News-Ticker zur Corona-Pandemie

Rumänien und Tunesien neue Risikogebiete - Italien führt landesweite Maskenpflicht im Freien ein

Rom
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Im Kampf gegen wieder steigende Corona-Infektionszahlen hat Italiens Regierung am Mittwoch (7. Oktober) eine landesweite Maskenpflicht im Freien beschlossen.  (Symbolbild)

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr über acht Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch (7. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.57 Uhr - Bundesregierung benennt neue Risikoländer - darunter auch Rumänien und Tunesien

Die Bundesregierung hat ganz Rumänien, Tunesien, Georgien und Jordanien sowie einzelne Regionen in sieben EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste am Mittwochabend entsprechend. Darauf sind jetzt auch alle fünf niederländischen Provinzen zu finden, die an Deutschland grenzen. Als letzte kam am Mittwoch Limburg hinzu, Zeeland an der Nordseeküste ist die einzige der zwölf niederländischen Provinzen, die noch kein Risikogebiet ist.

Erstmals wurden Teile der Slowakei zu Risikogebieten erklärt. In Slowenien kam unter anderem die Hauptstadt Ljubljana hinzu, außerdem Regionen in Kroatien, Ungarn, Litauen und Bulgarien. Es wurde erwartet, dass das Auswärtige Amt noch am Mittwochabend für alle diese Gebiete eine Reisewarnung ausspricht.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt, wenn ein Land oder eine Region den Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschreiten. Das gilt derzeit für 127 Länder ganz und für 15 teilweise. Für etwa 50 weitere Länder wird unabhängig von der Infektionslage von Reisen abgeraten. Der Grund: Dort gelten noch Einreisebeschränkungen, Quarantäneregeln oder eine Ausreisesperre in die EU.

Update, 19.05 Uhr - Die aktuellen Zahlen aus der Region

Die Gesundheitsämter der Landkreise melden die aktuellen Entwicklungen zum Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2-Virus. Die Zahlen für den Landkreis Rosenheim werden immer freitags durch das Gesundheitsamt Rosenheim veröffentlicht.

Landkreis Berchtesgadener Land

Wie das Gesundheitsamt Berchtesgadener Land mitteilt, gibt es im Landkreis vier neue Corona-Fälle, wobei es sich bei einem Fall um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet handelt. Damit steigt der Wert der 7-Tage-Inzidenz auf 6,6.

Von den insgesamt 457 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind mittlerweile 424 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es acht SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.

Aktuell befinden sich 72 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne. Insgesamt 1.284 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile seit März wieder aus der Quarantäne entlassen worden.

Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 63 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 20,33.

Seit der letzten Pressemitteilung am 06.10.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt sieben Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei bei keiner Person um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet.

Es liegen somit insgesamt 1484 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1333 Personen. Derzeit werden drei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

Landkreise Mühldorf am Inn und Altötting

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Dienstag, 6. Oktober drei neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 7. Oktober 2020, 8 Uhr).

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 13,0. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 15 aktive Fälle, davon wird keine Person stationär.

Update, 17.24 Uhr - Italien führt landesweite Maskenpflicht im Freien ein

Im Kampf gegen wieder steigende Corona-Infektionszahlen hat Italiens Regierung am Mittwoch (7. Oktober) eine landesweite Maskenpflicht im Freien beschlossen. Ausnahmen gebe es nur für Kinder im Alter unter sechs Jahren und für Menschen mit Krankheiten oder Einschränkungen, die mit dem Tragen einer Gesichtsmaske nicht zu vereinbaren seien, sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Sandra Zampa dem TV-Sender RAI.

Auch in bestimmten Situationen, in denen man alleine sei - etwa in einem Park -, gelte die Pflicht nicht. Unklar blieb zunächst, ab wann genau diese neue Maßnahme in Kraft treten soll. Beobachter sagten, sie werde wahrscheinlich schon von Donnerstag an gelten.

Das Tragen von Gesichtsmasken im Freien war bisher bereits in einigen italienischen Regionen Pflicht, darunter auch in Kampanien und Latium, die Neapel und Italiens Hauptstadt Rom einschließen. Bisher müssen die Schutzmasken national hauptsächlich in geschlossenen Räumen wie Läden und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgesetzt werden.

Die Regierung beschloss am Mittwoch ferner, den wegen der Corona-Pandemie ausgerufenen Notzustand über den 15. Oktober hinaus bis zum 31. Januar zu verlängern, wie ein Sprecher sagte. Der Notstand wird in Italien oft nach Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Überschwemmungen ausgerufen, um eine besondere Koordinierung der Einsatzkräfte zu gewährleisten und Bürokratie zu vermeiden.

Die Behörden verzeichneten in den jüngsten Wochen einen erheblichen Anstieg der Infektionszahlen. Obwohl die Pandemie bisher als unter Kontrolle gilt, wuchs die Angst vor einer zweiten Welle deutlich. Nach den jüngsten, bislang vorliegenden Zahlen gab es am Dienstag 2677 neu registrierte Corona-Ansteckungen in 24 Stunden, 28 Menschen starben mit oder an der Viruskrankheit. Die Zahl der Toten in Italien übersprang damit die Marke von 36.000. Mehr als 330.000 Menschen infizierten sich bisher mit dem Virus Sars-CoV-2.

Update, 16.35 Uhr - Stadt München verlängert Corona-Maßnahmen - bis auf eine Ausnahme

Die Stadt München hat die verschärften Corona-Maßnahmen um eine Woche verlängert. Lediglich bei Veranstaltungen unter freiem Himmel tritt eine Lockerung ein: Ab Freitag dürfen sich bis zu 100 Menschen draußen versammeln, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Zuvor waren maximal 50 Personen erlaubt. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, bleibt die Obergrenze weiter bei 25 Teilnehmern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt München betrug am Mittwoch laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 34,66 (Stand: 8 Uhr) - und lag damit knapp unter dem Signalwert von 35. Dennoch gebe es noch «keine stabile Tendenz» für ein Infektionsgeschehen unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, begründete die Stadt die Verlängerung der Maßnahmen. Die einzelnen Tageswerte seien davon abhängig, wann positive Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermittelt werden und unterliegen Schwankungen.

Demnach bleiben bis einschließlich Donnerstag nächste Woche (15. Oktober) Treffen im privaten und öffentlichen Raum sowie in der Gastronomie nur in Gruppen von maximal zehn Personen gestattet. Das Alkoholverbot zum Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr bleibt ebenfalls von Freitagabend bis Sonntagfrüh in Teilen der Metropole bestehen sowie das Verbot des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages.

Im Freistaat gab es laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bisher 70.468 Corona-Fälle - 2.678 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind den Daten zufolge bislang im Freistaat gestorben.

Update, 15.47 Uhr - Corona-Fall an Maria-Ward-Realschule Altötting: Rund 80 Personen in Quarantäne

Aufgrund eines positiven Corona-Tests bei einer Lehrkraft der Maria-Ward-Realschule Altötting waren am heutigen Mittwoch als Vorsichtsmaßnahme sieben Schulklassen vom Unterricht befreit. Mittlerweile wurden Schülerinnen von drei Schulklassen (68 Schülerinnen) sowie 11 Lehrkräfte und Mitarbeiter der Schule als Kontaktpersonen der Kategorie I ermittelt. Für diese Kontaktpersonen, für die bereits die häusliche Absonderung angeordnet wurde, finden am morgigen Donnerstag (8. Oktober) die Abstriche statt.

Update, 15.05 Uhr - Söder kündigt Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots an

Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von diesem Donnerstag (8. Oktober) an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München an.

Das sogenannte Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden. Söder erklärte, diese bedeute «eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen». Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

Update, 14.17 Uhr - AfD-Abgeordnete verstoßen zum Teil gegen Maskenpflicht im Bundestag

Mehrere AfD-Abgeordnete haben in der ersten Sitzung des Bundestags nach Anordnung der Maskenpflicht demonstrativ gegen diese Vorschrift verstoßen. Parlamentarier wie Armin Paul Hampel oder Beatrix von Storch betraten den Plenarsaal am Mittwoch vor Beginn der Sitzung ohne Mund-Nasen-Schutz und gingen so zur Abgeordnetenbank. Vorbildlich verhielt sich dagegen Fraktionschef Alexander Gauland, der mit Maske kam.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bat die Abgeordneten zum Sitzungsbeginn „nachdrücklich“, sich an die Auflagen zu halten. „Bitte denken Sie also daran, auch wenn Sie durch den Saal gehen oder sich mal kurz mit einem Kollegen unterhalten wollen, eine Maske zu tragen.“ Verstöße dagegen bedeuteten auch einen Verstoß gegen die parlamentarische Ordnung. „Die gesundheitliche Gefährdung von Abgeordneten durch das Verhalten anderer Abgeordneten gefährdet die Erledigung der uns aufgetragenen parlamentarischen Arbeit“, warnte er.

Als während der folgenden Regierungsbefragung die AfD-Abgeordnete Franziska Gminder ohne Maske in den Plenarsaal kam, forderte Schäuble sie energisch auf, einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Er erteilte der Abgeordneten aus Heilbronn eine Ermahnung. Als ihm daraufhin von Storch zurief, er trage selbst keine Maske, erhielt sie einen Ordnungsruf. Schäuble saß zu diesem Zeitpunkt auf dem Platz des Sitzungspräsidenten. Dort ist das Tragen einer Maske ebensowenig vorgeschrieben wie auf den Abgeordnetenbänken und am Rednerpult.

Update, 13.15 Uhr - Hotel wirbt: Gäste auch ohne Maske willkommen - Polizeieinsatz

Mit dem Schriftzug „Es sind auch Gäste ohne Mund-Nasen-Schutz willkommen“ hat ein Hotel in Bamberg geworben. Die Polizei schritt daraufhin wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz ein und stieß auf Widerstand. Der Wirt und seine Frau gerieten mit den Polizisten aneinander. Beim Einsatz wurden vier Beamte leicht verletzt, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. „Das reicht vom Kratzer an der Stirn bis zum verstauchten Finger“, erklärte ein Sprecher. Alle seien aber wieder im Dienst.

Ein Tourist informierte die Polizei am Dienstag, dass das Hotel explizit Gäste ohne Maske willkommen heiße. Auch die Mitarbeiter trugen bei der Kontrolle keinen Mund-Nasen-Schutz, auf Abstandsregeln wurde nicht geachtet. Der Hotelier und seine Frau sollen den Einsatz trotz mehrfacher Belehrung der Polizisten gefilmt haben.

Den Angaben nach weigerten sie sich, das Handy herauszurücken und verletzten dabei leicht die Beamten. Die Polizei ermittelt nun wegen tätlichen Angriffs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstößen nach dem Infektionsschutzgesetz.

Update, 12.31 Uhr - Bayerischer Lehrerverband beklagt Notbetrieb an Schulen und fordert Lehrergipfel

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht den Unterricht an den Schulen in Gefahr und schlägt Alarm: «Wir haben noch nie so einen Notbetrieb erlebt, wie jetzt», sagte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann am Mittwoch in München. Zwei Krisen prallten momentan aufeinander: ein dramatischer Lehrermangel und die Coronakrise, die für Schulleiter und Lehrer mit sehr großen Herausforderungen und enorm vielen Zusatzaufgaben verbunden sei.

Fleischmann forderte deshalb einen Lehrergipfel. Hier müsse es Ergebnisse geben, wie Lehrer sofort entlastet und der Lehrermangel in Zukunft vermieden werden könne. «Schulverwaltung und Politik wollen weiter irgendwie diesen Schein wahren, und anstatt das Problem ehrlich zu benennen und anzugehen, eiern sie rum», warf sie unter anderem Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) vor. Das Problem des Lehrermangels sei jahrelang kaschiert worden, auch weil die Schulen vieles aufgefangen hätten. Das sei wegen Corona nicht mehr möglich, da etwa Klassen nicht mehr zusammengelegt werden könnten, wenn ein Lehrer krank werde.

Tomi Neckov, Leiter einer Mittelschule in Schweinfurt, beklagte unter anderem den bürokratischen Aufwand, der sich durch Corona verschärft habe. «Deshalb erwarte ich im Moment von der Staatsregierung einfach nur Ehrlichkeit und das Eingeständnis, dass wir keinen Regelbetrieb im Augenblick an den Schulen haben», sagte er. Das würde den Druck gegenüber den Eltern herausnehmen. «Die denken, dass sie einen Anspruch haben auf normalen Unterricht, der eben nicht stattfinden kann im Augenblick.» Für die Grippewelle sieht er seine Schule nicht gerüstet. «Wenn die Saison beginnt und die Lehrkräfte noch zusätzlich ausfallen, dann weiß ich nicht, wie ich den Betrieb noch aufrecht erhalten kann.»

Update, 11.10 Uhr - Corona-Krise kostet Bayerns Verkehrsbetriebe rund 700 Millionen Euro

In der Corona-Krise haben die Verkehrsbetriebe der Kommunen und private Unternehmen in Bayern rund 700 Millionen Euro Verluste gemacht. Zur Abfederung wollten Bund und Freistaat in Summe rund 630 Millionen Euro, davon 381 Millionen von Bundesseite, zur Verfügung stellen, das teilte ein Mitarbeiter des Bau- und Verkehrsministeriums am Mittwoch im Finanzausschuss des bayerischen Landtags in München mit.

Die Opposition kritisierte im Ausschuss, dass Bayern die entstandenen Schäden nicht zu 100 Prozent gegenfinanziere, wie es während des Lockdowns im Frühjahr angekündigt wurde, sondern nur zu 90 Prozent. Die Verluste resultierten unter anderem durch gesunkene Fahrgastzahlen bei gleichzeitiger Bereitstellung von vielen Fahrzeugen, um die ÖPNV-Versorgung aufrecht zu erhalten.

Aus dem Ministerium hieß es, dass die Verluste der Unternehmen am Ende niedriger ausgefallen seien, als anfangs befürchtet. Mit dem Bund sei zudem keine hundertprozentige, sondern eine «angemessene» Erstattung beschlossen worden. Auch in anderen Bundesländern lägen die Zuschüsse unter 100 Prozent, in Baden-Württemberg etwa bei 95 Prozent, in Sachsen bei 70 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 90 Prozent. Seitens der Regierungsfraktionen gab es keine Kritik an der geplanten 90 Prozent-Förderung. Zugleich warnten sie davor, den Freistaat finanziell zu überlasten, sollte dieser überall und für jeden alle finanziellen Schäden der Krise auffangen, sagte Bernhard Pohl (Freie Wähler).

Update, 10.22 Uhr - Stadt Rosenheim reißt wieder Frühwarnwert von 35

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am 7. Oktober meldet, hat die Stadt Rosenheim wieder den 7-Tage-Inzidenzwert von 35 überschritten. Stand 7. Oktober, 0 Uhr, liegt der Wert nun bei 37,9.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz die 35 überschreitet, kann die Kreisverwaltung zusätzliche Regeln erlassen. Sie soll dann eine Beschränkung der zulässigen Anzahl der Teilnehmer von privaten Feierlichkeiten in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf bis zu 50 Personen, eine dringliche Empfehlung, in privaten Räumen keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen erlassen. Im Landkreis liegt der Wert aktuell bei 20,3.

Ebenfalls müsste laut der Drei-Stufen-Regel an Schulen nun auch wieder am Sitzplatz im Unterricht eine Maskenpflicht herrschen. Diese Maßnahme würde ab Jahrgangsstufe 5 gelten. Letztendlich entscheidet aber das Gesundheitsamt Rosenheim über die jeweilige Stufe in Abstimmung mit dem Schulamt Rosenheim und kann damit auf die örtlichen Gegebenheiten reagieren.

Der Wert bemisst sich an den Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen in Bezug auf 100.000 Einwohner.

Update, 9.24 Uhr - Weiterer Corona-Fall am Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein

Ein weiterer Schüler des AKG wurde im Rahmen der Reihentestung vom 5. Oktober positiv auf SARS-CoV-2 abgestrichen. Den positiven COVID-19-Nachweis erhielt das Gesundheitsamt Traunstein am Dienstag (6. Oktober). In enger Abstimmung mit der Schulleitung des AKG wurden heute die weiteren Maßnahmen in die Wege geleitet. Der Schüler war am 2. Oktober das letzte Mal in der Schule.

Aufgrund von Kopplungsunterricht sind teilweise auch Schülerinnen und Schüler der Parallelklassen betroffen. Insgesamt wurde für 55 Schülerinnen und Schüler, welche auch teilweise aus dem Landkreis Berchtesgadener Land und aus München stammen, eine Quarantäne angeordnet. Die betroffenen Lehrkräfte wurden aufgrund der eingehaltenen Vorgaben (Lüftungskonzept, Abstand, Maske) als Kontaktpersonen der Kategorie 2 eingestuft.

Für Sie sind Maßnahmen der Symptombeobachtung angeordnet worden. Für Mittwoch, den 7. Oktober ist für alle Kontaktpersonen eine Reihentestung im Testzentrum Mühlwiesen geplant. Für die weiteren Schülerinnen und Schüler ist der Schulbetrieb aufgrund der ausgesprochenen Quarantänemaßnahmen nicht beeinträchtigt.

Update, 8.54 Uhr - EU kommt bei Corona-Karte für Reisen voran

Die EU-Staaten machen Fortschritte bei den Bemühungen um eine bessere Koordinierung der Corona-Reisebeschränkungen. Wie aus einem Kompromissvorschlag der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hervorgeht, könnten sich die Länder auf Kriterien für eine gemeinsame Karte einigen, auf der Regionen je nach Infektionsgeschehen farblich markiert sind. Für Gebiete mit wenigen Corona-Fällen sollen die Staaten keine Beschränkungen erlassen.

Die Karte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und jede Woche aktualisiert werden. Am Mittwoch wollen sich die EU-Botschafter mit dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, befassen. Kommenden Dienstag könnte es vom Rat der Europaminister angenommen werden.

Update, 7.25 Uhr - Neuer Höchstwert bei Neu-Infektionen seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat wieder einen neuen Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) nun 2828 neue Corona-Infektionen. Das sind über 150 mehr als am Freitagmorgen, als mit 2673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der zuvor geltende Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war. Bislang haben sich in Deutschland mindestens 306.086 Menschen nachweislich mit Corona infiziert. Die Zahl der Todesfälle stieg auf 9562, das sind 12 mehr als am Vortag (Stand: 7. Oktober, 0 Uhr). Rund 267.700 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Ein Anstieg zeichnet sich deutschlandweit weiterhin bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Derzeit werden insgesamt 449 Infizierte auf einer Intensivstation versorgt, 219 davon werden beatmet. Vor zwei Wochen hatte der Wert noch bei 278 (151) gelegen. Derzeit sind laut Deutscher Presseagentur (dpa) rund 8900 Intensivbetten in Deutschland frei.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 1,15 (Stand: 6. Oktober; Vortag: 1,21). Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Dieser Wert lag zuletzt bei 1,08 (Stand: 6. Oktober; Vortag: ebenfalls 1,08).

Spanien meldet höchste Zahl an Corona-Toten seit April

In Spanien sind am Dienstag, 6. Oktober (News-Ticker Dienstag, 6. Oktober) innerhalb von 24 Stunden so viele Todesfälle nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erfasst worden wie seit fünfeinhalb Monaten nicht mehr. Innerhalb eines einzigen Tages seien aus den verschiedenen Regionen insgesamt 261 Todesfälle in Zusammenhang mit Corona gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid mit. Das ist der höchste Wert seit dem 25. April. Damals wurden 280 Todesopfer gezählt.

Die höchste Opferzahl der vergangenen Monate war am 22. September mit 112 angegeben worden. Ein Ministeriumssprecher betonte, der starke Anstieg vom Dienstag sei mutmaßlich auf Verzögerungen bei den Meldungen aus den Regionen zurückzuführen. Einschließlich nachgemeldeter Fälle wurden am Dienstag knapp 12.000 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der Ansteckungen kletterte damit auf mehr als 825.000. Bei der Gesamtzahl der Todesopfer (32.486) liegt Spanien allerdings hinter Großbritannien und Italien.

Besonders große Sorgen bereitet weiterhin Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen wieder mehr als 40 Prozent aller Neuinfektionen. Die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - lag dort bei 293. 

mw/fgr/dpa

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