News-Ticker zur Corona-Pandemie

Die Zahlen aus Altötting und dem Berchtesgadener Land - Droht ganz Bayern der Lockdown?

Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei der Vorstellung der Corona-Ampel-Strategie.
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Der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder bei der Vorstellung der Corona-Ampel-Strategie.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr seit knapp neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag (22. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 96,0, Landkreis Rosenheim 82,3, Landkreis Traunstein 59,8, Landkreis Berchtesgadener Land 292,6, Landkreis Mühldorf 95,8, Landkreis Altötting 26,9 (Quelle/Stand: RKI, 22. Oktober, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 859, Landkreis Rosenheim 3021, Traunstein 1.633, Berchtesgadener Land 877, Mühldorf 867, Altötting 792 (Quelle/Stand: RKI, 22. Oktober, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 202, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 22. Oktober, 0 Uhr)
  • Mindestens 9905 Todesfälle in Deutschland (2726 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.33 Uhr - Die Zahlen aus den Landkreisen Altötting und Berchtesgadener Land

Das Landratsamt Altötting meldet acht Neuinfektionen, womit die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis seit Pandemiebeginn auf 800 steigt. Bei zwei Infizierten handelt es sich jeweils um Kontaktpersonen in Zusammenhang mit bereits bestätigten Fällen.

Im Berchtesgadener Land gibt es unterdessen 64 neue Corona-Infektionen. Die 7-Tage-Inzidenz steigt damit weiter auf 292,6. Laut Informationen des Landratsamtes befinden sich derzeit im Landkreis 687 Personen in Quarantäne, außerdem werden 13 Covid-19-Patienten in den Kliniken stationär behandelt.

Update, 17.20 Uhr - Drei Viertel des Freistaats auf Gelb, Rot oder Dunkelrot 

Wegen ungebremst steigender Corona-Zahlen gelten von Freitag an in mittlerweile drei Viertel der Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern eine verschärfte Maskenpflicht, strikte Kontaktbeschränkungen und eine Sperrstunde in der Gastronomie. Acht Regionen haben sogar die von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eingeführte neue „dunkelrote“ Warnstufe erreicht - dort dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden.

Die neuen Beschränkungen in den „dunkelroten“ Corona-Hotspots mit drastischen Zahlen weit jenseits der bisherigen Warnstufen gelten nun von Freitag an. Das ist einen Tag später als zunächst angekündigt: Ursprünglich hätten die neuen Auflagen - also die Begrenzung für Veranstaltungen aller Art auf maximal 50 Teilnehmer und eine Sperrstunde ab 21 Uhr - schon am Donnerstag in Kraft treten sollen.

Über dem Wert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen lagen am Donnerstag laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) Stadt und Landkreis Schweinfurt, der Landkreis Neustadt an der Waldnaab, Weiden in der Oberpfalz, Augsburg, der Landkreis Passau sowie der Kreis Berchtesgadener Land mit einer Rekord-Sieben-Tage-Inzidenz von 292. Zusammen mit dem Kreis Rottal-Inn - der nach Angaben eines Sprechers ebenfalls über der 100er-Marke lag, wegen eines technischen Übermittlungsfehlers aber in der LGL-Liste mit einem falschen Wert geführt wurde - sind somit acht Landkreise und kreisfreie Städte von der Stufe „dunkelrot“ betroffen.

In 46 weiteren Landkreisen und kreisfreie Städten steht die bayerische Corona-Ampel auf Rot, weil dort der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wurde.

In 21 weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten mit einem Corona-Wert zwischen 35 und 50 steht die Ampel auf Gelb.

Update, 16.46 Uhr - 7-Tage-Inzidenz im Kreis Traunstein über 50 - über 20 Personen nach Corona-Fall in Kindergarten in Quarantäne

Bei zwei Kindern des Balthasar-Permoser-Kindergarten in Kammer wurde das neuartige Coronavirus nachgewiesen. Beide befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Kinder haben sich laut Gesundheitsamt außerhalb des Kindergartens infiziert. Betroffen von den Quarantänemaßnahmen in der Einrichtung sind 21 Kinder und zwei Erzieherinnen.

Insgesamt meldet das Gesundheitsamt für den Landkreis Traunstein (Stand: 22. Oktober, 14 Uhr) 27 Neuinfektionen. Der 7-Tage-Inzidenz überschritt dadurch auch den Signalwert von 50 und liegt aktuell bei 59,8. Im Zuge dessen gab das Landratsamt auch neue Regelungen, welche am 23. Oktober um 0 Uhr in Kraft treten, bekannt.

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 187 aktive Corona-Fälle vor. Derzeit werden neun COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

Update, 16.24 Uhr - Mehrere Bewohner positiv getestet: Zwei Asylunterkünfte im Kreis Traunstein betroffen

Sowohl in der Asylunterkunft in Trostberg, als auch in der Asylunterkunft in Altenmarkt wurden Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. In der Unterkunft in Altenmarkt wurden insgesamt vier Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Für die Unterkunft in Trostberg liegt nur von einem Bewohner ein positives Testergebnis vor.

Entsprechend der einheitlichen Vorgaben durch das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege wurden für die derzeit noch vor Ort befindlichen Mitbewohner, als Kontaktpersonen der Kategorie 1, Quarantänemaßnahme ausgesprochen.

Die Bewohner wurden von Koordinatoren der Regierung von Oberbayern hierüber informiert. Vonseiten des Betreibers werden für die Zeit der Quarantänemaßnahmen die ärztliche Versorgung und die Verpflegung (durch Catering) sichergestellt

Durch das Gesundheitsamt wurde für den 22. Oktober eine Reihentestung für die Mitbewohner und das Personal vor Ort organisiert. Die Reihentestung führt der örtliche Kreisverband des BRK durch, die Proben werden am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht.

Update, 15.52 Uhr - 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim knapp unter 100

Der 7-Tage-Inzidenz der Stadt Rosenheim steht kurz davor die 100 Marke zu überschreiten. Mit Stand vom 21. Oktober 24 Uhr meldet das Gesundheitsamt einen Wert von 95,99. Für den Landkreis meldet das Gesundheitsamt eine 7-Tage-Inzidenz von 82,27. Im Landkreis wurden 65 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet, in der Stadt waren es im selben Zeitraum 20.

Update, 14.46 Uhr - „Unglaublich hohe“ Zahlen in München - Söder optimistisch: Maßnahmen sollten in 2 Wochen Wirkung zeigen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rechnet damit, dass die Corona-Infektionszahlen zunächst weiter deutlich steigen und mahnt zur Geduld. Er befürchte, dass die Infektionszahlen bald wieder exponentiell in die Höhe schnellen dürften, sagte Söder am Donnerstag im Gesundheitsamt in München. „Wir hoffen, dass dann in zwei Wochen Wirkungen kommen von den Maßnahmen.“

Dennoch sei das Gesundheitssystem besser vorbereitet als noch zu Beginn der Pandemie, betonte Söder: „Die Gefahr, dass es uns so erwischt wie im Frühjahr, die Alten-, die Pflegeheime, die Krankenhäuser, ist deutlich reduziert.“ Die Nachverfolgung von Infektionsketten müsse trotz der rasch ansteigenden Zahlen so lange wie möglich gewährleistet werden, sagte der Ministerpräsident und rief erneut alle Menschen zu Vorsicht und Umsicht auf. „Wenn wir jetzt ein bisschen mehr machen, dann bleibt uns vieles andere dann erspart.

In der Landeshauptstadt München stieg die Infektionsrate je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen am Donnerstag auf über 82, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) – die Zahl sei „unglaublich hoch“. Mithilfe der Maßnahmen erhoffe er sich aber eine Entspannung der Situation: „Ich bin sicher, dass wird die Ergebnisse spätestens zu Ferienbeginn sehen werden. Ich hoffe darauf, dass die Inzidenzwerte nicht weiter steigen und dass wir gemeinsam dieses Thema in den Griff bekommen.“

Update, 13.54 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Kreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Mittwoch, 21. Oktober 21 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 22. Oktober 2020, 8 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. 

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 95,8. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 175 aktive Fälle, davon werden vier Personen stationär behandelt. 

Update, 13.19 Uhr - Deutschland umzingelt von Risikogebieten - RKI aktualisiert Liste

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus stiegen in Polen, Großbritannien aber auch in Italien zuletzt wieder massiv an. Nun reagiert das Robert Koch-Institut und weitet die Liste der Risikoländer deutlich aus.

Ab kommendem Samstag (24. Oktober) gelten Polen, die Schweiz, fast ganz Österreich und große Teile Italiens, Großbritannien bis auf die Kanalinseln und Überseegebiete, ganz Irland und Liechtenstein als Risikogebiete, teilte das Institut auf seiner Website mit. Hinzu kommen außerdem einzelne Regionen in Bulgarien, Estland, Kroatien, Schweden, Slowenien und Ungarn. Die Kanarischen Inseln werden dagegen von der Liste gestrichen.

Mit den neuen Entscheidungen der Bundesregierung kommen alle Grenzgebiete zu Deutschland außer die in Dänemark auf die Risikoliste. In Österreich ist nur noch das südliche Bundesland Kärnten ausgenommen. Außerdem gilt für zwei kleine Exklaven an der Grenze zu Deutschland eine Ausnahmeregelung.

Update, 12.28 Uhr - 76 Coronafälle in bayerischer Polizei, 236 Polizisten in Quarantäne

76 Beamte und Tarifbeschäftigte der bayerischen Polizei sind aktuell mit dem Coronavirus infiziert (Stand 19.10.2020). Das geht aus einer aktuellen parlamentarischen Anfrage von Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher hervor. Demnach befinden sich momentan 236 Polizistinnen und Polizisten in Corona-Quarantäne. Die Statistik weist zudem 345 Genesene seit dem 9. März 2020 aus.

Innenminister Joachim Herrmann antwortete Rinderspacher, die Quarantänesituation habe bis jetzt keine Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit der Polizei. Die Polizeiverbände träfen lageangepasste Maßnahmen, damit die Funktions- und Einsatzfähigkeit erhalten bleibt.

Update, 11.16 Uhr - Sieben Städte und Kreise in Bayern über neuem Grenzwert 100

Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen in Bayern steigt weiter stark an. So meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) für Bayern 1988 neue Infektionen im Vergleich zum Vortag (Stand: 22.10.2020 0.00 Uhr). Auf sieben Tage gerechnet sind es damit insgesamt 61,34 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in Bayern. Betrachtet man die Einzelaufschlüsselung der Landkreise und Städte zeigt sich, dass große Teile des Freistaats der Grenzwert von 50 überschritten haben. In der Landeshauptstadt München steigt der Wert aktuell auf 82,4 und nähert sich damit bereits dem neuen Grenzwert von 100.

Diesen neuen dunkelroten Grenzwert von mehr als 100 Neuinfektionen überschreiten derzeit sieben Landkreise und kreisfreie Städte im Freistaat: Der Landkreis Berchtesgadener Land hat laut RKI 292,6 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen auf 100.000 Einwohner gerechnet – das ist der höchste Wert für Bayern. In der Stadt Augsburg liegt der Wert bei 120,4. In der Stadt Weiden sind es rechnerisch 121,6 neue Fälle, im Landkreis Schweinfurt liegt die 7-Tage Inzidenz bei 115,2, in der Stadt Schweinfurt bei 102,9, im Landkreis Neustadt an der Waldnaab sind es rechnerisch 104,8 Fälle und im Landkreis Passau liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 103,3.

Die Pressekonferenz des RKI im Video:

Update, 10.28 Uhr - Wieler: „Dürfen nicht aufgeben, auch wenn einzelne Gesundheitsämter überfordert sind“

Nach Beendigung seines Eröffnungsstatements wird Wieler auf die Probleme bei der Verfolgung des Infektionsgeschehens angesprochen: „Das hat verschiedene Gründe. Manchmal können sich die Menschen einfach nicht erinnern“. Zusätzlich käme noch hinzu, dass die Gesundheitsämter unterschiedliche Erfassungs-Softwares nutzen würden. Auch das führe zu Schwierigkeiten bei einer einheitlichen Darstellung der Infektionen. „Umso wichtier ist, dass wir Einzelfällen weiterhin aktiv hinterhergehen“, betont der RKI-Chef.

Mehr als 20 Städte und Kreise hätten laut Wieler betont, dass sie das Infektionsgeschehen nicht mehr allein bewältigen können. „Das bereitet mir Sorgen. Es gibt aber Länder, die die Kontaktverfolgung eingestellt haben“. Es gehe vor allem darum, nicht aufzugeben. Denn: „Jede verhinderte Verbreitung mindert die Infektionszahlen“. Darum gehe es, „auch wenn Gesundheitsämter an ihre Grenzen stoßen.“

Update, 10.14 Uhr - Wieler: Großteil steckt sich im privaten Umfeld an

Nun geht Wieler auf die Ansteckungsorte ein: „Ein Großteil der Menschen steckt sich im privaten Umfeld an“. Dafür müsse das Virus aber erstmal in den Haushalt kommen. „Hier sehen wir eben doch einen Zusammenhang mit privaten Feiern mit mehr Teilnehmern als 10 Personen“, macht Wieler den Hauptgrund für die hohen Infektionszahlen aus. „Meine Bitte an alle deswegen: Halten sie Hygiene-Regeln ein und achten sie auf Symptome.“

Deutschland sei auch wegen seiner Strategie bisher gut durch die Krise gekommen. Eindämmung, Schutz und Milderung seien die drei Säulen sagt der RKI-Chef. „Dazu gehören die Behandlungskapazitäten, die Arbeit der Gesundheitsämter und die Hygieneregeln in der Bevölkerung“, sagt Wieler. „Unser Ziel ist es weiterhin, die Fallzahlen so gering wie möglich zu halten“, schließt der RKI-Chef sein Statement ab.

Update, 10.08 Uhr - Wieler: „Wir müssen damit rechnen, dass ...“

„Derzeit haben wir noch die Chance, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. „Dafür müssen sich aber alle an die Hygiene-Regeln AHA+L halten. Aber wir müssen damit rechnen, dass sich das Virus in Deutschland weiter ausbreiten wird - unkontrolliert ausbreiten wird“, mit diesen ernsten Worten beginnt Prof. Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Insituts, die Pressekonferenz am Donnerstagvormittag.

Im Vergleich zu vor zwei Wochen werden dem RKI aktuell täglich dreimal so viele Fälle gemeldet. „Heute waren es 11.000“, sagt Wieler. „Es müssen immer mehr Menschen intensiv behandelt werden“, sagt Wieler. Auch hier habe sich die Anzahl in den letzten zwei Wochen verdoppelt. Auch die Zahl der Toten werde weiter steigen. Es sei zu erwarten, dass auch immer mehr alte Menschen wieder betroffen sein werden, meint Wieler.

Update, 9.35 Uhr - Deutschland will Reisewarnung für fast ganz Österreich

Wegen stark steigender Corona-Zahlen will Deutschland jetzt offenbar für fast ganz Österreich eine Reisewarnung aussprechen. Davon ausgenommen werden soll lediglich das Bundesland Kärnten. Die Reisewarnung soll laut verschiedenen Medienberichten bereits ab Samstag, 24. Oktober, 0 Uhr gelten. Offenbar ist das Robert-Koch-Institut (RKI) parallel gerade dabei, die entsprechenden Gebiete in Österreich als Risikogebiet einzustufen. Die entsprechende Liste im Internet soll in Kürze aktualisiert werden.

Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Bundesländer Wien, Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) und Vorarlberg (mit Ausnahme des Kleinwalsertals/der Gemeinde Mittelberg) warnt das Auswärtige Amt aufgrund hoher Infektionszahlen bereits seit längerem.

Update, 9.27 Uhr - Polizei kontrolliert Maskenpflicht in Rosenheim

Im Rahmen einer Fußstreife kontrollierten Beamte der Rosenheimer Polizei am Mittwochmittag, 21. Oktober, zwischen 12 Uhr 14 Uhr die Einhaltung der Allgemeinverfügung bezüglich des Tragens eines Mund-und-Nasenschutzes am Max-Josefs-Platz. Dabei suchten die Beamten den Dialog mit Personen, die keinen entsprechenden Schutz trugen.

Die Resonanz viel überwiegend positiv aus, fast alle hielten sich an den Schutz und trugen eine Mund-/Nasenbedeckung. Vereinzelte Bürgerinnen und Bürger ohne Maske wurden angesprochen und darauf hingewiesen, mit der großen Bitte eine Maske zu tragen. Sofort wurde ein Schutz aufgezogen und man verstand die Maßnahme. Zusammenfassend wurde sowohl die Kontrolle als auch das Mittragen der verfügten Maskenpflicht in der Fußgängerzone positiv aufgenommen, hieß es dazu seitens der Rosenheimer Polizei.

Update, 8.32 Uhr - RKI gibt Pressekonferenz zu aktueller Corona-Lage

Mit Blick auf stetig steigenden Fallzahlen will das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag, 22. Oktober, nach längerer Pause wieder eine Pressekonferenz abhalten. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte zuletzt den Ernst der aktuellen Lage betont.

„Aktuell ist ein beschleunigter Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten. Daher wird dringend appelliert, dass sich die gesamte Bevölkerung für den Infektionsschutz engagiert“, heißt es dazu im aktuellen Lagebericht des RKI. Dazu zählt das RKI unter anderem Abstands- und Hygieneregeln auch im Freien, das Lüften von Innenräumen und - wo geboten - eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Seit Anfang September schwankt die Zahl der Corona-Tests pro Woche übrigens zwischen 1,1 und 1,2 Millionen - mit ganz leicht steigender Tendenz. Die Positiv-Rate ist in der Zeit laut Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) jedoch von 0,75 auf 3,63 Prozent gestiegen. Zudem steigt seit zwei Wochen der Probenrückstau erneut an. Einige Labore wiesen auf Lieferschwierigkeiten für Arbeitsmaterialien hin.

Update, 7.25 Uhr - Kreis Traunstein reißt 50er-Grenzwert

Die Corona-Zahlen in der Region steigen weiter. Im besonders stark betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land, in dem seit Dienstag, 14 Uhr, quasi ein zweiter „Lockdown“ gilt, stieg die 7-Tage-Inzidenz jetzt sogar in Richtung der 300er-Marke. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 292,6.

Zudem hat nun auch der Landkreis Traunstein den Grenzwert von 50 Neu-Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gerissen. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 59,8. Damit springt die bayerische Corona-Ampel auch in diesem Landkreis auf Rot. Auch in der Stadt Rosenheim (von 74,0 auf 96,0) und im Landkreis Rosenheim (von 74,2 auf 82,3) stiegen die Werte zum Teil deutlich. Der Landkreis Mühldorf wies eine Inzidenz von 95,8 auf, der Landkreis Altötting von 26,9. 

RKI meldet mehr als 11.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 11.287 Fälle binnen 24 Stunden - absoluter Rekord in der Bundesrepublik seit Ausbruch der Pandemie (Stand: 22. Oktober, 0 Uhr). Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden. Am Donnerstag vergangener Woche waren mit 6638 Fällen erstmals mehr als im Frühjahr gemeldet worden. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühling vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden (News-Ticker Mittwoch, 21. Oktober).

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich damit nach RKI-Angaben mindestens 392.049 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9905. Das waren 30 mehr als am Vortag. Rund 306.000 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 1,09 (Stand: 21. Oktober; Vortag: 1,25). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,17 (Stand: 21. Oktober; Vortag: 1,23). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

mw/fgr/dpa

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