News-Ticker zur Corona-Pandemie

Alle neuen Corona-Maßnahmen auf einen Blick - Berlin beschließt Büro-Maskenpflicht

Pressekonferenz
+
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Markus Söder verlassen die gemeinsame Pressekonferenz. Sie stellten die Ergebnisse nach den Beratungen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie vor.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr über sieben Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (29. September) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3271, Traunstein 1438, Berchtesgadener Land 449, Mühldorf 663, Altötting 721
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9471 Todesfälle in Deutschland (2664 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Neue Corona-Beschlüsse vom 30. September: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Keine Lockerungen: Abstandregeln und Maskenpflicht bleiben bestehen
  • Gästelisten: Bei falschen Angaben persönlicher Daten in der Gastronomie blüht in Zukunft ein Bußgeld vom 50 Euro
  • Party-Obergrenze: Je nach 7-Tage-Inzidenz wird die Personenzahl bei öffentlichen Feiern beschränkt. 50 Personen bei einem Wert von 35 und maximal 25 Personen bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50.
  • Merkel und Söder betonten, dass man einen zweiten bundesweiten Lockdown "unbedingt vermeiden" möchte.
  • Markus Söder appeliert an die Menschen, den Herbsturlaub in Deutschland zu verbringen.

Update, 22.24 Uhr - Wegen Corona-Auflagen: Keine Weihnachtsshow von Helene Fischer im ZDF

In diesem Jahr wird es keine große Weihnachtsshow von Helene Fischer im Fernsehen geben. Stattdessen sendet das ZDF am ersten Weihnachtstag einen Zusammenschnitt von älteren Highlights. Die Sendung unter dem Titel «Meine schönsten Momente» wird von Fischer präsentiert.

„Ursprünglich war geplant, die zehnte Ausgabe der „Helene Fischer Show“ vor einem Live-Publikum in der Messehalle Düsseldorf aufzuzeichnen, doch die anhaltenden Corona- Beschränkungen lassen dies nicht zu“, sagte ein ZDF-Sprecher am Dienstagabend. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung online berichtet.

Seit 2011 wird Fischers Show jährlich am ersten Weihnachtsfeiertag ausgestrahlt. „Ich bin unendlich traurig, dass ich das erste Mal nicht live auf der Bühne stehen und meiner Leidenschaft – zu unterhalten – nicht nachgehen kann“, sagte Fischer der «Bild».

Die 36-jährige Sängerin fügte hinzu: „Umso spannender fand ich es, eine Spezialausgabe zusammenzustellen, wie es sie in dieser Form noch nicht gegeben hat, vielleicht sogar mit mehr Highlights als in jeder anderen Ausgabe zuvor.“

Das ZDF hatte mit Blick auf die Einschränkungen wegen der Corona-Krise bereits eine „Wetten, dass..?“-Revivalshow mit Thomas Gottschalk auf 2021 verschoben.

ZDF-Showchef Oliver Heidemann erklärte im Mai dazu: „“Wetten, dass..?“ ist eine Show, die von der einzigartigen Atmosphäre einer großen, voll besetzten Halle lebt. Das kann im Moment leider nicht seriös geplant werden.“

dpa

Update, 21.14 Uhr - Berlin beschließt Obergrenze bei Feiern und Büro-Maskenpflicht

Angesichts zuletzt gestiegener Corona- Infektionszahlen in Berlin dürfen private Feiern im Freien künftig nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. In geschlossenen Räumen gilt eine Obergrenze von 25 Teilnehmern. Das beschloss der Berliner Senat am Dienstag, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

Neu ist auch eine allgemeine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Beim Arbeiten am Schreibtisch soll die Regelung nicht greifen, wie es hieß.

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder bei einer Schalte mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bundesweit auf eine neue Linie bei privaten Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagen verständigt. Diese wurden von den Behörden nicht nur in Berlin als Treiber des Infektionsgeschehens ausgemacht.

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in Berlin - wie anderswo in Deutschland auch - vergleichsweise stark angestiegen und hatte die Politik alarmiert. Pro 100 000 Einwohner steckten sich innerhalb von sieben Tagen 28,9 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an (Stand Dienstag). Dieser für die Bewertung des Infektionsgeschehens wichtige Wert ist in der Hauptstadt so hoch wie in keinem anderen Bundesland - allerdings ist der Vergleich einer dicht besiedelten Metropole mit Flächenländern nur bedingt möglich.

Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit reichlich Alkoholkonsum. In den vergangenen Wochen war die Berliner Polizei immer wieder in Parks oder Waldstücken im Einsatz, in denen oft mehrere Hundert Menschen zum Feiern zusammenkamen. Verstöße etwa gegen Abstandsregeln waren dabei an der Tagesordnung. Erst am vergangenen Wochenende hatte die Polizei zwei solcher Ansammlungen aufgelöst.

dpa

Update, 20.11 Uhr - Zwei neue Corona-Fälle im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 30 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 5,08.

Seit der letzten Pressemitteilung am 28.09.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt zwei Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich bei beiden Personen um Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet.

Es liegen somit insgesamt 1441 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1323 Personen (drei Personen mehr als zur Meldung am 28.09.20). Derzeit werden zwei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

Update, 19.35 Uhr - Keine neuen Fälle im Landkreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung von gestern, 28. September keinen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: 29. September 2020, 8 Uhr).

Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 11,2. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 14 aktive Fälle, davon wird keiner stationär behandelt.

Pressemitteilung Landratsamt Mühldorf

Update, 18.49 Uhr - Ein neuer Corona-Fall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern einen weiteren bestätigten SARS-CoV-2-Fall im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 449 (Meldestand: 29.09.2020, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt auf 16.

Von den insgesamt 449 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind mittlerweile 405 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen (3 mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Aktuell gibt es 19 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis (2 weniger seit gestern).

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 39 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne (1 mehr im Vergleich zur letzten Meldung). Insgesamt 1.233 unmittelbare Kontaktpersonen sind mittlerweile seit März wieder aus der Quarantäne entlassen worden (eine Zunahme um 7 Person im Vergleich zu gestern).

Update, 17.50 Uhr - Ein neuer Fall im Landkreis Altötting

Das Landratsamt Altötting meldet am Abend des 30. Septembers einen neuen Corona-Fall. Insgesamt gibt es damit 762 gemeldet Fälle im Landkreis Altötting.

Update, 17.11 Uhr - PK live: Merkel und Söder über weitere Corona-Maßnahmen

Bundeskanzlerin Angela Merke und Markus Söder sind soeben vor die Kameras getreten, um darüber zu berichten, was mit den Ministerrpäsidenten der Länder beschlossen wurde.

Die Grundregeln wie der 1,5-Meter-Abstand und die Maskenpflicht bleiben bestehen, so Angela Merkel zu Beginn der Konferenz. Die 50 Euro Bußgeld für die Angabe falscher persönlicher Angaben in der Gastronomie hat die Bundeskanzlerin soeben bestätigt.

Die Bundesregierung möchte einen erneuten bundesweiten Lockdown „unbedingt verhindern“. Maßnahmen müssten „regional und spezifisch“ beschlossen werden. Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 25 wird in Zukunft die Anzahl an Personen, die im öffentlichen Raum feiern dürfen, auf 50 Personen beschränkt. Steigt die 7-Tage-Inzidenz auf über 50, wird die Personenzahl für öffentliche Feiern auf 25 beschränkt.

Markus Söder betont die Wichtigkeit der Ministerkonferenz. „Die Strategie der Eindämmung“ gelte für ganz Deutschland. Auch Markus Söder bekräftigt, das man einen bundesweiten Lockdown unbedingt verhindern will. „Um uns explodieren die Zahlen“ so Söder.

Besonders an die „jungen Leute“ appelliert Söder: „Es ist besser mitzumachen“. Weiter bittet Markus Söder die Menschen, den Herbsturlaub im "wunderschönen Deutschland" zu verbringen.

Update, 16. 55 Uhr - Kommen jetzt bundeweit schärfere Corona-Regeln?

Bundeskanzlerin Merkel hat sich heute in einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen. Die Regierungschefs beraten darüber, ob und wie die geltenden Corona-Regeln in Anbetracht der steigenden Infektionszahlen geändert werden müssen.

Laut Medienberichten gab es auch schon eine erste Einigung: Für falsche Personenangaben in Gaststätten oder Restaurants soll ein Mindestbußgeld von 50 Euro fällig werden.

Update, 16.20 Uhr - 50 Euro Strafe für falsche Angaben bei Corona-Listen in Restaurants

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, sollen die Ministerpräsidenten der Länder in ihrer Video-Schalte gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Mindestbußgeld für Falschangaben in Restaurants beschlossen haben.

Jeder, der auf den Zetteln zur Adresserfassung in Restaurants und Gastwirtschaften falsche Angaben macht, soll demnach mit mindestens 50 Euro Bußgeld belangt werden.

Zuletzt wurde bekannt, dass diese Corona-Listen auch von der Polizei für Ermittlungen verwendet wurden.

Update, 15.06 Uhr - Zwei Lehrer an Grundschule Flintsbach infiziert

Zwei Lehrkräfte der Grundschule Flintsbach wurden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Das teilte die Schulleitung auf Ihrer Homepage mit.

Demnach befinden sich derzeit zwei Klassen und alle Lehrkräfte der Schule in Quarantäne. Bei allen Kontaktpersonen ersten Grades wurden Tests angeordnet.

Dennoch kann die Schule geöffnet bleiben. „Es werden für die verbleibenden Klassen vom Schulamt mobile Reserven zur Verfügung gestellt, so dass der Unterricht für die Klassen weiterhin stattfinden kann“, heißt es weiter.

Update, 14.40 Uhr - Ist eine Obergrenze bei privaten Feiern unumgänglich

Baden Württembergs Ministerpräsident Kretschmann hat sich vor der Schalte der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Merkel (CDU) für eine Festlegung auf eine Zahl an Teilnehmern bei privaten Feiern ausgesprochen. Die Infektionszahlen seien immer dann hoch, wenn die Anzahl der Teilnehmer und ihrer Kontakte schwer zu kontrollieren sei, sagte der Grünen-Regierungschef. Eine konkrete Zahl für eine Obergrenze nannte er nicht.

Kanzlerin Merkel will heute mit den Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus beraten (siehe Update, 10.17 Uhr). Insgesamt schlägt der Bund ein regional abgestuftes Vorgehen vor, keine pauschalen Maßnahmen. Auch Markus Söder will unbedingt eine maximale Gästezahl einführen.

Update, 13.11 Uhr - Massentest in Kloster Mallersdorf: Erneut Neuinfektionen

Nach einer Massentestung in dem niederbayerischen Kloster Mallersdorf ist bei zwei Schwestern und einer Mitarbeiterin eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Das hat das Landratsamt Straubing-Bogen am Dienstag mitgeteilt. Nachdem sich eine Pflegekraft, die in dem klosterinternen Seniorenheim arbeitet, mit Corona infiziert und sich in Quarantäne begeben hatte, waren am Freitag etwa 600 Ordensschwestern und Klostermitarbeiter zu einer Reihenuntersuchung angetreten. Der Altersdurchschnitt der Schwestern liegt einem Sprecher des Landratsamtes zufolge bei 83 Jahren.

Die beiden infizierten Schwestern seien isoliert in einem Klostertrakt untergebracht worden. Die Mitarbeiterin befinde sich in häuslicher Quarantäne. Die Kontaktpersonen der drei Infizierten - etwa 30 bis 40 Menschen - würden erneut getestet, erklärte ein Behördensprecher.

Das Kloster hatte zunächst sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Nicht betroffen von der Reihentestung seien die Landwirtschaft und der Kindergarten des Klosters in Mallersdorf-Pfaffenberg, das das Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie ist.

Update, 12.10 Uhr - Altötting meldet zwei neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting meldet für seinen Zuständigkeitsbereich nun zwei neue Corona-Infektionen. Damit stieg die Gesamtzahl der Personen in Stadt und Landkreis Altötting, bei denen bislang das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde, auf 761. 694 Personen gelten als bereits wieder genesen, 57 sind bislang verstorben. 

Aktuell gibt es zehn Infizierte in Stadt und Landkreis Altötting. Die 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner) betrug für den Landkreis Altötting am 29. September 8,09.

Update, 11.19 Uhr - Söder fordert weiterhin bundesweite Corona-Ampel

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will den Bund-Länder-Verhandlungen für eine bundesweit einheitliche „Corona-Ampel“ plädieren. Diese soll sich an den aktuellen Infektionen orientieren und bei einem Anstieg einen Mechanismus auslösen. Bei einem Wert von 35 Infizierten auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen soll die Ampel auf Gelb springen, bei 50 auf Rot. In diesen Fällen sollen dann nach Söders Meinung bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Laut Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) ist zwar in der Beschlussvorlage nicht explizit von einer „Ampel“ die Rede, allerdings sollen die Länder bereits vor Erreichen einer Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern „ein geeignetes Frühwarnsystem einrichten, um möglichst ein Überschreiten dieser Inzidenz zu vermeiden“, hieß es. Ein wichtiger Punkt bei den Verhandlungen scheinen außerdem „zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol“ zu sein. Die Pressekonferenz von Merkel soll wohl am Nachmittag gegen 17 Uhr stattfinden.

Update, 10.17 Uhr - Merkel will „brachial durchgreifen“

Seit dem Vormittag beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschef der Bundesländer über neue, möglichst einheitliche Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Merkel will dabei offenbar eine harte Linie fahren: Wie der Fernsehsender n-tv nun berichtet, habe die Bundeskanzlerin bei einem Treffen des CDU-Präsidiums erklärt, es müsse in besonders stark betroffenen Regionen „brachial durchgegriffen“ werden.

Unter anderem will die Kanzlerin auch falsche Namensangaben von Bürgern in Restaurants sanktionieren lassen. Wer nicht seinen richtigen Namen angibt, soll mindestens 50 Euro Strafe zahlen. Private Feiern sollen auf maximal 25 Personen begrenzt werden. Weitere Punkte in den Verhandlungen sind unter anderem der vermehrte Einsatz von Schnelltests, die Neuregelung der Einreise-Quarantäne, die Intensivierung der Kontaktverfolgung, die genaue Beobachtung von Intensivstationen sowie genaue Konzepte für regionale Corona-Hotspots. Nach den Verhandlungen soll es eine Pressekonferenz geben.

Update, 9.24 Uhr - Behörden melden 2089 neue Infektionen

Die zuständigen Gesundheitsbehörden haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt innerhalb eines Tages 2.089 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet (Stand: 29. September, 0 Uhr). Damit stieg die Gesamtzahl der Betroffenen seit Pandemiebeginn auf 287.421. Zudem wurden im Vergleich zum Vortag 11 weitere Todesfälle gemeldet. Die Gesamtzahl stieg damit auf 9471. Bayern meldete 407 neue Infektionen und fünf weitere Todesfälle. Der Freistaat ist weiterhin das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Bundesland.

Update, 8.04 Uhr - Corona-Ärger in München: Mann dreht in Fastfood-Laden durch

Ordentlich Corona-Ärger gab es in der Nacht auf Sonntag, 27. September, im Münchner Stadtteil Moosach. Gegen 1 Uhr war der Polizei via Notruf gemeldet worden, dass ein Mitarbeiter eines örtlichen Fastfood-Ladens von einem Gast massiv beleidigt, bedroht und geschlagen worden sei. Bei Eintreffen von mehreren Polizeistreifen in der Hanauer Straße war der Täter jedoch bereits geflüchtet.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand war der Auslöser der Auseinandersetzung, dass der Unbekannte vom Mitarbeiter aufgefordert worden war, sich an die geltenden Corona-Auflagen zu halten. Da er sich weigerte, sollte der Unbekannte aus dem Laden verwiesen werden. Doch das ging schief: Stattdessen ging der Mann auf den Mitarbeiter los, überschüttete ihn mit Cola und schlug ihm eine Glasflasche auf den Kopf. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Nötigung und Bedrohung. Auch eine mögliche ausländerfeindliche Motivation des Täters wird geprüft.

Update, 6.50 Uhr - Jetzt mehr als eine Million Tote weltweit

UN-Generalsekretär António Guterres hat die Zahl von mehr als einer Million Corona-Toten als „qualvollen Meilenstein“ bezeichnet. „Es ist eine betäubende Zahl. (...) Trotzdem dürfen wir nie die einzelnen Leben aus dem Blick verlieren: Es waren Väter, Mütter, Ehefrauen, Ehemänner, Brüder, Schwestern, Freunde und Kollegen“, sagte Guterres jetzt in New York.

Zuvor war aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgegangen, dass seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben sind. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Guterres ermahnte die Menschen weltweit, sich unbedingt an die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht zu halten: „Wir können diese Herausforderung überwinden!

Bund schlägt Obergrenze für Feiern und Alkohol-Einschränkungen vor

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen schlägt der Bund für Feiern in privaten Räumen eine Obergrenze von 25 Teilnehmern vor. In öffentlichen Räumen solle die Grenze bei maximal 50 Teilnehmern liegen, heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegenden Entwurf einer Beschlussvorlage des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Dienstag. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung über die Zahlen berichtet. Insgesamt schlägt der Bund ein regional abgestuftes Vorgehen vor - keine pauschalen Maßnahmen.

Angesichts der Infektionszahlen sollten derzeit keine weiteren Öffnungsschritte zugelassen werden, heißt es in dem Papier weiter. Die Details des Entwurfes:

Regeln für Restaurants und Alkoholausschank

Um eine korrekte Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, sollen Ordnungsbehörden Verstöße etwa bei falschen persönlichen Angaben in Restaurants mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro belegen können. Bund und Länder appellieren hier laut Entwurf an die Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger. Diese sollten bei Bar-, Restaurant- und Veranstaltungsbesuchen «durch Angabe richtiger und vollständiger Personendaten und Kontaktinformationen ein schnelles Erkennen und Eindämmen von Corona-Ausbrüchen» unterstützen.

In besonders betroffenen Regionen will der Bund zudem unter bestimmten Bedingungen auch den Alkoholausschank begrenzen lassen. Um Infektionen in der Gastronomie zu minimieren, müssten bei ansteigendem Infektionsgeschehen «zeitlich eingegrenzte Ausschankverbote für Alkohol erlassen werden».

Private Feiern und Grenzwerte bei Neuinfektionen

Offen ist, ob die genannten Maximalzahlen für private Feiern nur gelten sollen, wenn bestimmte Grenzwerte bei den Neuinfektionen gerissen werden. In dem Entwurf heißt es in sogenannten eckigen Klammern, die Länder würden Regelungen zu Teilnehmerzahlen bei Festen erlassen, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen die Zahl von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern überschritten ist. Das bedeutet, dass über die kritische Zahl von Neuinfektionen für diese Regelung in der Konferenz noch verhandelt werden muss.

Eine Festlegung niedrigerer Werte durch ein Land oder eine Kommune bleibt nach dem Entwurf jeweils möglich. Ausnahmen könnten für angemeldete Feierlichkeiten mit vom Gesundheitsamt abgenommenen Hygieneplänen zugelassen werden.

Sollten in einem Landkreis innerhalb von 7 Tagen mehr als 50 Menschen pro 100 000 Einwohner infiziert werden, seien weitere Maßnahmen zu erlassen, heißt es in dem Papier weiter. Insbesondere solle dann die Teilnehmerzahl weiter begrenzt werden - nach den Vorstellungen des Bundes auf höchstens 10 Teilnehmer in privaten Räumen und höchstens 25 Teilnehmer in öffentlichen Räumen.

Frühwarnsystem geplant - Corona-Warnampel nicht ausdrücklich genannt

Eine von NRW-Regierungschef Armin Laschet (CDU) und auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorgeschlagene Corona-Warnampel wird zwar nicht ausdrücklich erwähnt. Es heißt aber, die Länder würden bereits vor Erreichen einer Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern «ein geeignetes Frühwarnsystem einrichten, um möglichst ein Überschreiten dieser Inzidenz zu vermeiden».

Fieberambulanzen für die Herbst- und Winterzeit

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und der gleichzeitig zu erwartenden Grippewelle in der Herbst- und Winterzeit schlägt der Bund den Einsatz von Fieber-Ambulanzen vor. Bund und Länder sollten zeitnah ein Konzept vorlegen, wie eine Überlastung vor allem von Krankenhäusern und Hausarztpraxen verhindert werden könne. Ein solches Konzept solle die Möglichkeiten von Fieber-Ambulanzen, Schwerpunktsprechstunden und Schwerpunktpraxen ausloten. Zugleich sollten sich gerade auch Risikogruppen vorsorglich gegen die saisonale Grippe impfen lassen.

AHA-Formel soll durch „L“ für Lüften ergänzt werden

Gerade in der kalten Jahreszeit sollen zu der gültigen «AHA»-Formel für Abstand halten, Hygiene und Alltagsmasken zwei weitere Buchstaben hinzugefügt werden: «C» wie Corona-Warn-App und «L» wie Lüften. «Regelmäßiges Stoßlüften in allen privaten und öffentlichen Räumen kann die Gefahr der Ansteckung erheblich verringern», heißt es.

Appell an die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger

«Angesichts der sinkenden Temperaturen, des vermehrten Aufenthalts in geschlossenen Räumen in der Herbst- und Winterzeit sowie der drohenden Grippesaison müssen wir jetzt besonders vorsichtig sein», heißt es mahnend in dem Entwurf. Dies gelte gerade im Bereich der Freizeitgestaltung und privaten Feiern, die sich zuletzt als maßgebliche Ursachen für regionales Infektionsgeschehen gezeigt hätten. Vorrangiges Ziel der Maßnahmen müsse sein, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen im Präsenzbetrieb weiter zu betreiben und das Wiederanlaufen der Wirtschaft nicht zu gefährden.

Bildungsministerin Karliczek: Schulbetrieb sicherstellen

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte erhöhte Anstrengungen, um den Schulbetrieb sicherzustellen. Sie mache sich «Sorgen, dass die Pandemie wieder den Unterricht in den Schulen gefährdet», sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Noch sei die Zahl der Schüler in Quarantäne überschaubar, das müsse aber nicht so bleiben. Die Gesellschaft könne es verhindern, wenn weiter die Grundregeln zur Bekämpfung der Pandemie eingehalten würden. «Aber auch in den Schulen selbst muss von allen Beteiligten diese Disziplin unbedingt aufgebracht werden.»

Kanzlerin warnt vor exponentiellem Anstieg der Corona-Zahlen

Merkel hatte bei einer Videokonferenz des CDU-Präsidiums am Montag nach Angaben aus Teilnehmerkreisen vor einem deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickelten, werde es zu Weihnachten 19 200 Neuinfektionen am Tag geben. Die Kanzlerin habe das hochrechnen lassen, hieß es.

Zuletzt hatten Merkel und die Ministerpräsidenten Ende August über Maßnahmen in der Pandemie beraten. Sorgen bereiteten schon damals vor allem Feiern im privaten und Familienkreis, die als eine der Hauptursachen für die steigenden Infektionszahlen gelten. Hier konnten sich Bund und Länder damals nicht auf bundesweit geltende Obergrenzen für Teilnehmerzahlen einigen.

mw/fgr/dpa

Kommentare