News-Ticker zur Corona-Pandemie

Stadt Rosenheim beantragt Ausnahmegenehmigung von Inzidenzregelung bei Regierung von Oberbayern

Stadt Rosenheim beantragt Ausnahmegenehmigung von Inzidenzregelung
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Rosenheim fordert unter anderem, dass bis einschließlich einer Sieben-Tage-Inzidenz von 130 in Schulen Präsenz- und Wechselunterricht erlaubt wird und Kitas geöffnet bleiben sollen.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag, 15. März, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 206,1, Landkreis Rosenheim 86,1, Landkreis Traunstein 133,7, Landkreis Berchtesgadener Land 128,4, Landkreis Mühldorf 107,9, Landkreis Altötting 107,6 (Quelle/Stand: RKI, 15. März, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3078, Landkreis Rosenheim 11.126, Traunstein 7853, Berchtesgadener Land 4604, Mühldorf 4868, Altötting 4212 (Quelle/Stand: RKI, 15. März, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 53, Landkreis Rosenheim 424, Traunstein 194, Berchtesgadener Land 96, Mühldorf 127, Altötting 181 (Quelle/Stand: RKI, 15. März, 0 Uhr)
  • Mindestens 73.418 Todesfälle in Deutschland (12.825 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.23 Uhr - Impfungen mit Astrazeneca auch in ganz Bayern vorerst ausgesetzt

In Bayern wird bis auf Weiteres niemand mehr mit dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca geimpft.

Das bayerische Gesundheitsministerium habe am Nachmittag vorsorglich und unmittelbar nach Bekanntwerden der Entscheidung des Bundes die Impfzentren informiert, teilte ein Sprecher am Abend mit: Darüber, „dass die Impfungen mit Astrazeneca bis auf Weiteres sofort auszusetzen und vorerst keine neuen Termine für Erst- und Zweitimpfung mit Astrazeneca zu vereinbaren sind“. Zusätzlich seien auch die Administratoren der Impfzentren direkt informiert worden.

Weitere Details ließ das Gesundheitsministerium am Montagabend zunächst offen. Über das künftige Vorgehen bei den Impfungen in Bayern werde man so rasch wie möglich entscheiden, hieß es lediglich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte am Nachmittag angekündigt, dass Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca in Deutschland vorerst ausgesetzt werden. Er sprach von einer „reinen Vorsichtsmaßnahme“, um gesundheitliche Komplikationen in seltenen Fällen wissenschaftlich zu überprüfen.

Update, 21.27 Uhr - Astrazeneca-Impfstopp: Österreich will gesamteuropäisches Vorgehen

Österreich sieht die nationalen Entscheidungen zum vorsorglichen Impfstopp mit Astrazeneca kritisch.

Nötig sei vielmehr eine „raschestmögliche, klare Stellungnahme von den Europäischen Behörden für ein gemeinsames gesamteuropäisches Vorgehen“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montagabend in Wien. „Wir haben uns bei den Impfungen auf ein gemeinsames europäisches Vorgehen geeinigt. Nationale Einzelgänge sind in diesem Zusammenhang weder effektiv noch vertrauensbildend“, so Anschober.

Derart weitreichende Entscheidungen müssten durch fundierte Daten und Fakten eindeutig belegt sein. Derzeit gebe es keinen Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff von Astrazeneca und den aktuell diskutierten gesundheitlichen Ereignissen, die auch bei ungeimpften Personen auftreten könnten.

Am Montag hatte unter anderem Deutschland vorsorglich die Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt. Bei mehreren Menschen waren Thrombosen aufgetreten. Die Weltgesundheitsorganisation sieht nach bisherigen Erkenntnissen keinen kausalen Zusammenhang mit der Impfung.

Update, 20.33 Uhr - Rosenheim beantragt Ausnahmegenehmigung von Inzidenzregelung

Die Stadt Rosenheim hat eine Ausnahmegenehmigung für die Inzidenzregelung zum Öffnen und Schließen von Schulen, Kitas und Einzelhandel beantragt.

Das teilte die Regierung von Oberbayern in München am Montag mit. Über den Antrag sei noch nicht entschieden worden. Damit ist die Stadt die bislang einzige Kommune im Freistaat, die eine Ausnahme fordert, wie eine Umfrage bei den sieben Bezirksregierungen ergab.

Rosenheim fordert unter anderem, dass bis einschließlich einer Sieben-Tage-Inzidenz von 130 in Schulen Präsenz- und Wechselunterricht erlaubt wird und Kitas geöffnet bleiben sollen. Das begründet die Stadt unter anderem damit, dass sie weniger Einwohner habe als der Landkreis Rosenheim und deswegen die gleiche Anzahl von Neuinfektionen zu einem höheren Inzidenzwert führe, sagte ein Regierungssprecher.

Der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zufolge liegt aktuell der Richtwert für Öffnungen und Schließungen bei einer Inzidenz von 50 beziehungsweise 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

Update, 19.25 Uhr - 92 Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 497 aktive Covid-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 133,7.

Seit der letzten Pressemitteilung am 12. März sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 92 Neuinfektionen eingegangen.

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung keine Todesmeldung eingegangen. Damit liegen im Landkreis Traunstein unverändert insgesamt 194 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 14 Covid-19-Patienten behandelt, davon sieben auf der Normalstation und sieben auf der Intensivstation.

Mittlerweile wurden im Landkreis Traunstein 13.391 Personen mit der Erstimpfung versorgt, davon haben bereits 6876 Personen die Zweitimpfung erhalten.

Update, 18.49 Uhr - Sprunghafter Anstieg im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Samstag 57 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich zehn Personen als direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 4.604 (Meldestand RKI: 15. März, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 128,4 (Stand: 15. März, 0 Uhr).

Seit Samstag ist ein sprunghafter Anstieg der Fallzahlen in mehreren Gemeinden zu beobachten. Während im Laufe der vergangenen Wochen eine Konzentration des Infektionsgeschehens zuerst auf Betriebe, dann auf private Zusammenkünfte zu beobachten war, treten aktuell vermehrte Fälle in allen Bereichen auf, also sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld und in mehreren Einrichtungen.

Das vergangene Woche vom Staatlichen Gesundheitsamt identifizierte Cluster in Bayerisch Gmain konnte eingegrenzt werden und scheint sich, nach aktuellem Stand, nicht weiter ausgebreitet zu haben. Darauf deutet auch das Ergebnis der kurzfristig organisierten Schnelltestaktion am Samstag in Bayerisch Gmain hin.

Von 116 getesteten wurde eine Person positiv abgestrichen. Um das Ergebnis zu bestätigen, ist noch vor Ort ein PCR-Test durchgeführt worden. „Mein Dank gilt insbesondere den ehrenamtlichen Helfern der BRK Bereitschaft Bad Reichenhall sowie den beteiligten Mitarbeitern des Gesundheitsamts, die dafür gesorgt haben, dass die freiwillige Schnelltestaktion erneut reibungslos umgesetzt werden konnte“, bekräftigt dazu Landrat Bernhard Kern.

In den vergangenen sieben Tagen gab es insgesamt 136 neue COVID-19-Fälle. Davon wurde bei insgesamt 42 positiven Befunden eine Virusmutation festgestellt; dies entspricht einem Anteil von 31 %. Dabei handelte es sich 37 mal um die britische Variante (B.1.1.7) sowie 5 mal um eine Kombinations-Mutation (britische, südafrikanische und brasilianische Mutation (N501Y)).

GemeindeEinwohnerStand 11. MärzStand 15. März
Ainring979193
Anger452824
Bad Reichenhall18.4432941
Bayerisch Gmain305636
Berchtesgaden76981223
Bischofswiesen734126
Freilassing17.147615
Laufen731652
Marktschellenberg175743
Piding544427
Ramsau b. Berchtesgaden170010
Saaldorf-Surheim551987
Schneizlreuth128421
Schönau a. Königssee558547
Teisendorf9320611
GESAMT10592995136

Pressemeldung LRA Berchtesgadener Land

Update, 17.27 Uhr - Auch Italien stoppt Astrazeneca, Lauterbach äußert Kritik

Auch Italien hat inzwischen Impfungen mit AstraZeneca gestoppt. Das teilte die italienische Arzneimittel-Agentur Aifa am Montag mit. Die Verwendung werde vorsorglich und vorübergehend eingestellt, bis eine Entscheidung der Europäische Arzneimittelbehörde EMA vorliege, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Entscheidung fiel demnach im Einklang mit denen anderer Länder in Europa.

Auch Deutschland setzte Corona-Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers vorsorglich aus, wie das Bundesgesundheitsministerium am Montag mitteilte. 

Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) zeigte sich davon auf Twitter wenig begeistert. Er halte die Aussetzung der Impfungen für einen Fehler. Man hätte besser den Impfstoff geprüft, ohne das Verfahren auszusetzen, beteuerte er.

Update, 16.09 Uhr - Spahn bezieht Stellung in PK

In einer Pressemeldung begründete Jens Spahn am Montag das Aussetzen der Impfungen mit Astrazeneca. Wer sich bis zu vier Tagen nach der Impfung unwohl fühle, etwa Kopfschmerzen habe, müsse einen Arzt aufsuchen. Sieben Fälle von Hirnvenenthrombose habe es in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gegeben. Das sei ein sehr geringes Risiko, solle es aber einen Zusammenhang geben, ein überdurchschnittliches Risiko. Mit dem Aussetzen der Impfung sei man der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Insitituts gefolgt.

Was das nun für den Impfplan bedeute, müsse man erst prüfen. Denn um festzustellen, ob etwa Menschen die bereits die Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, auch die Zweitimpfung vom selben Hersteller bekommen können, müsse erst noch entschieden werden. Dafür müsse erst das Arzneimittel geprüft werden.

Ob und wie viel Zeit verloren werde, falls Astrazeneca als Impfstoff dauerhaft ausfalle, das könne man jetzt noch nicht sagen. Ihm sei zunächst wichtig gewesen, die Bevölkerung schnell von dem Aussetzen zu informieren. Welche Auswirkungen sich daraus nun ergeben, sei noch nicht abzusehen und hänge von den Ergebnissen der Prüfung ab.

Update, 15.35 Uhr - Auch Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca aus

Nun setzt auch Deutschland Corona-Impfungen mit Astrazeneca vorsorglich aus. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Die Bundesregierung folge damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit.

Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, „ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken“.

Update, 15.10 Uhr - Immer weniger Geschäfte auf - Bayerns schleichende Rückkehr zum Lockdown

Die Lockerung des Einzelhandels-Lockdowns ist in vielen bayerischen Kommunen nur von kurzer Dauer gewesen. Wegen steigender Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen können die Geschäfte mittlerweile nur noch in 15 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte öffnen.

Bayern verabschiedet sich wieder vom Einzelhandel“, sagte Bernd Ohlmann, der Sprecher des Handelsverbands Bayern, am Montag. In Regensburg, Landshut und mehreren anderen größeren Städten gilt nun die „Notbremse“ mit wieder verschärften Beschränkungen, weil an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten wurde.

In 37 Kreisen und Kommunen sind die Geschäfte laut Handelsverband ganz zu. In 44 weiteren, in denen die Inzidenzwerte zwischen 50 und 100 liegen, ist „Click & Meet“ erlaubt - ein Ladenbesuch nach Terminvereinbarung. „Es ist ein großes Tohuwabohu“, kritisierte Ohlmann. „Wir haben große Unsicherheit bei den Händlern und auch in der Verwaltung.“ Die einzige bayerische Großstadt mit mehr als 100.000 Einwohnern, in der die Läden derzeit noch öffnen dürfen, ist demnach Ingolstadt.

Einkaufen mit vorherigem Termin ist nach Ohlmanns Worten für viele Einzelhändler ein Zuschussgeschäft, da Organisationsaufwand und Personalbedarf hoch sind, aber nicht viele Kunden kommen. Der Handelsverband bekräftigte seine Kritik an den Beschränkungen: „Wir haben im bayerischen Lebensmittel-Einzelhandel sechs Millionen Kundenkontakte am Tag, und es funktioniert seit 12 Monaten problemlos“, sagte Ohlmann - dabei ist das Online-Geschäft mitgerechnet.

Update, 14.39 Uhr - Münchner Polizei beendet mehrere Corona-Partys am Wochenende

Die Münchner Polizei hat von Freitag bis Montagmorgen über 3200 Kontrollen zur Einhaltung der aktuellen Infektionsschutzregelung durchgeführt. Dabei wurden 198 Verstöße angezeigt.

Am Freitag, 12. März wurde gegen 19.45 Uhr der Polizei gegenüber mitgeteilt, dass sich an einer Örtlichkeit im Olympiapark eine große Anzahl Jugendlicher aufhalten soll, die dort am Feiern sind. Vor Ort konnten schließlich 18 Personen durch die Polizei angetroffen werden, die gegen die geltenden Regelungen verstießen. Alle wurden daraufhin nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt und erhielten dazu entsprechende Platzverweise.

Am Samstag, 13. März um kurz nach Mitternacht wurde in einer Tiefgarage in Moosach eine Party mit lauter Musik festgestellt. Vor Ort konnten insgesamt zehn feiernde Personen angetroffen werden, die nun alle nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt werden.

Update, 13.51 Uhr - Trotz Lieferengpass: Zweitimpfungen im Berchtesgadener Land gesichert

Auch der Landkreis Berchtesgadener Land ist von den erneuten Lieferverzögerungen des Impfstoffherstellers AstraZeneca betroffen. Konkrete Auswirkungen wird dies auf die Kalenderwoche 12 haben. Die Liefermengen für die Kalenderwoche 11 sind davon nicht betroffen. Auch die Zweitimpfungen sind gesichert. Für die laufende Woche erhält der Landkreis insgesamt 2.206 Impfstoffdosen. Diese teilen sich wie folgt auf: Biontech/Pfizer: 1206, AstraZeneca: 600, Moderna: 400. Aus diesen Mengen sind Erst- und Zweitimpfungen vorzunehmen, so das Landratsamt Berchtesgadener Land in einer aktuellen Pressemitteilung.

Für die Kalenderwoche 12 hat die Koordinierende Stelle Impfstoff (KOST) beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mitgeteilt, dass es beim Impfstoff von AstraZeneca zu deutlichen Kürzungen kommen wird. So ist mit ca. 33 Prozent der ursprünglich angekündigten Zuliefermenge zu rechnen. Dieser Ausfall soll nach Möglichkeit durch Impfstoff anderer Hersteller kompensiert werden.

Das Landratsamt Berchtesgadener Land weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Zweitimpfungen definitiv gesichert sind. Die Rückstellungen für Zweitimpfungen erfolgen nicht direkt vor Ort beim Impfzentrum, sondern durch die KOST. Selbst wenn es, wie im vorliegen- den Fall, zu Kürzungen und Verschiebungen kommt, wird das nicht zu Lasten der Zweitimpfungen erfolgen. Gegebenenfalls können stattdessen weniger Erstimpfungen durchgeführt werden.

Update, 12.46 Uhr - Bayern wird roter - Immer mehr Kreise über kritischer Corona-Grenze

Die bayerische Landkarte wird roter: Immer mehr Städte und Kreise im Freistaat liegen inzwischen wieder über der kritischen Grenze von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Laut Dashboard des Robert-Koch-Institutes (RKI) waren es am Montag - dem Tag der Schulöffnungen in Bayern - 37 von insgesamt 96 Städten und Kreisen.
Demnach drohen in knapp 40 Prozent aller Landkreise und kreisfreien Städte weitreichende Einschränkungen wie die Schließung von Schulen und Geschäften.

Fünf Regionen lagen sogar über der 200er-Marke. Spitzenreiter blieb die Stadt Hof mit einer Inzidenz von 290,2 - gefolgt von den Landkreisen Kulmbach (266,9), Schwandorf (215,1), Wunsiedel (214,7) und der Stadt Rosenheim (206,1 - bundesweit Platz 12).
Nur noch vier Kreise und kreisfreie Städte lagen unter der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen: Spitzenreiter war der Landkreis Kitzingen mit einer Inzidenz von 16,5 - gefolgt von den Landkreisen Eichstätt (24,1), Weißenburg-Gunzenhausen (27,4) und Landsberg am Lech (32,4).

Bayernweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI am Montag bei 88,4 - und damit deutlich über dem Bundesschnitt von 82,9. 1064 Neuinfektionen und sieben Todesfälle waren innerhalb von 24 Stunden im Freistaat dazu gekommen. Vor rund einem Monat hatte die Inzidenz in Bayern noch bei um die 50 gelegen.

Update, 11.37 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet acht neue Corona-Fälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Sonntag, 14. März acht neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 15. März 2021, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 211 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 15. März 2021, 3.21 Uhr) bei 107,9.

Update, 10.58 Uhr - Intensivärzte fordern sofortige Rückkehr zu Lockdown

Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. „Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern“, sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Montag im rbb-Sender Radioeins. DIVI ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Karagiannidis sagte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. Bund und Länder hatten eine Rückkehr in den Lockdown vereinbart, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen wieder die Marke von 100 pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen erreicht. „Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen“, sagte Karagiannidis. „Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell jetzt wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben.“

Derzeit sind rund 2800 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Die Belastung für das Personal auf den Intensivstationen sei bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch und steige nun wieder weiter. Es gelte, sich in den Sommer zu retten, sagte Karagiannidis, der selbst Arzt an einer Kölner Lungenklinik ist.

Update, 10.04 Uhr - Landkreis Altötting meldet acht neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt acht neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 4218 Personen (Stand: 14. März, 14 Uhr). Aktuell gibt es im Landkreis 227 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burgkirchen (33), Burghausen (32) und Altötting (32). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 107,6.

Update, 9.13 Uhr - Viele Schüler müssen trotz Schulöffnungen zu Hause bleiben

An diesem Montag sollen die Schulen im Freistaat auch für weiterführende Klassen wieder öffnen - eigentlich. Denn trotz Lockerungen der Corona-Maßnahmen an bayerischen Schulen werden zahlreiche Schüler im Freistaat auch an diesem Montag weiter zu Hause bleiben müssen. Zwar dürfen von der kommenden Woche an überall dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz von 100 nicht überschritten wird, neben Schülern in Grundschul- und Abschlussklassen auch die weiterführender Klassen wieder mindestens mit Wechselunterricht starten. Die Regionen, in denen das gilt, werden aber weniger.

Wie es in der Region konkret aussieht, erfahrt Ihr hier.

Das bayerische Innenministerium listete mit Stand Freitag 23 Hotspots auf, in denen die Marke von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten wurde. Darüber hinaus meldete beispielsweise auch die Stadt Regensburg, die nicht auf der Liste des Innenministeriums steht, dass dort - mit Ausnahme der Abschlussklassen - an den Schulen auch von Montag an weiter Distanzunterricht stattfinden soll. In Kinderbetreuungseinrichtungen und in Kindertagespflegestellen wird wieder auf Notbetreuung umgestellt.

Update, 8.21 Uhr - Neueste RKI-Zahlen für die Region: Inzidenzen machen Sprung nach oben

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 15. März).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen sind in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag ausnahmslos angestiegen: Kreis Altötting (von 104,0 auf 107,6), Kreis Berchtesgadener Land (von 107,6 auf 128,4), Kreis Mühldorf (von 104,4 auf 107,9), Kreis Rosenheim (von 77,7 auf 86,1), Stadt Rosenheim (von 174,7 auf 206,1) und Kreis Traunstein (von 109.4 auf 133,7). In der Region wurde laut RKI kein weiterer Todesfall gemeldet.

Update, 6.53 Uhr - 6604 Corona-Neuinfektionen und 47 Todesfälle - Inzidenz steigt erneut

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6604 Corona-Neuinfektionen gemeldet - und damit 1593 mehr als vor genau einer Woche. Außerdem lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) am Montagmorgen bundesweit bei 82,9 und damit deutlich höher als am Vortag (79). Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 06.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 47 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 5011 Neuinfektionen und 34 neue Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.575.849 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.365.100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 73.418.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,19 (Vortag ebenfalls 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Buchungsboom für Mallorca nach Ende der Reisewarnung

Nach der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca ziehen die Buchungen für die Lieblingsinsel der Deutschen deutlich an. Der größte Fluganbieter Eurowings sprach am Sonntag von Buchungen „in einer bisher nicht gekannten Dynamik“ und legte kurzfristig 300 zusätzliche Flüge für die Osterzeit auf. Beim größten Reiseveranstalter TUI wurden am Wochenende doppelt so viele Reisen nach Mallorca gebucht wie im gleichen Zeitraum vor zwei Jahren, als die Pandemie noch nicht das Geschehen bestimmte.

Gleichzeitig wurden die Forderungen lauter, Urlaub auch in Deutschland wieder zu ermöglichen. „Für mich wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich ist, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen bleiben. Das wäre eine ganz bittere Botschaft“, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU). Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dringt auf eine Perspektive für Urlaub im Inland. „Wut und Verzweiflung wachsen ohne Ende“, sagte die Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der dpa.

Seit Sonntag ist Urlaub auf Mallorca zwei Wochen vor Beginn der Osterferien in den meisten Bundesländern wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei Rückkehr möglich. Da Deutschland aus spanischer Sicht aber weiter als Risikogebiet gilt, müssen Touristen bei Einreise nach Spanien einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Außerdem muss man ein digitales Einreiseformular ausfüllen. Das sind allerdings die einzigen verbliebenen Beschränkungen.

Auch die anderen Balearen-Inseln - darunter Menorca, Ibiza und Formentera - sowie Teile des spanischen Festlands, darunter die Küstengebiete Murcia und Valencia mit vielen Urlaubszielen, sind seit Sonntag keine Corona-Risikogebiete mehr. Das gilt auch für den gesamten Norden Portugals, die Region Nordjylland in Dänemark sowie die Bahamas in der Karibik. Bereits am vergangenen Wochenende war die Reisewarnung für die beliebte kroatische Urlaubshalbinsel Istrien aufgehoben worden. Entscheidend für einen solchen Schritt ist, dass die Infektionszahlen die Marke von 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche unterschreiten. Auf den Balearen lag dieser sogenannte Inzidenzwert am Freitag bei 21,3.

mh/dpa

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