News-Ticker zur Corona-Pandemie

Söder: Corona-Lage fast gefährlicher als im Frühjahr

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit Maske
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr über acht Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch (14. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.52 Uhr - Söder: Corona-Lage fast gefährlicher als im Frühjahr

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält die Corona-Lage fast für gefährlicher als im Frühjahr – und hat Zweifel, ob die neuen von Bund und Ländern beschlossenen Gegenmaßnahmen am Ende ausreichen. Man sei einen deutlichen Schritt vorangekommen, und zwar fürs ganze Land, sagte Söder am Mittwochabend nach stundenlangen Bund-Länder-Beratungen in Berlin. „Aber ob das reicht, ist meiner Meinung nach offen.“ Das werde man in den nächsten zehn Tagen sehen. Man hoffe, dass die Maßnahmen wirken, wenn sie einheitlich angewandt werden.

Söder betonte: „Wir sind dem zweiten Lockdown eigentlich viel näher, als wir das wahrhaben wollen.“ Mit Blick auf die aktuellen Zahlen und die aktuelle Dynamik sagte Söder, es sei „vielleicht gar nicht mehr fünf vor zwölf, sondern Schlag zwölf, um jetzt die Weichen richtig zu stellen“. Die zweite Welle sei „absolut da“, und die Lage sei fast ein bisschen gefährlicher als im Frühjahr, warnte Söder – weil man jetzt den Winter vor der Tür habe.

Update, 22.39 Uhr - Merkel: Können uns zweite Welle auch wirtschaftlich nicht leisten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen auch auf die Gefahren für die Wirtschaft verwiesen. „Es geht nicht nur um die Frage des Gesundheitssystems“, sagte Merkel am Mittwoch nach mehrstündigen Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Auch die wirtschaftliche Entwicklung hänge davon ab, dass man durch die Pandemie nicht zu schwer beeinträchtigt werde. „Was der Gesundheit dient, dient also auch dem wirtschaftlichen Ablauf.“

Die Kanzlerin verwies darauf, dass bereits in diesem Jahr 250 Milliarden Euro neue Schulden aufgenommen werden mussten. „Und deshalb können wir uns auch ökonomisch eine zweite Welle, wie wir sie im Frühjahr hatten, mit solchen Folgen nicht leisten.“ Es müsse alles getan werden, um die Infektionszahlen im Griff zu behalten und die Kontakte nachzuvollziehen. „Und dazu müssen wir mit den Zahlen an einigen Stellen runterkommen“, sagte Merkel.

Update, 22.27 Uhr - Merkel: Unkontrolliertes Ausbreiten der Pandemie verhindern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Ziel von Bund und Ländern betont, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern. Deutschland ist der Kanzlerin zufolge bereits in einer exponentiellen Phase. Merkel betonte am Mittwochabend nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten den Ernst der Lage. Man stehe an einem entscheidenden Punkt. Die Frage sei, ob die Maßnahmen ausreichten oder nicht. Sie appellierte an die Bürger, in dieser „entscheidenden und kritischen Phase“, dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. „Wir können gegen dieses Virus ankämpfen.“ Es komme darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern.

Pressekonferenz mit Angela Merkel, Markus Söder und Michael Müller

Die Pressekonferenz ist beendet.

Update, 21.37 Uhr - Merkel: Maßnahmen nicht hart genug für Erfolg gegen Corona - Keine Einigung über Beherbergungsverbote

Bund und Länder haben bei ihren Corona-Beratungen im Kanzleramt keinen einheitlichen Kurs zu den Beherbergungsverboten für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten gefunden. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die bisherigen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz massiv kritisiert. «Die Ansagen von uns sind nicht hart genug, um das Unheil von uns abzuwenden», sagte die CDU-Politikerin nach übereinstimmenden Angaben von Teilnehmern am Mittwochabend während der Sitzung in Berlin. Mit den nun festgelegten Maßnahmen würden Bund und Länder «in zwei Wochen eben wieder hier» sitzen. «Es reicht einfach nicht, was wir hier machen.» Die Grundstimmung sei, dass sich jedes Land ein kleines Schlupfloch suche. «Das ist das, was mich bekümmert. Und die Liste der Gesundheitsämter, die es nicht schafft, wird immer länger.»

Update, 21.20 Uhr - Macron kündigt Ausgangssperren in Paris und anderen Städten an

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat für Paris und zahlreiche weitere große Städte im Land nächtliche Ausgangssperren im Kampf gegen das Coronavirus angekündigt. Diese Ausgangssperren würden ab Samstag zwischen 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für mindestens vier Wochen gelten, sagte Macron am Mittwochabend in einem TV-Interview.

Neben dem Großraum Paris seien die Metropolen Grenoble, Lille, Rouen, Lyon, Aix-Marseille, Saint-Étienne, Toulouse und Montpellier betroffen, so Macron. Die Sperre gelte unter anderem für Kinos, Restaurants, Theater. Über diese Maßnahme war bereits zuvor spekuliert worden. Es werde Kontrollen und Strafen geben, kündigte der Staatschef an.

Das Ziel sei es, das Wirtschaftsleben weiter am Leben zu halten - Hilfen für die Unternehmen würden fortgeführt. «Wir werden weiter arbeiten», betonte Macron. «Wir haben die Kontrolle nicht verloren», betonte er außerdem, aber die Situation sei «besorgniserregend».

Die Corona-Lage im Land verschlechtert sich seit Wochen. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte am Wochenende annähernd 27 000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet - ein Rekord.

In zahlreichen französischen Metropolen, darunter Paris und Lyon, gilt die höchste Corona-Warnstufe. Bars sind bereits geschlossen, in Restaurants gelten strengere Hygienemaßnahmen. Expertinnen und Experten machen vor allem private Feiern und Partys für die Verbreitung des Virus verantwortlich. Besonders die Situation in der Hauptstadt bereitet große Sorge. Dort steigt die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen immer weiter an.

Im Frühjahr hatte Frankreich bereits im Kampf gegen das Virus sehr strenge Ausgangsbeschränkungen verhängt. Die Menschen durften nur mit einem Formular vor die Tür, die Zeit an der frischen Luft und auch der Bewegungsradius waren begrenzt. In einigen Orten gab es in diesem Zusammenhang nächtliche Ausgangssperren. Auch während der Vorstadtunruhen 2005 wurden mancherorts Ausgangssperren verhängt.

Update, 20.35 Uhr - Mindestens 20 Corona-Infizierte nach illegaler «Oktoberfest»-Party

Nach einer illegalen Party mit bis zu 150 Gästen im niederbayerischen Bodenkirchen sind bereits 20 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es handele sich dabei um Frauen und Männer zwischen 25 und 32 Jahren, teilte das Landratsamt Landshut am Mittwoch mit. Das Gesundheitsamt versuche, weitere Partygäste aufzuspüren und Infektionsketten zu unterbrechen.

Zu der als „Oktoberfest“ deklarierten Party in der Maschinenhalle eines Bauernhofes hatten drei Geschwister eingeladen. Zu Bier vom Fass und einer Live-Band feierten und tanzten am 3. Oktober mindestens 120, womöglich gar 150 Menschen, hieß es. Das Gesundheitsamt erfuhr erst an diesem Dienstag von dem Fest, konnte aber binnen eines Tages bereits 20 Infektionen bestätigen. «Bekannt ist derzeit, dass sich unter anderem eine Hausärztin aus der Region mit dem Covid-19-Virus infiziert hat – sie war von Teilnehmern an der nicht genehmigten Party in Bodenkirchen für Corona-Tests aufgesucht worden.»

Das Landratsamt hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die drei Veranstalter der Feier eingeleitet, die der Behörde zufolge zunächst Druck auf die Gäste ausgeübt hatten, um so einen „Mantel des Schweigens“ auszubreiten. Die Verantwortlichen rufen nun alle Beteiligten auf, sich unbedingt an das Gesundheitsamt zu wenden. Dies gelte auch für Teilnehmer, die auch aus dem Landkreis Mühldorf angereist waren.

Update, 19.42 Uhr - Die aktuellen Fallzahlen aus der Region

Landkreis Mühldorf

Auch der Landkreis Mühldorf hat nun den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche überschritten. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR). 39 Mitarbeiter eines Putenschlachthofs in Ampfing (Landkreis Mühldorf) seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Das teilte das Landratsamt dem BR mit. Für Donnerstag hat das Amt eine Pressekonferenz angesetzt, um über weitere Corona-Maßnahmen zu informieren.

Landkreis und Stadt Rosenheim

Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für die Stadt Rosenheim ist leicht gesunken. Mit Stand 13. Oktober, 24 Uhr, liegt der 7-Tage-Inzidenz laut Landratsamt Rosenheim bei 69,24 (Vergleich zum Vortag: 72,38). Der Wert für den Landkreis stieg auf 42,09 (Vortag: 37,88). Für die Stadt Rosenheim meldet das Gesundheitsamt acht Neuinfektionen, für den Landkreis 20.

Landkreis Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern zehn weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich drei Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 540 (Meldestand: 14.10.2020, 10:00 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land erhöht sich auf 78,4.

Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 83 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 16,92. Seit der letzten Pressemitteilung am Dienstag, den 13. Oktober sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 13 Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei um zwei Reiserückkehrer, aber aus keinem Risikogebiet. Bei den übrigen positiven Fällen handelt es sich um Infektionen aus dem privaten und familiären Umfeld und gehören keinem Cluster an.

Landkreis Altötting

Bislang wurden im Landkreis Altötting 763 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen. 699 Landkreisbürger/Innen sind bislang von der Erkrankung an Covid-19 wieder genesen. 57 Personen sind an der Erkrankung verstorben. Vier sind aktuell mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner betrug für den Landkreis Altötting am 13.10.2020: 2,69

Update, 18.54 Uhr - Weitere Beschlüsse aus Berlin durchgesickert

In Städten und Gegenden mit stark steigenden Corona-Zahlen soll es künftig generell eine Sperrstunde um 23 Uhr in der Gastronomie geben. Dies soll ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche gelten. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch bei ihren Beratungen in Berlin beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Bars und Clubs sollen geschlossen werden. Auch die „Bild“ Zeitung berichtete darüber.

In Corona-Hotspots mit Inzidenzwerten von mehr als 50 sollen sich künftig zudem nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen. Und sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, sollen sich nur noch bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände im öffentlichen Raum treffen dürfen. Darauf verständigten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in Berlin, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr - der finale Beschluss des gesamten Konzepts stand aber noch aus.

Lokale, Bars und Clubs gelten unter Infektionsgesichtspunkten als riskant, weil sich hier viele Menschen auf engem Raum aufhalten. Insbesondere wenn viel Alkohol getrunken wird, werden die Abstandsregeln erfahrungsgemäß seltener eingehalten. Das Problem besteht gerade jetzt in der kalten Jahreszeit, weil die Wirte im Freien keine Tische mehr aufstellen können. Die Sperrstunde würde aber auch viele Restaurants treffen, die sorgfältige Sicherheitskonzepte ausgearbeitet haben und anwenden. So stehen heute beispielsweise die Tische weiter auseinander als vor der Pandemie.

Mehrere Städte mit hohen Zahlen von Corona-Neuinfektionen haben bereits Sperrstunden verhängt. So müssen in Berlin seit dem vergangenen Wochenende Restaurants, Bars und Kneipen von 23 bis 6 Uhr morgens geschlossen sein. Auch in Bremen gibt es eine solche Regelung.

In Städten und Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch in Berlin beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur und die «Bild»-Zeitung erfuhren.

Update, 18.16 Uhr - Sperrstunde an Corona-Hotspots kommt

Offenbar gibt es nun einen ersten Beschluss beim Bund-Länder-Gipfel: Demnach haben sich Kanzlerin Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder deutschlandweit auf eine einheitliche Sperrstunde ab 23 Uhr in Corona-Hotspots geeinigt. Dies berichtet die Bild-Zeitung. Greifen soll die Regelung, wenn der Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wird. Für den Wert von 35 konnte die Runde offenbar keine Mehrheit finden.

Zudem sprach ein namentlich nicht genannter Ministerpräsident von unglaublich zähen Verhandlungen. Es gebe immer wieder „Hakeleien“ und das Ganze könne sich wohl noch Stunden hinziehen. 

Update, 17.14 Uhr - Stadt Rosenheim und Lkr. BGL bei 7-Tage-Inzidenz weit vorne

In Bayern gibt es nun elf Corona-Hotspots. Denn inzwischen hat auch der Landkreis Ebersberg den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die 7-Tage-Inzidenz lag dort bei 52,21, wie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nun mitteilte (Stand: 14. Oktober, 8 Uhr).

Am Dienstagabend hatte auch Augsburg bekannt gegeben, dass die Stadt die 50er-Schwelle überschreitet (59,97). Die weiteren Corona-Hotspots sind München (52,15), Memmingen (58,96), die Landkreise Fürstenfeldbruck (62,01), Rottal-Inn (57,61), Regen (83,97) sowie Stadt und Landkreis Schweinfurt (63,64 und 55,54). Hinter Regen liegen der Landkreis Berchtesgadener Land (76,47) und die Stadt Rosenheim (67,66) bayernweit auf den Plätzen zwei und drei.

Update, 16.19 Uhr - Kommen noch härtere Corona-Maßnahmen?

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder sind am Mittwochnachmittag in Berlin zusammengekommen, um angesichts steigender Infektionszahlen über weitere Corona-Maßnahmen zu beraten. Zuvor war bereits durchgesickert, dass für Bewohner von Regionen mit hohen Corona-Infektionszahlen neue Beschränkungen eingeführt werden sollen.

So soll es dort eine erweiterte Maskenpflicht und eine Sperrstunde in der Gastronomie geben. Zudem sollen Bars und Clubs in solchen Fällen geschlossen werden. Wann die Sperrstunde beginnen soll und wie viele Teilnehmer in diesen Regionen bei privaten Veranstaltungen noch zugelassen werden können, wird in dem Entwurf offen gelassen. Die Bürger sollen zudem gebeten werden, genau abzuwägen, ob Feierlichkeiten im Familien- oder Freundeskreis derzeit nötig sind. 

Offensichtlich mit Blick auf das umstrittene Beherbergungsverbot werden die Bürger „eindringlich“ aufgefordert, nicht erforderliche Reisen aus Risikogebieten heraus und in innerdeutsche Gebiete mit hohen Infektionszahlen hinein zu vermeiden. Bei vielen Punkten wird laut dpa „erheblicher Streit“ unter den Politikern erwartet.

Update, 14.37 Uhr - Corona-Fall an der FOS Altötting

Das Gesundheitsamt Mühldorf informierte am späten Dienstagnachmittag die Kollegen des Altöttinger Gesundheitsamtes darüber, dass eine Schülerin der FOS Altötting aus dem Landkreis Mühldorf am Montag, 12. Oktober, positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Wie das Landratsamt Altötting mitteilt, habe die Schülerin, eine Kontaktperson einer infizierten Verwandten, die FOS besucht, obwohl sie seit Mittwoch, 7. Oktober unter Symptomen litt, welche auf Covid-19 hinweisen.

Das Gesundheitsamt Altötting begann umgehend mit den Kontaktermittlungen. Mittlerweile steht fest, dass sich 55 Schülerinnen und Schüler sowie acht Lehrkräfte als Kontaktpersonen der Kategorie I in die häusliche Quarantäne begeben müssen und am Donnerstag im Testzentrum am Hallenbad getestet werden.

Update, 12.01 Uhr - Bund will Maskenpflicht und Kontaktbeschränkung ausweiten

Der Bund will eine ergänzende Maskenpflicht und eine Sperrstunde in der Gastronomie schon dann einführen, wenn die Zahl der Neuinfektionen 35 pro 100.000 Einwohner in einer Region innerhalb einer Woche überschreitet. Diese Maskenpflicht soll dort eingeführt werden, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf für die Beschlussvorlage der Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Mittwochnachmittag.

Der Bund plädiert dafür, die Zahl der Teilnehmer bei privaten Feiern sowie bei öffentlichen Veranstaltungen spätestens dann zu beschränken, wenn es 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Region innerhalb einer Woche gibt.

Wann die Sperrstunde beginnen soll und wie viele Teilnehmer bei Feiern im Familien- und Freundeskreis zugelassen sein sollen, wird in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder am Mittwochnachmittag offen gelassen.

Update, 11.33 Uhr - Streit um Beherbergungsverbot - Lockdown an Weihnachten?

Vor der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Nordrhein-Westfalens Landeschef Armin Laschet (CDU) vor einem erneuten Lockdown, möglicherweise sogar über Weihnachten, gewarnt. Laschet zeigte sich gegenüber dem TV-Sender „n-tv“  zwar optimistisch, wollte einen weiteren Lockdown aber nicht ausschließen. „Nein, das kann niemand versprechen, aber man kann alles tun, damit es nicht dahin kommt.“ 

Vor dem heutigen Treffen von Bund und Ländern im Kanzleramt äußerte er sich aber auch hoffnungsfroh, mit weiteren Maßnahmen die Pandemie in den Griff zu bekommen. „Es kann gelingen, dass wir Weihnachten ohne Lockdown erleben können.“

Laschet rechnet zudem damit, dass das Beherbergungsverbot für Menschen aus Risikogebieten gekippt werden kann. „Ich finde, wir sollten da pragmatische Lösungen heute versuchen“, sagte der CDU-Politiker im ARD-“Morgenmagazin“. „Das Problem beim Beherbergungsverbot ist ja, dass viele Bürger die Regeln nicht verstehen und sie die Akzeptanz eher schwächen, weil Unklarheit ist.“

Es brauche dagegen bundeseinheitliche Regeln für Menschen aus Regionen, in denen die Corona-Grenzwerte überschritten werden. Als Beispiele für solche Maßnahmen nannte er Alkoholverbote, Sperrstunden und Beschränkungen privater Feiern.

Positiv äußerte sich Laschet zu Söders Vorschlag, eine einheitliche Strafe von 250 Euro bei Missachtung der Maskenpflicht einzuführen. „Auch das kann man machen“, sagte Laschet, der sich für den CDU-Vorsitz bewirbt. 

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen angesichts steigender Corona-Infektionszahlen an diesem Mittwoch über das insgesamt richtige Maß weiterer Beschränkungen beraten. Erstmals seit vier Monaten findet die Konferenz nicht per Video statt, die Länderchefs kommen für ein Vor-Ort-Treffen nach Berlin.

Update, 10.16 Uhr - Neue Corona-Verordnung: NRW nimmt „Swingerclubs“ in Verbotsliste auf

Das Land NRW führt sogenannte Swingerclubs in der neuen Coronaschutz-Verordnung nun namentlich als verboten auf. In der am Dienstagabend veröffentlichten neuen Verordnung wurde ein Passus erweitert, der bisher Tanzlokale und Clubs im Allgemeinen betraf. Wörtlich heißt es dort nun: „Der Betrieb von Clubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen ist untersagt. Dies gilt auch für Swingerclubs und ähnliche Einrichtungen.“ Laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums seien Swingerclubs seit der ersten Verordnung verboten gewesen - subsumiert unter „Clubs“. Nun habe man dies aber konkretisiert.

Bis vor kurzem waren auch Bordelle zwangsweise geschlossen. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Verbot Anfang September gekippt, die Regierung hatte daraufhin etliche Regeln für Prostituierte und ihre Kunden in die Hygienevorschriften der Coronaschutz-Verordnung aufgenommen. Für einen Swingerclub - bei denen Partner getauscht werden - muss die „Person, die die Entscheidung über Öffnung oder Angebot trifft“, laut aktuellem Bußgeldkatalog 5000 Euro zahlen.

Update, 9.28 Uhr - Merkel-Gipfel in Berlin: Deutschland drohen neue Verschärfungen

Am Mittwoch (14 Uhr) beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen zum Eindämmen der Corona-Pandemie. Zum einen soll es darum gehen, welches Maß an Einschränkungen angesichts der steigenden Infektionszahlen nötig ist, um einen erneuten Lockdown verhindern zu können und Deutschland sicher durch den Winter zu bringen. Zum anderen steht das Treffen unter dem Eindruck eines heftigen Streits vieler Länder über die Beherbergungsverbote für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten.

Zu einem Ärgernis für die Bürger sind auch die von Bundesland zu Bundesland verschiedenen Regelungen geworden. Bei dem Treffen soll es um die Einheitlichkeit der Regelungen (Verschärfung der Maskenpflicht und Kontrolle der Vorschriften) gehen, aber auch darum, welche erneuten Maßnahmen für die Gesellschaft erforderlich, sinnvoll und tragbar seien, hieß es am Mittwoch aus Kreisen der Teilnehmer. Um dies besser einordnen zu können, wird auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) anwesend sein und einen Lagebericht abgeben.

Update, 8.11 Uhr - Corona in München: Ab heute verschärfte Regeln

In der Stadt München gelten ab Mittwoch wieder schärfere Regeln. Der Grund: Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf über 50 und überschritt somit erneut den Warnwert. Darum greift die Stadt durch und verhängte neue Regeln, die ab Mittwoch (14. Oktober) in Kraft treten.

Zum einen gilt Maskenpflicht in der Münchner Innenstadt zwischen 9 und 23 Uhr. Betroffen sind hier die Fußgängerzone, Schützenstraße, Stachus, Marienplatz, Sendlinger Straße und Sendlinger-Tor-Platz, der Viktualienmarkt und den Gehwegen im Tal. Außerdem bleibt das Alkoholverbot am Freitag und Samstag bei Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr bestehen und auch im öffentlichen Raum an den bekannten Hotspots (u.a. Gärtnerplatz) besteht Alkoholverbot. Neu hinzu kommt ein generelles Alkohol-Ausschankverbot in der Gastronomie täglich ab 22 Uhr. Die Regeln gelten bis 27. Oktober, 24 Uhr.

Der Aufenthalt im privaten sowie im öffentlichen Raum und an einem gemeinsamen Tisch in der Gastronomie ist ab Mittwoch nur noch in Gruppen von bis zu fünf Personen gestattet (bisher zehn) - oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands sowie Angehörigen eines weiteren Hausstands. Bei privaten Feiern sind drinnen 25 Menschen gestattet, draußen 50. Bislang waren 50 beziehungsweise 100 zugelassen.

Update, 7.26 Uhr - Stadt und Landkreis Schweinfurt überschreiten Corona-Warnstufe

Stadt und Landkreis Schweinfurt haben in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Für die Stadt meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Dienstag (Stand: 8 Uhr) einen Wert von 54,28; für den Landkreis 51,11. Auch der Landkreis Rottal-Inn liegt mittlerweile mit 52,67 über der bundesweit wichtigen Warnstufe.

In Schweinfurt gibt es nun von Mittwoch, 14. Oktober, bis einschließlich 20. Oktober weitere Einschränkungen. So ist nachts zwischen 23 Uhr und 6 Uhr der Verkauf von Essen und Trinken zum Verzehr vor Ort nicht erlaubt und private Treffen sind auf maximal fünf Menschen begrenzt. Das teilte die Stadt am Dienstagabend mit. Auch für Feiern gelten Teilnehmerbeschränkungen, Heimbewohner und Patienten im Krankenhaus dürfen nur noch von einer Person pro Tag besucht werden. Da es noch keinen Corona-Fall in einer Kita gegeben habe und die Infektionen in Schulen laut Stadt eingedämmt werden konnten, gebe es in Schulen und Kindergärten keine neuen Beschränkungen.

Corona-Brennpunkte sind zudem weiter die Landkreise Regen (86,55) und Fürstenfeldbruck (66,12) sowie die Städte München (53,70), Memmingen (58,96) und Rosenheim (72,38). Augsburg liegt mit 48,89 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen noch knapp unter der kritischen Marke. Für den Landkreis Berchtesgadener Land weist das LGL einen Inzidenzwert von 65,14 aus.

Erstmals seit April über 5000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen erstmals seit April mehr als 5000 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Insgesamt belief sich die Zahl laut RKI auf 5132. Das waren mehr als 1000 Fälle mehr als noch am Vortag. Der letzte Höchstwert seit April waren 4721 neu nachgewiesene Fälle am Samstag gewesen. Am Mittwoch vergangener Woche hatten die Gesundheitsämter dem RKI 2828 Neuinfektionen mitgeteilt.

Zuletzt waren Mitte April die Zahlen so hoch wie aktuell. Allerdings sind die Werte nicht miteinander vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Das RKI schreibt zur momentanen Situation: „Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert.“ Der Anteil der Covid-19 Fälle nehme in der älteren Bevölkerung leicht zu. Senioren gelten in der Regel als anfälliger für eine schwere Corona-Erkrankung als Jüngere.

Die Zahl der Corona-Patienten auf der Intensivstation stieg zwar in den vergangenen Tagen merklich, ist aber weiterhin vergleichsweise niedrig. So wurden laut Daten des DIVI-Intensivregisters von Dienstag rund 620 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt, eine Woche zuvor waren es noch rund 450. Insgesamt sind demnach in Deutschland aber noch knapp 9000 Intensivbetten frei.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 334.585 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 14.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9677. Das waren 43 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 281.900 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,18 (Vortag: 1,29). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Dienstag bei 1,20 (Vortag: 1,25). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mh/mw/dpa

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