebot wurde gut angenommen. An Autobahnteststellen in Bayern etwa brauchten Reisende am vergangenen Wochenende teilweise viel Geduld und mussten rund zwei Stunden warten. «Die Möglichkeit für kostenlose Testungen für Reisende aus Nicht-Risikogebieten wird beendet», hieß es am Montag in einer Mitteilung der Gesundheitsminister.

Ein genaues Datum wurde nicht genannt. Das dürfte am Donnerstag bei der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder besprochen werden. Beratungen der Länderchefs mit der Kanzlerin zum gemeinsamen Vorgehen in der Pandemie hatte es zuletzt im Juni gegeben.

Seit dem 8. August gilt: Reisende, die in Risikogebieten waren, müssen sich nach der Einreise kostenlos testen lassen, wenn sie keinen eigenen maximal 48 Stunden alten negativen Test vorweisen können. Ein negatives Ergebnis hebt die vorgeschriebene Quarantänepflicht auf. Nun ist geplant, dass für diejenigen, die aus Risikogebieten einreisen, wieder ausschließlich die Quarantäneregelung gelten soll. Das heißt: Die Betroffenen müssen sich wie bisher beim Gesundheitsamt melden und sich in Quarantäne begeben. Diese soll im Unterschied zur jetzigen Regelung aber erst dann verlassen werden dürfen, wenn mit einem frühestens fünf Tage nach der Einreise gemachten Test ein negatives Ergebnis vorgewiesen wird. Auch hier ist noch unklar, wann die Neuregelung kommen soll. Im Gespräch sind der 15. September oder der 1. Oktober.

«Zur verbesserten Kontrolle soll ein digitales Meldeportal durch die Bundesregierung entwickelt und gemeinsam mit den Ländern umgesetzt werden», hieß es am Montag von den Gesundheitsministern. Bisher müssen Reisende aus Risikogebieten im Flugzeug oder Reisebus Formulare mit Kontaktdaten und Angaben zum Gesundheitszustand ausfüllen. Die gehen an die Gesundheitsämter. «Kisten voller Papiere», hatte der Deutsche Städtetag kritisiert. Geplant ist nun, dass sich Reisende künftig vorher auf einer speziellen Internet-Seite registrieren und ihre Daten dort eingeben können.

Die umfassenden Tests bei Urlaubern werden auch deshalb zurückgefahren, weil die Labore in Deutschland inzwischen an ihre Grenzen stoßen, sowohl beim Personal als auch bei der Verfügbarkeit von notwendigen Materialien für die Tests. Deshalb müsse man die Teststrategie entsprechend anpassen, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag. Pro Woche würden momentan rund 875.000 Corona-Tests gemacht. Die Labore hätten eine theoretische Kapazität von rund 1,2 Millionen.

Update, 19.33 Uhr - Gesundheitsminister einig: Keine Pflichttests mehr nach dem Sommer

Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und kostenlose Corona-Tests für Urlauber aus anderen Regionen soll es nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach dem Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur nach einer Schaltkonferenz der Minister am Montag.

Update, 16.36 Uhr - Knapp 90 Prozent der positiv Getesteten seit August sind Reiserückkehrer

Die steigenden Zahlen von positiv auf das neuartige Corona-Virus getesteten Personen sind in der Region überwiegend auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Knapp 90 Prozent der neuen Fälle seit August hätten sich vor ihrem positiven Testergebnis im Ausland aufgehalten, so das Landratsamt Rosenheim in einer Pressemitteilung. Auffallend ist, dass ein Teil von ihnen sich nicht in einem vom Robert Koch-Institut definierten Risikogebiet aufgehalten hatte. Landrat Otto Lederer und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März empfehlen daher allen Reiserückkehrern, sich freiwillig testen zu lassen.

Die Statistik mit dazugehörigen Diagrammen könnt ihr hier sehen.

Update, 18.38 Uhr - Erster Fall einer zweiten Corona-Infektion nach Genesung in Hongkong?

Hongkonger Forscher haben eigenen Angaben zufolge erstmals eine erneute Corona-Ansteckung bei einem bereits länger genesenen Patienten nachgewiesen. Die Uniklinik der University of Hong Kong schrieb am Montag auf Twitter, dass Mikrobiologen der Hochschule weltweit erstmals einen solchen Fall dokumentiert hätten. Die Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass «Immunität nach einer natürlichen Infektion von kurzer Dauer sein kann».

Die Uniklinik verwies auf einen Bericht des öffentlichen Hongkonger Senders RTHK über die neuen Forschungsergebnisse. Demnach hatte sich ein Mann aus Hongkong im Frühjahr mit dem Virus infiziert. Nachdem er sich von der Corona-Infektion erholt hatte, sei das Virus bei ihm vier Monate später nach einer Spanienreise im August erneut nachgewiesen worden. Erbgutuntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich um verschiedene Varianten von Sars-CoV-2 handelte. Das spricht gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion.

Allerdings war die Informationslage am Montagnachmittag (später Abend Hongkonger Zeit) dünn, weil eine Presseerklärung der Uniklinik wohl nur an wenige Journalisten gemailt worden war. Maria van Kerkhove, Covid-19-Beauftragte der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nahm in einer Pressekonferenz Bezug zu der Presseerklärung und sagte: «So wie wir die Pressemitteilung verstehen, könnte das ein Beispiel für eine Reinfektion sein.»

Mehr als ein halbes Jahr nach Auftauchen von Sars-CoV-2 ist bislang nicht viel über mögliche erneute Ansteckungen bekannt geworden. Die wenigen Berichte zu solchen Fällen warfen bislang viele Fragen auf, wie auch die WHO schreibt. Studien, die Menschen nach einer Infektion über Jahre im Blick behalten, fehlen.

Forscher gehen nach Untersuchungen im Labor davon aus, dass eine durchgemachte Corona-Infektion zumindest zeitweise Schutz vor einer erneuten Ansteckung verleihen könnte.

Update, 16.17 Uhr - 12 Neuinfektionen im Landkreis Traunstein - Vier Reiserückkehrer im Landkreis Altötting positiv getestet

Seit der letzten Pressemitteilung am Freitag, 21. August, sind beim Staatlichen Gesundheitsamt in Traunstein zwölf Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei in sieben Fällen um Reiserückkehrer, davon fünf aus einem Risikogebiet.

Ein Risikogebiet ist ein Staat oder eine Region außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, für den oder die zum Zeitpunkt der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Das Robert Koch-Institut aktualisiert fortlaufend eine Liste der Risikogebiete.

Es liegen somit insgesamt 1356 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Auch im Landkreis Altötting sind nun vier neue Corona-Fälle zu verzeichnen. Alle Neuinfizierte seien Reiserückkehrer, so das zuständige Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Update, 16 Uhr - Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern meistern Corona-Krise und Regelbetrieb

Die Kliniken Südostbayern haben während dem ersten Corona-Lockdown trotz aller Probleme gute Arbeit geleistet. Zwar stehen sieben Millionen Euro Verlust zu Buche, die Sicherheit der Patienten sei jedoch weiter gewährleistet. „Jeder, der in irgendeiner Form medizinische Hilfe braucht, sollte und kann aufgrund der geltenden umfassenden Hygiene- und Schutzmaßnahmen ruhigen Gewissens einen Arzt oder eine unserer Kliniken aufsuchen“, appelliert Dr. Uwe Gretscher, Vorstandsvorsitzender der Kliniken Südostbayern AG (KSOB).

Update, 15.15 Uhr - Die aktuellen Zahlen aus dem Kreis Mühldorf und Berchtesgadener Land

Im Landkreis Altötting gibt es fünf neue Coronavirus-Fälle. Das bestätigte das Landratsamt Altötting in einer Pressemitteilung am Montagnachmittag. Derzeit würden die Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 22,4. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf am Inn 30 aktive Fälle.

Das Berchtesgadener Land dagegen verzeichnet einen neuen Fall. Die 7-Tage-Inzidenz bleibt konstant bei 7,6. Die Gesamtzahl der Corona-Fälle steigt somit auf 381 Personen.

Update, 14.43 Uhr - Deutsche Soldaten in Afghanistan mit Coronavirus infiziert

Zwei deutsche Soldaten der Nato-Ausbildungsmission in Afghanistan haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Eine Verlegung zurück nach Deutschland werde vorbereitet, sagte ein Sprecher aus Masar-e Scharif am Montag. Personen, die Kontakt zu den Soldaten hatten, seien in Quarantäne.

Ein Rückflug mit einer speziell dafür ausgerüsteten Maschine («MedEvac») sei angefordert und soll die Soldaten in Kürze nach Deutschland bringen. Der gesamte Ausbildungseinsatz ist wegen der Corona-Pandemie vor einiger Zeit weitgehend beschränkt worden.

Update, 12.38 Uhr - Bayern verschärft Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Dynamik der zweiten Corona-Welle in Bayern ausbremsen. „Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. „Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt“, sagte Söder.

Das Innenministerium erarbeite gerade mit dem Gesundheitsministerium den Bußgeldkatalog, er solle noch im Laufe der Woche bekannt gemacht werden. Ein Beschluss des Kabinetts ist für die Novelle nicht notwendig. Künftig sollen dann auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können, bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich. Insbesondere im privaten Bereich gelten die Kontrollen von Corona-Auflagen - auch was die Zahl von Gästen auf privaten Feiern angeht - als in der Praxis kaum machbar.

Im Kampf gegen die Pandemie kündigte Söder zudem eine Ausweitung der Corona-Testzentren auf die Bahnhöfe für Fernbusse an. Bislang gibt es nur an Autobahnen, Flughäfen und normalen Bahnhöfen mit Fernverkehr Testzentren. Spätestens ab Anfang September würden dann auch die regionalen Testzentren ihre Arbeit aufnehmen.

Update, 11.55 Uhr - Münchens OB macht „Corona-Crashkurs“ und fordert Alkoholverbot

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat einen „Corona-Crashkurs“ absolviert. „Unsere Virologen und Mediziner haben mir gesagt, was die ersten Anzeichen einer Infektion sind: Geschmacksverlust und Geruchsverlust. Wer morgens den Kaffeeduft nicht mehr riecht, sollte sich sofort testen lassen“, erklärte der SPD-Politiker dem Münchner Merkur.

Er habe Verständnis für die Menschen, die bei schönem Wetter raus wollen. Doch größere Treffen seien in der Corona-Krise kritisch. „Ich kann nicht zusehen, wie sich an Wochenenden regelmäßig Hunderte oder Tausende am Gärtnerplatz treffen, um unter Alkoholeinfluss gegen die Corona-Vorsichtsmaßnahmen zu verstoßen: ohne Maske, ohne Abstände“, sagte Reiter. „Ich könnte mir ein nächtliches Alkoholverbot vorstellen. Dazu gehört auch, den Verkauf von Alkohol in einem vernünftigen Umkreis um den Platz zu untersagen.“

Update, 10.57 Uhr - Johns Hopkins: Bereits mehr als 800 000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als 800.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit ist die Zahl der Todesopfer innerhalb von zweieinhalb Wochen, vom 5. bis 22. August (Samstag), um 100.000 angestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 Millionen auf 23 Millionen - eine Zunahme um gut 24 Prozent, die zeigt, dass sich die Pandemie in einigen Ländern weiter rasch ausbreitet.

Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es Johns Hopkins zufolge bislang fast 5,7 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 176.000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit 3,6 Millionen Infektionen und rund 114 000 Todesfällen. An dritter Stelle kommt Mexiko mit 60.000 Toten, gefolgt von fast 57.000 in Indien. In dem Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern wurde am Wochenende auch die Schwelle von drei Millionen bestätigten Infektionen überschritten.

Die WHO sprach am Sonntag von weltweit bislang 23 Millionen bestätigten Infektionen und 801.000 Todesfällen. Die Corona-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Krankheit Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann.

Update, 9.26 Uhr - Stadt Rosenheim erlässt neue Corona-Beschränkungen

Nachdem am Wochenende (22./23. August) der Grenzwert für die 7-Tage-Inzidenz mit 53,7 überschritten wurde, hat die Stadt Rosenheim in Abstimmung mit dem Rosenheimer Gesundheitsamt mit sofortiger Wirkung Kontakt-Beschränkungen erlassen. Mit diesem Beschränkungen soll die weitere Verbreitung des Corona-Virus unterbunden werden.

Die Maßnahmen sehen im Einzelnen vor: 

  • Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden zu einem zweiten Test nach fünf bis sieben Tagen verpflichtet. Er ist Voraussetzung für die Aufhebung der häuslichen Quarantäne. Diese Anordnung gilt für Stadt und Landkreis Rosenheim
  • Der Aufenthalt von Gruppen im öffentlichen Raum wird ab sofort auf Angehörige eines Hausstands, andernfalls auf maximal fünf Personen beschränkt. Diese Anordnung erfolgt für das Gebiet der Stadt Rosenheim verpflichtend, für das Gebiet des Landkreises gilt eine entsprechende Empfehlung.
  • Die Teilnehmerzahl bei nicht öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wird auf 50 Personen begrenzt. Unter freiem Himmel sind maximal 100 Personen zugelassen. Diese Regelung ist wiederum für das Rosenheimer Stadtgebiet verpflichtend, für das Gebiet des Landkreises gilt eine entsprechende Empfehlung. 
  • Allen Reiserückkehrern aus dem Ausland, vor allem aus südosteuropäischen Ländern wird zudem dringend empfohlen, das kostenlose Testangebot, z.B. an der Teststation Hochfelln an der A8 und an der Rastanlage Heuberg an der A93 in Anspruch zu nehmen.

Die Maßnahmen werden mindestens solange aufrechterhalten bis der Schwellenwert 7 Tage in Folge nachhaltig unterschritten wird, so die Stadt in einer aktuellen Pressemitteilung.

Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März sieht angesichts der neuerlich erhöhten Infektionszahlen die positiv Getesteten in einer besonderen Verantwortung - sein ausführliches Statement lest Ihr hier.

Update, 9.02 Uhr - Hohe Bußgeldeinnahmen nach Zehntausenden Corona-Verstößen

Wegen Zehntausender Verstöße gegen die Corona-Auflagen der bayerischen Staatsregierung haben die Behörden Bußgeldbescheide in Millionenhöhe verhängt. Allein in München beläuft sich das Bußgeldaufkommen momentan auf insgesamt rund 950.000 Euro bei 5220 Bescheiden, wie ein Sprecher des Kreisverwaltungsreferats (KVR) der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Zentrale Bußgeldstelle in Nürnberg hat laut einer Sprecherin 1861 Bescheide erlassen mit Geldbußen von insgesamt 262.525 Euro. In Augsburg wurden nach Angaben des Ordnungsdienstes bislang rund 1700 Bußgeldbescheide mit einer Bußgeldsumme von etwa 400.000 Euro erlassen.

Das Gros der Verstöße betrifft die am 21. März begonnenen Ausgangsbeschränkungen: 45.441 Mal taucht dieser Punkt in der Statistik auf. Es folgen mit 15 758 Fällen verbotene Menschenansammlung. Verstöße gegen Quarantäne kommen 437 Mal vor, Veranstaltungsverbote 1777 Mal und Verstöße gegen die Maskenpflicht 1882 Mal. In 790 Fällen machte die Polizei Geschäfte dicht. Hinzu kommen unter anderem Einsätze in Form von Amtshilfe. Damit gemeint ist beispielsweise, wenn die Polizei dem Gesundheitsamt beim Ermitteln von Kontaktdaten einer Corona-infizierten Person hilft.

Verglichen mit Zahlen von Ende Mai wird deutlich, dass die Summe nicht mehr so stark steigt. Damals hatte das Innenministerium von 57.502 Vorgängen und 52.824 betroffenen Personen berichtet. Nach den strengen Beschränkungen vom Frühjahr gab es allerdings auch mittlerweile eine ganze Reihe an Lockerungen.

Update, 7.54 Uhr - Rosenheim will offenbar Quarantäne und zweiten Test für Reiserückkehrer 

Am Samstag wurde laut den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) der Corona-Frühwarnwert (von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner) mit 47,38 deutlich überschritten (Stand: 22. August, 8 Uhr). Deswegen wird am Montag bei der Stadt Rosenheim der Krisenstab zusammentreten und über schärfere Maßnahmen im Kampf gegen Corona beraten.

„Wir beobachten die Zahlen sehr genau“, hatte Oberbürgermeister Andreas März am Sonntagabend dem Bayerischen Rundfunk bestätigt. Der CSU-Politiker sagte weiter, dass es sich bei den meisten Neu-Infizierten um Reiserückkehrer handeln würde und die Infektionsgefahr in der Stadt aus seiner Sicht nur „mittelmäßig“ zu bewerten sei. Angedacht sind laut dem Bericht nun Quarantänemaßnahmen sowie ein zweiter verpflichtender Corona-Test für Reiserückkehrer. Über mögliche weitere Maßnahmen, z.B. die Schließung von Restaurants/Lokalen, gab es keine Informationen. Auch im Landkreis Ebersberg war der Frühwarnwert am Wochenende deutlich überschritten worden.

Update, 7.03 Uhr - Gesundheitsminister beraten über weitere Strategie in Corona-Krise

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen an diesem Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten. Bei einer Telefonkonferenz soll es unter anderem um die Auflagen für Familienfeiern und andere Veranstaltungen gehen, wie Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) als Vorsitzende der Konferenz ankündigte. In der Frage, ob es neue Obergrenzen für private Feste geben sollte, gibt es bisher keine klare Linie. Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Regelung stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand.

Bei einer Videokonferenz wollen am Donnerstag auch die Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über dieses Thema beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angeregt, wegen des Ansteckungsrisikos noch einmal über die erlaubte Größe solcher privaten Feste zu sprechen. In den Bundesländern gelten bisher unterschiedliche Regelungen. In Berlin zum Beispiel sind zurzeit Innenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt. In Nordrhein-Westfalen dürfen bei „geselligen Veranstaltungen wie Hochzeiten“ drinnen maximal 150 Gäste anwesend sein, in Bayern maximal 100.

Angesichts steigender Infektionszahlen gibt es auch Überlegungen, die Maskenpflicht auszuweiten, etwa im Berufsleben und in den Schulen. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erklärte am Wochenende, viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz schon eingeführt. „Das könnte auf jeden Fall ein Schritt sein, der auch bundesweit verpflichtend wird, jedenfalls wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könnte.“

711 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Montagmorgen hatten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 711 Fälle an das RKI übermittelt. An Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 233.575 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Montagmorgen im Internet meldete (Datenstand 24.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9272. Seit dem Vortag wurden drei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Montagmorgen hatten etwa 208.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,08 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag bei 1,07 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mh/mw/„Wir beobachten die Zahlen sehr genau“, hatte Oberbürgermeister Andreas März am Sonntagabend dem Bayerischen Rundfunk bestätigt. Der CSU-Politiker sagte weiter, dass es sich bei den meisten Neu-Infizierten um Reiserückkehrer handeln würde und die Infektionsgefahr in der Stadt aus seiner Sicht nur „mittelmäßig“ zu bewerten sei. Angedacht sind laut dem Bericht nun Quarantänemaßnahmen sowie ein zweiter verpflichtender Corona-Test für Reiserückkehrer. Über mögliche weitere Maßnahmen, z.B. die Schließung von Restaurants/Lokalen, gab es keine Informationen. Auch im Landkreis Ebersberg war der Frühwarnwert am Wochenende deutlich überschritten worden.

Polizei Rosenheim verwendet Corona-Listen aus Gaststätten für Emittlungen

Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Polizei nutzt die sogenannten „Corona-Gästelisten" auch für Delikte, die eher der Kleinkriminalität zugeordnet werden können. Auch in Rosenheim.

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