News-Ticker zur Corona-Pandemie

Entwurf für Positionspapier durchgesickert - Wird jetzt der Lockdown verschärft?

Coronatest
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag (22. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 228,2, Landkreis Rosenheim 251,4, Landkreis Traunstein 280,3, Landkreis Berchtesgadener Land 172,8, Landkreis Mühldorf 214, Landkreis Altötting 258,3 (Quelle/Stand: RKI, 22. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1559, Landkreis Rosenheim 5820, Traunstein 3721, Berchtesgadener Land 1801, Mühldorf 1951, Altötting 1752 (Quelle/Stand: RKI, 22. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 221, Traunstein 105, Berchtesgadener Land 34, Mühldorf 31, Altötting 59 (Quelle/Stand: RKI, 22 November, 0 Uhr)
  • Mindestens 13.884 Todesfälle in Deutschland (3387 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.deCorona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.41 Uhr - SPD-Positionspapier durchgesickert - Wird jetzt der Lockdown verschärft?

Wie unser Partnerportal merkur.de berichtet, kursiert seit Sonntagabend ein achtseitiger SPD-Entwurf für ein gemeinsames Positionspapier, aus dem hervorgeht, dass die Länder eine Verlängerung des Lockdown lights bis zum 20. Dezember planen. Außerdem sollen die Maßnahmen verschärft werden. Fest steht das alles natürlich noch nicht, zeigt aber die Richtung auf, in der die Gespräche der kommenden Woche gehen könnten.

Update, 19.14 Uhr - Polizei zieht Fazit nach Demo

Die Polizei zog nach der Querdenken-Demo im Rosenheimer Mangfallpark am Sonntag ein weitgehend positives Fazit. Es sei nur zu sehr wenigen Verstößen gekommen, berichtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in einer Pressemeldung. Heraus stach dabei vor allem eine Gruppe, die mit aufgenähten Davidsternen mit der Aufschrift „Massentest“ zur Demonstration erschienen. Diese wurden von den Beamten von der Versammlung ausgeschlossen. Polizeipräsident Robert Kopp äußerte sich dazu: „Diese absolut deplatzierte Provokation verleugnet die damaligen Opfer. Ich danke dem Einsatzleiter und den eingesetzten Polizeibeamten, die diesen unerträglichen Tabubruch konsequent unterbunden und die Personen sofort von der Teilnahme an der öffentlichen Versammlung ausgeschlossen haben.“

Update, 18.33 Uhr - Aktuelle Zahlen aus der Region

Im Landkreis Altötting wurden am Samstag 39 Neuinfektionen gemeldet. Insgesamt sind dort seit Beginn der Pandemie 1.773 Personen an Corona erkrankt. Die aktuelle 7-Tages-Inzidenz beträgt 259,1.

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gab es an einem Tag 90 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 22. November, 8 Uhr). 37 weitere Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft in Mettenheim wurden positiv getestet. Dies ergab die Reihentestung aller aktuell 71 Bewohnerinnen und Bewohner durch das Gesundheitsamt, nachdem dort wie bereits veröffentlicht drei positive Fälle aufgetreten waren.

Die Einrichtung befindet sich weiterhin unter Quarantäne. Die Regierung von Oberbayern organisiert derzeit die Verlegung der negativ getesteten Bewohnerinnen und Bewohner in eine separate Unterkunft. Die in diesem Zusammenhang betroffenen Kindergärten bzw. Schulen werden derzeit ermittelt und entsprechend informiert.

Darüber hinaus befindet sich unter den heute neu vermeldeten Fällen auch jeweils ein Schüler an der Fachakademie für Sozialpädagogik, am Ruperti-Gymnasium sowie an der Mittelschule Mühldorf. Die entsprechenden Klassen befinden sich in Quarantäne. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 394 aktive Fälle, davon werden 28 Personen stationär behandelt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 233,0.

Update, 15.30 Uhr - „Querdenken“-Demo in Rosenheim

Das Bündnis „Querdenken 8031“ veranstaltet am Sonntag, den 22. November, im Mangfallpark eine Demonstration gegen die aktuelle Corona-Politik. Dort hagelt es Kritik an Berlin und München, Impfungen und Masken.

Update, 13.40 Uhr - Corona-Massentest in Südtirol: Einige tausend Infizierte gefunden

Bei einem dreitägigen Corona-Massentest in der norditalienischen Provinz Südtirol haben einige tausend Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis Sonntagvormittag hatten in der kleinen Alpen-Provinz fast 270 000 Bürger und Bürgerinnen einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Wie die Behörden im Internet mitteilten, erhielten bis 10 Uhr insgesamt 2626 Teilnehmer (1 Prozent) ein positives Corona-Resultat. Die zentrale Phase der freiwilligen Reihenuntersuchung lief bis Sonntagabend.

Danach war geplant, dass die Südtiroler noch für weitere 72 Stunden bei Ärzten und an einigen anderen Orten an der Aktion teilnehmen können. Die Landesregierung will damit die zweite Corona-Welle schneller brechen: Virusträger, die nichts von ihrer Infektion ahnen, sollen entdeckt werden. Sie gelten als gefährliche Ansteckungsquelle. In der Provinz Bozen-Südtirol, über die ein Teil-Lockdown verhängt ist, leben gut eine halbe Million Menschen. Die Behörden wollten mit «Südtirol testet» etwa 350 000 Menschen erreichen.

Der Erfolg eines Massentests hängt nach Einschätzung von Experten stark von einer hohen Teilnahmequote ab. Kritiker bemängelten, dass die Resultate von Antigen-Schnelltests nicht verlässlich genug seien. Eine Übernahme der Massentests für Deutschland hält Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, für ungeeignetes «Strohfeuer». «Denn Infektionsgrundschutz, Kontaktdokumentation und laborgestützte PCR-Test können so nicht ersetzt werden», erläuterte er der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Es bestehe vielmehr die Gefahr, dass infizierte Menschen sich wegen eines negativen Tests in Scheinsicherheit wiegen würden.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher räumte ein, der Massentest sei «kein Allheilmittel und auch nicht die Lösung des Problems». Aber die Aktion könne helfen, «den Lockdown zu verkürzen».

Update, 11.40 Uhr - Top-Virologe Kekulé: „Ende des nächsten Jahres ist der Spuk vorbei“

Neben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) werden weitere Stimmen laut, die eine Verlängerung und Vertiefung des Lockdowns fordern. In die gleiche Kerbe schlägt auch Top-Virologe Prof. Alexander Kekulé von der Universität Halle. Beim Redaktionsbesuch beim Münchner Merkur und den OVB-Heimatzeitungen äußerte er sich diesbezüglich klar: „Die aktuellen Beschränkungen reichen nicht – wir brauchen mehr.“

Der Teil-Lockdown habe zwar eine Wirkung, aber das Niveau der Neuinfektionen sei nach wie vor „viel zu hoch für eine Nachverfolgung“. Dennoch sieht er auch Licht am Ende des Tunnels: „Ich hoffe, dass Ende des nächsten Jahres der Corona-Spuk vorbei ist – wenn das mit den Impfungen alles gut klappt“, sagt Kekulé den OVB-Heimatzeitungen.

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Update, 09.51 Uhr - Söder für Verlängerung des Teil-Lockdowns

Spitzenpolitiker von SPD und CSU fordern vor den anstehenden Bund-Länder-Beratungen, den derzeitigen Teil-Lockdown im Dezember zu verlängern. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte der «Bild am Sonntag» («BamS»): «Alles spricht dafür, dass die aktuellen Beschränkungen über den 30. November hinaus noch eine Zeit lang fortgesetzt werden müssen.» Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte dem Blatt: «Um ein schönes Weihnachten verbringen zu können, müssen wir den Lockdown verlängern und sicher auch vertiefen.» Der CSU-Chef fügte hinzu: «Auf jeden Fall zwei oder besser drei Wochen. Mindestens so lange, bis wir wieder den Inzidenzwert von 50 erreicht haben.»

Gemeint sind 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Dieser Wert war bereits bei Erlass der verschärften Beschränkungen Anfang November als Zielmarke genannt worden, denn dann wird angenommen, dass das Gesundheitssystem nicht dauerhaft überlastet wird. Derzeit liegt der Wert bei rund 140. Bund und Länder beraten am Mittwoch über das weitere Vorgehen.

Söder sagte: «Wenn wir jetzt auf diesem hohen Niveau der Infektionszahlen den Lockdown abbrechen und die Geduld verlieren, dann geht alles wieder von vorne los und wir landen am Ende bei noch härteren Maßnahmen als jetzt in Tschechien oder Österreich.» Und: «Lieber jetzt einen längeren Lockdown als eine komplette Ausgangsbeschränkung über Weihnachten.»

Zu Weihnachten möchte er zumindest Familienfeiern zulassen: Weihnachten solle «freier» sein, «dafür Silvester wieder konsequenter», erklärte er. Auch die SPD-regierten Länder wollen Lockerungen für die Festtage, damit sich enge Freunde und Familien sehen dürfen, wie die «BamS» weiter berichtet. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte der Zeitung: «Weihnachten und Silvester sollen die Menschen ihre Liebsten treffen können.»

Für Silvester wünscht sich Söder ein Böller- oder Alkoholverbot auf größeren Plätzen. «Ein generelles Böllerverbot braucht es aber nicht.» Zugleich warnte er vor Urlaubsreisen über den Jahreswechsel.

Update, 08.05 Uhr - Polizei beendet Party im Salingarten

Pressemitteilung im Wortlaut:

Auf mehrere Personen traf die Rosenheimer Polizei im Salingarten. Sie feierten dort eine regelrechte Party, mit reichlich Alkohol. Die sieben Leute, 3 Frauen im Alter zwischen 18- und 47 Jahren aus Rosenheim bzw. Schechen sowie 4 Männer im Alter zwischen 55- und 17 Jahre, alle aus dem Stadtgebiet, wurden von den Beamten angesprochen. Sie meinten, eine kleine Feier abhalten zu wollen und sich eben den Salingarten als Partyörtlichkeit ausgesucht zu haben.

Die Beamten beendeten die Feierlichkeit und sprachen allen Personen einen Platzverweis aus. Der Konsum von Alkohol ist aufgrund der Stadtsatzung im Salingarten verboten. Die Vorgaben des Infektionsschutzes wurden ebenfalls nicht eingehalten, da alle Angetroffenen aus unterschiedlichen Hausständen stammen und die Abstände teils nicht eingehalten wurden. Gegen die Personen wurde deshalb ein Bußgeldverfahren eingeleitet. 

Pressemitteilung der Polizeiinspektion Rosenheim

Update, 22. November, 8 Uhr - 15 741 Fälle: Corona-Neuinfektionen etwas unter Vorwochenstand

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) mit 15 741 neuen Corona-Infektionen binnen 24 Stunden vergleichsweise wenig Fälle gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche sind das 1206 Infektionen weniger, wie aus RKI-Daten von Sonntagmorgen hervorgeht. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 16 947 gelegen. Der Höchststand war am Freitag mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen im Oktober und Anfang November stark gestiegen war, war der Wert zuletzt vergleichsweise stabil. Einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen gibt es aber bislang nicht, obwohl seit Anfang November ein Teil-Lockdown in Deutschland gilt.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 918 269 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 22.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Sonntag um 138 auf insgesamt 14 022. Das RKI schätzt, dass rund 603 800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,07 (Vortag: 1,05). Das bedeutet, dass im Durchschnitt jede Person, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, ungefähr eine weitere Person ansteckt. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

dp/jv/dpa

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