News-Ticker zur Corona-Pandemie

Die aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen Mühldorf und Traunstein

Forscher bei Impfstoff-Erforschung
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Der Preis des Impfstoffs soll „fair und angemessen" sein.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (22. September) im Newsticker:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3222, Traunstein 1434, Berchtesgadener Land 432, Mühldorf 644, Altötting 752
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9396 Todesfälle in Deutschland (2651 in Bayern)
  • Drei-Stufen-Plan für das Schuljahr 2020/2021
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Fallzahlen im Überblick:

20.03 Uhr - Die aktuellen Fallzahlen aus den Landkreisen Mühldorf und Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 21. September zwei neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 22. September 2020, 8 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen der Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 10,4. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 12 aktive Fälle, davon wird keiner stationär behandelt.

Im Bereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 30 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 7,91. Seit der letzten Pressemitteilung am 21.09.20 ist beim Staatlichen Gesundheitsamt eine Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei um keinen Reiserückkehrer. Es liegen somit insgesamt 1434 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1316 Personen (eine Person mehr seit der Meldung am 21.09.20).

Update, 17.50 Uhr - Corona-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten

Corona-Impfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der Verbandsgruppe Impfungen Europa, Sue Middleton, bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments am Dienstag in Brüssel. Genaue Preise seien in den bisher geschlossenen Vereinbarungen zwischen Impfstoff-Herstellern und der Europäischen Union aber nicht festgelegt worden.

Der Vizepräsident des Herstellers Sanofi, Thomas Triomphe, versicherte, dass es einen fairen und niedrigen Preis geben werde. Ein reduzierter Preis solle für Entwicklungsländer gelten. Wie viel genau eine Impfdosis kosten werde, könne man noch nicht sagen. Die Forschung sei noch nicht weit genug, um etwa die genaue Dosierung des Wirkstoffes zu kennen.

Die EU-Kommission hatte mit den Herstellern Sanofi und GSK sowie mit AstraZeneca Rahmenverträge über die Lieferung von mehreren Hundert Millionen Dosen Impfstoff geschlossen. Mit weiteren Herstellern sind Sondierungsgespräche abgeschlossen. Bisher ist allerdings noch keiner der Impfstoffe abschließend getestet und zugelassen.

Update, 17.13 Uhr - München und Würzburg bleiben Corona-Brennpunkte in Bayern

n München und Würzburg gibt es weiter viele Corona-Infizierte. 55,93 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag für die Landeshauptstadt. In Würzburg lag der Inzidenzwert bei 60,99. Neue Corona-Brennpunkte kamen nicht hinzu. Die Lage in Garmisch-Partenkirchen hat sich beruhigt: Mit zeitweise mehr als 57 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche war die Stadt stark betroffen. Am Dienstag lag der Wert bei 18,09. Die Beschränkungen in der Stadt sollten deshalb an diesem Tag auslaufen.

Update, 16.36 Uhr - „Arbeiter“ bei Töging mit gefälschten Corona-Tests gestoppt

Die Bundespolizei hat am Montag, 21. September, an der A94 bei Töging am Inn (Landkreis Mühldorf) die Einschleusung von 15 Ukrainerinnen und Ukrainern vereitelt und ihre beiden mutmaßlichen Schleuser festgenommen. Alle Reisenden hatten gefälschte Corona-Tests, gefälschte Arbeitsverträge und fingierte Hotelreservierungen dabei.

Die Personen waren in zwei Transportern in Fahrtrichtung München unterwegs, als sie von den Beamten angehalten und kontrolliert wurden. Die Kontrollierten gaben an, dass sie auf dem Weg zur Arbeit seien. Allerdings konnte niemand die dafür erforderlichen Aufenthaltstitel vorlegen. Alle 17 Personen wurden wegen Urkundenfälschung sowie unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthaltes angezeigt. Sie erhielten ein zweijähriges Einreiseverbot in die Bundesrepublik und wurden anschließend nach Österreich zurückgeschickt.

Update, 15.50 Uhr - Keine neuen Fälle im Berchtesgadener Land

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Berchtesgadener Land sind seit dem letzten Meldezeitpunkt keine neuen Corona-Fälle gemeldet worden. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land bleibt somit bei 432 (Stand: 22. September, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land sinkt damit auf 17,9. 

Von den insgesamt 432 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind mittlerweile 387 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen (sechs mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Aktuell gibt es noch 20 akut Infizierte im Landkreis (sechs weniger seit der letzten Meldung).

Update, 15.03 Uhr - Söder appelliert an Vernunft von Fußball-Fans

Fußball-Fans des FC Bayern München müssen bei einer Reise zum Supercup-Finale in Budapest nach der Rückkehr zum Corona-Test oder in Quarantäne. Das Kabinett des Freistaats verschärfte am Dienstag seine Einreise-Quarantäneverordnung und strich eine bislang vorgesehene Ausnahmeregel. Demnach sind Sport-Anhänger bei Aufenthalten von weniger als 48 Stunden in Risikogebieten nicht mehr von der Quarantänepflicht befreit. Das gilt auch für Reisen zu Kulturveranstaltungen oder aus Freizeitgründen.

Das trifft insbesondere das Thema Supercup“, sagte Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU-Chef appellierte erneut, dass Anhänger auf einen Besuch des Champions-League-Siegers FC Bayern am Donnerstag gegen Europa-League-Gewinner FC Sevilla verzichten sollten. „Jeder soll sich das nochmal ganz genau überlegen, ob das sinnvoll ist, denn Budapest ist ein Hochrisikogebiet“, sagte Söder. Für Geschäftsreisende bleibt die bisherige Ausnahmeregel bestehen.

Update, 14.24 Uhr - Söder: „Corona zunehmend ein Großstadtproblem“

Wir stehen an einer ganz spannenden Weggabelung“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Man dürfe nicht die Geduld verlieren im Kampf gegen das Virus. Priorität in Bayern habe der Schutz von Arbeitsplätzen, Schulen und Kindergärten. Es müsse ein „zweiter General-Lockdown unbedingt verhindert“ werden, dieser dürfte größere Schäden mit sich bringen als der Lockdown im Frühjahr. Neben der Strategie sei auch wichtig, dass die Menschen vernünftig und rücksichtsvoll miteinander umgingen, hieß es.

Zudem würde sich Corona zunehmend zu einem „Großstadtproblem“ entwickeln, betonte Söder abschließend auf Nachfragen von Journalisten bei der Pressekonferenz. In großen Städten sei das Infektionsgeschehen diffuser und schwerer nachzuvollziehen. Das jetzt beschlossene Instrumentarium sei deswegen vor allem für Großstädte von elementarer Bedeutung.

Pressekonferenz der Staatsregierung:

Update, 13.40 Uhr - Huml: „Gefahr weiterhin reell vorhanden“

Die Gefahr ist weiterhin reell vorhanden“, betonte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU), die sich für einen verstärkten Schutz von Alten- und Pflegeheimen eingesetzt hat. Reihentestungen sollen verstärkt werden. Dasselbe gilt für Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen. Auch Schnelltests sollen verstärkt eingesetzt werden.

Zudem appellierte Huml noch einmal an das Verhalten der jüngeren Bevölkerung. „Umsicht und Vorsicht gelten weiterhin. Es geht nicht darum, irgendjemanden irgendetwas zu verderben. Wir waren alle mal jung. Aber jeder sollte überlegen, ob man nicht vielleicht doch einmal noch auf etwas verzichten kann“, sagte Huml, die die Kommunikation mit dem jüngeren Teil der Bevölkerung gezielt verbessern möchte. Hier gelte es besonders zu überzeugen, sagte die CSU-Politiker.

Update, 13.31 Uhr - Aiwanger: „Gastronomie nicht Todesstoß versetzen“

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) betonte, dass es darum gehe, der Gastronomie-Branche „nicht den Todesstoß zu versetzen“, sondern vielmehr „Party-Hotspots gezielt zu entschärfen“. Wenn sich Leute an einem bestimmten Ort bis in die Morgenstunden betrinken würden, sei dies anders zu bewerten, als beispielsweise in einem Lokal, wo die Kontaktverfolgung wesentlich leichter möglich sei.

Zudem will der Minister die Branche bei den weiteren Herausforderungen, wie zum Beispiel bei der Genehmigung von Heizpilzen, gezielt unterstützen. Aiwanger appellierte dabei an die Kompetenz und Kooperation der zuständigen Städte, Landkreise und Kommunen. Darüber hinaus will sich Aiwanger auch um eine Wiederbelebung des Messe-Geschäftes einsetzen.

Update, 13.20 Uhr - FC Bayern-Fans müssen in Quarantäne

Auch private Feiern werden weiter beschränkt. Jetzt sind an sogenannten „Hotspots“ nur noch 25 Personen in Innenbereichen und 50 Personen bei Außenveranstaltungen erlaubt. Zudem kann die Zahl in der Gastronomie von zehn auf fünf Personen bzw. zwei Haushalte begrenzt werden, sagte Söder. Ein genauer Blick soll auch auf die Alten- und Pflegeheime gerichtet werden.

Außerdem wird die bestehende Quarantäne-Verordnung konkretisiert bzw. verschärft. Dies bedeutet, dass bei Geschäftsreisen weiterhin die Ausnahmeregel bei einer Aufenthaltsdauer von unter 48 Stunden gilt. Ausgenommen davon wird ab sofort der Kultur-, Sport- und Freizeitbereich. Bedeutet konkret: Fans des FC Bayern, die am Donnerstag zum UEFA-Supercup nach Budapest reisen, müssen in Quarantäne bzw. zwei negative Corona-Tests vorlegen, um davon ausgenommen zu werden! Die entsprechenden Verordnungen sollen am Mittwoch, 0 Uhr, in Kraft treten.

Update, 13.15 Uhr - Staatsregierung beschließt Maskenpflicht und Alkoholverbot

„Tradition und Lebensfreude gehören untrennbar zu unserem Land dazu. Aber an gewissen Stellen braucht es Regeln“, sagte Söder und leitete damit zu den beschlossenen Maßnahmen über. Bei einer Inzidenz von über 35 bleibt die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen, bei einer Inzidenz über 50 sogar an Grundschulen. Zudem kann die Maskenpflicht - kommunal begrenzt - auf bestimmte öffentliche Plätze ausgeweitet werden. Söder bezeichnete den richtigen Umgang mit der Maske als „zentrales Element“ für den weiteren Umgang mit der Pandemie.

Zudem kann von Städten/Kommunen jetzt der Verkauf und/oder Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen zeitweise verboten werden. Außerdem kann die Sperrstunde auf 23 Uhr vorverlegt werden.

Update, 13.06 Uhr - Söder: „Es ist wichtig, jetzt zu reagieren!“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verkündet auf der Pressekonferenz erste wichtige Änderungen der Corona-Regeln, die das bayerische Kabinett am Vormittag in seiner Sitzung beschlossen hat. „Wir sind sehr besorgt. Die Infektionszahlen in ganz Europa steigen stark an. Vielerorts ist die zweite Welle bereits da“, sagte Söder.

Die Staatsregierung habe sich deswegen in der heutigen Sitzung bei Experten „rückversichert“, wie das weitere Vorgehen des Freistaats in der Corona-Pandemie auszusehen habe, betonte der Ministerpräsident: „Es ist wichtig, jetzt zu reagieren!“ Sonst könne die Lage im Herbst außer Kontrolle geraten. Es gelte unter allen Umständen einen „zweiten General-Lockdown zu vermeiden“, hieß es weiter. Bisherige "Kann-Regelungen" werden deswegen in "Soll-Regelungen" umgewandelt.

Update, 12.40 Uhr - Söder-Pressekonferenz in Kürze live

Seit dem frühen Vormittag tagt das bayerische Kabinett zusammen mit dem Vizepräsidenten des Robert-Koch-Institutes (RKI) über die aktuelle Corona-Lage im Freistaat. In der Sitzung soll auch über Einschränkungen im öffentlichen Raum entschieden werden. Die Rede ist von einer Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, etwaigen Alkoholverboten und strengeren Regeln bei privaten Feiern - überall dort, wo der Grenzwert von 50 Neuinfektionen (auf 100.000 Einwohner gerechnet) überschritten wird.

Ministerpräsident Söder gilt als großer Befürworter von der Verschärfung der Corona-Regeln. Auf Grundlage der (dann) bayernweiten Verordnung können die Städte dann einzelne Plätze benennen, auf denen auch draußen Maskenpflicht gilt, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Zudem soll auch eine Verschärfung der Quarantäne-Pflicht für Reiserückkehrer beschlossen werden. Bisher gibt es Ausnahmen, wenn Reisende kürzer als 48 Stunden in einem Risikogebiet waren. Hintergrund ist das anstehende UEFA-Supercup-Spiel des FC Bayern gegen Sevilla, das im "Hotspot" Budapest stattfindet. Söder sagte im Vorfeld, dass es gelte, "kein Fußball-Ischgl zu riskieren".

Um 13 Uhr sollen bei einer Pressekonferenz die offenen Fragen beantwortet werden. rosenheim24.de berichtet natürlich live!

Update, 12.12 Uhr - Tirol, Salzburg und Vorarlberg weiten Sperrstunde aus

Die österreichischen Bundesländer Tirol, Salzburg und Vorarlberg verlegen aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen die Sperrstunde in der Gastronomie auf 22 Uhr vor. Die Maßnahme soll vorerst auf drei Wochen befristet sein und am Freitag, 25. September, in Kraft treten.

Ob eine solche Regelung auch in der kommenden Wintersport-Saison gelten wird/soll, ist unterdessen noch offen. Die Tendenz geht allerdings klar dazu, die klassische Form des „Apres Ski“ in der heurigen Saison komplett zu verbieten. Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer sagte jedoch bei einer Pressekonferenz, dass die „Wintersaison unverzichtbar“ sei. Deswegen soll es beispielsweise in den Bergbahnen keine Einschränkungen für die Personenzahl geben, aber eine Maskenpflicht wie in Bussen und Bahnen.

Update, 11.25 Uhr - Behörden melden über 1800 neue Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb von 24 Stunden jetzt 1821 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich damit nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 274.158 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 22. September, 0 Uhr). Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9396. Das sind zehn mehr als am Vortag. In Bayern stieg die Zahl der Todesfälle um acht Fälle. Rund 243.700 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht bei 1,06 (Stand: 21. September; Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,04 (Stand: 21. September; Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 10.50 Uhr - 15 Spieler von regionalem Fußballverein in Quarantäne

Jetzt hat es auch den regionalen Fußball in Sachen Corona erwischt: 15 Spieler aus der 1. bzw. 2. Herrenmannschaft des Kreisligisten TSV Emmering mussten jetzt in Quarantäne, weil ein Spieler aus der Zweiten eine neue Arbeit angenommen hatte und dort vor Dienstantritt positiv getestet worden war. Der Akteur hatte am vergangenen Donnerstag noch am Mannschaftstraining teilgenommen.

„Als wir die Nachricht am Wochenende erhalten haben, sind wir sofort am Sonntag selber noch an eine Corona-Teststation an der Autobahn gefahren. Da waren alle Tests negativ", sagte der 2. Vorstand Manuel Sedlmaier auf Anfrage von beinschuss.de. Das Portal hat bereits ausführlich über den Fall berichtet. Die Spieler müssen sich jetzt noch einem zweiten Test beim Landratsamt Ebersberg unterziehen.

Update, 9.32 Uhr - Erste Stadt in Bayern schließt alle Schulen und Kindergärten

Über 8.800 Schüler und 771 Lehrer in Bayern befinden sich derzeit in Quarantäne. Immer mehr Klassen werden nach Hause geschickt. In Bad Königshofen in Unterfranken hat das Gesundheitsamt nun sogar alle sechs Schulen und drei Kindergärten dicht gemacht.

Allein in München sind teilweise mehrere Klassen in mindestens 35 Schulen betroffen. Täglich kommen weitere hinzu. Am Montag hat erst die dritte Schulwoche nach den Sommerferien begonnen.

Update, 8.28 Uhr - Kabinett berät über weiteres Corona-Vorgehen

Am Dienstagvormittag trifft sich das bayerische Kabinett zu seiner nächsten Sitzung. Im Fokus stehen dabei Reaktionen auf die steigenden Corona-Zahlen in vielen bayerischen Kommunen, unter anderem auch in der Landeshauptstadt München. Geplant ist etwa die Einführung einer Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, wenn bestimmte Infektionszahlen überschritten werden.

Anschließend - etwa gegen 13 Uhr - informieren Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsministerin Melanie Huml (beide CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) im Foyer des Prinz-Carl-Palais auf einer Pressekonferenz über die Ergebnisse.

rosenheim24.de berichtet von der Pressekonferenz natürlich wieder live!

Update, 7.27 Uhr - Jeder zweite neue Corona-Infizierte in Bayern 15 bis 34 Jahre alt 

In Bayern ist derzeit jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. 47 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe. „In diesem Alter gibt es häufig Kontakte mit einer Vielzahl an Personen - und die Ansteckungsgefahr wird in dem einen oder anderen Fall unterschätzt“, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene sieben Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

„Der Anstieg der Corona-Infektionen in Bayern lässt sich zum Teil noch auf die vielen Sommer-Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückführen“, sagte Huml. „Aber auch unvorsichtiges Verhalten, das das Risiko für die Übertragung von SARS-CoV-2 erhöht, kann ein Grund sein.“ Huml bat um Vorsicht und Rücksicht: Sie werbe eindringlich dafür, an den eigenen Schutz und den der anderen Menschen zu denken und sich zum Beispiel an die Abstandsregeln zu halten. „Die Zahlen weltweit zeigen, dass die Corona-Pandemie ungebrochen ist.“

Erstmeldung:

Markus Söder geriert sich gerne als erfolgreicher Vorkämpfer gegen das Coronavirus. Nun sind die Corona-Zahlen in Bayern und speziell in München aber bundesweit mit am höchsten - während in der Stadt die „WirtshausWiesn“ gefeiert wird.

Markus Söder und Bayern sind gerne Spitze - aber nicht in dieser Statistik: Seit einiger Zeit führt der Freistaat die Liste der Bundesländer mit den meisten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit an - zuletzt knapp überholt von Berlin. Hinzu kommt: Die Millionenstadt München ist aktuell einer der bundesweiten Corona-Hotspots mit bedenklicher Perspektive. Und trotzdem wurde hier auf Plätzen und in Wirtshäusern am Wochenende, an dem eigentlich das Oktoberfest gestartet wäre, gefeiert, oft ohne Abstand und ohne Maske. Und dann noch das Bild der FC-Bayern-Bosse, die zum Bundesligaauftakt dicht nebeneinander im Stadion saßen.

Wegen all dieser Zahlen, Fotos und Signale muss man konstatieren: Es war im Kampf gegen das Virus wohl kein allzu erfolgreiches Wochenende - im Gegenteil. Der Ministerpräsident, der sich seit Beginn der Krise gerne als bundesweiter Vorkämpfer gegen das Coronavirus profiliert, versucht deshalb am Montagmorgen auch gar nicht erst, die Lage schönzureden. Er malt vielmehr ein düsteres Bild: Erst in zwei Wochen werde man die Auswirkungen ja in den Corona-Zahlen ablesen können. Er warnt: Sieben-Tages-Inzidenzwerte von über 50 wie in Würzburg und München, aber auch im niedersächsischen Cloppenburg könnten der „Sprungpunkt“ zu einer erneuten exponentiellen Entwicklung sein.

Zur Eindämmung der Zahlen kündigt Söder für Corona-Hotspots nun eine Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen an, wenn dort Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Das Kabinett will dies am Dienstag regeln, die Kommunen müssen dann die konkreten Plätze festlegen. Für München kündigt Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bereits am Montag eine Maskenpflicht für Teile der Innenstadt an, wohl ab Donnerstag.

Es ist wieder eine Gratwanderung, die Söder vollführen muss: keine Panik, aber auch keine Sorglosigkeit; auf die Besorgten eingehen, aber auch auf diejenigen, die die Corona-Regeln vielleicht nicht insgesamt anzweifeln, aber doch manche Ausgestaltung in Frage stellen. „Corona nervt auch furchtbar“, räumt Söder ein - und lässt doch keinen Zweifel, dass er gewillt ist, den Kampf zu führen. 

Dass manche Entscheidungen der Staatsregierung, etwa die Öffnung der Bars und Kneipen ausgerechnet zum vergangenen Wochenende, vielleicht ein Fehler waren, lässt Söder nicht gelten. In gastronomischen Betrieben würden die Regeln überwiegend eingehalten, das werde kontrolliert, da habe es am Wochenende keine Verwerfungen gegeben.

Und doch wird auch bei Söder die Sorge im Hinterkopf mitschwingen, dass hier durch frustrierte Eltern und Unternehmer bei einem erneuten Lockdown schnell eine kritische Masse entstehen könnte. Hinzu kommt, dass das Bild des besonders „umsichtigen“ Handelns, wie Söder es seit Monaten zu demonstrieren versucht, nicht mehr zur Realität passt. Denn letztlich ist wie im Frühjahr wieder Bayern das Land, das die meisten Kreise mit schlechten Zahlen hat. Vor allem Urlaubsrückkehrer haben sie wieder nach oben getrieben.

Verantwortlich für den Anstieg sind laut Söder nun zudem private Feiern und „Treffen auf Plätzen“. Am Wochenende standen in München oft viele Menschen dicht an dicht. „Die Bilder vom Viktualienmarkt, die waren schon verstörend“, kritisiert er. Auch auf Twitter gab es viel Kritik an diesen Fotos - während die Schüler in Bayern auf dem Pausenhof und vielerorts sogar im Unterricht Masken tragen müssen.

dpa/mz

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