News-Ticker zur Corona-Pandemie

14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden.
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Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Wochenende des 19. und 20. Septembers im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3222, Traunstein 1427, Berchtesgadener Land 427, Mühldorf 633, Altötting 750
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9368 Todesfälle in Deutschland (2643 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Update, 21.48 Uhr - Die aktuelle Lage in Bayern

Laut den aktuellen Meldungen des bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden seit dem letzten Tag 436 neue Corona-Fälle verzeichnet. Davon fallen 249 auf den Regierungsbezirk Oberbayern zurück. Damit ist Oberbayern auch mit einer 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 29,34 derzeit am stärksten vom Infektionsgeschehen betroffen.

Regierungsbezirk\tAnzahl der Fälle\tFälle Änderung zum Vortag\tFallzahl pro 100.000 Einwohner\tFälle der letzten 7 Tage\t7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner\tAnzahl der Todesfälle\tTodesfälle Änderung zum Vortag
Oberbayern\t29.869(+ 249)637,391.37529,341.031\t-
Niederbayern\t6.696(+ 16)\t540,64\t235\t18,97\t300\t-
Oberpfalz\t6.278\t(+ 20)\t565,96\t15313,79\t374\t-
Oberfranken\t4.587(+ 21)\t429,70160\t14,99245-
Mittelfranken6.584(+ 11)\t371,8927915,76\t291-
Unterfranken4.672(+ 83)\t354,71\t27620,95191-
Schwaben6.215(+ 36)\t329,2336319,23214-
Gesamtergebnis64.901(+ 436)\t496,31\t2.84121,732.646-

Fallzahlen nach Regierungsbezirken, Stand: 20.09.2020, 08:00 Uhr.

Update, 20.39 Uhr - 14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt.

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller.

Update, 19.03 Uhr - Corona-Cluster in Salzburg - 30 Spieler und Betreuer in Quarantäne

Bereits am Mittwoch wurde bekannt dass es in der U18 Eishockey-Nachwuchsmannschaft der Red Bull Akademie einen positiv getesteten Spieler gibt, mittlerweile sind es 30 Spieler und Betreuer.

Das Team ist vor Ort im angeschlossenen Internat in Quarantäne, der gesamte Betrieb in Liefering ist bis auf weiteres eingestellt. Weitere 120 Personen wurden noch am Freitag getestet, mit Stand Sonntagvormittag lagen bereits 30 positive Ergebnisse vor.

Update, 16.20 Uhr - Münchner Corona-Krisenstab berät am Montag über weiteren Umgang mit Infektionszahlen

Der Münchner Corona-Krisenstab berät am Montag (9.30 Uhr) über den weiteren Umgang mit den steigenden Infektionszahlen. Die Stadt hatte bereits am Freitag die Grenze von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner überschritten, ab der weitere Maßnahmen zum Infektionsschutz ergriffen werden sollen. Am Samstag und Sonntag stieg diese sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Zuletzt lag sie nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 55,6 - nach 50,7 am Freitag und 54,2 am Samstag.

Bislang hat die Stadt als Reaktion auf die höheren Zahlen die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen verlängert. Vor zusätzlichen Maßnahmen wollte sich die Stadtspitze zunächst die weitere Entwicklung ansehen.

Besondere Brisanz haben die gestiegenen Werte in München auch deshalb, weil in der bayerischen Landeshauptstadt am Wochenende eigentlich das Oktoberfest begonnen hätte. Anstelle des wegen der Pandemie abgesagten Volksfestes findet derzeit in mehr als 50 Gaststätten in der Stadt eine sogenannte „WirtshausWiesn“ unter den üblichen Hygieneauflagen statt. Die Veranstaltung ist angesichts der Infektionszahlen umstritten. Am Wochenende begann sie allerdings laut Veranstaltern und Polizei ohne größere Zwischenfälle.

Update, 17.20 Uhr - Trotz Risikogebiet: 2100 Fußball-Fans wollen nach Budapest - „Wir sind nicht diejenigen, die Entscheidungen treffen“

Rund 2100 Fußballfans wollen den FC Bayern München trotz der Einstufung von Budapest als ein Corona-Risikogebiet zum Supercup-Spiel gegen den FC Sevilla begleiten. Diese aktuelle Zahl nannte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Sonntag im TV-Sender Sky. „Vorgabe ist, dass diese Fans einen negativen Corona-Test haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Champions-League-Siegers.

Die mitreisenden Anhänger können sich auf Initiative des Vereins an diesem Montag und Dienstag in der Münchner Arena testen lassen. Ein kostenloser Corona-Test sei auch nach der Rückkehr aus Budapest am Münchner Flughafen möglich. „Wir haben kein Interesse daran, dass Leute coronainfiziert aus Budapest zurückkehren und dann hier nicht erkannt werden. Wir werden daran mit der Stadt München und dem Gesundheitsamt sehr seriös arbeiten“, kündigte Rummenigge an.

Trainer Hansi Flick behagt die Austragung der Partie gegen den Europa-League-Gewinner aus Spanien am Donnerstag (21.00 Uhr) in Ungarns Hauptstadt nicht. Diese war vom Robert Koch-Institut am Mittwoch wegen hoher Infektionszahlen als Risikogebiet eingeordnet worden. Die UEFA will bislang rund 20 000 Zuschauer zulassen.

„Es ist schon eine Sache, die man nicht ganz so versteht“, sagte Flick nach dem Bundesligastart der Bayern gegen Schalke. „Wir sind nicht diejenigen, die Entscheidungen treffen, die haben andere getroffen“, bemerkte er mit Blick auf den europäischen Verband.

Die UEFA hält bislang an ihren Plänen fest, in der Puskás Arena vor Fans zu spielen. Die Stadionkapazität von 67 000 Zuschauern soll bis zu 30 Prozent ausgelastet werden. Beiden Clubs stehen jeweils rund 3000 Tickets zur Verfügung. Die UEFA habe sich die Vergabe der Partie an den Spielort Budapest „durchaus sehr schwer gemacht“, berichtete Rummenigge. Sie war im vergangenen Monat getroffen worden.

Zu einem Spiel vor Publikum sagte Rummenigge. „Die UEFA wollte zielbewusst einen ersten Schritt wieder Richtung Zuschauernormalität gehen.“ Wegen ebenfalls steigender Corona-Zahlen in München musste das Heimspiel der Bayern gegen Schalke am Freitag kurzfristig doch ohne Fans stattfinden. Zunächst sollten 7500 zugelassen werden.

Flick will sich notgedrungen mit seiner Mannschaft auf die sportliche Aufgabe fokussieren: „Wir wollen versuchen, dort zu gewinnen und den nächsten Titel zu holen. Alles andere liegt nicht in meiner Hand.“

Update, 15.48 Uhr - Keine guten Aussichten mit Corona: Münchens Infektionszahlen steigen weiter

Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine „WirtshausWiesn“ gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100 000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten.

Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

Update, 15.08 Uhr - Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Düsseldorf

Begleitet von starker Polizeipräsenz haben sich wenige Tausend Menschen in Düsseldorf an einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen beteiligt. Auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite versammelten sich zeitgleich Demonstranten der Initiative „Düsseldorf stellt sich quer“ zu einer Gegenveranstaltung.

Die Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen war von einer regionalen Gruppen der Initiative Querdenken angemeldet worden. Einige Teilnehmer hatten Regenbogenfahnen dabei, hielten Schilder gegen Digitalisierung in die Höhe oder forderten auf Plakaten Umarmungen statt Distanz. Die Stimmung sei friedlich, berichtete eine dpa-Reporterin. Auch eine Polizeisprecherin betonte, man gehe von einem friedlichen Verlauf aus.

Der Protestzug, der gegen 14 Uhr starten und durch die Straßen der Innenstadt führen sollte, verzögerte sich zunächst. Die Anmelder hatten im Vorfeld knapp 50.000 Teilnehmer angemeldet, die Polizei hatte sich auf bis zu 10.000 Menschen eingestellt. Die Teilnehmer müssen keine Masken tragen, aber einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. So sieht es die nordrhein-westfälische Corona-Schutzverordnung vor.

Update, 13.35 Uhr - Gesundheitsamt Mühldorf nutzt am Montag Testzentrum am Volksfestplatz

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Mühldorf führen am kommenden Montag Vormittag eine Reihentestung durch und nutzen dafür aus logistischen Gründen die Infrastruktur des Testzentrums am Volksfestplatz. Dabei werden vormittags ausschließlich sogenannte KP 1 Personen getestet, die vom Gesundheitsamt zu einer Testung einbestellt wurden.

Der reguläre Testbetrieb im Rahmen der bayerischen Teststrategie, wonach sich alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos testen lassen können, findet wie bisher nachmittags von Montag bis Freitag ab 16 Uhr am Testzentrum auf dem Volksfestplatz statt. Hierzu ist eine Anmeldung unter Tel: 08631/36 55 11 erforderlich.

Update, 12.38 Uhr - Rummenigge verspricht: FCB-Spitze künftig mit Abstand

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat für künftige Stadionbesuche der Führungsriege des FC Bayern ein in Corona-Zeiten angemesseneres Verhalten versprochen.

„Wir sind uns alle einig, dass das Bild nicht vorbildlich war. Wir werden das ändern“, sagte Rummenigge in der TV-Sendung „Sky90“. Beim 8:0 zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke 04 am Freitagabend in der Allianz Arena hatten die Vereinsvertreter der Bayern und auch der Gäste aus Gelsenkirchen ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz auf der Ehrentribüne eng zusammengesessen.

Rummenigge sprach auch von einem Missverständnis in der Auslegung der Corona-Vorgaben. Der 64-Jährige berief sich wie schon vor ihm sein Vorstandskollege Oliver Kahn auf Bestimmungen in der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die grundsätzlich einen Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen gestattet. Aber er ergänzte einsichtig: „Beim nächsten Spiel werden wir den notwendigen Abstand halten, wenn das gewünscht ist.“

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte zuvor die Top-Funktionäre des FC Bayern für ihr Verhalten gerügt. Der CSU-Politikerin zufolge wäre es für die Münchner Führungsriege „klüger gewesen, wenn sie nicht so eng aufeinander gesessen wären – weil auch ausreichend Platz war“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Rummenigge versicherte in der Talk-Sendung, das der FC Bayern den „gesundheitlichen Aspekten“ in der Corona-Pandemie Rechnung tragen wolle und werde. Wichtig sei dem Verein aber auch, möglichst bald wieder vor Publikum spielen zu können. Die Erlaubnis, gegen Schalke vor 7500 Zuschauern antreten zu dürfen, war wegen stark steigender Corona-Infektionen in München von der Stadt kurzfristig zurückgezogen worden. Der Umgang mit den Inzidenzwerten müsse klar geklärt werden.

Update, 11.27 Uhr - Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. „Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen“, sagte er CSU-Chef der „Welt am Sonntag“.

„Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen – und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben.

Update, 10.21 Uhr - Wiesnlaune ohne Wiesn - Wirte und Geschäftsleute ziehen positive Bilanz

Wirte und Geschäftsleute, aber auch die Sicherheitskräfte haben eine positive Bilanz des ursprünglich geplanten ersten Oktoberfesttages gezogen. Auch in der Nacht blieb es verhältnismäßig ruhig, wie die Polizei am Sonntagmorgen sagte. Zwar seien durchaus Feiernde in der Stadt unterwegs gewesen, einen direkten Bezug zum Oktoberfest und den Ersatzfeiern habe man aber nicht feststellen können, sagte ein Sprecher.

Auch ohne richtige Wiesn waren am Samstag viele Menschen in Tracht in die Stadt gekommen - bei strahlendem Sonnenschein und damit eigentlich perfektem Wiesnwetter. Vielerorts waren die Biergärten voll, mancher bekam keinen Platz oder musste warten: Überfüllung - fast wie auf der Wiesn. Das war aber vor allem dem schönen Wetter und der coronabedingt reduzierten Platzzahl geschuldet - und nicht dem Gedanken an den geplatzten Wiesnstart.

Es habe entspannte, gute Stimmung geherrscht, aber keine ausufernde Partylaune, hieß es. Die Gäste hätten sich an Corona-Regeln gehalten und friedlich gefeiert, sagte der Sprecher der Innenstadtwirte und Chef des „Augustiner Klosterwirt“, Gregor Lemke.

Er und seine Kollegen in gut 50 Wirtshäusern laden während der Wiesnzeit zur „Wirtshaus-Wiesn“ - mit Wiesnbier, zünftiger Dekoration und teils mit Livemusik wollen sie für etwas Oktoberfeststimmung sorgen. Am Samstag hatte es in viele Gaststätten geheißen „Ozapft is“.

„Wir sind bisher sehr zufrieden“, sagte auch ein Sprecher des Vereins Citypartner, der unter anderem für mehrere Innenstadtgeschäfte mit eine Gutscheinaktion für das Tragen von Tracht geworben hatte. „Schon um 12 Uhr waren an diesem Traumtag alle Freischankfläche in der Innenstadt besetzt - ganz überwiegend mit Gästen in Tracht.“

Vor manchen Läden hätten sich Schlangen gebildet - mit korrektem Abstand. Es habe «eine wirklich wundervoll entspannte Stimmung» geherrscht, bei Einhaltung aller Vorgaben.

Update, 8.39 Uhr - „Wirtshaus-Wiesn“ geht trotz hoher Infektionszahlen in zweite Runde

Das Oktoberfest ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt - dennoch geht am Sonntag die kleine Ersatz-Feier in die zweite Runde. Nachdem es in mehr als 50 Wirtshäusern am Samstag „Ozapft is“ hieß, feiern die Münchner weiter. Mit der „WirtshausWiesn“ wollen die Wirte trotz Corona für etwas Oktoberfeststimmung sorgen.

Am Sonntag wird mit einer ersten Bilanz des Auftakts gerechnet. Die Veranstaltung ist umstritten - auch, weil die Infektionszahlen in München steigen.
In den Gaststätten gelten die üblichen Coronaregeln zu Abständen und Masken. Die Vorgaben würden strikt eingehalten, betonten die Wirte. Die Menschen wollten feiern - und dann sei es besser, dies geschehe kontrolliert in den Wirtshäusern als bei wilden Partys.

Zu Zwischenfällen kam es am Samstag im Tagesverlauf zunächst nicht. Auch auf der Theresienwiese, wo ein Alkoholverbot herrschte, blieb es ruhig. Dutzende Polizeibeamte kontrollierten die Einhaltung des Verbots.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte gemahnt, sich strikt an die Coronaregeln zu halten. Er versicherte, dies werde engmaschig kontrolliert. München hatte am Freitag mit 50,7 die kritische 7-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner überschritten, ab der verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen sind. Am Samstag stieg der Wert laut Stadt auf 54,2.

Anfang der Woche soll ein Krisenstab darüber beraten, ob weiterführende Maßnahmen zu beschließen sind. Bislang wurde nur die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in München verlängert. Die Münchner Gastronomen knüpfen mit der „WirtshausWiesn“ an das allererste Oktoberfest im Jahr 1810 an. Denn damals wurde zwar auf der Theresienwiese eine königliche Hochzeit mit Pferderennen gefeiert. Gegessen, getrunken und gesungen wurde dann aber in den umliegenden Wirtshäusern, wie die Stadt erläuterte.

dpa

Update, 20. September, 7.29 Uhr - 1345 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1345 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. „Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten“, schrieb das RKI in seinem Lagebericht von Samstag.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 271 415 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 20.9., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9386 - das sind zwei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 240 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,24 (Vortag: 1,21). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

dpa

Nachrichten zu Coronavirus vom 19. September

Update, 22.05 Uhr - Ministerin rügt Bayern-Spitze - Lauterbach: „Darauf kann niemand stolz sein“

Die Tribünenbilder der eng beieinander sitzenden Spitzenfunktionäre haben für den FC Bayern ein Nachspiel. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml rügte die Chefetage des deutschen Fußball-Rekordmeisters für ihr Verhalten beim Auftaktspiel der Bundesliga. Der CSU-Politikerin zufolge wäre es für die Münchner Führungsriege „klüger gewesen, wenn sie nicht so eng aufeinander gesessen wären – weil auch ausreichend Platz war“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Die Deutsche Fußball Liga teilte mit, sie sei wegen der Sache „im direkten Gespräch mit dem FC Bayern“.

Die Bayern-Spitzen hatten am Freitagabend damit irritiert, dass sie wie auch die Vertreter des FC Schalke 04 beim Spiel ohne Abstand und Maske auf der Ehrentribüne saßen. Gemäß dem Konzept der DFL sind alle Personen in der „Zone 2“ des Stadions, zu der die Tribüne zählt, „zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet, sofern der Mindestabstand von 1,50 m nicht einzuhalten ist“.

Bayern-Vorstand Oliver Kahn hatte nach dem 8:0-Startsieg im ZDF gesagt, man habe sich an „die bayerische Verordnung gehalten, die genau das auch erlaubt“. Es habe keine Vorgaben gegeben. Ministerin Huml sagte, die bayerische Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung erlaube zwar vor allem in Gaststätten zehn Personen in einer Gruppe nebeneinander zu sitzen. „Aber laut Verordnung sind bei bundesweiten Sportereignissen grundsätzlich 1,5 Meter Mindestabstand vorgesehen“, fügte Huml hinzu.

Daher habe es das Ministerium „mit Blick auf die Vorbildfunktion“ überrascht, dass die Bayern-Funktionäre weder an Abstand noch an Maske dachten. Huml verwies noch einmal auf die gestiegenen Corona-Infektionszahlen in München. Aus diesem Grund hatte die Partie erneut vor leeren Rängen gespielt werden müssen. „Generell gilt ohnehin bei Corona: Abstand halten, wo möglich. Masken aufsetzen, wo nötig“, sagte Huml.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisierte die Chefs des FC Bayern. „Kinder sollen in der Klasse im Unterricht Maske tragen. Die FC Bayern Manager genießen den Fußball und es ist ihnen offenbar völlig egal, dass sie Vorbild für keinen sind. Darauf kann niemand stolz sein“, twitterte Lauterbach am Samstag zu einem Bild der Münchner Funktionäre um Präsident Herbert Hainer und Ehrenpräsident Uli Hoeneß.

Nach der Einigung der Länder auf eine bundeseinheitliche Testphase mit Zuschauern hatte die Partie gegen Schalke eigentlich vor 7500 Fans in der Allianz Arena stattfinden sollen. Wegen der Corona-Lage in München hatte die Stadt aber kurzfristig ihre Genehmigung dafür wieder entzogen. Dem DFL-Konzept für den aktuellen Sonderspielbetrieb zufolge herrscht bei 35 oder mehr Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro Woche pro 100.000 Einwohner eine ständige Maskenpflicht auf den Tribünen.

Update, 20.47 Uhr - Ex-Spicegirl Melanie C über Reeperbahn-Festival: „Zeigen, dass das Leben weitergeht“

Für Musikerin und Ex-Spice-Girl Melanie C war das Hamburger Reeperbahn-Festival unter Corona-Bedingungen eine unglaubliche Erfahrung. „Es ist unglaublich, dass es möglich war, trotzdem weiterzumachen“, sagte sie am Samstagabend in Hamburg während der Abschlussveranstaltung des Festivals im St.-Pauli-Theater. „Ich fühlte mich sehr sicher die ganze Zeit.“ Und sie sei sehr stolz darauf, Teil der diesjährigen Veranstaltung zu sein und „zu zeigen, dass das Leben weitergeht und dass wir junge Künstler einfach unterstützen müssen“. Die Britin gab zu Beginn der Show vor 118 Leuten einen ihren Songs zum Besten.

Durch den letzten Abend des viertägigen Clubfestivals führte Moderatorin Hadnet Tesfai auf souveräne und charmante Art - allerdings allein. Denn Co-Moderator Steven Gätjen musste wegen einer dringenden Familienangelegenheit absagen.

Das Reeperbahn-Festival stand in diesem Jahr im Zeichen der Corona-Krise. Als pandemiegerechte und deutlich kompaktere Version wurde strengstens auf das Einhalten aller Hygiene- und Abstandsregeln geachtet. Verteilt auf nur 20 kleinere und mittlere Spielstätten gab es seit Mittwoch rund 300 Veranstaltungen, davon etwa 140 Musikkonzerte. Der Großteil wurde ins Internet gestreamt.

Update, 18.37 Uhr - Corona: Das sind die global am stärksten betroffenen Länder

Wie die dpa nun aktualisiert mitteilt, sind die am stärksten betroffenen drei Länder in aufsteigender Folge Brasilien, Indien und mit Abstand der Fallzahlen an der Spitze die USA. Brasilien verzeichnet derzeit laut der Infografik 4.495.183 Infizierte, Indien 5.308.014 und die USA 6.730.653.

Im Verhältnis auf Fälle pro 100.000 Einwohner gerechnet ist jedoch Peru am stärksten betroffen. Hier kommen 2364,6 Infektionen auf 100.000 Einwohner. Damit liegt das Land mit dem relativen Infektionsgeschehen statistisch deutlich vor dem absoluten Spitzenreiter USA.

Die absolut am stärksten betroffenen Länder - unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100.000 Einwohner

Update, 16.38 Uhr - IT-Panne: „130 neuen Infektionsfälle noch nicht in der Statistik“ - Inzidenzwert in München steigt weiter

Die Corona-Lage in München verschärft sich. Nachdem die Stadt am Freitag den Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche knapp gerissen hatte, steigt die sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter. Nach 50,7 am Freitag liegt sie nun bei 54,2, wie die Stadt am Samstag mitteilte. Dabei kam es am Samstag durch eine Panne zu unterschiedlichen Werten bei verschiedenen offiziellen Stellen.

„Aufgrund eines IT-Übertragungsfehlers sind die 130 neuen Infektionsfälle noch nicht in der Statistik des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) geführt und deshalb auch nicht in die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz des LGL für München eingeflossen“, erklärte die Stadt. Ihr zufolge gab es seit Beginn der Pandemie in München 10 583 bestätigte Infektionen. 8929 Personen sind demnach genesen, 223 gestorben.

Der Wert von 50 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohnern gilt als wichtige Schwelle im Kampf gegen die Corona-Pandemie; wird er überschritten, sind verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen vorgesehen.

Update, 15.28 Uhr - Trotz zusätzlichen Beschränkungen in Rosenheim - „Mal ist die Inzidenzzahl unter 50, mal darüber“

Rund zwei Wochen nach Inkrafttreten zusätzlicher Beschränkungen aufgrund der Corona-Krise hat Rosenheim weiter mit steigenden Fallzahlen zu kämpfen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Dienstag liegt die oberbayerische Stadt bei 64,8 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, am Vortag lag der Wert bei etwa 52,1.

Den bundesweit gültigen Grenzwert von 50 bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz hatte Rosenheim bereits im August überschritten und daraufhin Einschränkungen für das öffentliche Leben erlassen. So dürfen sich nur Gruppen mit bis zu fünf statt zehn Personen in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten treffen. Zudem sind private Feiern eingeschränkt worden. Doch einen deutlichen Rückgang haben die Beschränkungen bislang nicht gebracht.

Stadtsprecher Christian Schwalm begründete dies damit, dass die Neuinfektionen zu 85 Prozent auf Reiserückkehrer zurückzuführen seien. Zudem sei die Inzidenzzahl stark schwankend. „Mal ist sie unter 50, mal darüber.“ Die Beschränkungen seien nun bis 18. September verlängert worden.

Spitzenreiter bei den Neuinfektionen im Freistaat bleibt das schwäbische Memmingen, wo es nach den LGL-Zahlen hochrechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tage 70,7 neue Fälle gab (Vortag: 68,4). Der Memminger Oberbürgermeister Manfred Schilder (CSU) hatte Beschränkungen für die Allgemeinheit mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Infektionen nur auf Reiserückkehrer zurückzuführen seien, die in Quarantäne seien.

Eine Sprecherin der 44.000 Einwohner großen Stadt betonte zudem, dass der Sieben-Tage-Wert in Memmingen bereits auf 57 gesunken sei. Da das LGL erst mit Verzögerung die Zahlen veröffentlichte, werde sich dies erst am Mittwoch in der landesweiten Statistik zeigen.

Die dritte bayerische Stadt über dem 50er-Grenzwert bleibt Landshut mit 53,9 Fällen (Vortag: 55,3). Im gesamten Freistaat sind bisher 59.937 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden (Stand: Dienstag, 08.00 Uhr). Gestorben sind bislang im Freistaat 2642 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten. Als genesen galten rund 52.870 Menschen.

Update, 14.50 Uhr - „Die Leute wollen feiern.“ - Ehemaliger Oberbürgermeister verteidigt WirtshausWiesn

Der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat die «WirthausWiesn» trotz der steigenden Corona-Zahlen gegen Kritik verteidigt. „Ich bestreite, dass von einer derart kontrollierten und disziplinierten Gastronomie eine Gefahr ausgeht“, sagte Ude am Samstag. Es gebe ganz andere Zusammenkünfte, etwa an der Isar, bei denen weder Masken getragen noch Abstände eingehalten würden, sagte der Ex-OB.

Er hatte um 12 Uhr im Bahnhofsviertel ein Fass angestochen. In den Wirtshäusern werde auf Masken geachtet; zwischen den Tischen seien Trennwände aus Glas erreichtet. Er habe «keine Sorge, dass hier mit großen Risiken» gespielt werde. Er begrüße die Initiative, die zudem die in der Krise gebeutelte Gastronomie wieder ins Gespräch bringe.

Der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer sagte, es sei spürbar, dass viele Menschen den ursprünglich geplanten Oktoberfeststart begehen wollten. „Die Leute wollen feiern.“ Es sei besser, wenn dies in den Wirtshäusern kontrolliert und unter Einhaltung der Regeln geschehe als bei privaten Partys. Die Wirte gingen äußerst verantwortlich mit der Situation um - schließlich wolle niemand in seinem Lokal einen Vorfall haben.

Bei der «WirthausWiesn» gelten dieselben Regeln wie sonst in der Gastronomie. Die Wirte wollen dabei in gut 50 Gaststätten in München mit Wiesnbier und Wiesnschmankerl für vorsichtige Volksfest-Stimmung sorgen. Vielerorts waren die Wirtshäuser mit frischem Hopfen dekoriert und es gab Live- Musik - zum Schutz vor Aerosolen teils mit Akkordeon und Gitarre, nicht mit Blasmusik.

Update, 13.05 Uhr - Grünes Licht für Aufhebung der Maskenpflicht an Rosenheimer Grundschulen

Das Bayerische Kultusministerium hat den Plan des Rosenheimer Gesundheitsamtes, die Maskenpflicht im Unterricht für Grundschüler ab Montag aufzuheben, bestätigt. Das teilte das Landratsamt Rosenheim in einer Pressemitteilung am Samstagmittag mit. Somit gilt ab 21. September Stufe 2 des Drei-Stufen-Plans des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus im Stadtgebiet Rosenheim.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Aufgrund der erfreulichen Entwicklung bei der 7-Tage-Inzidenz im Rosenheimer Stadtgebiet hat das Rosenheimer Gesundheitsamt beschlossen die Maßnahmen an den Schulen im Stadtgebiet Rosenheim auf Stufe 2 des Drei-Stufen-Plans des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus abzusenken.

Das bedeutet, dass ab dem 21. September für Schülerinnen und Schüler an Grundschulen und Förderzentren im Rosenheimer Stadtgebiet keine Verpflichtung mehr besteht, im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.   

Für Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen ab Jahrgangsstufe 5 in städtischen Schulen gilt dann die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) auch am Sitzplatz im Klassenzimmer während des Unterrichts zu tragen, wenn dort ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. Diese Maßnahme ist in der Stufe 2 des Rahmen-Hygieneplans des Kultusministeriums so vorgesehen.

Die Regelung gilt zunächst bis einschließlich 2. Oktober. Eine Verkürzung dieser Frist ist möglich, sollte die 7-Tage-Inzidenz im Rosenheimer Stadtgebiet weiter sinken und sich auf einem niedrigen Niveau bewegen. Das Rosenheimer Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die Lage sehr genau und stimmt sich eng mit dem Staatlichen Schulamt ab.    

Für die Schülerinnen und Schüler der Schulen im Landkreis Rosenheim gilt ab 21. September keine Verpflichtung im Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen

Außerhalb des Klassenzimmers auf dem Schulgelände gilt weiterhin für alle Schulen der Rahmen-Hygiene-Plan des Kultusministeriums. Dieser besagt, dass außerhalb des Klassenzimmers auf dem Schulgelände eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss.  

In der Stadt Rosenheim ist der Schwellenwert von 50 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen seit 12.09.2020 dauerhaft unterschritten. Seit dem 16.09. wird auch der Signalwert von 35 nicht mehr überschritten. Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis liegt dauerhaft unter dem Signalwert.

Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim

Update, 12.21 Uhr - Picknick statt Anstich - Friedlicher Start der „Nicht-Wiesn“


Zum Starttermin des ausgefallenen Oktoberfests ist es auf der Münchner Theresienwiese ruhig geblieben. Nur vereinzelte Personen in Tracht begingen den Moment, in dem eigentlich das erste Fass angestochen worden wäre auf dem Festgelände - teilweise mit „Ozapft-is“-Rufen. Das Oktoberfest wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt, normalerweise hätte es am Samstag um 12 Uhr begonnen.

Stattdessen galt nun sogar ein Alkoholverbot auf der Theresienwiese. Dadurch wollte die Stadt wilde Ersatzfeiern verhindern. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit 60 Beamten im Einsatz, um das Verbot zu kontrollieren. Bis zum Mittag blieb einem Sprecher zufolge alles ruhig.

Unter anderem picknickte eine Gruppe von Wiesnbedienungen in Tracht mit Cola-Mix und alkoholfreiem Radler unterhalb der Bavaria. Die Wirtshauswiesn, bei der in mehr als 50 Münchner Gaststätten eine Art Ersatzoktoberfest mit den üblichen Hygienemaßnahmen gefeiert werden soll, sahen sie kritisch.

„Das ist ein Schmarrn“ sagte Nicolai Schmidt, der normalerweise in einem der Festzelte gearbeitet hätte. Nur wenige Meter entfernt lief am Sonntag der Betrieb in der Corona-Teststation auf der Theresienwiese weiter.

Update, 11.38 Uhr - Corona-Test in Deutschland erreichen Höchstwert

Die Zahl der in Deutschland durchgeführten Corona-Tests hat in der vergangenen Woche einen neuen Höchstwert erreicht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Insgesamt wurden über 1,12 Millionen Tests bundesweit in der 38 Kalenderwoche durchgeführt worden.

Update, 10.49 Uhr - Theresienwiese bleibt vor Anstich-Termin weitgehend leer

Die Theresienwiese ist am Morgen des ursprünglich geplanten Oktoberfest-Starts weitgehend leer geblieben. Während am ersten Wiesn-Samstag um 8Uhr morgens normalerweise das Rennen um Plätze in einem der Zelte bereits weitgehend entschieden wäre, herrschte am Samstag um diese Zeit weitgehende Ruhe auf dem Gelände. Das Oktoberfest fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus.

Auf der Theresienwiese gilt am Samstag ab 9 Uhr ein Alkoholverbot, um wilde Ersatzfeiern für die ausgefallene Wiesn zu verhindern. Eine Stunde vorher nutzte noch ein kleines, teilweise in Tracht gekommenes Grüppchen auf den Treppen zur monumentalen Bavaria-Statue die Gelegenheit, um mit Maßkrügen anzustoßen. Währenddessen bildete sich links zu ihren Füßen bereits eine kleine Schlange vor der Corona-Teststation. Ansonsten gehörte das Gelände am Samstagmorgen vor allem Joggern und Spaziergängern.

München hatte am Freitag den Warnwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen Ersatzpartys treffen könnten und hat auch für andere bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.

Die sogenannte „WirtshausWiesn“ soll dennoch in mehr als 50 Gaststätten in München stattfinden. Teilweise mit Anstich, Livemusik und Tracht.

Update, 10.20 Uhr - Karneval in Nordrhein-Westfalen fällt in der Saison 2020/21 weitgehend aus

Schon lange vor Aschermittwoch ist alles vorbei: Der Sitzungs- und Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen fällt in der Saison 2020/21 weitgehend aus.

Klassische Karnevalssitzungen soll es nach dem Willen der Landesregierung und der großen Karnevalsvereine ebenso wenig geben wie Karnevalszüge in bekannter Form.

In Zeiten der Pandemie müssten drastische Einschränkungen gemacht werden, verkündeten Staatssekretär Nathanael Liminski und der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, am Freitag nach einem Gespräch in der Düsseldorfer Staatskanzlei. „Ein Karneval, so wie wir ihn kennen, wird in Zeiten der Pandemie nicht möglich sein“, sagte Liminski. Kuckelkorn erklärte, die Karnevalschefs von Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen hätten die Landesregierung „um ein klares Signal zur Absage des Sitzungskarnevals gebeten“. Und: „Ich bin sehr glücklich, dass wir dieses Signal heute erhalten haben.“

„Große Menschenansammlungen, schunkeln, singen und Bützchen verteilen, in großer Ausgelassenheit und oft auch mit Alkoholkonsum - all das ist in der Pandemie so nicht denkbar“, betonte Liminski. Für den Karneval gelte der gleiche Rechtsrahmen wie für alle anderen, es könne da keine Ausnahmen geben. An neuralgischen Punkten solle es zur Sessionseröffnung am 11.11. und an den tollen Tagen sogar Alkohol- und Versammlungsverbote geben.

Update, 9.01 Uhr - Ein bisschen Oktoberfest - aber Sorge vor wilden Partys in München

Das Oktoberfest ist wegen Corona abgesagt - trotzdem heißt es in München am Samstag „Ozapft is!“. In vielen Wirtshäusern werden zum ursprünglich geplanten Wiesn-Start um 12 Uhr Bierfässer angestochen.

Aus Sorge um mögliche wilde Wiesn-Partys gilt auf der Theresienwiese, wo das weltgrößte Volksfest normalerweise Millionen Menschen anzieht und das Bier in Strömen fließt, am Samstag allerdings ein Alkoholverbot.
Nach Tagen knapp unterhalb der Schwelle hatte München am Freitag den Warnwert von 50 Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen Ersatzpartys treffen könnten und hat auch für bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.

Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) forderte die Feierwütigen im Radiosender B5 aktuell auf: „Geht nicht auf die Wiesn, feiert im Wirtshaus, das ist einfach besser!“ Eine Alternative zum coronabedingt geplatzten weltgrößten Volksfest bieten rund 50 Wiesn- und Innenstadtwirte, die bis zum 4. Oktober mit der sogenannten WirthausWiesn Oktoberfeststimmung schaffen wollen; unter Einhaltung der Hygiene-Auflagen wie Mund-Nasen-Schutz außerhalb der Tische, Abstand und weniger Menschen in den Räumen als in normalen Zeiten.

Der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), seinerzeit Anzapfkönig, will im Bahnhofsviertel anzapfen und der ehemalige Wiesnchef Josef Schmid (CSU) im Augustiner am Platzl.

Die Münchner Gastronomen knüpfen mit der „WirtshausWiesn“ an das allererste Oktoberfest im Jahr 1810 an. Denn damals wurde zwar auf der Theresienwiese eine königliche Hochzeit mit Pferderennen gefeiert. Gegessen, getrunken und gesungen wurde dann aber in den umliegenden Wirtshäusern, wie die Stadt erläuterte.

dpa

Update, 7.49 Uhr - Stadt München überschreitet 7-Tage-Inzidenz von 50

Nachdem am Freitagnachmittag bekannt wurde, dass die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt München den vorgegebenen Grenzwert von 50 übersteigt, sind laut Oberbürgermeister Reiter erst mal keine neuen Beschränkungen geplant.

Dennoch ruft das Stadtoberhaupt zu erhöhter Vorsicht in einem Facebook-Post auf: „Wir alle müssen daher jetzt noch wachsamer sein als in den vergangenen Wochen – und mit aller Konsequenz eine weitere Ausbreitung von COVID-19 bestmöglich verhindern.“

München als erste deutsche Großstadt Corona-Hotspot: Welche Maßnahmen bereits gelten - und welche drohen

7. 28 Uhr - Fast 2300 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

 Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 270.070 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 19.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9384. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,16 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,21 (Vortag: 1,15). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

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