News-Ticker zur Corona-Pandemie

Strengere Kontrollen nach „Gottesdienst-Demo“ - Situation an Bayerns Kliniken wird ernster

Positiv getesteter Corona-Patient in Klinik
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Ernste Lage an Bayerns Kliniken: Derzeit sind 251 von 309 Intensivpatienten mit Covid-19-Erkrankung in Behandlung (Symbolbild)

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit über neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Montag (2. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 234,5, Landkreis Rosenheim 217,7, Landkreis Traunstein 133,7, Landkreis Berchtesgadener Land 282,3, Landkreis Mühldorf 159,7, Landkreis Altötting 129,1 (Quelle/Stand: RKI, 2. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1098, Landkreis Rosenheim 3811, Traunstein 1999, Berchtesgadener Land 1298, Mühldorf 1165, Altötting 971 (Quelle/Stand: RKI, 2. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 206, Traunstein 89, Berchtesgadener Land 28, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 2. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 10.530 Todesfälle in Deutschland (2809 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.31 Uhr - Nach „Gottesdienst-Demo“: Innenminister Hermann kündigt strenge Kontrollen an

Nach einer zum Gottesdienst erklärten Protestversammlung gegen die verschärften Corona-Vorschriften hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) strenge Kontrollen angekündigt. „In Zukunft werden Polizei und Versammlungsbehörden solche Ablenkungsmanöver von Beginn an unterbinden“, sagte Herrmann der ‚Bild‘-Zeitung (Dienstag). Die Einhaltung der Infektionsschutz-Verordnung habe „oberste Priorität und wird durch die Polizei zusammen mit den weiteren zuständigen Behörden konsequent überwacht“.

Auf der Münchner Theresienwiese hatten am Sonntag fast 2000 Menschen gegen den neuen Teil-Lockdown protestiert. Der Veranstalter hatte die Versammlung zu einem Gottesdienst erklärt. Die Polizei brach die Veranstaltung ab, „als sich die Veranstaltung immer stärker in die Zielrichtung eines Konzerts entwickelte“. Herrmann sagte, der Einsatz auf der Theresienwiese werde behördenintern eingehend nachbereitet.

dpa

Update, 19.15 Uhr - Situation an Bayerns Kliniken wird ernster: 251 von 309 Intensivpatienten mit Covid-19-Erkankung

Die Situation an den Krankenhäusern in Bayern wird angesichts weiter stark steigender Corona-Zahlen ernster - auch wenn die Staatsregierung noch keine Engpässe sieht. In einzelnen Häusern werden laut Intensivregister die Intensivbetten knapp, die Zahl der Covid-Patienten nimmt zu, das Personal wird knapper.

Die Infektionszahlen gingen am Montag weiter in die Höhe, auch aus Senioreneinrichtungen kamen wieder schlechte Nachrichten. So haben sich in Markt Schwaben (Landkreis Ebersberg) 34 von 40 Bewohnern eines Pflegeheimes infiziert, aus einer Einrichtung in Ochsenfurt (Landkreis Würzburg) wurden 72 positive Befunde gemeldet.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) steht die Corona-Ampel inzwischen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten auf Rot, vielerorts auch auf Dunkelrot. Insgesamt stieg die Zahl der Corona-Fälle in Bayern auf 109.898, mehr als 2.500 mehr als am Sonntag. Die Zahl der Corona-Toten stieg um fünf auf 2.811.

Der am Montag gestartete, auf vier Wochen angesetzte Teil-Lockdown hat in Bayern eine Vielzahl von Klagen heraufbeschworen. Dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München lagen am Montag mehr als ein Dutzend Klagen gegen die Vorschriften vor. Wie ein Gerichtssprecher berichtete, seien bis Montag 13 Normenkontroll-Eilverfahren und 2 Hauptsacheverfahren eingegangen. Laut VGH betreffen die Verfahren hauptsächlich die Schließung von Hotels für Touristen sowie das Verbot, Gäste in Restaurants zu bewirten.

Das kommunale Krankenhaus im oberbayerischen Bad Aibling (Landkreis Rosenheim) nimmt wegen eines Corona-Ausbruchs vorläufig keine Patienten mehr auf - eine Situation, wie es sie vor einigen Tagen bereits in Schongau gegeben hatte. Wie die Klinik am Montag berichtete, sind mittlerweile elf Mitarbeiter und neun Patienten positiv getestet worden. Deswegen würden nun keine Patienten mehr stationär aufgenommen und auch nicht mehr ambulant behandelt, geplante Operationen seien abgesagt.

Insgesamt steigt die Zahl der Intensivpatienten, die wegen Covid-19 in bayerischen Krankenhäusern in Betten mit Beatmungsmöglichkeiten betreut werden müssen. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums wurden am Montag 2.309 Patienten in Intensivbetten mit Möglichkeit zur Beatmung behandelt, davon waren 251 Patienten an Covid-19 erkrankt. 743 solcher Betten waren am Montag noch frei.

dpa

Update, 18.35 - Zwölf neue Corona-Fälle im Landkreis Altötting gemeldet

Das Gesundheitsamt Altötting teilt am Montag, den 2. November, mit, dass seit Samstag zwölf neue Corona-Fälle gemeldet wurden. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie mit dem neuartigen Corona-Virus Infizierten steigt damit auf 984 Fälle insgesamt. Drei der neu gemeldeten Fälle stammen aus der Stadt Altötting, die restlichen neun Fälle aus dem Landkreis.

Update, 18.05 Uhr - 61 neue Coronafälle im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Samstag 61 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 1.314 (Meldestand: 02.11.2020, 10:00 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt nach Berechnungen des Gesundheitsamts aktuell bei 282,6.

Von den insgesamt 1.314 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 958 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 328 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 470 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne, das sind 139 Personen weniger als am vergangenen Samstag, 31.10.2020.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 26 Covid-19-Patienten aus dem Landkreis stationär behandelt. Davon werden vier Patienten intensivmedizinisch betreut. In der vergangenen Woche (KW 44) wurden im kommunalen Testzentrum BGL in Bayerisch Gmain insgesamt 2.730 Personen abgestrichen.

Update, 16.38 Uhr - Priener Christkindlmarkt ersatzlos abgesagt

Eigentlich sollte der Priener Christkindlmarkt in vier Wochen starten - doch aufgrund der aktuellen Beschlüsse der Bundesregierung hinsichtlich der Corona-Pandemie sieht die Prien Marketing GmbH (PriMa) keine andere Möglichkeit, als die vorweihnachtliche Veranstaltung im Ortszentrum der Seegemeinde abzusagen. „Für uns alle ist eine Adventszeit ohne Priener Christkindlmarkt nur schwer vorzustellen“, beteuert die Geschäftsführerin der Prien Marketing GmbH Andrea Hübner.

Obwohl das erarbeitete Konzept laut Hübner für die Umsetzung des diesjährigen Christkindlmarktes - mit vier geplanten Standorten und umfangreichen Hygiene-Auflagen - für Entzerrung unter den Besuchern und Ausstellern gesorgt hätte, ist das Organisationsteam nun doch zu dem Schluss gekommen, den beliebten Treffpunkt in der Adventszeit nicht stattfinden zu lassen.

Zur Unterstützung der Aussteller soll es ab dem ersten Adventswochenende eine Online-Präsentation auf der Internetseite www.tourismus.prien.de geben. Auch das Angebot des Christkindlmarktes auf der Fraueninsel ist unter www.christkindlmarkt-fraueninsel.de zu finden.

Update, 15.56 Uhr - 61 Neuinfektionen im Kreis Traunstein

Seit Freitag, 30. Oktober, wurden dem Gesundheitsamt Traunstein 61 Neuinfektionen gemeldet. Die ermittelten Fälle kommen aus den Kontaktpersonennachverfolgungen bekannter positiver Fälle sowie aus dem privaten, familiären und beruflichen Umfeld, teilte das Landratsamt Traunstein am Mittwochnachmittag mit.

Damit liegen derzeit im Landkreis Traunstein 462 aktive Corona-Fälle vor. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie 2048 Personen positiv getestet. In den Kliniken im Landkreis werden 27 Covid-19-Patienten behandelt, drei davon auf der Intensivstation. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt laut Gesundheitsamt bei 147,19.

Update, 15.15 Uhr - Merkel verteidigt Schließung der Gastronomie und stellt „erträglichen Dezember“ in Aussicht

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in einer Bundespressekonferenz alle Bürger dazu aufgerufen, die erneuten weitreichenden Corona-Beschränkungen zu unterstützen. „Jeder und jede hat es in der Hand, diesen November zu unserem gemeinsamen Erfolg zu machen - zu einem Wendepunkt wieder zurück zu einer Verfolgbarkeit der Pandemie“, sagte sie am Montag in Berlin. Wenn es in den kommenden vier Wochen gelingen würde, die Virus-Ausbreitung in Deutschland zu bremsen, schaffte dies die Voraussetzungen für einen „erträglichen Dezember“ weiter mit Corona-Regeln, aber wieder mit mehr Freiräumen.

Endgültig wollte sich Merkel für die Zeit nach dem vierwöchigen Teil-Lockdown aber noch nicht festlegen. „Ich möchte heute über den 30. November noch nicht spekulieren“, sagte Merkel.

Sollte sich bis zu ihrem nächsten Gespräch mit den Ministerpräsidenten herausstellen, dass die neuen Maßnahmen noch nicht ausreichend seien, um die Zahl der Neuinfektionen stark zu reduzieren, seien womöglich noch zusätzliche Maßnahmen notwendig.

Merkel verteidigte zudem die Schließung der Gastronomie und sagte den Firmen erneut eine schnelle Hilfe zu  - wie auch der Kulturszene. Die Betroffenen mit Einnahmeausfällen würden nicht alleine gelassen, sagte die Bundeskanzlerin. Wirtschafts- und Finanzministerium arbeiten derzeit an der konkreten Umsetzung der Nothilfen. Damit sollen Umsatzausfälle ersetzt werden. Die Bundesregierung hatte bereits Nothilfen von zehn Milliarden Euro beschlossen.

Zur umstrittenen Schließung von Gastronomiebetrieben sagte Merkel zudem, erarbeitete Hygienekonzepte würden noch sehr wertvoll sein. Um die schnelle Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, komme es nun aber vor allem darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern. Den Betroffenen solle nun sehr schnell und unbürokratisch geholfen werden.

Update, 14.03 Uhr - Merkel stellt sich Fragen zur aktuellen „Lockdown“-Politik

In ganz Deutschland hat ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen, der die zweite Corona-Welle brechen soll. Seit Mitternacht gilt in allen Bundesländern, dass Hotels und Restaurants, Kinos, Museen und Theater sowie andere Freizeiteinrichtungen weitestgehend geschlossen sind. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Kitas, Schulen und Geschäfte bleiben im Gegensatz zum ersten Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Frühjahr diesmal geöffnet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt sich aktuell den Fragen zu den neuen Maßnahmen. Das ist eine Premiere: Noch nie zuvor erklärte die Kanzlerin ihre Entscheidungen und Politik selbst in der Bundespressekonferenz:

Update, 13.51 Uhr - 19 neue Fälle im Landkreis Mühldorf

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat jetzt 19 neue Corona-Fälle in seinem Zuständigkeitsbereich gemeldet (Stand: 2. November, 8 Uhr). Davon sind zwei Fälle dem Infektionsgeschehen am Putenschlachthof Ampfing zuzuordnen. Jeweils ein positiv getesteter Schüler besucht das Ruperti-Gymnasium Mühldorf sowie die Grundschule Rechtmehring. Die beiden betreffenden Klassen sind in Quarantäne.

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf 244 aktive Fälle, davon werden 12 Personen stationär behandelt. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt derzeit bei 159,7.

Update, 13.31 Uhr - Söder kritisiert Österreichs Kanzler Kurz scharf

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Anne Will“ zum Thema „Vier harte Wochen – wie nachhaltig wirken die Anti-Corona-Maßnahmen?“ heftig gegen Österreich und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ausgeteilt. Zu Beginn der Corona-Krise habe man von Kanzler Kurz lernen können, später aber nicht mehr, kritisierte Söder die Corona-Politik Österreichs in den letzten Monaten.

Der Vorwurf: Kurz habe zu lange gewartet, ehe es jetzt ab Dienstag, 3. November, einen zweiten (Teil-)Lockdown in der Alpenrepublik geben wird. „Immer dann, wenn jemand zu lange gewartet hat, muss er sehr scharf nachziehen“, urteilte der CSU-Chef, der vom eigenen Weg dagegen überzeugt ist: „Es gibt auf der ganzen Welt kein anderes Konzept als das Reduzieren von Kontakten, um auf Corona zu reagieren. (...) Wenn es ein besseres, leichteres gäbe, würden wir es ja sofort anwenden.“

Update, 13.17 Uhr - Massenausbruch in Seniorenheim in Unterfranken

In einem Seniorenzentrum in Ochsenfurt in Unterfranken sind 72 Bewohner und Mitarbeiter positiv getestet worden. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. Demnach seien insgesamt 109 Personen getestet worden, von denen bisher 72 ein positives Ergebnis bekommen haben. Das gesamte Zentrum steht nun unter Quarantäne.

Das Würzburger Gesundheitsamt prüfe derzeit in Absprache mit der betroffenen Einrichtung weitere Maßnahmen. Erste Ergebnisse der Treffen sollen gegen Montagmittag feststehen, heißt es aus dem Landratsamt. Denkbar wäre es zum Beispiel, dass die Einrichtung intern in Korridore unterteilt wird: einer für die positiv getesteten Bewohner, einer für die negativ getesteten.

Update, 12.15 Uhr - Bayern-Star Niklas Süle hat Corona

Fußball-Star Niklas Süle vom FC Bayern München hat Corona! Der 25-Jährige wurde jetzt positiv auf Covid-19 getestet – das teilte der deutsche Rekordmeister am Montagmittag mit. Dem Abwehrspieler, der sich mittlerweile in häuslicher Quarantäne befindet, gehe es dem Verein zufolge gut.

Update, 12.12 Uhr - Wohl auch 2021 kein Eisspeedway in Inzell

Nachdem die Eisspeedway Weltmeisterschaft und das Legendenrennen/Abschiedsrennen von Günther Bauer im März diesen Jahres als eine der ersten Veranstaltungen kurzfristig abgesagt werden musste, wird es wohl 2021 auch kein Eisspeedwayevent in der Max Aicher Arena in Inzell geben. Der Veranstalter, die DMV Landesgruppe Südbayern, hat sich bereits jetzt dazu entschlossen, die Planungen für das wohl spektakulärste Motorsportevent aufs Eis zu legen.

„Leider ist es für uns aufgrund der derzeitigen Situation und den damit verbundenen Auflagen aktuell nicht möglich, eine Veranstaltung für die Wintersaison 2021 zu planen und durchzuführen. Nicht nur finanziell würden wir ein zu hohes Risiko eingehen, auch in der aktuellen Lage ist eine Großveranstaltung mit vielen tausend Zuschauern einfach nicht denkbar und nicht zu verantworten...“, so der Vorstandsvorsitzende Kai Schmiedeknecht.

chiemgau24.de hat dazu einen Extra-Artikel verfasst!

Update, 11.19 Uhr - „Kritische Lage“ in Österreich in zweiter Monatshälfte?

Ohne eine Trendwende bei den Corona-Neuinfektionen steuert Österreich nach den Worten des Gesundheitsministers Rudolf Anschober (Die Grünen) auf eine baldige Überlastung des Gesundheitssystems zu. Mit einer kritischen Lage wäre dann in der zweiten Novemberhälfte zu rechnen, sagte Anschober jetzt in Wien.

Binnen einer Woche sei die Anzahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten um 78 Prozent gestiegen. Daher sei es notwendig, dass sich die Bevölkerung strikt an die neuen Maßnahmen im teilweisen Lockdown halte. Diesen Dienstag schließen die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot, landesweit ist das Verlassen der Wohnung zwischen 20 und 6 Uhr nur zu bestimmten Zwecken erlaubt.

Am Montag wurden laut Anschober in Österreich 4135 Neuinfektionen verzeichnet. Das sei zwar deutlich weniger als zuletzt, aber wohl der für das Wochenende typischen geringeren Anzahl der Meldungen geschuldet. Die Regierung rechne in dieser Woche weiterhin mit stark steigenden Zahlen, hieß es.

Update, 10.17 Uhr - Massiver Ausbruch in Pflegeheim in Markt Schwaben

Im Pflegeheim „Walterhof“ in Markt Schwaben ist es zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen. Das teilte das Landratsamt Ebersberg am Sonntag mit. Von den 40 Bewohnern wurden 34 positiv auf das Coronavirus getestet, von den 20 untersuchten Mitarbeitern waren 13 positiv. Zwei ältere Menschen sind gestorben (79 und 88 Jahre alt).

Am Freitagabend waren die Ergebnisse der Reihenuntersuchung bekannt geworden, woraufhin der Krisenstab des Landkreises zusammen trat und in Absprache mit dem dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie der Regierung von Oberbayern weitere Maßnahmen veranlasste. Eine Begehung wurde angeordnet, zudem wurde Essen über einen Caterer geliefert, wie unser Partnerportal merkur.de berichtet.

Update, 8.56 Uhr - „Es war dringend notwendig, zu reagieren...“

Aus Sicht der Bayerischen Krankenhausgesellschaft kommt der Teil-Lockdown keinen Tag zu früh. „Die Anstiege der letzten zwei, drei Wochen dürfen keinesfalls so weitergehen“, sagte der Geschäftsführer der Gesellschaft, Siegfried Hasenbein. Denn die Zahl der Covid-Patienten, die auf Intensivstationen in Bayern beatmet werden, hat sich nach Angaben der Gesellschaft innerhalb eines Monats mehr als vervierfacht. 

Die bayerischen Krankenhäuser seien zwar „noch ein gutes Stück“ von einer Überlastung entfernt. „Aber das ist natürlich eine besorgniserregende Entwicklung.“ Insgesamt seien derzeit 1300 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Patienten in einem bayerischen Krankenhaus, 245 von ihnen auf der Intensivstation. Die Krankenhäuser gehen davon aus, dass die Zahl der schwer erkrankten Covid-Patienten in den kommenden beiden Wochen weiter steigen wird. „Aus Krankenhaussicht kann ich nur sagen: Die Maßnahmen der Bundesregierung waren richtig. (...) Es war dringend notwendig, zu reagieren“, so Hasenbein.

Update, 7.45 Uhr - Corona-Ampel in Region weiter komplett „Dunkelrot“

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 2. November).

Die Corona-Ampel in Südostbayern steht in unserer Region in allen Landkreisen weiterhin auf „Dunkelrot“. Die 7-Tage-Inzidenzen haben sich dabei im Vergleich zum Vortag weitestgehend nur moderat verändert. Während der Landkreis Mühldorf (von 164,8 auf 159,7) und die Stadt Rosenheim (von 242,3 auf 234,5) leicht gesunkene Werte meldeten, sind die Zahlen in den Landkreisen Altötting (von 128,2 auf 129,1), Rosenheim (von 217 auf 217,7) und Traunstein (von 128,6 auf 133,7) erneut (leicht) gestiegen.

Den größten Anstieg gab es unterdessen im Landkreis Berchtesgadener Land, wo der Wert im Vergleich zum Vortag von 262,4 auf 282,3 um rund 20 Zähler nach oben sprang. Weitere Todesfälle in der Region wurden seit der letzten Meldung glücklicherweise nicht bekannt. Der Durchschnitt der 7-Tage-Inzidenz in der Region stieg auf 192,8.

Update, 6.42 Uhr - Teil-Lockdown in Bayern um 0 Uhr in Kraft getreten

Der „Teil-Lockdown“ in Bayern ist in der Nacht auf Montag um 0 Uhr in Kraft getreten. Nach dem Frühjahr fährt der Freistaat nun quasi ein zweites Mal das öffentliche Leben stark herunter. Die Maßnahmen sollen voraussichtlich bis Ende November gelten. Was man jetzt noch darf und was jetzt verboten ist, darüber hat rosenheim24.de einen Extra-Artikel verfasst.

RKI meldet „nur“ knapp über 12.000 neue Corona-Fälle

Die Gesundheitsämter haben jetzt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 12.097 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet (Stand: 2. November, 0 Uhr). Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird (News-Ticker Sonntag, 2. November). Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 8685 gelegen. Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 545.027 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 49 auf insgesamt 10.530.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag laut RKI-Lagebericht bei 1,13 (Stand: 1. November; Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert ebenfalls bei 1,13 (Stand: 1. November; Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

mw/mh/dpa

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