News-Ticker zur Corona-Pandemie

„Große Enttäuschung“: Deutscher Hotel- und Gaststättenverband prüft rechtliche Schritte gegen Lockdown

Merkel
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (Symbolbild)

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Mittwoch (28. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bundesweiter Corona-Lockdown ab 2. November: Die Regeln und Maßnahmen im Detail
  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 254,9, Landkreis Rosenheim 169,9, Landkreis Traunstein 124,1, Landkreis Berchtesgadener Land 270,0, Landkreis Mühldorf 151,0, Landkreis Altötting 59,2 (Quelle/Stand: RKI, 28. Oktober, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1001, Landkreis Rosenheim 3399, Traunstein 1817, Berchtesgadener Land 1107, Mühldorf 1023, Altötting 850 (Quelle/Stand: RKI, 28. Oktober, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 204, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 26, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 28. Oktober, 0 Uhr)
  • Mindestens 10.183 Todesfälle in Deutschland (2772 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.10 Uhr - Dehoga prüft rechtliche Schritte gegen Lockdown

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) prüft rechtliche Schritte gegen den Beschluss von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das kündigte Sachsen-Anhalts Dehoga-Chef Michael Schmidt am Mittwochabend im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur an.

„Es ist eine große Enttäuschung, das ist wirklich dramatisch für uns“, sagte Schmidt. „Wir sind nicht der Treiber der Pandemie.“ Klagen könnten nur die Gastronomen selbst. Die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges sagte am Abend in der ARD, es hätten sich schon Mitglieder gemeldet, die klagen wollten.

Zuvor hatten sich die 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung auf einen befristeten Teil-Lockdown verständigt. Der sieht unter anderem vor, dass Restaurants im November wie schon im Frühjahr nur noch Speisen außer Haus verkaufen dürfen.

Hotels dürfen außerdem nur noch Geschäftsreisende beherbergen. Die Regelungen sollen am Montag in Kraft treten und zunächst bis Ende November gelten. Die betroffenen Betriebe sollen vom Bund entschädigt werden und bis zu 75 Prozent ihres Umsatzes aus dem November 2019 erstattet bekommen.

Auch das stimmt Dehoga-Landeschef Schmidt nur mäßig optimistisch. „Die Soforthilfen im Frühling kamen am Ende auch deutlich später an, als ursprünglich gedacht.“ Bei den neuen Hilfen komme es auf jeden Tag an. Bei den Mitgliedern seines Verbandes würden nun die Existenzängste aus dem Frühling wiederkommen.

Update, 19.59 Uhr - Diese Corona-Regeln und Maßnahmen gelten ab 2. November

Angela Merkel hat nach stundenlanger Beratung mit den Ministerpräsidenten am 28. Oktober harte Maßnahmen für die Bekämpfung der Corona-Pandemie beschlossen. Die Bundesrepublik geht am 2. November zurück in einen Lockdown. Was dann erlaubt und was verboten ist, könnt Ihr hier nachlesen:

Diese Corona-Regeln und Maßnahmen gelten ab 2. November in Deutschland und der Region

Update, 17.36 Uhr - Pressekonferenz von Angela Merkel zu den neuen Corona-Maßnahmen

Angela Merkel ist gegen 17.30 Uhr vor die Kameras getreten, um die neuen Corona-Maßnahmen zu verkünden. Es werden harte Einschnitte erwartet. Die Gesundheitsämter seien nicht mehr in der Lage, die Kontakte bei den zahlreichen Corona-Infektionen nachzuverfolgen. „Wir müssen die Kontakte wieder reduzieren“, so Merkel. Es sei eine harte Kraftanstrengung im November nötig, so die Bundeskanzlerin.

Die Kanzlerin kündigt harte Maßnahmen an: Ab 2. November dürfen sich nur noch zwei Haushalte treffen, maximal zehn Personen. Private Reisen und Besuche sollen vermieden werden, wenn sie nicht absolut notwendig sind.

Die Freizeitgestaltung wird massiv eingeschränkt. Alle Veranstaltungen, die zur Unterhaltung dienen, werden untersagt. Die Gastronomie muss komplett schließen, es sind nur noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen erlaubt. Die Geschäfte werden aber offen bleiben. Heimarbeit soll - wo immer möglich - stattfinden.

Schulen und Kitas werden auch geöffnet bleiben. „Wir müssen aus dem exponentiellen Wachstum raus“, so Angela Merkel. Der Lockdown soll vorerst für vier Wochen in Kraft treten. In zwei Wochen sollen die Maßnahmen evaluiert werden, so Markus Söder auf der Pressekonferenz.

„Wir wollen keine Panik oder Endzeitstimmung verbreiten“, so der bayerische Ministerpräsident. Trotzdem sei es ein schwerer Tag für die Bevölkerung, so Söder.

„Wir sind nicht in der gleichen Situation wie im März“, antwortete die Bundeskanzlerin auf die Frage, warum Gottesdienste von den Beschränkungen nicht betroffen sind. Markus Söder rechtfertigte die Ausnahme mit dem Schutz der Religion in der Verfassung.

Warum die Politik erst jetzt handele rechtfertigte die Kanzlerin damit, dass vor zwei Wochen die politische Akzeptanz einfach nicht vorhanden gewsen sei. „Das ist Politik“, so die Kanzlerin. „Wir sind auf die Akzeptanz der Bevölkerung angewiesen“.

Die Bundeskanzlerin stellte auf Nachfrage noch einmal klar, dass die getroffenen Beschlüsse bundesweit gelten und nicht von den Ländern verschieden interpretiert oder gehandhabt werden.

Insgesamt werden für den Monat November zehn Milliarden Euro an Hilfen für die vom Lockdown betroffenen Unternehmen ausgeschüttet. Aber auch Selbstständige sollen von den Hilfsprogramm unterstützt werden.

Update, 17.31 Uhr - Bund plant neue Corona-Nothilfen für Unternehmen

Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch von Teilnehmern der Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie den Ministerpräsidenten der Länder. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.

Update, 17.06 Uhr - Kontakte in Öffentlichkeit drastisch beschränken

Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über diese Einigung berichtet.

Update, 17 Uhr - Die aktuellen Fallzahlen aus den Kreisen Traunstein und Altötting

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 346 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 124,1. Seit der letzten Pressemitteilung am 27. Okotber sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 53 Neuinfektionen eingegangen. Die ermittelten Fälle kommen aus den Kontaktpersonennachverfolgungen bekannter positiver Fälle sowie aus dem privaten, familiären und beruflichen Umfeld. Bei einem Fall handelt es sich um einen Reiserückkehrer aus einem Nicht-Risikogebiet. Ermittlungen und Kontaktaufnahmen werden durch das Gesundheitsamt Traunstein durchgeführt. Es liegen somit insgesamt 1860 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1426 Personen (fünf Personen mehr seit der Meldung vom 27. Oktober).

Im Landkreis Altötting sind 30 Neuinfektionen zu verzeichnen. Damit steigt die Anzahl der insgesamt Infizierten auf 880.

Update, 16.34 Uhr - Groß- und Einzelhandel bleiben offen

Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.

Update, 16.13 Uhr - Bund und Länder wollen Gastronomiebetriebe vorübergehend schließen

Bund und Länder wollen zur Eindämmung der Corona-Pandemie Gastronomiebetriebe vom 2. November für den restlichen Monat schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Zuerst hatte die Funke Mediengruppe darüber berichtet. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Update, 15.56 - Profisport nur noch ohne Zuschauer

Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zulassen. Das gilt auch für die Fußballbundesliga. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den virtuellen Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Update, 15.52 Uhr - Bund und Länder wollen Freizeiteinrichtungen weitgehend schließen

Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.

Update, 15.34 Uhr - 7-Tage-Inzidenzwert im Berchtesgadener Land steigt wieder über 300

Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt nach Berechnungen des Gesundheitsamts aktuell auf 323,8. Wichtiger Hinweis: Auf der Internetseite des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt es in der kartografischen Darstellung des 7-Tage-Inzidenzwertes für das Berchtesgadener Land weiterhin technische Probleme. Der dort veröffentlichte Wert von 269,99 ist somit nicht tagesaktuell.

Seit der gestrigen Meldung wurden zwei weitere Corona-Todesfälle gemeldet. Dabei handelt es sich um einen Mann und eine Frau im Alter von jeweils 86 Jahren. Bei dem Todesfall vom vergangenen Sonntag handelt es sich um einen 87-jährigen Mann.

Von den insgesamt 1.151 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 695 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 429 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.

Landrat Bernhard Kern: „Mein eindringlicher Appell an alle Bürgerinnen und Bürger im Landkreis: Halten Sie, halten wir weiter durch! Halten Sie sich unbedingt an die Abstandsregeln, tragen Sie eine Maske – wenn immer es notwendig ist - und halten Sie sich an die Hygienevorschriften. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir es schaffen, dass die Zahlen wieder auf ein normales Maß sinken und wir wie geplant am 3. November die KiGas und KiTas und ab 9. November die Schulen mit einem entsprechenden Hygienekonzept wieder öffnen können.“

Am gestrigen Dienstag und heutigen Mittwoch ist zudem das Corona-Testzentrum in Bayerisch Gmain von 12 bis 20 Uhr geöffnet. „Mein ausdrücklicher Dank gilt allen Beteiligten, die es schnell und unbürokratisch möglich gemacht haben, die Öffnungszeiten für eine Testung um zwei Stunden zu verlängern.“

Neben dem diffusen Ausbruchsgeschehen (derzeit 429 Corona-Positive) über den gesamten Landkreis verteilt gibt es punktuell ein besonders hohes Aufkommen unterschiedlichen Ausmaßes in verschiedenen Einrichtungen im Landkreis. Besonders betroffen sind das Altenheim „Bürgerheim“ in Berchtesgaden und das Haus Hohenfried in Bayerisch Gmain, in minderem Maße betroffen sind das AWO Zentrum in Freilassing und die Insula in Bischofswiesen. Insgesamt 55 Personen (Bewohner und Personal) wurden Corona-positiv getestet. Alle Personen wurden isoliert

Update, 14.41 Uhr - Bund und Länder: Beginn von Kontaktbeschränkungen am 2. November

Bund und Länder wollen die drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen mit massiven Kontaktbeschränkungen über den November hinweg in den Griff bekommen. Deutschlandweit sollen die Maßnahmen bereits vom 2. und nicht wie ursprünglich in der Beschlussvorlage des Bundes vorgesehen vom 4. November an in Kraft treten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus den Video-Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder.

Nach zwei Wochen - also etwa um den 11. November - wollen die Kanzlerin und die Regierungschef erneut beraten, die durch die Maßnahmen erreichten Ziele bewerten und notwendige Anpassungen vornehmen.

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier wollen demnach Firmen, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind, 75 Prozent der November-Umsätze 2019 als aktuelle Kostenbeihilfe erstatten. Die «Bild»-Zeitung hatte zuvor berichtet, bei kleinen Betrieben könnten bis zu 75 Prozent, bei größeren bis zu 70 Prozent der Lücke gestopft werden.

Im Anschluss sollte in der Bund-Länder-Schalte über die konkreten Kontaktbeschränkungen diskutiert und entschieden werden. Bis Weihnachten will man damit die massiv steigenden Infektionszahlen eindämmen. Laut einer Beschlussvorlage des Bundes sollen deutschlandweit Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten und Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen eingeschränkt werden.

Aus Länderkreisen hieß es, in der länderinternen Vorbesprechung sei bereits bei vielen Punkte ein Konsens gefunden worden. Unklar war zunächst, um welche Punkte es sich handelte.

Update, 13.44 Uhr - 230 aktive Fälle im Kreis Mühldorf 

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Dienstag, 27. Oktober 20 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 28. Oktober 2020, 8 Uhr). Davon sind vier Fälle dem Infektionsgeschehen am Putenschlachthof Ampfing zuzuordnen. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. 

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 230 aktive Fälle, davon werden 11 Personen stationär behandelt. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 158,8, so das Landratsamt in einer aktuellen Presseaussendung.

Update, 13.02 Uhr - Eilantrag von Gastronom aus dem Berchtesgadener Land abgelehnt

Insgesamt neun Eilanträge und Klagen zu den derzeit im Landkreis geltenden Ausgangsbeschränkungen sind beim Verwaltungsgericht München eingegangen. Mittlerweile wurde ein weiterer Eilantrag bearbeitet: Das Verwaltungsgericht München hat den Eilantrag eines Gastronomen aus dem Landkreis Berchtesgadener Land abgelehnt.

Das Gericht habe keinen Zweifel an der Notwendigkeit der Untersagung des Gastronomiebetriebs (mit Ausnahme der Abgabe und Lieferung mitnahmefähiger Speisen), lautet die schriftliche Begründung. Aus Sicht des Verwaltungsgerichts sei die Schließung von Gaststätten eine geeignete Maßnahme zur Reduzierung von - nicht unbedingt notwendigen - Kontakten.

BGLand24.de hat zu der Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichts einen Extra-Artikel verfasst.

Update, 12.21 Uhr - Inzidenz über 200: Rosenheim und Augsburg planen keinen Lockdown

In den beiden besonders von der Corona-Pandemie betroffenen bayerischen Städten steigen die Fallzahlen weiter. Trotzdem ist in Rosenheim und in Augsburg nicht mit einem Lockdown zu rechnen. Wie aus den Stadtverwaltungen zu erfahren war, warten die beiden kreisfreien Städte zunächst die Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch ab.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen in Rosenheim am Mittwoch auf 255, am Vortag lag dieser Wert noch bei 217. In Augsburg kletterte der Wert von 218 auf 224 und somit etwas langsamer als zuvor.

Trotz des erneut starken Anstiegs hält die Rosenheimer Stadtverwaltung derzeit einen erneuten Lockdown nicht für nötig. Die Stadt wies darauf hin, dass der entscheidendere Wert für die Festlegung weiterer Maßnahmen die Zahl der freien Intensivbetten sei. Derzeit seien in Rosenheim nur 2 von 40 für Corona-Fälle vorgesehene Klinikbetten belegt, sagte ein Sprecher.

rosenheim24.de hat zur Situation in der Stadt Rosenheim einen Extra-Artikel verfasst.

Update, 11.27 Uhr - 58 von 60 positiven Tests in bayrischem Labor falsch

Ein großes bayerisches Labor hat einem Medienbericht zufolge bei Corona-Tests reihenweise falsch positive Ergebnisse hervorgebracht. Das sei bei Nachprüfungen in einem Krankenhaus im oberbayerischen Taufkirchen/Vils aufgefallen, berichtet unser Partnerportal „Münchner Merkur“ am Mittwoch. Dort hätten sich 58 von 60 positiven Tests als falsch herausgestellt.

Die Geschäftsführerin des Augsburger MVZ-Labors erklärte die Fehler mit der Knappheit an Reagenzien. Das Labor habe wegen des Lieferausfalls eines Herstellers auf ein anderes Nachweismittel zurückgreifen müssen, das offenbar nicht kompatibel gewesen sei. „Aufgrund des hohen Probenaufkommens und des fehlenden Zubehörs war eine Kontrolle positiver Ergebnisse nicht in allen Fällen zeitnah möglich“, zitierte die Zeitung die Geschäftsführerin.

Update, 10.54 Uhr - Klare Mehrheit der Deutschen zufrieden mit Corona-Krisenmanagement

Eine klare Mehrheit der Deutschen ist weiterhin zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur bewerteten 57 Prozent das Regierungshandeln eher positiv. Nur 36 Prozent sagten dagegen, sie seien eher unzufrieden. Sieben Prozent machten keine Angaben.

Allerdings ist die Unterstützung für das Krisenmanagement inzwischen geringer als noch Anfang April während der ersten Corona-Welle, als drastische Einschränkungen des öffentlichen Lebens verordnet wurden. Damals sagten 67 Prozent, sie seien eher zufrieden, und nur 28 Prozent zeigten sich eher unzufrieden.

Am größten ist die Zufriedenheit bei den Anhängern der Grünen (78 Prozent) noch vor den Wählern der Regierungsparteien CDU/CSU (77 Prozent) und SPD (70 Prozent). Auch bei den FDP- (60 Prozent) und Linke-Anhängern (59 Prozent) überwiegt die Zustimmung. Von den AfD-Wählern bewertet dagegen nur jeder Vierte das Krisenmanagement eher positiv.

Update, 9.45 Uhr - 7-Tage-Inzidenzen der Region steigen, Berchtesgadener Land bei 270

Die 7-Tage-Inzidenzen in der Region steigen weiterhin. Einzige Ausnahme: Im Landkreis Mühldorf sank die Inzidenz von 164,8 auf nun 151,0. Kräftig angestiegen sind die Zahlen für die anderen Landkreise und die kreisfreie Stadt Rosenheim. In der Stadt Rosenheim kletterte die Inzidenz von 217,1 auf nun 254,9, im Landkreis Rosenheim auf nun 169,9.

Einen deutlichen Anstieg hat erneut das Berchtesgadener Land zu verzeichnen - hier liegt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz bei 270,0. Laut RKI gab es in den letzten 24 Stunden 106 neue Fälle. Auch im Kreis Altötting stieg die Inzidenz weiter: Hier liegt sie nun bei 59,2. Der Landkreis Traunstein stieg von 113,4 auf nun 124,1.

Corona-Ampel in der Region (RKI: Stand 28. Oktober, 0 Uhr).

Update, 9 Uhr - Rekord bei Neuinfektionen: RKI meldet fast 15.000 neue Fälle

Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen 14.964 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet - das ist ein Rekord seit Beginn der Pandemie. Die Werte sind mit denen aus dem Frühjahr allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl bei 7595 gelegen. Am Samstag war mit 14.714 Neuinfektionen der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland verzeichnet worden.

Die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland wurde auf der Homepage des Robert Koch-Instituts zunächst nicht aktualisiert. Am Dienstag lag sie bei 449.275. Die Zahl der Todesfälle wurde ebenfalls nicht aktualisiert, sie lag mit Stand Dienstag bei 10.098. Die Zahlen der kreisfreien Städte und Landkreise sind aktuell noch nicht aktualisiert.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,17 (Vortag: 1,37). Das bedeutet, dass zehn Infizierte knapp 12 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 1,21. Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 8.17 Uhr - Bushido mit Coronavirus infiziert: „Nehmt die Sache ernst“

Rapper Bushido hat sich mit dem Coronavirus infiziert. „Auch wenn ich alle Vorgaben sehr ernst genommen habe, habe ich heute einen positiven Corona-Test erhalten“, teilte der 42-Jährige am Dienstag auf Instagram mit. Er habe Symptome, schrieb er in einer Story auf seinem Account.

Nehmt die Sache ernst und achtet auf eure Mitmenschen“, so der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt und weiter: „Ich konnte euch Aluhüte noch nie verstehen.“ Damit verwies er wohl auf jene, die die Gefahren des Virus abstreiten und Verschwörungstheorien darüber verbreiten.

Update, 7.26 Uhr - Entscheidung über Oktoberfest 2021 im April

Die Entscheidung über das Oktoberfest 2021 soll im April nächsten Jahres fallen. Das sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Dienstag dem Sender München TV. Er äußerte sich dabei zurückhaltend: Die Wiesn 2021 werde nur stattfinden können, wenn die Corona-Lage weltweit es erlaube.

Das diesjährige Oktoberfest hatte Reiter gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am 21. April abgesagt. Ein Fest in der Größe und mit der Internationalität bedeute in der Corona-Pandemie eine zu hohe Gefahr. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen sonst zum größten Volksfest der Welt und feiern teils dicht gedrängt in den Bierzelten. Wirte, Schausteller und Marktkaufleute bekommen in normalen Jahren im Frühjahr ihre Zulassung für das Volksfest und starten dann in die heiße Planungsphase.

Update, 6.31 Uhr - Das ist Merkels Corona-Plan für November

Der Bund will mit drastischen Kontaktbeschränkungen noch vor Weihnachten die massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in den Griff bekommen. Bundesweit sollen Freizeiteinrichtungen und Gastronomie geschlossen, Unterhaltungsveranstaltungen verboten und Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen eingeschränkt werden. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten an diesem Mittwoch hervor.

Die Maßnahmen sollen ab dem 4. November deutschlandweit in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten. Nach Ablauf von zwei Wochen sollen Kanzlerin und Länderchefs die erreichten Ziele beurteilen und notwendige Anpassungen vornehmen. „Familien und Freunde sollen sich auch unter Corona-Bedingungen in der Weihnachtszeit treffen können. Dazu bedarf es jetzt erneut, wie schon im Frühjahr, einer gemeinsamen Anstrengung“, heißt es in dem Papier. Viele geplante Maßnahmen gleichen den Einschränkungen, die es bereits im Frühjahr während der ersten Corona-Welle gegeben hat.

Die geplanten Maßnahmen im Einzelnen findet Ihr hier.

Vor den Beratungen von Merkel mit den Länderchefs (13 Uhr) wollen sich die Ministerpräsidenten bereits um 10.30 Uhr zu Vorgesprächen zusammenschalten. Am Donnerstag will Angela Merkel dann eine Regierungserklärung abgeben.

Update, 6.21 Uhr - RKI-Zahlen mit Verzögerung

Es scheint ein Problem mit der Datenübermittlung bei den Corona-Neuinfektionen auf dem RKI-Dashboard zu geben. Die bundesweiten Zahlen zu Infektionen, Todesfällen und Genesenen entsprechen den am Dienstagmorgen angezeigten, obwohl der Datenstand mit 28.10., 0.00 Uhr angegeben wird.

Klinik Schongau: 600 Mitarbeiter in Quarantäne

Nach mehreren Dutzend Corona-Fällen im Schongauer Krankenhaus müssen alle 600 Mitarbeiter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Es gebe zudem einen Besuch- und Aufnahmestopp für das Krankenhaus, sagte Kliniksprecherin Susanne Heintzmann am Dienstagabend.

38 Kollegen seien positiv getestet, die restlichen seien negativ und könnten zur Arbeit kommen, um die Patienten weiter zu versorgen. Allerdings müssten sie zuhause bis zum 7. November Quarantäne einhalten, auch gegenüber Familienangehörigen und Freunden.

17 Patienten, die ursprünglich wegen anderer Krankheiten im Krankenhaus Schongau behandelt wurden, sind positiv getestet und werden auf der Isolierstation versorgt. Die Ursache ist unklar. Es kommen sowohl Mitarbeiter als auch Besucher in Frage.

Es gehe darum, das Krankenhaus infektionsfrei zu halten. Derzeit würden rund 90 Patienten behandelt, die Mehrzahl sei hochbetagt. Die Patienten müssten vor einer Infektion geschützt und das Infektionsrisiko für die Mitarbeiter reduziert werden.

Derzeit sei nicht klar, wo sich die 38 Infizierten angesteckt hätten. Man setze alles daran, den Krankenhausbetrieb bei steigenden Corona-Zahlen aufrechtzuerhalten, ohne beim Infektionsschutz Abstriche zu machen, sagte Heintzmann. Im Landkreis gibt es nur zwei Krankenhäuser, eines in Schongau und eines in Weilheim.

Die Maßnahmen seien mit dem Gesundheitsamt und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) abgestimmt. Im Landkreis Weilheim-Schongau stieg der Inzidenzwert - die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - über 100. Voraussichtlich vom Donnerstag an werde es deshalb verschärfte Schutzmaßnahmen im Landkreis geben, teilte das Landratsamt mit.

mh/mz/fgr/dpa

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