News-Ticker zur Corona-Pandemie

Virologe Drosten: „Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“

Christian Drosten
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Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie, Charité Berlin.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag, 16. März, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 204,6, Landkreis Rosenheim 83,8, Landkreis Traunstein 128,6, Landkreis Berchtesgadener Land 113,3, Landkreis Mühldorf 94,9, Landkreis Altötting 107,6 (Quelle/Stand: RKI, 16. März, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 3079, Landkreis Rosenheim 11.133, Traunstein 7853, Berchtesgadener Land 4605, Mühldorf 4874, Altötting 4226 (Quelle/Stand: RKI, 16. März, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 53, Landkreis Rosenheim 425, Traunstein 194, Berchtesgadener Land 96, Mühldorf 127, Altötting 182 (Quelle/Stand: RKI, 16. März, 0 Uhr)
  • Mindestens 73.656 Todesfälle in Deutschland (12.865 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.54 Uhr - Drosten: Epidemiologische Lage nicht gut - Varianten-Anteil steigend

Angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle in Deutschland bedauert der Virologe Christian Drosten die Entwicklungen um Astrazeneca mit ausgesetzten Impfungen und knapperen Liefermengen.

Im Moment solle man vor allem daran denken, „dass wir diese Impfung brauchen“, betonte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“. Die epidemiologische Lage sei momentan nicht gut in Deutschland. Die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 nehme immer mehr Überhand, ihr Anteil betrage inzwischen drei Viertel.

„Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum“, sagte der Virologe, auch mit Blick auf düstere Prognosen des Robert Koch-Instituts (RKI) von vor einigen Tagen zu einem befürchteten starken Anstieg der Neuinfektionszahlen.

Die Situation werde sich dann im weiteren Verlauf „drastisch erschweren“ wegen der Mutante, erwartet Drosten. Besonders „brenzlig“ werde es für die weitestgehend noch ungeimpften Jahrgänge ab 50 Jahre. Diese Warnung hatte Drosten auch zuvor schon geäußert.

In Deutschland hatte das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca empfohlen.

Update, 20.07 Uhr - Tiroler Bezirk Schwaz meldet hohe Beteiligung an Massenimpfung

Die erste Phase einer regionalen Massenimpfung gegen die südafrikanische Corona-Variante ist in Tirol mit einer hohen Beteiligung zu Ende gegangen.

„Schwaz ist die erste europäische Region, die durchgeimpft ist“, erklärte Tirols Landeschef Günther Platter am Dienstag. Von 64000 infrage kommenden Personen hätten 46000 eine Injektion erhalten, berichtete er. Das entspricht einer Rate von 72 Prozent.

Am vorigen Donnerstag war die Aktion in dem österreichischen Bundesland als europäisches Pilotprojekt angelaufen, um die ansteckendere Virus-Variante zurückzudrängen. Mit Hilfe der EU wurden dazu 100000 Dosen Impfstoff geliefert. Die Massenimmunisierung wird auch wissenschaftlich ausgewertet, um die Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Impfstoffes gegen die Südafrika-Mutante zu untersuchen.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle, die in Tirol mit dieser Variante infiziert sind, lag am Dienstag bei 66 von landesweit 1764 aktiven Fällen. Die 7-Tage-Inzidenz lag in Tirol zuletzt bei 153, unter dem österreichweiten Wert von knapp 208.

Update, 18.50 Uhr - Aktuelle Zahlen aus dem Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 521 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 128,6.

Seit der letzten Pressemitteilung am 15. März sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 51 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 7902 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 7187 Personen (27 Personen mehr seit der Meldung vom 15. März). Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung keine Todesmeldung eingegangen. Damit liegen im Landkreis Traunstein unverändert insgesamt 194 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 17 COVID-19-Patienten behandelt, davon 11 auf der Normalstation und 6 auf der Intensivstation.

Mittlerweile wurden im Landkreis Traunstein 14.361 Personen mit der Erstimpfung versorgt, davon haben bereits 6.486 Personen die Zweitimpfung erhalten.

Update, 17.51 Uhr - Landrat Walch mit Videobotschaft

Auf Facebook wandte sich der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch mit einer Videobotschaft an die Bevölkerung. Er zeigte sich sehr unglücklich darüber, dass der Landkreis die 100er-Schwelle, die von der Regierung für weitere Maßnahmen festgelegt wurde, überschreitet. Leider müsse damit gerechnet werden, dass der 7-Tage-Inzidenzwert in den nächsten Tagen weiter steigen werde.

Diese Prognose sei nicht zuletzt auf die Virus-Mutationen, die aus Osten herüberkämen, zurückzuführen. „Wir hoffen, dass sich das nicht sofort bei unserer Krankenhausbelegung bemerkbar macht“, so Walch weiter. Bisher sehe es aber gut aus, es seien wenige Patienten auf der Station. Allerdings sehe man die Patienten, die jetzt getestet werden, oft erst 14 Tage später in den Krankenhäusern, ein Widerspruch sei das also nicht.

Positiv äußerte Walch sich darüber, dass 14.300 Personen im Landkreis bereits geimpft worden seien. Am Montag habe man die Impfungen mit AstraZeneca gestoppt. Walch gehe fest davon aus, dass die Impfungen mit AstraZeneca wieder aufgenommen werden und finde das Aussetzen schade.

Update, 17.32 Uhr - Neue Allgemeinverfügung für Stadt Rosenheim

Wegen der hohen 7-Tage-Inzidenz gilt in der Stadt Rosenheim ab dem 17. März eine neue Allgemeinverfügung. Eine genaue Auflistung der neuen Regelungen gab die Stadt am Dienstagabend heraus. Die Maskenpflicht in öffentlichen Bereichen wurde erweitert. Auch Bibliotheken und Archive müssen wieder schließen und Versammlungen wurden eingeschränkt.

Update, 16.21 Uhr - Notbremse in Traunstein ab Donnerstag

Auch in Traunstein greift ab Donnerstag, den 18. März, die Notbremse, denn die 7-Tage-Inzidenz ist bereits den dritten Tag in Folge über 100. Das Landratsamt gab die Maßnahmen, die dann gelten sollen, in einer Pressemeldung bekannt. Darunter sind auch eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr und verschärfte Kontaktbeschränkungen.

Update, 15.49 Uhr - Ab 17. März: Neue Allgemeinverfügung in Rosenheim

In der Rosenheimer Innenstadt gilt nun wieder die Maskenpflicht. Die Schilder, die dazu aufrufen, wurden erst vor Kurzem mit Klebestreifen „durchgestrichen“, nun mussten die Streifen wieder entfernt werden.

Ab dem 17. März wird eine neue Allgemeinverfügung gelten, teilte Christian Schwalm, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, auf Nachfrage von rosenheim24.de mit. Diese wird im Laufe des Dienstags noch veröffentlicht und hält auch die erneut geltende Maskenpflicht fest. Anlass dürfte die hohe 7-Tage-Inzidenz sein. Weitere Informationen folgen.

Update, 15.18 Uhr - PEI: Thrombosen nach Astrazeneca-Impfung vor allem bei Frauen

Die sieben Fällen einer speziellen Thrombose, die Grund des Aussetzens der Astrazeneca-Impfungen waren, betrafen Menschen zwischen etwa 20 und 50 Jahren. Das teilte das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag mit. Sechs davon hätten eine sogenannte Sinusvenenthrombose gehabt, alles Frauen in jüngerem bis mittlerem Alter. Ein weiterer Fall mit Hirnblutungen bei Mangel an Blutplättchen sei medizinisch sehr vergleichbar gewesen. «Alle Fälle traten zwischen vier und 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca auf», hieß es. Drei der sieben Betroffenen seien verstorben.

Alle zur Einschätzung herangezogenen Expertinnen und Experten seien einstimmig der Meinung gewesen, dass hier ein Muster zu erkennen und ein Zusammenhang der gemeldeten Erkrankungen mit der Astrazeneca-Impfung «nicht unplausibel» ist, hieß es vom PEI.

Die Zahl der Fälle nach einer solchen Impfung ist demnach statistisch signifikant höher als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten: «Etwa ein Fall wäre zu erwarten gewesen, sieben Fälle waren gemeldet worden.»

Update, 14.43 Uhr - Notbremse im Landkreis Berchtesgadener Land ab Donnerstag

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Montag eine weitere bestätigte COVID-19-Fall im Landkreis gibt. Diese Person befand sich nicht direkte Kontaktperson in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle mit Wohnsitz im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 4.605 (Meldestand RKI: 16. März, 00.00 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 113,3 (Stand: 16. März, 0.00 Uhr).

Von den insgesamt 4.605 COVID-19-Fällen sind mittlerweile 4.364 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 145 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis, davon 36 in Einrichtungen im Landkreis Berchtesgadener Land (dazu zählen Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten und Schulen).

Bei allen positiv getesteten COVID-19-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 470 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 15 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden 4 Patienten intensivmedizinisch betreut. Hinweis: Einige dieser Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten BGL-COVID-19-Fälle.

Notbremse tritt ab Donnerstag in Kraft

Gemäß des vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten 7-Tage-Inzidenzwertes liegt das Berchtesgadener Land am heutigen Dienstag, 16. März 2021, den dritten Tag in Folge über dem Grenzwert von 100. Ab Donnerstag tritt damit die sogenannte „Notbremse“ in Kraft.

>>>Alle Details zur Corona-Notbremse im Berchtesgadener Land hier nachlesen<<<

Update, 13.39 Uhr - Kreis Mühldorf meldet sechs neue Coronafälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 15. März sechs neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 16. März 2021, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 204 aktive FälleDie 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 16. März 2021, 3.42 Uhr) bei 94,9.

Pressekonferenz im Livestream:

Update, 12.41 Uhr - Holetschek fordert deutliches Signal von EMA

Gesundheitsminister Klaus Holetschek fordert im Zusammenhang mit AstraZeneca ein deutliches Signal von der EMA. „Wir brauchen eine klare und schnelle Entscheidung wie es weitergeht“. Man müsse „Schaden und Nutzen“ genau abwägen. Dennoch sei es das Ziel, speziell in Grenzgebieten die Hausärzte bei der Impfstrategie mit einzubeziehen.

Update, 12.31 Uhr - Piazolo: „Lassen Sie ihre Kinder an den Tests teilnehmen“

In den beiden Wochen vor Ostern werden an den Schulen die Selbsttest eingeführt. Ziel seien zwei Tests pro Lehrer und Schüler pro Woche, erläuterte Piazolo. Die Test sollen von den Schülern selbstständig mit Hilfestellungen der Lehrkräften in den Schulen durchgeführt werden. Hier gebe es auch Erklärvideos, welche die Schüler zusammen mit den Eltern zuvor anschauen sollten.
Der Kultusminister fordert die Eltern dazu auf: „Lassen Sie ihre Kinder an den Tests teilnehmen“. Nur so könne man die Schule zu einem sicheren Ort machen und auf lange Sicht planen. Man wolle auch prüfen, inwieweit eine Testpflicht möglich sei.

Update, 12.26 Uhr - Söder fordert Corona-Test bei Mallorca-Rückkehrern

„Richtig optimistisch, in Richtung Hotelöffnungen, bin ich nicht“, sagte Söder in Bezug auf einen möglichen Osterurlaub. Auch die Möglichkeit jetzt wieder nach Mallorca reisen zu können, sieht Söder mehr als kritisch. Er fordert vom Bund, dass zumindest ein negativer Test bei der Rückkehr zur Pflicht wird. 

„Wir sind keine Lockdown-Fetischisten, sondern eine besorgte Regierung. Wir sehen nicht nur schwarz und weiß“, so Söder. Man wolle den Kurs „Vorsicht und Umsicht“ weiterfahren. Zum Abschluss bedankte sich Söder bei den Bürgern, die weiterhin im Kampf gegen die Pandemie mit vielen Schwierigkeiten zu recht kommen müssen.

Update, 12.21 Uhr - Söder spricht von möglicher Testpflicht für Schüler

Beim Thema Schule wird sich vorerst nichts ändern. Bis zu den Osterferien bleiben die bestehenden Regelungen in Kraft. Erst nach Ostern könnte es möglich sein, Schulen bzw. einzelne Klassen auch in Gebieten mit einer Inzidenz über 100 in den Präsenzunterricht zu schicken. Dabei müsste das Testangebot allerdings ausgeweitet werden. Söder sprach von einer möglichen Testpflicht in Corona-Hotspots. Aktuell würden sich nur sechs bis neun Prozent der Schüler testen lassen. Dafür müsse aber auch ein Angebot bereitstehen.

Update, 12.16 Uhr - So soll die Impfstrategie in Bayern weitergehen

Es gebe keinen Ansatz, die Inzidenz-Strategie zu ändern. Bayern will weiterhin an der an den Inzidenzen gekoppelte Öffnungsstrategie festhalten. Vor allem die „Notbremse“ bei einem Wert von 100 sei das „einzige sinnvolle Instrument“

Die Aussetzung des AstraZeneca-Impfstoffs beurteilte Söder als bitter. Man müsse jetzt abwarten, ob das Präparat irgendwann wieder einsetzbar sei - vielleicht auch mit Einschränkungen. Erst wenn diese Frage geklärt sei, könne man weiter über die Impfstrategie sprechen.

Söder möchte auch unbedingt die Impfbürokratie überarbeiten. Bayern sei zwar auf einen guten Weg, aber der Freistaat müsse sich beim Impfthema weiterentwickeln. Söder will ein flexibleres Impfsystem integrieren. Es gehe darum, Mortalität zu bekämpfen und Mobilität zu ermöglichen.

Update, 12.08 Uhr - Söder: „Hohe Inzidenzen fräsen sich von Ost nach West ins Land“

Das bayerische Kabinett hat seine wöchentliche Sitzung abgehalten. Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo informieren über die Ergebnisse. Im Mittelpunkt stand vor allem die Impfstrategie und die vorübergehende Aussetzung des Präparats von AstraZeneca.

Markus Söder betonte zu Beginn der Pressekonferenz, dass die Lage „eindeutig schlechter“ werde. Von einer Entspannung könne keine Rede mehr sein. Bereits heute würden Intensivmediziner vor einer erneuten Überbelastung der Krankenhäuser warnen. Söder spricht von einem diffusen Infektionsgeschehen über alle Altersgruppen hinweg. Neben den hohen Inzidenzen, „die sich von Ost nach West durchs Land fräsen“, sieht Söder auch ein Problem bei dem steigenden R-Wert. Dieser liegt aktuell bei 1,3. Mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag betont Söder, dass weiterhin der Kurs von Umsicht und Vorsicht zu fahren sein wird. „Aufmachen wäre Blindflug mit hohem Gefahrenpotential.“

Update, 11.45 Uhr - Vor Bund-Länder-Gipfel: Lockdown wird wohl verlängert

Wie das Magazin „Focus“ berichtet, erwägen Bund und Länder, die geplanten Öffnungsschritte bundesweit auszusetzen. Diese waren ab dem 22. März angedacht gewesen. Bei einer Inzidenz von 50 hätten ab diesem Datum Außenbereiche von Restaurants öffnen dürfen. Auch Theater, Konzerte und andere bis dato geschlossene Einrichtungen hätten wieder öffnen können. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 sollten diese Lockerungen ebenfalls erlaubt sein, wenn Kunden oder Gäste vorher einen negativen Schnelltest vorlegen bzw. einen Termin machen, so das Magazin weiter. Zuerst hatte der „Business Insider“ mit Berufung auf Informationen aus Regierungskreisen über diese Überlegungen berichtet.

Der Bund-Länder findet kommenden Montag (22. März) statt. Ob die geplanten Lockerungen umgesetzt werden, hängt wohl auch vom Thema Impfen ab. Stattdessen soll der bislang bis 28. März verlängerte Lockdown abermals weitergehen, womöglich erneut für vier Wochen, heißt es.

Update, 11.24 Uhr - Von der Leyen: Biontech liefert 10 Millionen Dosen früher an die EU

Die Europäische Union kann vom Hersteller Biontech/Pfizer kurzfristig im zweiten Quartal weitere 10 Millionen Dosen Corona-Impfstoff bekommen. Damit seien allein von diesem Hersteller für die Zeit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen für die 27 EU-Staaten zu erwarten, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit.

„Ich weiß, wie wichtig das zweite Quartal für die Impfstrategien der Mitgliedstaaten ist“, erklärte von der Leyen. „Diese vorgezogenen 10 Millionen Dosen werden die Gesamtzahl der Dosen von Biontech/Pfizer auf mehr als 200 Millionen bringen. Das ist eine gute Nachricht. Es gibt den Mitgliedsstaaten Spielraum, um mögliche Lücken bei den Lieferungen zu stopfen.“

Die EU-Staaten müssen nun noch zustimmen, dass die Option gezogen wird. Auch über die Verteilung der zusätzlichen Menge müssen sie sich einigen.

Update, 11 Uhr - Landkreis Altötting meldet 18 neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 18 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 4236 Personen (Stand: 15. März, 16 Uhr). Aktuell gibt es im Landkreis 231 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burgkirchen (38), Altötting (34) und Burghausen (28). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 107,6.

Update, 10.38 Uhr - Holetschek fordert rasche Entscheidung zu Astrazeneca

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) fordert eine rasche Entscheidung und eine bessere Kommunikation beim Impfstoff von Astrazeneca. Er erhoffe sich eine sehr schnelle und klare Darstellung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) am Donnerstag, sagte Holetschek am Dienstag dem Radiosender Bayern 2. „Und auch wenn wir dann beim Ergebnis sind, müssen wir wieder Vertrauen aufbauen“, sagte der Politiker.

Bei dem Impfstoff habe es von Anfang an Verunsicherung gegeben, und die Kommunikation sei nicht optimal gewesen, betonte Holetschek. „Deswegen ist es jetzt wichtig, klare Botschaften zu senden und der Donnerstag muss auch da Klarheit bringen.“ Es müsse deutlich gesagt werden, wie es jetzt weitergehe. Der EMA-Sicherheitsausschuss will am Donnerstag eine entsprechende Entscheidung fällen.

Sollte das Präparat des Herstellers Astrazeneca weiter geimpft werden dürfen, sollte über die Aufhebung der Priorisierung gesprochen werden, sagte Holetschek. „Und dann muss der Impfstoff jedem zur Verfügung stehen, der sich impfen lassen will.“ Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich für eine Lockerung der Impfreihenfolge ausgesprochen.
Andernfalls blieben noch die anderen Impfstoffe, mit denen dann möglichst schnell weitergeimpft werden sollte, sagte Holetschek. „Aber ich bin da noch nicht so pessimistisch, dass es da nicht eine Entscheidung gibt, dass Astrazeneca weitergeht.“

Update, 10.01 Uhr - Nach Kabinettssitzung: Söder-PK um 12 Uhr live

Seit 9 Uhr läuft erneut die wöchentliche Kabinettssitzung statt. Themen werden neben der aktuellen Corona-Lage in Bayern wohl die Impfstrategie im Freistaat und das weitere Vorgehen in Sachen Schulunterricht sein.
Im Anschluss an die Sitzung ist eine Pressekonferenz angesetzt. Um 12 Uhr wollen Ministerpräsident Markus Söder, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Kultusminister Michael Piazolo über die Ergebnisse der Beratungen informieren.

rosenheim24.de berichtet von der PK um 12 Uhr wie gewohnt live.

Update, 9.32 Uhr - Regierungssprecher: Impfgipfel wird verschoben

Der für Mittwochabend geplante Impfgipfel von Bund und Ländern wird nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca verschoben. Das teilte ein Regierungssprecher am Dienstag in Berlin mit. Die Telefonkonferenz zum Thema der Impfkampagne und der Einbeziehung der Hausärzte werde verschoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde zum Astrazeneca-Impfstoff vorliege.

Bei dem Impfgipfel am Mittwoch wollten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder eigentlich über das weitere Vorgehen in der Impfstrategie beraten. Konkret sollte es dabei auch um die Frage gehen, wie die Hausärzte in Deutschland flächendeckend in den Impfabläufen berücksichtigt werden könnten. In den Praxen sollte dabei insbesondere der Impfstoff von Astrazeneca zum Einsatz kommen, da dieser dort auch gelagert werden kann.

Update, 9.09 Uhr - „Notbremse“ in Kreisen Traunstein und Berchtesgadener Land

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. In den Kreisen Traunstein (von 133,7 auf 128,6) und Berchtesgadener Land (von 128,4 auf 113,3) übersteigt heute den dritten Tag in Folge die Inzidenzgrenze von 100. Damit tritt hier die Notbremse in Kraft, sobald die Landratsämter eine entsprechende Allgemeinverfügung herausgibt.

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 16. März).

Dagegen rutschte die Inzidenz im Kreis Mühldorf erstmals seit sieben Tagen wieder unter die Grenze von 100. Sollte dies noch zwei weitere Tage der Fall sein, kann die Notbremse wieder aufgehoben werden. Die Inzidenz im Kreis Altötting blieb stabil bei 107,6. Sowohl die Inzidenz in der Stadt Rosenheim (von 206,1 auf 204,6) als auch im Landkreis Rosenheim (von 86,1 auf 83,8) sank.

In der Region wurden laut RKI zwei weitere Todesfälle gemeldet. Demnach ist je eine Person im Kreis Altötting und im Kreis Rosenheim verstorben. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort des Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 8.23 Uhr - RKI registriert 5480 Corona-Neuinfektionen und 238 Todesfälle

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist mit 5480 dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge binnen einer Woche um mehr als 1000 gestiegen. Am Dienstag vor genau einer Woche wurden 4252 Neuinfektionen gemeldet und somit 1228 weniger. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 238 weitere Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 83,7 - und damit höher als am Vortag (82,9). Vor etwa vier Wochen, am 16. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 59 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.581.329 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.374.200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 73.656.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,15 (Vortag 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 115 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Update, 8.03 Uhr - Ein Jahr nach Corona-Rückholaktion noch Tausende Rechnungen offen

Ein Jahr nach Beginn der größten Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik hat die Bundesregierung mit 17,9 Millionen Euro erst ein Fünftel der Gesamtkosten von den Passagieren abkassiert. Ziel ist es, sich etwa das Doppelte von den 67.000 wegen der Corona-Krise gestrandeten Deutschen und EU-Bürgern zurückzuholen, die von der Regierung nach Hause gebracht wurden. Etwa 21.000 Rechnungen wurden aber noch gar nicht verschickt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Auswärtigen Amt erfuhr. Begründet wird das mit dem großen bürokratischen Aufwand und den erschwerten Arbeitsbedingungen wegen der Corona-Pandemie.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Aktion am 17. März 2020 - an diesem Mittwoch vor genau einem Jahr - zusammen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften gestartet, nachdem viele Länder kurzfristig Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt hatten. Insgesamt wurden etwa 240.000 Reisende zurückgebracht. Die Reiseveranstalter flogen die Touristen, die bei ihnen gebucht hatten, selbst kostenlos aus.

Update, 7.08 Uhr - RKI-Zahlen liegen noch nicht vor

Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den neuen Corona-Infektionen liegen noch nicht vor. Das Dashboard des RKI wird derzeit aktualisiert. Es ist nicht bekannt, wann die Aktualisierung beendet sein wird. Wir reichen die Zahlen nach, sobald der aktuelle Stand vorliegt.

Warten auf die EMA: Impfgipfel soll voraussichtlich verschoben werden

Nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca soll die für Mittwochabend geplante Bund/Länder-Beratung zur weiteren Impfstrategie voraussichtlich verschoben werden. Es sei davon auszugehen, dass die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA am Donnerstag zum weiteren Vorgehen bei dem Impfstoff abgewartet werde, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montagabend aus mit den Vorgängen befassten Kreisen.

Bei der Telefonkonferenz von Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder sollte es auch um die Frage gehen, wie die Hausärzte flächendeckend in den Impfabläufen berücksichtigt werden können. In den Praxen sollte dabei insbesondere der Impfstoff von Astrazeneca zum Einsatz kommen, da dieser dort auch gelagert werden kann, weil er nicht so stark gekühlt werden muss wie die Impfstoffe von Biontech und Moderna.

Doch am Montagnachmittag hatte das Bundesgesundheitsministerium überraschend mitgeteilt, dass auch Deutschland die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca vorerst aussetzt. Vorausgegangen waren Meldungen von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Präparat. Den Angaben zufolge handelt es sich um einen vorsorglichen Schritt, dem eine entsprechende Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vorausging.

Von den sieben in Deutschland aufgetretenen Fällen mit Thrombosen (Blutgerinnseln) der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung verliefen drei tödlich, wie Institutspräsident Klaus Cichutek in den ARD-“Tagesthemen“ sagte. Bisher wurde das Astrazeneca-Präparat in Deutschland über 1,6 Millionen Mal geimpft. „Wir haben aufgrund von neuen Untersuchungen, aber auch neuen Meldungen, eine neue Lage“, sagte Cichutek. Mit Blick auf Großbritannien, wo solche Fälle in dem Maß noch nicht bekannt wurden, erklärte er, der Fokus sei bisher auch nicht speziell darauf gerichtet gewesen. „Ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger wollen sich darauf verlassen, dass die Impfstoffe, die wir anbieten, sicher sind und wirksam sind.“ Zu den Auswirkungen auf die deutsche Impfkampagne sagte er: „Wenn es ein bisschen länger dauert, ist das ok.“

CSU-Chef Markus Söder glaubt nach eigenen Worten nicht, dass die Astrazeneca-Impfungen generell ausgesetzt bleiben. Es würden nach der Prüfung der Vorfälle noch viele Gruppen damit geimpft werden können, prophezeite Söder in der ARD. „Ich würde mich auch sofort hinstellen.“ Er riet, die Zweitimpfung weiter hinauszuschieben, die Ärzte frühzeitig in die Impfkampagne einzubinden und die festgelegte Impfreihenfolge zu lockern.

Die EMA hält auch weiter daran fest, dass die Impfungen fortgesetzt werden könnten. Die Prüfung der Fälle werde aber fortgesetzt, erklärte sie am Montagabend in Amsterdam, ihr Sicherheitsausschuss entscheide am Donnerstag.

mh/dpa

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