News-Ticker zur Corona-Pandemie

Arbeitsverbot auch für corona-freie Erntehelfer in Mamming - Gericht hat entschieden

Mamming Corona Symbolbild
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Mamming Corona Symbolbild

Landkreis/Welt - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sechs Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch, 5. August, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2865, Traunstein 1318, Berchtesgadener Land 358, Mühldorf 515, Altötting 620
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9148 Todesfälle in Deutschland (2622 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Update, 21.30 Uhr - Arbeitsverbot auch für corona-freie Erntehelfer in Mamming

Nach zahlreichen Corona-Fällen auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming ist der Landwirt vor Gericht mit einem Antrag gescheitert, dass negativ auf Corona getestete Erntehelfer wieder für ihn arbeiten können. Das Verwaltungsgericht Regensburg bestätigte laut Mitteilung vom Mittwoch eine Entscheidung des Landratsamts Dingolfing-Landau, die eine vollständige häusliche Quarantäne aller Beschäftigten auf dem Hof als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Verbreitung von Sars-CoV-2 angeordnet hatte. Den Antrag des Gemüsebauern auf Erlass einer einstweiligen Anordnung lehnten die Richter ab (Az. RN 14 E 20.1311).

Er hatte argumentiert, dass der Einsatz der negativ getesteten Erntehelfer dringlich sei, weil die Haupterntezeit von Einlegegurken nur bis Mitte August dauere. Ohne die Erntehelfer sei ein Totalausfall der diesjährigen Gurkenernte zu erwarten. Das wiederum sei für den Landwirt existenzbedrohend, teilte das Gericht mit.

Derzeit befinden sich den Angaben nach etwa 470 Menschen als Erntehelfer auf dem Anwesen. Bei einer ersten Reihentestung am 25. Juli waren bei 174 von ihnen positive Befunde festgestellt worden, fast 300 wurden negativ getestet. Bei einer zweiten Reihentestung am 31. Juli hatten auch 52 der zunächst negativ getesteten Personen positive Testergebnisse.

Das Gericht entschied am Dienstag, die behördliche Entscheidung sei «ermessensgerecht und verhältnismäßig». «Die vollständige Isolation der Erntehelfer sei insbesondere erforderlich, um die unkontrollierte Weiterverbreitung des Virus zu stoppen», hieß es. «Sie sei trotz der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen für den Antragsteller auch angemessen, da von Sars-CoV-2 eine große Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe ausgehe.» Gegen den Beschluss kann der Gemüsebauer noch Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einreichen.

Neben den Arbeitern des Gemüsehofs mussten auch die Mitarbeiter einer Konservenfabrik in Mamming, die Gemüsekonserven und Sauerkraut herstellt, wegen Corona in Quarantäne. Beide Betriebe liegen in der Nähe der etwa 2800 Einwohner großen Gemeinde - die Behörden gehen deshalb davon aus, dass es zu einer Übertragung von Mitarbeitern des Agrarbetriebes zu Beschäftigten der Konservenfabrik gekommen ist.

Laut Landratsamt Dingolfing-Landau sind derzeit 166 von 600 Mitarbeitern der Konservenfabrik positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. An zwei weiteren Standorten des Betriebs in Simbach bei Landau und Eichendorf wurden 130 weitere Arbeiter getestet. Ein Ergebnis lag am Mittwoch laut Landratsamt noch nicht vor.

Update, 19.05 Uhr - Quarantäne-Pflicht für Einreisende und Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Mit dem Anstieg der Corona-Infektionen in der Urlaubszeit weist das Landratsamt nochmals auf die Quarantänebestimmungen der bayerischen Einreise- Quarantäneverordnung (EQV) hin. Personen wie beispielsweise Urlauber, Erntehelfer oder Reiserückkehrer von Familienbesuchen, die sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise mindestens 48 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen sich unverzüglich nach der Einreise in Bayern unaufgefordert selbst für einen Zeitraum von 14 Tagen in Quarantäne begeben.

Außerdem müssen sie dies beim Gesundheitsamt Mühldorf a. Inn unter der Telefonnummer 08631/699-330 oder per E- Mail an corona-bearbeitung@lra-mue.de anzeigen. Eine Quarantäne ist nicht erforderlich, wenn der Einreisende über einen Nachweis eines negativen Corona-Tests (PCR ) verfügt, der höchstens 48 Stunden vor der Einreise erfolgte.

Ebenso kann durch Vorlage eines solchen negativen Tests eine Entlassung aus der Quarantäne erreicht werden. Der Test besagt jedoch nur, dass der Reisende zum Zeitpunkt des Abstrichs nicht erkrankt ist. Da die Inkubationszeit 14 Tage beträgt, kann innerhalb dieses Zeitraums der Test jederzeit noch positiv werden.

Daher werden alle Reiserückkehrer gebeten, trotz Entlassung aus der Quarantäne mit Kontakten sehr vorsichtig zu sein und falls sie in einem sensiblen Bereich arbeiten, ihren Arbeitgeber zu informieren. Bei Verstößen gegen die Quarantänebestimmungen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld belangt werden kann.

Risikogebiet in diesem Sinne ist ein Staat oder eine Region außerhalb Deutschlands, für die zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht.

Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts (RKI) über die Einstufung als Risikogebiet. Das RKI aktualisiert laufend die Liste und stellt sie auf der RKI-Website www.rki.de unter „Covid-19 in Deutschland“ in der Rubrik „Reiseverkehr“ zur Verfügung. Als Risikogebiete gemäß RKI gelten derzeit (Stand 31.07.) z. B.: Kosovo, Bosnien, Albanien, Türkei, Ägypten, Bahamas, Indien, Israel, Kenia, Luxemburg, Marokko oder in Spanien derzeit 3 Regionen, darunter Katalonien. Die Ausnahmen von der Quarantänepflicht sind in der Einreise-Quarantäneverordnung geregelt und können in begründeten Einzelfällen beim Landratsamt auf Antrag erteilt werden.

Diese Ausnahmen gelten aber nur, wenn diese Personen keine Symptome aufweisen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 hinweisen. Die vollständige Einreise-Quarantäneverordnung ist unter https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/rechtsgrundlagen/ und direkt unter https://www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-335/ zu finden.

Pressemitteilung des Landratsamtes Mühldorf am Inn

Update, 17.48 Uhr - Keine Neuerkrankungen im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit fünf aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt weiterhin bei 1,69.

Am Mittwoch sind beim Staatlichen Gesundheitsamt keine Neuinfektionen eingegangen. Es liegen somit weiterhin insgesamt 1318 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1225 Personen.

In den Kliniken im Landkreis Traunstein werden derzeit keine COVID-19-Patienten behandelt.

Update, 16.30 Uhr - Ein neuer Corona-Fall im Berchtesgadener Land 

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern einen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gibt. Bei dieser Person handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet, der umgehend nach seiner Rückkehr symptomfrei auf Covid-19 abgestrichen wurde. Dieser Abstrich fiel in der Folge positiv aus. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt auf 358 (Meldestand: 05. August, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land sinkt auf 5,7.
 

Von den insgesamt 358 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind nach wie vor 324 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell befinden sich noch 9 SARS-CoV-2-Infizierte in medizinischer Behandlung (1 mehr im Vergleich zum Vortag).

Update, 15.50 Uhr - Bayern verstärkt Corona-Tests in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen

Im Kampf gegen Corona will der Freistaat auch Tests in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen verstärken. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte am Mittwoch: „Zum Schutz der Patienten sowie der Beschäftigten sollen zunehmend auch asymptomatische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen getestet werden. Das ist ein wichtiger strategischer Baustein in unserer Teststrategie. Außerdem ist der Bund unserer Initiative gefolgt, auch Tests bei Patienten in Rehabilitationseinrichtungen in die entsprechende Bundesverordnung aufzunehmen.“

Auch vor der Veröffentlichung der Bundesverordnung gab es schon Tests für Mitarbeiter in Krankenhäusern, die aber von den Einrichtungen selbst getragen wurden. Wie die Ministerin betonte, sei die offene Kostenfrage nun gelöst. Damit sei die Basis für kostenlose Tests in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen geschaffen.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte zuvor eine Verordnung vorgelegt, die zunächst nur Krankenhäuser umfassend berücksichtigt hatte. Nun wurden unter anderem auf Drängen Bayerns auch Rehabilitationseinrichtungen umfassender berücksichtigt.

Update, 15.11 Uhr - Neue Corona-Sorgen auf Schiff in Norwegen - Passagiere in Quarantäne

Nach dem Coronavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff „Roald Amundsen“ sind die Besatzungsmitglieder und Passagiere eines weiteren Schiffs in Norwegen in Quarantäne genommen worden. Grund dafür sei, dass ein Passagier einer vorherigen Kreuzfahrt auf der „SeaDream 1“ nach der Heimkehr nach Dänemark positiv auf das Virus getestet worden sei, teilte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am späten Dienstagabend mit.

Das Schiff brach seine aktuelle Fahrt deshalb ab und ging in der Nacht zum Mittwoch im Hafen der Stadt Bodø vor Anker, wie die norwegische Zeitung „Aftenposten“ berichtete. Die Passagiere seien gebeten worden, in ihren Kabinen zu bleiben. Zunächst sollten nun die 85 Besatzungsmitglieder an Bord auf Corona getestet werden.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle zweier Kreuzfahrten der „Roald Amundsen“ stieg derweil auf insgesamt 44. Darunter sind nach Angaben des Gesundheitsinstituts nun 35 Besatzungsmitglieder und neun Passagiere.

Als Reaktion auf den Ausbruch hatte die Reederei Hurtigruten zum Wochenstart jegliche Kreuzfahrten mit ihren drei Expeditionsschiffen gestoppt. Die „SeaDream 1“ gehört dagegen zur Reederei SeaDream Yacht Club, die mitteilte: „Wir hoffen aufrichtig, dass es kein Covid-19 an Bord gibt, und uns sind keine anderen Gäste oder Crew-Mitglieder bekannt, die infiziert sind oder Symptome haben. Aber wir treffen alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.“

Update, 14.31 Uhr - Corona-Krise hat Lernzeit von Kindern halbiert

Die Zeit, in der sich Kinder täglich mit Schule und Lernen beschäftigen, hat sich einer Umfrage zufolge während der coronabedingten Schulschließungen in etwa halbiert: Statt 7,4 Stunden waren es auf dem Höhepunkt der Krise nur noch 3,6 Stunden. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten bundesweiten Befragung des Ifo-Instituts von mehr als 1000 Eltern hervor.

Die fehlende Schule wurde durch das Lernen zu Hause also nicht annähernd kompensiert. Dagegen verbrachten Kinder und Jugendliche im Schnitt 5,2 Stunden mit Fernsehen, Computer- oder Handyspielen und sozialen Medien. Zuvor waren es 4 Stunden.

Auffällig ist: Bei Leistungsschwächeren ging die Zeit für Schule und Lernen stärker zurück - von 7,4 auf 3,4 Stunden. Bei Leistungsstärkeren waren es 7,5 und dann 3,9 Stunden. Dagegen stieg die Zeit, in der Leistungsschwächere mit Fernsehen, Computer- oder Handyspielen und sozialen Medien verbrachten, von 4,6 auf 6,3 Stunden. Bei Leistungsstärkeren war es ein Anstieg von 3,8 auf 4,8.

„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass wir unter Beachtung der Schutzmaßnahmen wieder zum normalen Schulunterricht zurückkehren. Wo Schließungen unvermeidlich sind, sollten die Schulen direkt auf Online-Unterricht umstellen“, sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann, bei der Vorstellung der Studie.

Update, 12.57 Uhr - Corona-Fälle beim Personal: Mallorca-Hotel muss für den Rest der Saison schließen

Nach insgesamt 10 Corona-Fällen beim Personal muss das Hotel „Club Cala Barca“ auf Mallorca schließen. Das berichtet das spanische Portal „Ultima Hora„. Demnach habe sich ein Mitarbeiter vor rund einer Woche krankgemeldet. Daraufhin sei das Personal getestet worden, wodurch neun weitere Fälle festgestellt wurden.

Das Hotel nimmt nun keine neuen Reservierungen an, bereits gebuchte Reservierungen wurden auf ein 40 Kilometer entferntes Hotel umgeschrieben. Bisher zeige keiner der Gäste Symptome. Die letzten Gäste werden das Hotel am Sonntag verlassen, dann steht eine umfangreiche Desinfizierung des Geländes an. In der laufenden Saison wir das Hotel nicht mehr öffnen.

Update, 11.28 Uhr - Gesundheitsminister Spahn verteidigt Maskenpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Bereichen in der Öffentlichkeit verteidigt. „Mich nervt das Maske-Tragen auch manchmal, aber es ist doch im Vergleich zu allen anderen Dingen, die wir erlebt haben im März, April ein echt milderes Mittel“, sagte der CDU-Politiker im „Morning Briefing“-Podcast (Mittwoch) von Gabor Steingart. Es sei besser, mit Maske in bestimmten Situationen Dinge möglich zu machen, als sie irgendwann gar nicht mehr möglich machen zu können, sagte er mit Blick auf Restaurantbesuche oder Einkäufe.

Zum Freiheitsargument von Masken-Gegnern sagte Spahn: „Freiheit kommt nie unendlich und ohne die Freiheit der anderen. Und hier geht es ja darum, die anderen im Geschäft, in der U-Bahn, in der Gastronomie, deren Freiheit zu schützen, nämlich deren körperliche Unversehrtheit.“

Die Frage, ob jemand krank werde, habe auch etwas mit Freiheit und Nicht-Freiheit zu tun. Es gehe um eine Abwägung. „Und hier war die Entscheidung: Um die Freiheit der anderen zu schützen, gibt es an bestimmten Stellen Masken.“ Das Virus sei noch da, und da, wo man es ihm leicht mache, gehe es auf einmal wieder ganz schnell, sagte Spahn unter Verweis auf andere Länder mit hohen Infektionszahlen.

Update, 10.32 Uhr - Nordrhein-Westfalen plant 150 Euro Bußgeld für „Masken-Muffel“

Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro verhängen. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte der „Rheinischen Post“ (Mittwoch): „Inzwischen sollte jeder verstanden haben, dass in Bus und Bahn Maskenpflicht gilt. Deshalb ist ganz klar: Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen.“ Wüst kündigte an: „Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist.“

Die Verschärfung solle mit einer Überarbeitung der NRW-Coronaschutzverordnung Mitte nächster Woche in Kraft treten, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie gelte dann für alle Züge, auch Fernzüge in NRW.

Bisher werden Bußgelder in NRW nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz einer entsprechenden Aufforderung weiter weigern, die Maske aufzusetzen. Diese Ermahnung soll wegfallen. Wüst sagte, man wolle „keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln“. Es gehe um die Solidarität mit den schwächsten der Gesellschaft. „Die kleine Unbequemlichkeit, die Maske zu tragen, verhindert eine mögliche Katastrophe.“ Probleme mit „Maskenmuffeln“ gebe es in der Praxis vor allem bei Freizeitverkehren, sagte der Ministeriumssprecher. Berufspendler trügen dagegen zu fast 100 Prozent die Maske.

Update, 9.11 Uhr - Gericht: Arbeitsverbot auch für corona-freie Erntehelfer in Mamming

Nach zahlreichen Corona-Fällen auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming ist der Landwirt vor Gericht mit dem Versuch gescheitert, dass negativ auf Corona getestete Erntehelfer wieder für ihn arbeiten können. Das Verwaltungsgericht Regensburg bestätigte laut Mitteilung vom Donnerstag eine Entscheidung des Landratsamts Dingolfing-Landau, die eine vollständige häusliche Quarantäne aller Beschäftigten auf dem Hof als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Verbreitung von Sars-CoV-2 angeordnet hatte. Den Antrag des Gemüsebauern auf Erlass einer einstweiligen Anordnung lehnten die Richter ab (Az. RN 14 E 20.1311).

Er hatte argumentiert, dass der Einsatz der negativ getesteten Erntehelfer dringlich sei, weil die Haupterntezeit von Einlegegurken nur bis Mitte August dauere. Ohne die Erntehelfer sei ein Totalausfall der diesjährigen Gurkenernte zu erwarten. Das wiederum sei für den Landwirt existenzbedrohend, teilte das Gericht mit.

Derzeit befinden sich den Angaben nach etwa 470 Menschen als Erntehelfer auf dem Anwesen. Bei einer ersten Reihentestung am 25. Juli waren bei 174 von ihnen positive Befunde festgestellt worden, fast 300 wurden negativ getestet. Bei einer zweiten Reihentestung am 31. Juli hatten auch 52 der zunächst negativ getesteten Personen positive Testergebnisse.

Das Gericht entschied am Dienstag, die behördliche Entscheidung sei „ermessensgerecht und verhältnismäßig“. „Die vollständige Isolation der Erntehelfer sei insbesondere erforderlich, um die unkontrollierte Weiterverbreitung des Virus zu stoppen», hieß es. „Sie sei trotz der gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen für den Antragsteller auch angemessen, da von Sars-CoV-2 eine große Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung mit dem Risiko schwerer Krankheitsverläufe ausgehe.“ Gegen den Beschluss kann der Gemüsebauer noch Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einreichen.

RKI: 741 neue Corona-Infektionen - rund 8200 aktive Fälle

In Deutschland gibt es laut den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 8200 aktive Corona-Fälle. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mh/mda/dpa

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