News-Ticker zur Corona-Pandemie

Menschenkette am Bodensee gegen Corona-Politik - Über zwei Millionen Polizeikontrollen in Bayern

Im österreichischen Bundesland Tirol gibt es 68 neue Corona-Fälle
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Im österreichischen Bundesland Tirol gibt es 68 neue Corona-Fälle.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr rund acht Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag (3. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bislang infizierte Personen: Rosenheim 3347, Traunstein 1450, Berchtesgadener Land 450, Mühldorf 662, Altötting 754
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 25, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9527 Todesfälle in Deutschland (2672 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 19.33 Uhr - Berlins Gesundheitssenatorin fordert wegen Corona-Lage Alkoholverbot

Angesichts eines rasanten Anstiegs der Corona-Infektionszahlen fordert Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci für die Hauptstadt ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23 bis 6 Uhr.

Dieses müsse für Restaurants, Bars, Clubs und Spätverkaufsstellen gelten, sagte die SPD-Politikerin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig erneuerte sie ihre Forderung nach weitergehenden Kontaktbeschränkungen: Begegnungen sollten auf zwei Haushalte oder fünf Personen begrenzt werden. Es sei Zeit für rasches Handeln. „Wir haben nicht die Zeit zu sagen, wir gucken mal. Die Uhr tickt“, sagte sie. Unterschiedliche Beschränkungen des Alkoholverkaufs gibt es auch schon in anderen Städten.

Zuletzt breitete sich das Coronavirus in Berlin stark aus. Die offizielle Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen lag zuletzt bei 34,5 und damit über dem Berliner Alarmwert von 30. In fünf von zwölf Bezirken lag sie über 40. Spitzenreiter ist Mitte (59,6), auch Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln liegen über 50.

Kalayci sagte, bei nur noch 20 Prozent der Infektionen sei der Ausbruch klar lokalisierbar. Für einen solchen Fall habe sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf konsequente lokale Beschränkungen verständigt. „Das müssen wir in Berlin jetzt umsetzen.“

Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit enthemmendem Alkoholkonsum.

Update, 18.17 Uhr - EU-Arzneibehörde untersucht mögliche Nierenschäden durch Remdesivir

Der auch zur Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe eingesetzte Wirkstoff Remdesivir wird in Europa wegen möglicher Nierenkomplikationen genauer unter die Lupe genommen. Man habe nach entsprechenden Berichten ein Sicherheits-Prüfverfahren für das Medikament Veklury gestartet, teilte die Arzneimittelagentur der EU (EMA) bereits am Freitag mit.

Das Präparat basiert auf Remdesivir. Bei einigen Patienten sollen demnach akute Nierenprobleme aufgetreten sein, erklärte die Behörde mit Hauptsitz in Amsterdam. Mehrere Medien hatten über die EMA-Untersuchung berichtet.

Auch US-Präsident Donald Trump nimmt nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley Remdesivir ein. Trump hält sich nach dem Bekanntwerden seiner Corona-Ansteckung derzeit im Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington auf - vorsorglich, wie es vonseiten des Weißen Hauses hieß. Der Präsident habe nur leichte Symptome.

Die Arznei hat in der EU seit Juli eine bedingte Zulassung für die Therapie von Erwachsenen und Jugendlichen, die an einer Lungenentzündung infolge einer Corona-Infektion leiden. Mögliche Nebenwirkungen sollen dabei weiter beobachtet werden.

Bei schwer kranken Patienten wurden die Risiken im Vergleich zum möglichen Nutzen von Remdesivir vorerst als vertretbar angesehen. Die Pharmaindustrie hatte die Substanz ursprünglich zur Bekämpfung des Ebola-Virus entwickelt - ihr werden aber auch Wirkungen auf den Sars-CoV-2-Erreger zugeschrieben.

Die EMA hatte eine mögliche Giftigkeit von Veklury in Bezug auf die Nieren schon als „wichtiges potenzielles Risiko“ eingestuft. Nun läuft eine verstärkte Überwachung zur Sicherheit des Medikaments.

Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den gemeldeten Nierenschäden und der Einnahme von Veklury gebe, sei bisher jedoch nicht geklärt, betonte die Behörde. Bis genaue Ergebnisse vorliegen, habe die Empfehlung, das Remdesivir-Präparat bei Covid-Therapieversuchen einzusetzen, Bestand.

Update, 16.45 Uhr - Menschenkette am Bodensee gegen Corona-Politik

Zu einer sogenannten Friedensmenschenkette haben sich am Samstag Hunderte entlang des Konstanzer Hafens verbunden. Die Veranstalter wollten damit unter anderem ein Zeichen gegen die Corona-Politik setzen.

Die Polizei zählte mehr als 1000 Teilnehmer, an der Insel Mainau seien es zusätzlich zwischen 500 und 1000 gewesen. Zahlen von den Veranstaltern gab es zunächst nicht. Die Menschenkette sollte um den Bodensee herum führen und damit vier Länder miteinander verbinden - Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz.

Ziel der Aktion sei es, Menschen zusammenzubringen, die sich in Corona-Zeiten entzweit hätten, sagte einer der Mitveranstalter, Gerry Mayr. Der Unternehmer veranstaltet am Sonntag in Konstanz auch eine Querdenker-Demonstration gegen Corona-Maßnahmen, zu der 4500 Menschen angemeldet sind.

„Aus polizeilicher Sicht verlief der Samstagvormittag bis in den frühen Nachmittag sehr ruhig“, hieß es. Unter den gemeldeten Vorfällen waren etwa zwei „Querdenker“, die ohne Maske in eine Gaststätte wollten, aber des Hauses verwiesen wurden. Auch die Verkehrsbeeinträchtigungen hielten sich zunächst in Grenzen.

Für das gesamte Wochenende sind in der Bodensee-Stadt 29 Versammlungen und Demonstrationen angemeldet. Rund 30.000 Menschen werden insgesamt erwartet.

Update, 15.25 Uhr - Überwiegende Zahl der Schulen trotz Corona in Betrieb

Der überwiegende Teil der Schulen in Deutschland hat bis zum Start der ersten Bundesländer in die Herbstferien den Betrieb trotz Corona wie geplant aufrechterhalten können. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Kultusministerien der Länder und eine Auswertung aktuell zugänglicher Meldungen der Ministerien ergab, kommt es vereinzelt zwar zu deutlichen Einschränkungen für Tausende Schüler und Lehrer.

Mit Blick auf die Gesamtzahl von rund 40 000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und rund 800 000 Lehrern, sind die Zahlen dennoch vergleichsweise überschaubar.

Nach den aktuellsten zum Ende der Woche vorliegenden Daten der zuständigen Landesbehörden oder Kultusministerien der Länder, waren zuletzt knapp 40 000 Schüler und fast 4000 Lehrer wegen Infektionsfällen, Verdachtsfällen oder eigener Infektion in Quarantäne oder als Vorsichtsmaßnahme im Fernunterricht.

Daneben meldeten Bundesländer, die keine Einzelzahlen zu Schülern veröffentlichen, insgesamt rund 700 Klassen oder Lerngruppen, die zuletzt nicht in der Schule waren. Komplett geschlossen waren den aktuellen Zahlen zufolge 23 Schulen.

In Bayern waren rund 11 700 von insgesamt 1,65 Millionen Schülern kurz vor dem Wochenende in Quarantäne, daneben rund 970 der bayernweit 155 000 Lehrerinnen und Lehrer. Komplett geschlossen waren zwei der mehr als 6000 Schulen im Freistaat.

Update, 13.35 Uhr - 68 neue Corona-Fälle in Tirol

Seit Freitagabend, 2. Oktober, wurden im österreichischen Bundesland Tirol 68 neue Corona-Fälle registriert. Damit gibt es derzeit 617 aktiv Infizierte (Stand: 3. Oktober, 8.30 Uhr). Seit Ausbruch der Pandemie gab es in Tirol bislang 6290 Infizierte. 5673 Personen gelten als bereits wieder genesen. Insgesamt wurden im gesamten Bundesland knapp 238.000 Corona-Tests (einschließlich Mehrfach-Testungen) durchgeführt.

  • Die Bezirkszahlen im Überblick (Genesene):
    Innsbruck: 181 (1114)
    Innsbruck-Land: 177 (807)
    Kufstein: 68 (883)
    Schwaz: 61 (613)
    Imst: 33 (397)
    Landeck: 72 (1115)
    Reutte: 2 (118)
    Kitzbühel: 20 (450)
    Lienz: 3 (176)

Update, 12.35 Uhr - Über zwei Millionen Polizeikontrollen in Bayern seit Pandemie-Beginn

Die bayerische Polizei hat die Einhaltung der Anti-Corona-Maßnahmen binnen eines halben Jahres mit mehr als zwei Millionen Kontrollen überwacht. Vom 21. März bis zum 20. September gab es rund 2.070.000 Polizeikontrollen zur Überwachung der Infektionsschutzbestimmungen - das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der Landtags-SPD hervor.

In der Zahl sind Kontrollen der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, der Maskenpflicht, von Ladengeschäften, Versammlungen und Gastronomie enthalten. Aus der Übersicht geht allerdings deutlich hervor, wie sich die Zahl der Kontrollen in den vergangenen Monaten entwickelt hat. So wurden auf dem Höhepunkt der Corona-Krise mit den weitgehenden Ausgangsbeschränkungen eindeutig die meisten Kontrollen gezählt - allein im April waren es knapp 740.000. Im Juli und August waren es dann nur noch etwas über beziehungsweise unter 160.000. 

Laut dem Bericht gab es dabei 147 Fälle, in denen Menschen entweder erheblichen Widerstand leisteten oder gewalttätig gegenüber Polizisten wurden. „Die Überwachung der Bestimmungen dient der Eindämmung des Infektionsgeschehens. (...) Die Uneinsichtigen sind auf die Regeln hinzuweisen und gegebenenfalls zu sanktionieren“, betonte Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher (SPD), der die Anfrage gestellt hatte.

Update, 11.32 Uhr - Behörden melden erneut über 2500 neue Corona-Fälle

Die zuständigen Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) nun zum dritten Mal hintereinander mehr als 2500 neue Corona-Fälle binnen eines Tages gemeldet. Am Samstagmorgen meldete das RKI exakt 2563 neue Infektionen (Stand: 3. Oktober, 0 Uhr). Damit haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie in Deutschland bislang insgesamt 296.958 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein Großteil davon gilt als bereits wieder genesen.

Zudem meldete das RKI 19 neue Todesfälle in Deutschland. Die Gesamtzahl stieg damit auf 9527. In Bayern - dem weiterhin am stärksten von der Pandemie betroffenen Bundesland - wurden 333 neue Corona-Fälle und acht weitere Todesfälle (gesamt nun 2672) bekannt. Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle je 100.000 Einwohner) liegt deutschlandweit derzeit bei 15,6.

Update, 10.31 Uhr - Trump wird mit Ebola-Medikament behandelt

US-Präsident Donald Trump wird wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus mit dem Medikament Remdesivir behandelt. Das ging aus einem Schreiben seines Leibarztes Sean Conley hervor, wenige Stunden nachdem Trump ins Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington gebracht worden war. Trump gehe es „sehr gut“, er benötige keine Sauerstoffzufuhr, schrieb sein Arzt. Er habe die Therapie mit dem Mittel Remdesivir begonnen, eine erste Dosis eingenommen und ruhe sich aus.

Trump meldete sich annähernd zeitgleich mit einem Tweet aus dem Krankenhaus: „Es läuft gut, denke ich! Ich danke euch allen. Liebe!“ Ärzte sehen Remdesivir, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, nicht als Allheilmittel bei einer Covid-19-Erkrankung, oft aber als hilfreich. Nach Angaben des Herstellers kann die Arznei das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit Covid-19 deutlich vermindern.

Update, 9.42 Uhr - Acht Corona-Fälle beim EV Landshut

Aufregung beim Eishockey-Zweitligisten EV Landshut: Mehrere Spieler der DEL2-Mannschaft sind nach Angaben des zuständigen Landratsamtes jetzt positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die DEL2-Mannschaft und die U20-Junioren stehen deswegen nun unter Quarantäne.

Die Infektionen waren bei einer Reihentestung Anfang der Woche entdeckt worden. Insgesamt wurden acht Spieler positiv getestet. Einige Akteure würde nach Angaben des EVL „leichte Symptome“ zeigen. Das Landratsamt geht im Moment davon aus, dass sich die Mitspieler innerhalb der Mannschaft angesteckt haben. Teilweise wurden auch schon Kontaktpersonen positiv getestet. „Wir halten uns selbstverständlich an die Auflagen des Gesundheitsamtes, denn die Gesundheit aller Spieler und Mitarbeiter des Vereins steht in diesen Zeiten an erster Stelle“, wird EVL-Spielbetrieb-GmbH-Geschäftsführer Ralf Hantschke in einer Mitteilung auf der EVL-Homepage zitiert.

Unklar ist, wie es nun sportlich weitergeht: Das erste Mannschaftstraining wurde vorsorglich auf 10. Oktober verschoben. Am 25. Oktober wäre - Stand jetzt - auch ein Testspiel gegen den Erzrivalen aus Rosenheim geplant.

Update, 8.25 Uhr - Kleine Teile von Tirol und Vorarlberg nicht mehr Risikogebiet

Seit 1. Oktober werden alle Länder der Welt in Sachen Reisewarnungen vom Auswärtigen Amt wieder individuell bewertet. Seither gab es einige neue Warnungen, auch für Gebiete innerhalb der Europäischen Union. Es gibt aber auch gute Nachrichten diesbezüglich.

Für zwei Gebiete in Österreich wurde die Einstufung als Risikogebiet nach Protesten der Einwohner wieder aufgehoben: für das Kleinwalsertal in Vorarlberg und die Gemeinde Jungholz in Tirol. Die beiden Exklaven, die nur von Bayern aus erreichbar sind, meldeten in den vergangenen Tagen keine einzige neue Corona-Infektion. Eine Online-Petition mit mehr als 10.500 Unterstützern hatte deshalb Ausnahmeregeln gefordert - mit Erfolg.

US-Präsident Trump ins Krankenhaus eingeliefert

US-Präsident Donald Trump ist wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus ins Krankenhaus gebracht worden. Er verließ am Freitagabend (Ortszeit) das Weiße Haus (News-Ticker Freitag, 2. Oktober), wo er in Richtung anwesender Journalisten einen Daumen zeigte und winkte. Er ging aus eigener Kraft wenige Meter über den Rasen zum Helikopter, der ihn in das Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington brachte. Trump trug Anzug und Krawatte und einen Mund-Nasen-Schutz und wurde von Mitarbeitern begleitet, die ebenfalls Masken trugen.

„Ich denke, es geht mir sehr gut“, sagte Trump in einer kurzen Videobotschaft, die er im Weißen Haus aufgenommen hatte und auf seinem Twitter-Account veröffentlicht wurde. Er gehe aber trotzdem zur Sicherheit ins Krankenhaus. Seiner Ehefrau gehe es „sehr gut“. Das Video wurde veröffentlicht, als Trumps Helikopter am Krankenhaus landete. Die 50-jährige First Lady blieb im Weißen Haus.

Nach Darstellung der Regierungszentrale handelt es sich bei dem Krankenhausaufenthalt um eine Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte. Trump werde die nächsten Tage von Büroräumen des Präsidenten in der Klinik arbeiten. Trump weise nach der Infektion „leichte Symptome“ auf. Er sei aber nach wie vor guter Dinge und habe den ganzen Tag über gearbeitet.

mw/dpa

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