News-Ticker zur Corona-Krise

Über 18.000 Menschen freiwillig getestet - Huml: „Wir bereiten uns intensiv auf Testpflicht vor“

Corona-Teststation in Kiefersfelden
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Corona-Teststation in Kiefersfelden

Oberbayern/Welt - Das Coronavirus sorgt seit nunmehr sechs Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Wochenende (1./2. August) im News-Ticker:

  • Infizierte Personen: Rosenheim 2865, Traunstein 1316, Berchtesgadener Land 355, Mühldorf 515, Altötting 620
  • Todesfälle: Rosenheim 222, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 24, Mühldorf 27, Altötting 57
  • Mindestens 9111 Todesopfer in Deutschland (2617 in Bayern)
  • Maskenpflicht in Bayern in Geschäften und ÖPNV seit 27. April
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Alle wichtigen Artikel zum Thema Coronavirus

Update, 16.51 Uhr - Über 18.000 Menschen freiwillig getestet - Bayerns Gesundheitsministerin: „Wir bereiten uns intensiv auf Testpflicht vor“

Die bayerische Corona-Testoffensive für Reiserückkehrer an den bayerischen Flughäfen, Autobahnen und Bahnhöfen wird weiter gut angenommen. Dies hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Sonntag mitgeteilt. Huml betonte: „Insgesamt haben sich bis gestern Abend rund 18.000 Menschen freiwillig in unseren Testzentren auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Das zeigt: Viele Reiserückkehrer gehen verantwortungsvoll damit um, wenn sie aus dem Urlaub kommen. Ich setze darauf, dass die Reiseheimkehrer bei den künftigen Pflichttests ebenso vernünftig handeln.“

Konkret wurden am vorläufigen Testzentrum an der Raststätte Inntal-Ost 1.878 Testungen durchgeführt, an der Raststätte Hochfelln-Nord 3.473 und an der Raststätte Donautal-Ost 3.910. Das Testzentrum am Flughafen München verzeichnete bislang insgesamt 7.503 Testungen, in Nürnberg waren es am Flughafen 656. Die gestern in Betrieb gegangene Teststrecke am Airport in Memmingen wurde von 140 Reiserückkehrern genutzt. Am Münchner Hauptbahnhof ließen sich 377 Reisende testen, am Hauptbahnhof in Nürnberg bislang 210.

Die Ministerin unterstrich: „Wenn Reisende aus einem vom RKI festgelegten Risikogebiet zurückkehren, dann gelten die Bestimmungen der Einreise-Quarantäneverordnung. Demnach müssen sich Personen, die sich innerhalb von 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Zudem müssen sie sich bei ihrem Gesundheitsamt melden. Wenn die Reisenden einen negativen Corona-Test vorlegen können, sind sie von der Quarantäne befreit. Daher kann ich alle nur ermuntern, weiter unser freiwilliges Testangebot zu nutzen.“

Huml verwies auch auf die vom Bund angekündigte Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten: „Klar ist: Wir setzen die Testpflicht gemeinsam mit Bund und Ländern so schnell wie möglich um. Der Bund schafft jetzt den rechtlichen Rahmen, den wir dringend benötigen. Wir planen gerade intensiv, wie wir die Vorgaben des Bundes umsetzen können.“

Update, 14.40 Uhr - Weiterer Ausbruch in Betrieb in Bayern

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 240 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Diese niedrige Zahl, weniger als ein Drittel der Werte der Vortage, erklärt sich wohl zumindest teilweise dadurch, dass an Wochenenden nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Samstag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden bei 955 gelegen. Das war die höchste gemeldete tägliche Fallzahl seit Anfang Mai - abgesehen vom lokalen Corona-Ausbruch beim Fleischfabrikanten Tönnies Mitte Juni.

Seit Beginn der Pandemie haben sich mindestens 209.893 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen mitteilte (Datenstand 2.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9141. Bis Sonntagmorgen hatten 192.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Damit sind rechnerisch rund 7850 Menschen in Deutschland akut mit dem Erreger infiziert.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming wurden in einem weiteren Betrieb der Gemeinde 43 Corona-Infizierte ermittelt. Wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und ihre Kontaktpersonen umgehend isoliert.

„Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben“, sagte Landrat Werner Bumeder laut Mitteilung. In dem neu betroffenen Betrieb arbeiten etwa 600 Menschen. Bei dem vorherigen Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming hatten sich mit Stand Freitagabend 232 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert.

In Nürnberg wurden 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft unter Quarantäne gestellt, weil ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Wie die Stadt am Samstag mitteilte, handelt es sich bei der infizierten Person um einen Mitarbeiter eines Pflegeheims. „Sowohl die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft als auch die des Pflegeheims werden zurzeit getestet. Ergebnisse liegen noch nicht vor“, schrieb die Stadt bei Twitter.

Die bundesweite Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 1.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,13 (Vortag: 1,06). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 1.8., 0.00 Uhr, bei 1,20 (Vortag: 1,19). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 13.37 Uhr - Ehrenamtliche der bayerischen Hilfsorganisationen testen im Minutentakt 

Pressemitteilung im Wortlaut:

Die Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsschutz (Verbund der Hilfs- und Einsatzorganisationen in Bayern) hat den Betrieb der Teststellen an den drei Rastanlagen - jene in Bergen (Hochfelln-Nord - A8), Kiefersfelden (Inntal-Ost - A93), und Donautal-Ost (A3) - und in den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg interimsweise übernommen.

Seit Eröffnung der Teststationen am Donnerstag, den 30. Juli, wurden bis Samstag, 01.08.2020, 23.59 Uhr, 9.848 Tests durchgeführt. Dabei ist der Samstag, bei vier von fünf Teststationen, der Tag mit den meisten durchgeführten Tests, was auf den deutlich erhöhten Reiseverkehr zurückzuführen ist. Am Samstag (0:00 – 23:59) wurden 5.276 Tests durchgeführt (Freitag: 2.826 Tests im selben Zeitraum).

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz

Update, 12.03 - Corona-Demos in Berlin: Polizei löst Kundgebung auf - drei Polizisten im Krankenhaus

Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin sind am Samstag 18 Polizeibeamte verletzt worden. Drei Polizisten mussten im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei am frühen Sonntagmorgen über Twitter mitteilte.

Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich bis zu 17.000 Menschen einem Demonstrationszug an, rund 20.000 beteiligten sich anschließend an der Kundgebung. Weil dort viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten, noch Masken trugen, begann die Polizei am frühen Abend, die Versammlung aufzulösen. Insgesamt waren laut Polizeiangaben 1100 Beamte im Einsatz.

Weitere Infos zur Berliner Demo hier nachlesen

Update, 10.08 Uhr - Söder: „2. Welle praktisch da“

CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. «Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt», sagte der bayerische Ministerpräsident der «Bild am Sonntag». «Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen.» Gefragt sei absolute Wachsamkeit. «Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt.»

Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder weiter. «Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker, die alle Maßnahmen schnellstens aufheben wollten.» Jeder, der das Coronavirus unterschätze, sei widerlegt worden. Die zweite Welle sei praktisch doch schon da: «Sie schleicht durch Deutschland.» Es gelte daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren.

Vor diesem Hintergrund lehnte Söder auch Fußballspiele mit Zuschauern zum Start der neuen Saison ab: «Ich bezweifle, dass wir im August weitere Lockerungen beschließen können. Daher bin ich auch als Fußballfan sehr skeptisch zum Start der Bundesliga. Geisterspiele ja, aber Stadien mit 25 000 Zuschauern halte ich für sehr schwer vorstellbar.» Das wäre das falsche Signal und auch der Bevölkerung schwer zu vermitteln, wenn man dafür Unmengen von Testkapazitäten aufbrauchen würde.

Söder plädierte zugleich dafür, im Herbst ein weiteres Rettungspaket für die Automobilzulieferer, die Luft- und Raumfahrt sowie den Maschinenbau schnüren. Zudem sollten die Regelungen zum Kurzarbeitergeld aus seiner Sicht bis weit ins nächste Jahr verlängert werden.

Update, 2. August, 7.30 Uhr - Corona-Ausbruch auf Gemüsehof in Bayern springt offenbar auf weiteren Betrieb über

Nach dem massiven Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming sind auf einem weiteren Betrieb in der Gemeinde 27 Corona-Infizierte ermittelt worden. Wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und deren Kontaktpersonen umgehend von den negativ Getesteten getrennt und isoliert. «Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben», sagte Landrat Werner Bumeder laut der Mitteilung. In dem neu betroffenen Betrieb arbeiten etwa 600 Menschen.

Beim massiven Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming hatten sich mit Stand Freitagabend 232 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert. Tests unter Anwohnern fielen derweil fast ausnahmslos negativ aus.

Seit Donnerstag werden alle Saisonarbeitskräfte im Landkreis auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse von 25 von 26 Betrieben sind inzwischen ausgewertet. Bei den 23 weiteren Betrieben wurden keine Infektionen festgestellt.

Update, 15.30 Uhr - Corona-Demo in Berlin abgebrochen

Die Massendemo von zehntausenden Corona-Leugnern in Berlin ist vorzeitig beendet worden. Wie die Berliner Polizei am Nachmittag mitteilte, wurde gegen den Versammlungsleiter eine Strafanzeige wegen der „Nichteinhaltung der Hygieneregeln“ gefertigt.

Wie die Polizei um 14.36 Uhr bekannt gab, wurde die Demo durch den Veranstalter beendet. Auf Twitter hieß es seitens der Polizei zuvor: „Nachdem der Versammlungsleiter die Teilnehmenden auf ausreichende Abstände und das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung hingewiesen hat, werden unsere Kollegen auf die Einhaltung dieser Auflagen achten.“

Offenbar konnte der Demo-Veranstalter die Einhaltung der Auflagen nicht gewährleisten und musste letztlich die Kundgebung früher als geplant beenden. Nun versucht die Polizei, den Umzug zu entzerren und prüft „weitere Maßnahmen“. Dem Versammlungsleiter droht also möglicherweise ein juristisches Nachspiel.

Update, 12 Uhr - Steigende Fallzahlen: Altmaier will mit Strafen gegensteuern 

Angesichts zunehmender Coronavirus-Neuinfektionen plädiert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier für härtere Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln. „Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat“, sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen.“ Nicht nur Altmaier fürchtet derzeit eine zweite Infektionswelle und erneute stärkere Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Seit Mitte Juli zeigen die Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland wieder eine schneller steigende Tendenz. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen im Internet bekanntgab, meldeten die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages 955 neue Corona-Infektionen (Datenstand 1.8., 0 Uhr).

„Eine weitere Verschärfung der Situation muss unbedingt vermieden werden“, schrieb das RKI in seinem aktuellen Lagebericht. „Das gelingt nur, wenn sich die gesamte Bevölkerung weiterhin engagiert, z.B. indem sie Abstands- und Hygieneregeln konsequent einhält - auch im Freien -, Innenräume lüftet und, wo geboten, eine Mund-Nasen-Bedeckung korrekt trägt.“

Update, 9.55 Uhr - Tausende zu Anti-Corona-Demonstration in Berlin erwartet 

Aus Protest gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise wollen am Samstag in Berlin Tausende Menschen auf die Straße gehen. Trotz steigender Infektionszahlen möchten sie für ein Ende aller Auflagen eintreten. Die Polizei muss dabei darauf achten, dass die Corona-Auflagen eingehalten werden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Freitag, er erwarte, dass jeder Teilnehmer die Regeln beachte und sich verantwortungsvoll verhalte.

Für die Kundgebung unter dem Motto „Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit“ sind laut Polizei rund 10 000 Teilnehmer angemeldet. Aufgerufen dazu hat die Initiative „Querdenken 711“ aus Stuttgart. Die Demonstration soll auf der Straße des 17. Juni stattfinden (15.30 bis 22 Uhr). Dafür wurde bundesweit mobilisiert. Teilnehmer wollten mit Bussen anreisen, auch Neonazi-Organisationen hätten zur Teilnahme aufgerufen, sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Die Corona-Leugner sprechen sogar von 500.000 Teilnehmern am von ihnen ernannten „Tag der Freiheit„. Angeblich stünden 3.000 Busse bereit um die Demonstranten in die Hauptstadt zu bringen. Sollte es nicht die gesamte halbe Millionen nach Berlin schaffen, gibt es dafür auch schon eine Schuldige. Innerhalb der Initiative und den ihre sympathisierenden Gruppierungen heißt es, Angela Merkel werde Zufahrtsstraßen und Zugstrecken nach Berlin sperrenlassen.

In Stuttgart hat die Initiative „Querdenken 711“ bereits wiederholt demonstriert. Kritiker dieser Proteste befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem rechtsextremen Bündnis. Bei der Demonstration am Samstag seien Einschränkungen der Pressefreiheit und körperliche Übergriffe gegen Journalisten zu befürchten, erklärte sie.

Geisel sprach von einer „besonderen Herausforderung“ für die Polizei. Man werde sehen, inwieweit es gelinge, bei derart großen Menschenmengen die Corona-Auflagen wie Abstandsregeln und die Maskenpflicht durchzusetzen. Gegebenenfalls würden Bußgelder verhängt, bei Widerstandshandlungen würden Demonstranten auch vorübergehend festgesetzt

Insgesamt sind nach Angaben Geisels an diesem Wochenende etwa 80 Veranstaltungen in Berlin angemeldet, zu denen etwa 22 000 Teilnehmer erwartet werden. 1500 Polizeibeamte werden im Einsatz sein. Zu einer Kundgebung auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor (14 bis 22 Uhr) sind laut Polizei rund 3000 Menschen angemeldet, die sich für Frieden, Meinungsvielfalt und Demokratie stark machen wollen. Auch mehrere kleinere Demonstrationen muss die Polizei am Wochenende in der Hauptstadt begleiten - und daneben Partys in Parks im Blick behalten.

Erstmeldung:

In der Coronavirus-Pandemie ist der Nachzug von Familienangehörigen aus dem Ausland beinahe zum Erliegen gekommen. Zwischen März und Juni vergaben deutsche Auslandsvertretungen nur 2753 Visa zum Familiennachzug, wie das Auswärtige Amt auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mitteilte. Zum Vergleich: 2016 bis 2019 wurden pro Jahr stets mehr als 100 000 Einreisegenehmigungen zum Familiennachzug erteilt. Im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es immerhin noch 21 725 Visa.

„Aufgrund von Reisebeschränkungen, Flugverboten und pandemiebedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den Herkunftsländern können die Pass- und Visastellen an vielen deutschen Auslandsvertretungen seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie nur eingeschränkt oder im Notbetrieb arbeiten“, hieß es zur Erklärung aus dem Auswärtigen Amt. 

Deutsche Staatsbürger oder Bürger von Nicht-EU-Staaten, die eine Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis haben, können Angehörige zu sich nach Deutschland holen. Das gilt für den Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner und gemeinsame minderjährige Kinder. Minderjährige können ihre Eltern nach Deutschland nachholen. Für in Deutschland lebende EU-Bürgerinnen und Bürger sind die Regelungen großzügiger. 

Zur Eindämmung des Coronavirus hatten Deutschland und die anderen EU-Staaten Mitte März zudem ein weitreichendes Einreiseverbot für Bürger der allermeisten Nicht-EU-Länder vereinbart. Anfang Juli wurden die Beschränkungen für einige Länder wieder gelockert. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Entwicklung der Covid-19-Fälle in den betroffenen Staaten und der Umgang der Behörden damit. Der Familiennachzug zu Ehepartnern oder nahen Verwandten in Deutschland ist zwar grundsätzlich auch aus Ländern möglich, die nicht auf dieser „Positivliste“ stehen - setzt aber wiederum ein Visum voraus. Auch kurzfristige Besuche bei Ehepartnern oder nahen Angehörigen sind unter bestimmten Bedingungen erlaubt.

Unverheiratete Paare, die in unterschiedlichen Ländern wohnen, können sich hingegen in der Pandemie oft seit Monaten nicht sehen. Unter dem Hashtag #loveisnottourism („Liebe ist kein Tourismus“) hat sich eine Kampagne entwickelt. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich mittlerweile bei der EU-Kommission für Erleichterungen einsetzen. „Ich bin dafür und setze mich dafür ein, dass wir die Einreiseverbote für unverheiratete Paare zeitnah lockern“, sagte der CSU-Politiker der Passauer Neuen Presse am Freitag. „Aber das sollte europaweit geschehen und dafür ist in erster Linie die Europäische Kommission zuständig.“ Es solle in den kommenden Wochen eine Lösung geben.

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