News-Ticker zur Corona-Pandemie

Das sind die aktuellen Fallzahlen in der Region

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Corona-Test (Symbolbild)

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch (23. September) im Newsticker:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3222, Traunstein 1436, Berchtesgadener Land 435, Mühldorf 651, Altötting 752
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9409 Todesfälle in Deutschland (2653 in Bayern)
  • Drei-Stufen-Plan für das Schuljahr 2020/2021
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Fallzahlen im Überblick:

Update, 18.28 Uhr - Das sind die aktuellen Fallzahlen in der Region

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Dienstag, 22. September  zwei neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 23. September 2020, 8 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen der Patienten und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Von der vom Gesundheitsamt angeordneten Reihentestung am Montagvormittag von über 100 Kontaktpersonen liegen die Ergebnisse der vom Gesundheitsamt selbst durchgeführten Tests vor. Diese sind alle negativ. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 12,1. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 14 aktive Fälle, davon wird keiner stationär behandelt.

Im Raum Altötting ist es zu fünf Neuinfektionen gekommen. Das teilte das Landratsamt am Mittwochnachmittag mit.

Im Landkreis Traunstein sind seit der letzten Mitteilung zwei neue Corona-Fälle zu verzeichnen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei bei einer Person um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Es liegen somit insgesamt 1436 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1317 Personen (eine Person mehr seit der Meldung am 22. September). Derzeit wird ein COVID-19-Patient im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern drei weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich zwei Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 435 (Meldestand: 23. September, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land bleibt bei 17,9.

Von den insgesamt 435 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind nach wie vor 387 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 23 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis (3 mehr seit gestern).

Update, 17.20 Uhr - München einzige Stadt in Bayern über kritischer Marke

Die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Würzburg ist unter den wichtigen Grenzwert von 50 je 100.000 Einwohner gesunken. Die Stadt registrierte entsprechend 47,70 Neuinfektionen, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) jetzt mitteilte. Auch im Landkreis Würzburg ist die Lage mittlerweile deutlich besser: Der sogenannte Inzidenzwert liegt demnach bei 28,42.

Bayernweit liegt nur noch die Stadt München über dem bundesweit vereinbarten Warnwert - 51,04 Infizierte je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen meldete das LGL für die Landeshauptstadt.

Update, 16.09 Uhr - Corona-Fall an Grund- und Mittelschule Tüßling: 65 Personen in Quarantäne

Wie das Landratsamt Altötting mitteilt, wurde am Mittwoch, den 23 September, bei einem Mitarbeiter der Grund- und Mittelschule Tüßling ein positiver Corona-Befund bekannt. Rund 60 Schülerinnen und Schüler der Grund- und Mittelschule Tüßling, zwei Mitarbeiter der Schule sowie vier Kindergartenkinder des Kindergartens St. Rupert in Tüßling wurden als Kontaktpersonen der Kategorie I abgesondert. Die Einrichtungen sowie die Eltern der betroffenen Personen wurden umgehend informiert.

Am Donnerstag, den 24. September, finden die Abstriche der Kontaktpersonen der Kategorie I statt.

Update, 15.49 Uhr - Freie Wähler fordern europaweite Corona-Ampel

Die Freien Wähler im bayerischen Landtag fordern eine europaweit gültige Corona-Ampel - nach österreichischem Vorbild. Die Abgeordneten haben am Mittwoch im Plenum einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag eingebracht. „Darin fordern wir die Staatsregierung auf, sich auf europäischer Ebene für die zeitnahe Einführung einer regelmäßig zu aktualisierenden Corona-Ampel einzusetzen“, erklärt Fraktionschef Florian Streibl. Diese solle eine transparente Darstellung des regionalen Infektionsgeschehens in ganz Europa ermöglichen – das sei wichtiger denn je: „Regionale Cluster und Hotspots brauchen starke regionale Antworten.

“Einheitliche Kriterien, die jeder verstehen und nachvollziehen könne, förderten die Akzeptanz von Anti-Corona-Maßnahmen erheblich und trügen auf diese Weise zu deren konsequenteren Umsetzung bei, so Streibl: „Um lokalen Corona-Ausbrüchen schnell und effizient begegnen zu können, benötigen wir ein Bündel von klugen Maßnahmen – und deshalb eine einheitliche Corona-Ampel für ganz Europa.“ Denn mit der Ampel würde nicht nur die 7-Tage-Inzidenzrate bei der Bewertung berücksichtigt, sondern es fließen darin auch andere Kriterien (z.B. Ressourcen Gesundheitssystem, Anteil positive/negative Tests etc.) in die regionale Lagebewertung mit ein.

Update, 14.40 Uhr - Erste Schadenersatz-Klagen wegen Ischgl eingereicht

Der Umgang der österreichischen Regierung mit der Coronavirus-Ausbreitung im Skiort Ischgl hat erste Schadenersatz-Klagen zur Folge. Vier Musterklagen von Menschen, die sich im März in dem Tiroler Ort angesteckt haben, liegen seit dieser Woche beim Landgericht Wien, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte. Bei den Amtshaftungsklagen gegen die Republik Österreich geht es nach Angaben von Verbraucherschützer Peter Kolba um verschiedene Summen von bis zu 100.000 Euro, unter anderem für Schmerzensgeld und Kostenerstattung. Außerdem soll die Haftung für Folgeschäden geklärt werden.

Unter den Muster-Fällen sind drei Deutsche sowie ein Österreicher, der nach dem Skiurlaub im April an Covid-19 starb. Die drei anderen, unter ihnen ein Geschäftsreisender aus München, waren teils schwer erkrankt und könnten Dauerschäden behalten, hieß es.

Kolbas Verbraucherschutzverein (VSV) wirft den Verantwortlichen vor, den Tourismusbetrieb im Tiroler Paznauntal trotz des grassierenden Virus nicht bereits vor dem Anreisetag 7. März beendet zu haben. Die Verkündung der Quarantäne „ab sofort“ am 13. März durch Bundeskanzler Sebastian Kurz habe für chaotische Zustände und Massenabreisen gesorgt. Bei dem Verein haben sich nach Kolbas Angaben mehr als 6000 Menschen aus 45 Ländern gemeldet, die sich in Ischgl angesteckt haben sollen.

Update, 13.39 Uhr - Spahn zieht Bilanz nach 100 Tagen Corona-Warn-App

Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die neue Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. „Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen. Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine „große Erfolgsgeschichte“. Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Sie sei inzwischen auch 400.000 Mal in ausländischen Stores heruntergeladen worden, um sie in Deutschland nutzen zu können. Spahn betonte, die App sei „kein Allheilmittel“. Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Update, 12.48 Uhr - Nach Reihentestung bei BMW: Dingolfing-Landau reißt Obergrenze

Der Landkreis Dingolfing-Landau überschreitet die Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das bestätigte eine Sprecherin des Landratsamtes auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Laut dem Bericht konnten bei einer vorsorglichen Reihentestung bei BMW 32 Personen positive Fälle ermittelt werden. Die Reihentestung sei aufgrund von Auffälligkeiten im Zusammenhang mit vermehrten Corona-Infektionen veranlasst worden. Die Corona-positiven Personen befinden sich in Quarantäne. Die Produktion laufe aktuell ganz normal weiter.

Bereits vor einigen Wochen wurde der Landkreis Dingolfing-Landau zum Hotspot. Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof und in einer Konservenfabrik in der Gemeinde Mamming waren damals Hunderte Infektionen bei Erntehelfern und Fabrikarbeitern festgestellt worden.

Update, 11.32 Uhr - Einwohnerzahl Bayerns gesunken - Weniger Zuwanderung wegen Corona

Wegen der Corona-Pandemie ist die Einwohnerzahl Bayerns im ersten Halbjahr 2020 leicht gesunken. Stand 30. Juni lebten nach Angaben des Landesamts für Statistik gut 13,12 Millionen Menschen im Freistaat, rund 1200 weniger als zu Jahresbeginn, wie das bayerische Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Grund dafür sei vor allem die wegen der Corona-Reisebeschränkungen gesunkene Zuwanderung, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). 

Waren im ersten Halbjahr 2019 noch fast 30.500 Menschen mehr in den Freistaat gekommen als von dort wegzogen, lag dieses Wanderungsplus ein Jahr später nur bei 9900. Gleichzeitig starben in Bayern 8700 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden. Dazu kamen statistische Korrektur-Abzüge von Kommunen (etwa 2300 Einwohner). Der Freistaat sei aber weiter „auf einem guten Weg“, sagte Herrmann. Bayern werde „ein Zukunftsland bleiben und an Attraktivität nicht verlieren“.

Update, 10.44 Uhr - Beherbergungsverbot für Münchner und Würzburger

Menschen aus den aktuellen Corona-Hotspots München und Würzburg müssen derzeit mit deutlichen Einschränkungen rechnen, wenn sie in andere Bundesländer reisen und dort übernachten wollen. Im Nachbar-Bundesland Baden-Württemberg gilt beispielsweise: „Es ist untersagt, in Beherbergungsbetrieben Gäste zu beherbergen, die sich in einem Land-, Stadtkreis oder einer kreisfreien Stadt innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten oder darin ihren Wohnsitz haben, in dem der Schwellenwert von 50 neu gemeldeten SARS-CoV-2-Fällen (Coronavirus) pro 100.000 Einwohner in den vorangehenden sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) überschritten wurde“, wie es auf der Homepage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) heißt. Ausnahmen sind möglich, wenn negative Corona-Testergebnisse vorgelegt werden können, die nicht älter als 48 Stunden sind.

Ähnliches gilt nach Dehoga-Angaben auch in Brandenburg, Hamburg und Hessen sowie im Saarland, in Sachsen und Sachsen-Anhalt. In Mecklenburg-Vorpommern ist sogar nicht nur die Übernachtung, sondern auch die Einreise für Menschen aus Hotspots mit 7-Tage-Inzidenz über 50 verboten. In Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein droht eine 14-tägige Quarantäne.

Zuletzt lag die Inzidenz für München nach Auskunft des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,93 (Stand Montag, 23.59 Uhr), in Würzburg bei 60,99.

Update, 9.41 Uhr - 1769 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1769 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen mindestens 275.927 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 23.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9409. Das sind 13 mehr als am Vortag. Rund 245.400 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht von Dienstag bei 0,92 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,99 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 8.52 Uhr - Wiener Opernball 2021 abgesagt

Der Wiener Opernball wird wegen der Corona-Pandemie 2021 nicht stattfinden. Aufgrund der Infektionslage wird die Regierung die Absage in der Ministerratssitzung am Mittwoch beschließen, erfuhr die APA aus dem Kanzleramt. „Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, meinte Kanzler Sebastian Kurz, aber es wäre „verantwortungslos, den Ball in gewohnter Art und Weise abzuhalten“. Bei dem Ball sind jährlich rund 7000 Gäste anwesend.

„Wir wissen natürlich um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung dieser Veranstaltungen über die Grenzen Österreichs hinaus“, sagte Vizekanzler Werner Kogler. „Aber angesichts des besorgniserregenden Anstiegs bei den Covid-Erkrankungen muss der Schutz der Gesundheit Vorrang haben.“

Update, 7.50 Uhr - München will verschärfte Corona-Regeln beschließen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie will die Stadt München heute eine Allgemeinverfügung mit verschärften Maßnahmen vorlegen. Vorgesehen ist unter anderem eine Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt sowie Kontaktbeschränkungen. Die neuen Regelungen sollen ab Donnerstag für vorerst sieben Tage gelten.

Dass sich die Lage bis dahin entspannt, gilt angesichts der Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) als wenig wahrscheinlich. Am Dienstag hatte das LGL für einen Zeitraum von sieben Tagen 55,93 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gemeldet. Auch in Würzburg wurde mit einem Inzidenzwert von 60,99 die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen überschritten.

Erstmeldung:

Bayerns Strategie im Umgang mit dem Coronavirus gilt als zupackend. Altenheime abgeschottet, Baumärkte zu, das öffentliche Leben im Frühjahr auf ein Minimum heruntergefahren. Wie bundesweit geht es danach peu à peu auch im Freistaat wieder bergauf - doch nach den großen Ferien kommt die Wende. Rund 65 500 Coronafälle sind seit dem Frühjahr in Bayern registriert worden, etwa 270 000 bundesweit. Die Zahl der Fälle, die binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner registriert werden, liegt im Freistaat regelmäßig sehr deutlich über dem Bundesschnitt - warum?

Bayernweit haben sich in den vergangenen Wochen etwa in den Regionen Würzburg und München besonders viele Menschen mit Sars-Cov-2 infiziert. Das Robert Koch-Institut (RKI) führt das in der Mainstadt etwa auf einen Ausbruch in einer Shisha-Bar zurück. Weitere Fälle kämen durch private Feiern oder eine Ansteckung bei der Arbeit zustande. Da viele Menschen zwischen Stadt und Landkreis Würzburg pendeln, meldeten die Behörden zuletzt auch etliche Infizierte im Landkreis.

In München sieht das RKI verschiedene Ursachen für die vergleichsweise hohen Fallzahlen: ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, Asylbewerberunterkünfte, Kitas, Schulen, Bars und Reiserückkehrer. „Corona-Fälle treten besonders in Zusammenhang mit Feiern im Familien- und Freundeskreis auf“, schreibt das RKI. „Der Anteil der Reiserückkehrer unter den Fällen geht zurück.“

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) meint: „Die Zahl derer, die über Leichtsinn sich infizieren, wächst.“ Dies zeige sich an der hohen Zahl junger Infizierter - da gebe es bei manchen noch kein starkes Bewusstsein für die Gefahr von Corona.

Spielt die Nähe zu Österreich und Italien eine Rolle, von wo aus sich das Coronavirus im Frühjahr über ganz Deutschland ausbreitete?

Schwer zu sagen. In Bayern ist das Infektionsgeschehen anders als in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein. Dort sind die Zahlen von Anfang an deutlich niedriger gewesen. Das RKI meldete am Dienstagmorgen, dass sich im Freistaat in den vergangenen sieben Tagen 20,2 Menschen je 100 000 Einwohner mit Corona infiziert haben. In Berlin waren es sogar 22,8, in den anderen Bundesländern weniger.

Nach Worten des Leiters der Abteilung für Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Gérard Krause, kommt in Bayern vieles zusammen: Ballungsraum Industrie und damit womöglich mehr Mobilität, Nähe zu Risikogebieten, bereits viele Infizierte im Frühjahr, mehr Tests.

Wie alt sind die Betroffenen derzeit?

In Bayern ist derzeit knapp jeder zweite neue Corona-Infizierte 15 bis 34 Jahre alt. Gut 47 Prozent aller in München gemeldeten Infektionen der vergangenen sieben Tage stammen nach Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus dieser Altersgruppe. Etwa 29 Prozent aller gemeldeten Infektionen der vergangene Tage entfallen laut LGL allein auf die Gruppe der jungen Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren.

Im Freistaat werden besonders viele Corona-Tests gemacht. Wer viel testet, findet auch mehr?

Nicht unbedingt, sagt die Geschäftsführerin des Verbandes der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Cornelia Wanke. «Es wird natürlich mehr gefunden, das ist klar.» Aber anlassloses Testen - zum Beispiel von Menschen ohne Symptome, die weder Kontakt zu Infizierten hatten noch in einem Risikogebiet waren - bringe nicht viel. „Wer gezielt testet, der findet auch viel.“ Nach ALM-Angaben testet Bayern bundesweit betrachtet sehr viel - knapp 158 000 Mal in der vergangenen Woche. In Baden-Württemberg, wo ähnlich viele Menschen leben, seien es nur etwa 112 000 Tests gewesen.

Laut RKI gibt es zahlreiche Gründe dafür, weshalb die Fallzahlen derzeit nach oben gehen. „Eine Ausweitung der Tests kann zu einem Anstieg der Fallzahlen beitragen, weil Fälle detektiert werden, die sonst unentdeckt geblieben wären - beispielsweise Fälle ganz ohne Symptome oder mit nur sehr milden Symptomen“, schreiben die Experten in Berlin. „Die vorhandenen Infektionen werden dann also vollständiger erfasst.“

mz/dpa

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