News-Ticker zur Corona-Pandemie

Polizei muss zweite Corona-Party innerhalb 24 Stunden in Landshuter Asylheim auflösen

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr rund acht Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag (4. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3347, Traunstein 1450, Berchtesgadener Land 450, Mühldorf 662, Altötting 754
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9529 Todesfälle in Deutschland (2672 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.38 Uhr - Polizei Landshut muss schon wieder Party in Asylunterkunft auflösen

Keine 24 Stunden nachdem die Polizei Landshut eine aus dem Ruder gelaufene Feier in einer Asylunterkunft aufgelöst hatte, mussten die Ordnungshüter schon wieder in die gleiche Unterkunft anrücken.

Der eingesetzte Sicherheitsdienst verständigte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern von einer größeren Feier in den Gängen des Gebäudes. Insgesamt beteiligten sich etwa 100 Heimbewohner und ca. 50 Personen, die sich unerlaubt dort aufhielten. Wieder wurden die Hygienevorschriften nicht eingehalten.

Die Polizei Landshut löste die Feier mit Unterstützung umliegender Dienststellen relativ schnell auf, so die Polizei in einer Pressemitteilung.

Die meisten Feiernden flüchteten sich in ihre Zimmer und die Unberechtigten verließen zumeist das Gelände. Soweit möglich wurden die Personalien der Verantwortlichen festgestellt und in Absprache mit der Heimleitung Platzverweise ausgesprochen.

Update, 20.04 Uhr - Wiesn-Ersatz in München endet - Veranstalter zufrieden

Hendl, Haxn, Wirtshausmusi und Tracht: Auch wenn heuer das Oktoberfest coronabedingt ausfiel - ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es trotzdem in München. In gut 50 Gaststätten und Biergärten luden Wirte zur „WirthausWiesn“ mit „Ozapft is“ zum Start am 19. September und traditionellen Schmankerln wie Ochs am Spieß.

Für Wiesn-Flair sorgten die unzähligen Menschen in Dirndl oder Lederhosen. „Deutlich zeigte sich die Sehnsucht der Menschen nach Lebensfreude, nach etwas, das auch Mut macht“, bilanzierte der Sprecher des Vereins der Münchner Innenstadtwirte, Gregor Lemke, zum Abschluss am Sonntag.

Die Gäste hätten sich an Corona-Regeln gehalten und friedlich gefeiert. Auch bei der Polizei war die Aktion kein Thema, über Verstöße gegen die Auflagen sei nichts bekannt, sagte ein Sprecher.

„Die Menschen freuten sich über die wiesnmäßig geschmückten Gasthäuser und genossen die typischen Oktoberfest-Schmankerl“, sagte Co-Wiesnwirte-Sprecher Christian Schottenhamel.

Um wilde Wiesn-Ersatzfeiern mit hohem Infektionsrisiko zu verhindern, hatte die Stadt zum Start der Aktion auf der Theresienwiese, wo sonst beim Oktoberfest Millionen Liter Bier fließen, ein Alkoholverbot verhängt.

Unter der Bavaria-Statue trafen sich am Sonntag einige Frauen, die normalerweise auf dem Oktoberfest die Gäste im Hofbräu-Zelt bedienen und am letzten Tag traditionell Kehraus feiern.

16 Tage Maßkrüge schleppen, Schweiß am ganzen Körper, mitunter Schmerzen und Müdigkeit - all das gab es in diesem Jahr nicht auf der Theresienwiese. „Das macht man, weil man das Wiesn-Fieber hat“, erklärte Beli Babinger, die in diesem Jahr nun mehr Zeit für ihre zwei Kinder hatte. Kellner-Kollegin Jil Wegener glaubt nicht, dass im nächsten Jahr alles wie immer sein wird. Bis es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe und alle Menschen geimpft seien, werde es dauern, sagte die 36-Jährige, die eigentlich im Gesundheitsbereich arbeitet.

Update, 18.56 Uhr - Gut 9100 Corona-Bußgeldverfahren in München

In den sieben einwohnerstärksten Städten in Deutschland sind laut einer Umfrage der „Welt am Sonntag“ deutlich mehr als 30 000 Corona-Bußgeldverfahren eingeleitet worden. In München seien demnach bis Ende September gut 9100 Verfahren durchgeführt worden, heißt es unter Berufung auf einen Sprecher des örtlichen Kreisverwaltungsreferats. Knapp davor liege Hamburg mit rund 11 000 Verfahren.

In Stuttgart wurden dem Bericht zufolge seit April 4745 Bußgeldverfahren bearbeitet. Frankfurt am Main habe rund 3100 Verfahren eingeleitet, heißt es weiter, Düsseldorf 1200. In Berlin seien die einzelnen Bezirke zuständig, wo es laut Bericht 4400 Verfahren gebe - allerdings hätten nicht in allen Bezirken aktuelle Zahlen vorgelegen.

Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von gut 33.500 verzeichneten Bußgeldverfahren. Dabei fehlen Angaben aus Köln, wo nur Schätzungen vorliegen, mit wie vielen Einnahmen zu rechnen ist.

Update, 17.45 - Modeschöpfer Kenzo Takada ist tot

Der Modeschöpfer Kenzo Takada ist laut einem Agenturbericht im Alter von 81 Jahren in Frankreich an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Das berichte die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonntag unter Berufung auf einen Sprecher des aus Japan stammenden Designers. „Kenzo Takada ist am Sonntag, 4. Oktober, im Amerikanischen Krankenhaus von Neuilly-sur-Seine an den Folgen von Covid-19 gestorben“, zitierte die Agentur eine Erklärung des Sprechers.

Update, 15.58 Uhr - Söder will bei Corona mehr Kompetenzen für den Bund

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht als Lehre aus der Coronakrise Schwächen im deutschen Föderalismus für die Abwehr von bundesweiten Katastrophenfällen.

“An einigen Stellen wie dem Infektionsschutz kann es sinnvoll sein, dass der Bund mehr Kompetenzen bekommt”, sagte der CSU-Chef der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in München. Söder betonte, er sei weiterhin überzeugter Föderalist.

Und doch haben auch ihm die vergangenen Monaten im Krisenmanagement zwischen Bund und Ländern gezeigt, wo der Föderalismus an seine Grenzen kommt: „Die Ministerpräsidenten-Konferenz fand unter Corona-Sonderbedingungen statt. Es war nie so herausfordernd für die Länder, sich mit dem Bund abzustimmen und eine einheitliche Linie zu finden.“

Noch nie hätten die Konferenzen der Länderchefs so lange gedauert wie in der Corona-Krise. „Und es wurde wohl noch nie so kontrovers diskutiert, auch jenseits aller Parteilinien. (...) Am Ende sind wir aber immer zu guten Ergebnissen gekommen“, sagte Söder.

Es müsse daher auch immer überprüft werden, wo es Sinn ergebe, mehr regional zu entscheiden - oder ob es bundesweite Vorgaben braucht.

Update, 14.53 Uhr - Polizei München löst Party in der Heidemannstraße auf

Veranstaltung mit Verstößen gegen die Infektionsschutzregelungen – Am 3. Oktober, gegen 18.20 Uhr, wurde der Polizei mitgeteilt, dass in einem Gebäude in der Heidemannstraße eine Feierlichkeit stattfinden würde mit ca. 80 Personen, die keine Masken tragen und auch keine Abstände zueinander einhalten würden.

Mehrere Streifen wurden zur angegebenen Örtlichkeit geschickt und sie stellten die angegebene Personengruppe fest, die sich nicht an die Infektionsschutzregelungen hielten. Dazu gab es an dem Ort eine Tanzfläche mit einer Bühne, auf der Musikinstrumente aufgebaut waren.

Der Verantwortliche konnte keine Genehmigung und auch kein Hygienekonzept für die Veranstaltung vorzeigen. Die Veranstaltung wurde von der Polizei beendet und alle Gäste mussten die Örtlichkeit verlassen. Von allen anwesenden Personen wurden die Personalien aufgenommen. Sie werden wegen Verstößen gegen die aktuellen Infektionsschutzregelungen angezeigt. 

Update, 13.40 Uhr - Spahn kündigt Schnelltests für Kliniken und Pflegeheime an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Corona-Schnelltests für Krankenhäuser und Pflegeheime angekündigt. „Schnelltests kommen vor allem für Besucher, Beschäftigte, Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern in Betracht. (...) Damit können wir verhindern, dass sich alte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger anstecken. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion am größten“, sagte der CDU-Politiker jetzt in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

Alten- und Pflegeheime sollen ab dem 15. Oktober flächendeckend Corona-Tests durchführen, um Bewohner, Personal und Besucher besser vor dem Virus zu schützen. Der Referenten-Entwurf des Gesundheitsministeriums für eine Nationale Teststrategie sieht laut dem Spiegel ähnliche Regelungen für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe sowie ambulante Pflegedienste vor.

Update, 12.32 Uhr - Großeinsatz in Landshut wegen Corona-Party in Asylheim

Einen Großeinsatz der Polizei gab es am Samstagabend, 3. Oktober, in der Niedermayerstraße in Landshut: Bei der Einsatzzentrale waren gegen 19 Uhr mehrere Notrufe eingegangen, wonach im dortigen Asylbewerberheim eine lautstarke Party stattfinden würde und dabei die Corona-Regeln massiv missachtet würden. Zudem war von „vielen Betrunkenen“ die Rede.

Eintreffende Polizeistreifen stellten dann fest, dass im zweiten Obergeschoss der Unterkunft über 100 Personen mit überlauter Musik feierten. Zudem musste ein Notarzt gerufen werden, weil die Beamten in der Einrichtung einen Mann fanden, der aufgrund seiner Alkoholisierung bewusstlos in einem Zimmer lag. Letztlich gelang es erst mit einem Großaufgebot, die Lage zu beruhigen und die Party zu beenden. Mehr als 20 Personen, die sich widerrechtlich in der Unterkunft aufhielten, erhielten einen Platzverweis und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Eine Person musste in Gewahrsam genommen werden, weil sich der Betrunkene trotz mehrmaliger Aufforderung seitens der Polizei nicht vorschriftsmäßig verhielt. Der Einsatz dauerte nach Angaben des Polizeipräsidiums Niederbayern über zwei Stunden.

Update, 11.26 Uhr - Maskenstreit: Biker wollen Busfahrer durch Fenster zerren

Ein Streit um die Maskenpflicht in einem öffentlichen Bus ist am Samstagabend, 3. Oktober, in Spiegelau im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau eskaliert. Eine insgesamt 14-köpfige Gruppe eines Motorradvereins war in den sogenannten „Igel-Bus“ eingestiegen - allerdings hatte nach Polizeiangaben eine Person keine Maske getragen. Als der Busfahrer auf den fehlenden Mund-Nase-Schutz hinwies, sollen sich die anderen Biker mit ihrem Kollegen solidarisiert und sich die Masken vom Gesicht gerissen haben.

In weiterer Folge kam es dann offenbar zu schlimmen Beleidigungen gegen den Fahrer. Als der 52-Jährige die Gruppe aus dem Bus verweisen wollte, eskalierte die Lage vollends: Zwei bis drei Biker griffen den Busfahrer tätlich an und versuchten ihn durch ein Fenster aus dem Bus zu ziehen. Anschließend flüchtete die Gruppe in ein Waldstück. Es wurden seitens der Polizei Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet. Der Busfahrer wurde leicht verletzt, der Bus beschädigt.

Update, 10.23 Uhr - Drei Spieler bei Red Bull Salzburg positiv getestet

Beim österreichischen Fußballmeister FC Red Bull Salzburg sind jetzt drei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte der Klub soeben unter anderem über die hauseigenen Social-Media-Kanäle mit. Die ersten Tests nach dem Play-off-Spiel der Champions League bei Maccabi Tel Aviv in Israel hätten diese Befunde ergeben, hieß es. Die Namen der betroffenen Profis wurden nicht genannt. Allerdings seien alle drei Spieler „symptomfrei“. Für das Bundesliga-Spiel am Sonntag in Hartberg (Vorarlberg) stehen die Akteure selbstverständlich nicht zur Verfügung.

Der Rest des Teams, das in der Vorrunde der Champions League 2020/21 unter anderem auch auf den FC Bayern treffen wird, begab sich in Mannschaftsquarantäne. Dies bedeutet, dass die Spieler und Betreuer nur zwischen Wohnadresse und Spiel- bzw. Trainingsort hin und her pendeln dürfen.

Update, 10.05 Uhr - Arbeitsminister Heil will „Heimarbeit“ gesetzlich festschreiben

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will möglichst allen Arbeitnehmern einen Rechtsanspruch auf mindestens 24 Tage Homeoffice im Jahr einräumen. Das „Mobile Arbeit Gesetz“ sieht demnach vor dass ein Arbeitgeber den Wunsch nach mobiler Arbeit nur dann ablehnen darf, wenn es dafür nachvollziehbare organisatorische oder betriebliche Gründe gibt. „Dort, wo es möglich ist, sollen alle Angestellten einen gesetzlichen Anspruch von mindestens 24 Tagen pro Jahr für mobile Arbeit bekommen“, sagte Heil in einem Interview mit der Bild am Sonntag. Vor allem für Familien sei dies eine erhebliche Erleichterung, hieß es.

Heil begründete seinen Vorstoß auch mit den Erfahrungen der Corona-Zeit: „Das Virus hat uns gelehrt, dass viel mehr mobiles Arbeiten möglich ist als wir dachten. Mobiles Arbeiten ist nicht nur was für junge Leute aus Agenturen, die mit Laptop und Latte Macchiato im Café sitzen. Weil mobiles Arbeiten schon für einige fest zur modernen Arbeitswelt gehört, aber vielen noch nicht ermöglicht wird, braucht es dafür auch ein Gesetz.“

Update, 8.42 Uhr - Corona-Verstöße in Altötting und Neuötting

Am Samstagabend, 3. Oktober, wurden in mehreren Bars im Raum Altötting und Neuötting seitens der Polizei Corona-Kontrollen durchgeführt. Dabei wurde die Einhaltung der Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Maskenpflicht, kontrolliert. Hierbei konnten nach Angaben der Polizei in Altötting einige Verstöße von Mitarbeitern, aber auch von Gästen festgestellt werden. Masken wurden dabei zum Teil gar nicht getragen.

Die Polizei schrieb entsprechende Anzeigen und leitete diese anschließend an das zuständige Landratsamt weiter, welches gegen die Betroffenen entsprechende Bußgelder verhängen wird.

RKI meldet „nur“ 2279 neue Corona-Fälle

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Sonntagmorgen eine vergleichsweise etwas niedrigere Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 2279 Fälle übermittelt, wie das RKI nun meldete (Stand: 4. Oktober, 0 Uhr). An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten melden (News-Ticker Samstag, 3. Oktober).

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 299.237 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt derzeit bei 9529. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,10 (Stand: 3. Oktober; Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht immer auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,13 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mw/dpa

Rubriklistenbild: © Arne Dedert / dpa

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