News-Ticker zur Corona-Pandemie

Stadt Rosenheim ab sofort im Lockdown - Neuinfektionen in Österreich steigen rasant

Bild der Stadt Traunstein
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Symbolbild: Dutzende Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Freitag (30. Oktober) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bundesweiter Corona-Lockdown ab 2. November: Die Regeln und Maßnahmen im Detail
  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 247,0, Landkreis Rosenheim 200,5, Landkreis Traunstein 135,3, Landkreis Berchtesgadener Land 255,8, Landkreis Mühldorf 168,3, Landkreis Altötting 94,2 (Quelle/Stand: RKI, 30. Oktober, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1045, Landkreis Rosenheim 3589, Traunstein 1904, Berchtesgadener Land 1188, Mühldorf 1102, Altötting 905 (Quelle/Stand: RKI, 30. Oktober, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 206, Traunstein 88, Berchtesgadener Land 28, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 30. Oktober, 0 Uhr)
  • Mindestens 10.349 Todesfälle in Deutschland (2789 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21 Uhr - Stadt Rosenheim ab sofort im Lockdown

Die Stadt Rosenheim befindet sich seit 21 Uhr im Lockdown. Alle Regeln und Maßnahmen die jetzt gelten, findet Ihr hier.

Update, 20.25 Uhr - Corona-Neuinfektionen in Österreich klettern rasant weiter nach oben

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellt auch in Österreich weiter rasant nach oben. Binnen 24 Stunden wurde der Rekordwert von 5627 neuen Fällen gezählt, wie die Ministerien für Gesundheit und Innen am Freitag in Wien berichteten.

Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vortag, als 4453 neu mit dem Virus angesteckte Menschen registriert wurden. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland.
Bundeskanzler Sebastian Kurz hat 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen genannt, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Die Regierung will am Samstag neue Schritte vorstellen. Viele Medien spekulieren über einen Teil-Lockdown in etwa analog zu den deutschen Maßnahmen.

Update, 19.33 Uhr - Corona - Praxis-Angestellte beklagen zunehmend aggressive Patienten

In der Corona-Pandemie beklagen sich Angestellte von Praxen zunehmend über aggressiv und fordernd auftretende Patienten. „Es liegt nicht in unserer Verantwortung, wenn es Lieferengpässe bei Impfstoffen gibt“, sagte die Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe (VMF), Hannelore König, am Freitag in Bochum.

Sie bezog sich dabei auf Grippe- und Pneumokokken-Impfstoffe. Patientinnen und Patienten ließen teils ihren Frust an den Praxisteams ab. Die Mitarbeiter trügen zudem durch die zahlreichen Patientenkontakte ein erhöhtes Infektionsrisiko. „Viele Fachangestellte sind mittlerweile am Limit.“

Update, 18.46 Uhr - 23 neue Fälle im Landkreis Altötting

Das Landratsamt Altötting meldet am 30. Oktober 23 neue Corona-Fälle im Landkreis, davon sind 136 „aktive“ Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner für den Landkreis Altötting liegt nach den Zahlen des Landratsamtes bei 94,2.

Fälle.Update, 17.32 Uhr - 50 Neuinfizierte und weiterer Corona-Toter im Landkreis Traunstein

im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 401 aktive COVID-19-Fälle vor.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 135,35. Seit der letzten Pressemitteilung am 29. Oktober sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 50 Neuinfektionen eingegangen.

Die ermittelten Fälle kommen aus den Kontaktpersonennachverfolgungen bekannter positiver Fälle sowie aus dem privaten, familiären und beruflichen Umfeld.

Ermittlungen und Kontaktaufnahmen werden durch das Gesundheitsamt Traunstein durchgeführt.

Bei einem 82-jährigen verstorbenen Mann ist eine COVID-19-Infektion diagnostiziert worden. Damit liegen im Landkreis Traunstein aktuell 89 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus vor.

Es liegen somit insgesamt 1950 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Als genesen gelten mindestens 1460 Personen (34 mehr als am Vortag).

Derzeit werden 15 COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein behandelt, davon 12 auf der Normalstation und drei auf der Intensivstation.

Ein Bewohner der Asylunterkunft Traunreut wurde positiv auf COVID-19 getestet

Bei einem Bewohner der Asylunterkunft in Traunreut wurde aufgrund von Krankheitsanzeichen durch den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst ein Abstrich auf SARS-CoV-2 durchgeführt. Die Unterkunft ist derzeit mit zirka 170 Personen belegt. Als weitere Maßnahme ist eine Reihentestung gemeinsam mit der Regierung von Oberbayern, als Betreiber der Asylunterkunft, bereits terminiert. Entsprechend der einheitlichen Vorgaben des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflegen wurden für die derzeit vor Ort befindlichen Mitbewohner Quarantänemaßnahme als Kontaktpersonen der Kategorie 1 ausgesprochen. Die Bewohner wurden von Koordinatoren der Regierung von Oberbayern hierüber informiert. Vonseiten des Betreibers werden für die Zeit der Quarantänemaßnahmen die ärztliche Versorgung und die Verpflegung sichergestellt. Die Reihentestung für die Bewohner und das Personal (Security, Verwaltung und Betreuung) vor Ort wurde ebenfalls bereits organisiert. Die Reihentestung wird der örtliche Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes durchführt.

Update, 17.17 Uhr - Münchner Christkindlmarkt abgesagt

Auch der Münchner Christkindlmarkt muss coronabedingt abgesagt werden, wie der „BR“ meldet: Der Stab für außergewöhnliche im Rathaus ist demnach zu dem Schluss gekommen, dass das Ansteckungsrisiko für Besucher und Schausteller zu hoch sei. Zunächst war geplant gewesen, den Markt durchzuführen. Dafür waren eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, etwa, dass der Christkindlmarkt mehr Platz bekomme, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.

Bereits zuvor waren zahlreiche andere Christkindlmärkte in Oberbayern abgesagt worden - so auch jene in Rosenheim und Traunstein.

Update, 16.43 Uhr - Corona-Antikörpertest: Kinder sechs mal häufiger infiziert als vom Amt gemeldet

In Bayern könnten sich sechsmal so viele Kinder und Jugendliche mit Corona infiziert haben wie bislang bekannt: Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Untersuchung des Helmholtz Zentrums München.

Zwischen Januar 2020 und Juli 2020 untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Anette-G. Ziegler laut der Berliner Morgenpost knapp 12.000 Blutproben von Kindern und Jugendlichen in Bayern im Alter zwischen einem und 18 Jahren. Ursprünglich waren die Proben zur Erkennung von Diabetes Typ 1 genommen worden. Durchschnittlich wiesen zwischen 0,87 Prozent der zwischen April und Juli getesteten Corona-Antikörper auf.

Vergleicht man diese Zahlen mit jenen vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Ernährung (LGL), ergibt sich eine sechsmal höhere Infektionsrate unter Kinder und Jugendlichen als offiziell gemeldet. 47 Prozent der Fälle zeigten trotz Infektion keine Beschwerden. 35 Prozent, derer, die mit einem Corona-positiv getesteten Familienmitglied zusammenlebten, hätten laut Studie ebenfalls Antikörper aufgewiesen.

Zudem zeigte die Untersuchung auf, dass es in Bayern Corona-“Hot-Spots“ gibt: Im Süden Bayerns hätten die die meisten Kinder und Jugendlichen Antikörper aufgewiesen.

Update, 15.35 Uhr - 92 neue Fälle in Landkreisen Mühldorf und Berchtesgadener Land

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es laut Information des Landratsamtes seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 29. Oktober 52 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 30. Oktober 2020, 8 Uhr).

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 1.108 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 835 wieder genesen. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, liegt unverändert bei 27. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 171,7. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 246 aktive Fälle, davon werden 11 Personen stationär behandelt.

Ein wichtiger Hinweis für Tests am Testzentrum Volksfestplatz: Leider sind die Prüfkapazitäten des beauftragten Labors derzeit voll ausgelastet, so dass Testergebnisse unter Umständen nicht innerhalb von 48 Stunden vorliegen. Das Labor ist bereits dabei, die Kapazitäten weiter zu erhöhen und arbeitet mit Hochdruck daran, den Rückstau zeitnah abzubauen.

Berchtesgadener Land: 40 Neuerkrankungen

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 40 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich 14 Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 1.238 (Meldestand: 30. Oktober, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt nach Berechnungen des Gesundheitsamts aktuell auf 315,6. Schulen, Kindergärten und Kitas können nach den Vorgaben des Freistaates Bayern ab kommendem Montag wieder ihren Regelbetrieb aufnehmen.
 
Das bedeutet konkret, dass Kindergärten und Kitas wieder am Montag, 2. November und die Schulen eine Woche später, am 9. November öffnen. Schülerinnen und Schüler, die außerhalb des Landkreisgebiets zur Schule gehen, können ebenfalls wieder am Unterricht teilnehmen.
 

„Ich freue mich, dass Schulen, Kindergärten und Kitas auch im Berchtesgadener Land wieder öffnen“, so Landrat Bernhard Kern. „Unseren Schülerinnen und Schülern wünsche ich erstmal schöne Herbstferien und dann einen guten Start zurück in den Schulalltag, ebenso den Kindergartenkindern eine freudige Rückkehr in ihre Einrichtungen. Ganz herzlich bedanke ich mich bei den Eltern, aber auch bei den Lehrkräften und Betreuerinnen und Betreuern für ihr Verständnis und ihren Einsatz in den letzten Tagen.“

Von den insgesamt 1.238 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 826 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 385 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.

Update, 14.28 Uhr - Landkreis Traunstein eröffnet zweites Corona-Testzentrum in Trostberg

Weil die Kapazitäten im Corona-Testzentrum in Traunstein nicht mehr ausreichen, wird der Landkreis ab Dienstag, 3. November, in Trostberg in der Saliteraustraße ein zweites Testzentrum in Betrieb nehmen. Dies hat Landrat Siegfried Walch (CSU) soeben in einem Facebook-Video bekannt gegeben. Zudem sollen die Testzeiten in Traunstein weiter ausgeweitet werden. Walch sprach von einem „unglaublich hohen organisatorischen Aufwand“ und dankte in diesem Zusammenhang allen Beteiligten von Maltesern und Rotem Kreuz. „Die Maßnahmen, die jetzt für uns alle gelten, machen keinem von uns Spaß - auch mir nicht. Ich verstehe, dass da bei vielen Menschen die Emotionen hochschlagen“, sagte Walch. Ganz unabhängig davon war es dem Landrat jedoch zu betonen, dass Zusammenhalt in der jetzigen schweren Zeit besonders wichtig sei. „Lassen Sie uns schauen, dass wir zusammenhalten, damit wir diese Situation bestmöglich bewältigen können“, so Walch abschließend.

Update, 13.44 Uhr - „Werde alles dafür tun, damit wir diese Bewährungsprobe bestehen“

Wer weiß, wie es wird, wer weiß, wie es endet und wer nicht reagiert, der handelt schuldhaft“, mahnte der Ministerpräsident und sagte allen Leugnern und Kritikern, dass dies eine Frage der Haltung und der Verantwortung sei. Die Lage sei zwar ernster als im Frühjahr, allerdings machte Söder den Menschen auch Hoffnung: „Wenn wir den November gemeinsam gut meistern, dann wird es im Dezember hoffentlich wieder heller!“ Es liege jetzt an jedem einzelnen, bestmöglich damit umzugehen und seinen Beitrag dazu zu leisten.

„Ich werde alles dafür tun, dass wir diese Bewährungsprobe gemeinsam bestehen.“ Dazu brauche es Geduld, Rücksicht, gute Nerven und manchmal auch ein bißchen Reflexion. Jeder müsse Verantwortung für den anderen übernehmen und alle Bürger sollten an einem Strang ziehen.

Update, 13.30 Uhr - Söder: „Ab Montag fahren wir das öffentliche Leben runter...“

Eine Durchseuchung der Bevölkerung komme nach Abwägung aller Argumente für Deutschland und den Freistaat zur Pandemie-Bekämpfung keinesfalls in Frage, so Söder. Deswegen bleibe nur eine Möglichkeit - und zwar die Strategie der Eindämmung. Wesentliches Element sei dabei eine drastische Kontaktreduzierung - und zwar um 75 Prozent.

„Ab nächsten Montag fahren wir bis Ende November das öffentliche Leben runter. Es ist ein Lockdown light - milder als im Frühjahr“, so Söder, der nochmals erläuterte, warum man gewisse Bereiche aus politischen und gesellschaftlichen Gründen von den Beschränkungen (Schulen, Kita, Wirtschaftsleben) ausgenommen bzw. gewisse Prioritäten gesetzt habe. Zudem lobte Söder noch einmal die einheitliche Linie, auf die sich Bund und Länder in dieser Woche - über Parteigrenzen hinaus - verständigt hätten. Dies sei „ein gutes Zeichen in schwierigen Zeiten“, hieß es.

Update, 13.23 Uhr - Söder: „Corona bleibt dynamisch und gefährlich“

„Die Zahl der belegten Betten steigt täglich. In Schwaben gibt es bereits die ersten Engpässe“, warnte Söder vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Eines sei klar, so der Ministerpräsident, wenn die Betten in den Kliniken alle belegt seien, werde die Gefahr für den einzelnen Patienten noch einmal dramatisch größer. „Corona hat sich in seiner Dynamik und Gefährlichkeit nicht verändert“, sagte Söder und führte dem Landtag zur Veranschaulichung einige aktuelle Beispiele von Corona-Patienten vor Augen.

Auch alle Wissenschaftler würden vor einer „sehr ernsten“ Lage warnen. Wenn jetzt nicht gehandelt werde, würde man Ende November auf 90.000 Neu-Infektionen pro Tag in Deutschland und stark steigende Sterbezahlen bekommen, rechnete Söder vor. „Die Fallzahlen müssen jetzt reduziert werden, bevor die Bettenauslastung in den Kliniken kritisch wird“, mahnte der Ministerpräsident nochmals.

Update, 13.16 Uhr - Söder: „Die Lage wird jeden Tag ernster...“

In seiner zweiten Regierungserklärung binnen zwei Wochen hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) anfangs von einer „außerordentlichen Situation“ für den Freistaat Bayern und seine Menschen gesprochen. Das Ziel müsse sein, die Menschen und das Land zusammenzuhalten, um diese schwere Prüfung meistern zu können.

Einige haben den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Und die Lage wird jeden Tag ernster. Die zweite Welle ist da - und sie ist schlimmer als zuvor“, sagte Söder und untermalte die schwierige Situation mit aktuellen Zahlen und Beispielen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. „In vielen Regionen ist die Pandemie bereits außer Kontrolle“, so Söder weiter. Am Donnerstag und Freitag seien pro Tag im Freistaat jeweils mehr als 3000 Neu-Infektionen gemeldet worden, hieß es. Die durchschnittliche 7-Tage-Inzidenz in den Landkreisen/Städten im Freistaat liegt derzeit bei knapp über 114 und hat sich binnen einer Woche verdoppelt.

Update, 12.36 Uhr - Söder gibt um 13 Uhr erneut Regierungserklärung ab

Die dramatisch steigenden Corona-Zahlen in weiten Teilen Bayerns und der ab Montag anstehende landesweite Teil-Lockdown lassen den Landtag am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Im Fokus steht die zweite Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) binnen zwei Wochen. Er hatte bereits am Donnerstag nach einer Sitzung des Kabinetts erklärt, dass sich bei der Aussprache zeigen werde, wo wer im Kampf gegen die Pandemie stehe.

Nach der Rede (um 13 Uhr) soll zudem über einen Dringlichkeitsantrag von CSU und Freien Wählern abgestimmt werden, in dem Eckpunkte der neuen Anti-Corona-Maßnahmen aufgeführt sind. Rechtlich ist die Abstimmung aber nicht bindend, weil das Bundesinfektionsschutzgesetz zwar den Landesregierungen die Möglichkeit für eigene Corona-Verordnungen gibt, darin aber keine Gesetzgebungskompetenzen für die einzelnen Landtage vorgesehen sind. 

rosenheim24.de berichtet von Söders Regierungserklärung natürlich wieder live!

Update, 12.15 Uhr - Lagebericht aus Rosenheim: „Lage spitzt sich zu“

Seit dem letzten Wochenbericht (Stand: 22. Oktober, 24 Uhr) wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim 681 neue Corona-Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet (Stand: 29. Oktober, 24 Uhr). Die Behörde sprach in diesem Zusammenhang von einem „sprunghaften Anstieg“ der Fallzahlen seit 21. Oktober. Bisher sind nach Angaben des Landratsamtes insgesamt 4633 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 3588, Stadt: 1045). 

Seit Juni liegt im Gegensatz zum Beginn der Pandemie der Schwerpunkt der Altersstruktur der positiv Gemeldeten bei Jugendlichen und Erwachsenen bis 60 Jahren. Personen ab 80 Jahren sind bislang noch kaum betroffen. Zudem bestätigte die Behörde in ihrem Bericht vier weitere Todesfälle im Landkreis Rosenheim, die rosenheim24.de bereits im Laufe der Woche vermeldet hatte. Insgesamt sind nunmehr 229 Personen an und mit COVID-19 gestorben (Landkreis: 206, Stadt: 23). 29 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim in einem Krankenhaus stationär behandelt. Eine Person befindet sich auf der Intensivstation.

Der plötzliche exponentielle Anstieg der Fallzahlen in Stadt und Landkreis ist besorgniserregend und dramatisch. Die Lage spitzt sich zu, wir befinden uns aktuell mitten in der zweiten Welle und sehen eine rasante Ausbreitung des Infektionsgeschehens wie im März dieses Jahres“, warnte Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, eindringlich. Infektionsübertragungen würden sich überwiegend im privaten Umfeld und in Schulen ereignen. Es komme aber auch vereinzelt zu „Superspreading-Ereignissen“, zum Beispiel durch private Feiern, hieß es weiter.

Update, 12.05 Uhr - Kitas und Schulen in Bad Reichenhall öffnen wieder

Wie die Stadt Bad Reichenhall am Freitagmittag mitteilte, kann ab kommendem Montag, 2. November, der Betrieb in Schulen, Kitas und ähnlichen Einrichtungen unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln und nach den Maßgaben des Freistaats Bayern wieder aufgenommen werden.

Oberbürgermeister Dr. Christoph Lung begrüßt diese Entscheidung: „Ich freue mich gemeinsam mit den Kindern und deren Eltern, die in den letzten beiden Wochen erneut vor große Herausforderungen gestellt waren, über diese gute Nachricht. (...).“ Die Notbetreuung, die im Haus der Jugend für Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtgebiet eingerichtet wurde, verwandelt sich damit in eine Ferienbetreuung, bis auch der Unterricht nach den Herbstferien wieder starten kann.

Update, 12 Uhr - Auch „Berchtesgadener Advent“ abgesagt

„Wir haben bis zum Schluss gekämpft, den Markt stattfinden zu lassen, aber leider müssen wir den Berchtesgadener Advent für heuer schweren Herzens absagen”, wird Geschäftsführer Thomas Hettegger auf der Homepage des Veranstalters, der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, zitiert. Für viele Berchtesgadener Hüttenbetreiber werde 2020 ein wirtschaftlich schweres Jahr werden. Besonders die kleinen Unternehmer, die noch mit dem Lockdown vom Frühjahr zu kämpfen haben, hätten sich auf den Berchtesgadener Advent gefreut und hingearbeitet.

Wir hoffen für unsere kleinen Betriebe, dass sie gut durch diese Zeit kommen”, so Hettegger weiter. Angesichts der derzeitigen Zahlen könne der Berchtesgadener Advent trotz strengem Hygienekonzept nicht abgehalten werden. Die Besucher dürften sich allerdings schon auf 2021 freuen. Es werde dann einige Änderungen geben, so soll der Kinderadvent mehr an Bedeutung gewinnen. Bis dahin dürfte sich eine außergewöhnlich „staade Adventszeit” in Berchtesgaden einstellen.

Update, 11.26 Uhr - So plant Österreich den zweiten Lockdown

Nachdem auch in Österreich die Corona-Neuinfektionen stetig steigen, verhandelt die Regierung aktuell über einen Lockdown. Laut Medienberichten dürfte sich unser Nachbarland an dem “Teil-Lockdown” in Deutschland orientieren. Auch der Lockdown in Österreich soll in der nächsten Woche in Kraft treten. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kündigte für Samstag ein Treffen mit den anderen Parteien und den Ministerpräsidenten der Bundesländer an. Danach werde die Öffentlichkeit über etwaige Schritte informiert, hieß es.

Neben einer Ausgangsbeschränkung soll auch in Österreich die Gastro vier Wochen schließen. Sobald der Lockdown in Kraft tritt, sollen alle Events für vier Wochen pausieren müssen. Sowohl Handel als auch Schulen sollen offen bleiben.
In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4453 neue Fälle verzeichnet. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland. Kurz nannte am Donnerstag erneut eine Zahl von 6000 Neuinfektionen pro Tag als kritischen Wert für eine erneute Verschärfung von Maßnahmen, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass ein solcher Wert in wenigen Tagen erreicht wird.

Update, 11.08 Uhr - Jetzt auch Christkindlmarkt in Traunstein abgesagt

Nach Rosenheim hat nun auch die Stadt Traunstein reagiert und den traditionellen Christkindlmarkt auf dem Stadtplatz wegen der Corona-Pandemie für heuer abgesagt. Auch das Alternativprogramm in Form eines Adventsmarkts könne nicht wie vorgesehen umgesetzt werden, hieß es dazu aus dem Rathaus.

Die derzeit akute Lage in der Region und auch in Deutschland lässt uns keine andere Wahl. Sämtliche Veranstaltungen sind durch die Infektionsschutzbestimmungen untersagt. Eine Durchführung ist rechtlich unmöglich. Es ist nicht davon auszugehen, dass im Dezember derartige Veranstaltungen erlaubt sein werden“, wird Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer in einer Pressemitteilung der Stadt zitiert.

chiemgau24.de hat zur Absage des Christkindlmarktes in Traunstein einen Extra-Artikel verfasst!

Update, 10.23 Uhr - Stadt Rosenheim untersagt Gräberumgang an Allerheiligen

Die hohe 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen wirkt sich auch auf Allerheiligen aus. Die Stadt Rosenheim hat nun den traditionellen Gräberumgang abgesagt. Alle offiziellen Segnungen auf den städtischen und kirchlichen Friedhöfen entfallen. Die Gräber werden zu einem unbekannten Zeitpunkt von katholischen Geistlichen gesegnet, teilte die Stadt mit.

„Letztlich geht es auch bei diesem katholischen Feiertag um die Vermeidung von Menschenansammlungen. Die Stadt schließt sich den Regelungen in den Nachbarlandkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land an. Ich habe Stadtpfarrer Andreas Maria Zach persönlich über diese bittere Entscheidung informiert. Ich danke ihm ausdrücklich für sein Verständnis“, begründete Oberbürgermeister Andreas März (CSU) die Anordnung.

März sei bewusst, dass mit der Absage in jahrhundertealte christliche Traditionen eingegriffen werde, hieß es weiter. „Ich kann alle Betroffenen nur bitten, diese Entscheidung, die mir sehr schwer gefallen ist, zu akzeptieren“, so März. Besuche an den Gräbern sind über den Tag verteilt weiterhin möglich. Die Friedhofsverwaltung weist jedoch darauf hin, dass auf dem gesamten Friedhofsgelände der städtischen Friedhöfe Rosenheim, Aising und Fürstätt sowohl in Gebäuden als auch auf den Freiflächen Maskenpflicht gilt. 

Update, 10.09 Uhr - Christkindlmarkt in Salzburg nun doch abgesagt

Eigentlich wollte die Stadt Salzburg trotz der Corona-Pandemie heuer den traditionsreichen Christkindlmarkt in der Altstadt durchziehen. Doch jetzt gab es die Rolle rückwärts: Die Veranstaltung wird wegen der stark steigenden Fallzahlen nun doch abgesagt. Das berichten verschiedene österreichische Medien übereinstimmend.

Die Entscheidung ist alternativlos“, sagte Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP), der den Markt angesichts der aktuellen Situation für „nicht mehr genehmigungsfähig“ hielt. Auch angesichts des „Lockdown light“ in Deutschland sei der Bevölkerung die Durchführung eines solchen Marktes nicht mehr vermittelbar, hieß es weiter. Der Salzburger Christkindlmarkt hätte von 19. November bis 26. Dezember auf dem Dom- und Residenzplatz stattfinden sollen.

rosenheim24.de hat einen Extra-Artikel zur Absage des traditionsreichen Christkindlmarktes verfasst!

Update, 8.30 Uhr - Landkreis Rottal-Inn als großes „Corona-Sorgenkind“

Corona-Fallzahlen in Ober- und Niederbayern (Stand: 30. Oktober).

Auch in den Nachbar-Landkreisen der Region ist die Corona-Lage zum Teil dramatisch. Der Landkreis Ebersberg wies - mit Stand 30. Oktober, 0 Uhr - eine 7-Tage-Inzidenz von 130,2 (Vortag: 129,5) auf. Der Landkreis Erding hat nun auch die 100er-Grenze gerissen und liegt derzeit bei 102,0. Sehr angespannt ist die Situation auch in den Landkreisen Landshut (von 113,2 auf 124,5) und Miesbach (von 157,0 auf 160,0). In letzterem Landkreis hat sich die 7-Tage-Inzidenz in den letzten sieben Tagen gar mehr als verdoppelt.

Während Stadt und Landkreis München nur moderat erhöhte 7-Tage-Inzidenzen meldeten, bleibt der Landkreis Rottal-Inn das „Corona-Sorgenkind“ in ganz Deutschland. Im niederbayerischen Landkreis, der an den Kreis Altötting angrenzt, stieg die Inzidenz im Vergleich zum Vortag um fast 50 Zähler von 253,5 auf 299,6. Damit ist die 300er-Marke nur noch minimal entfernt. Deutschlandweit ist dies derzeit der negative Höchstwert. Die Im Landkreis gilt wegen der enorm hohen Fallzahlen bereits seit einigen Tagen ein „Teil-Lockdown“.

Update, 7.10 Uhr - Landkreis Rosenheim reißt 200er-Marke bei 7-Tage-Inzidenz

Corona-Zahlen in Südostbayern (Stand: 30. Oktober).

Jetzt hat der nächste Landkreis in der Region die 200er-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz gerissen. Mit Stand 30. Oktober, 0 Uhr, meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) für den Landkreis Rosenheim einen Wert von 200,5, was einem Anstieg um rund 20 Punkte im Vergleich zum Vortag bedeutet. Zudem wurden im Vergleich zur letzten Meldung 102 neue Corona-Fälle im Landkreis bekannt. Ob das Landratsamt Rosenheim deswegen nun noch schneller Maßnahmen ergreift, war am frühen Freitagmorgen noch offen.

An der 100er-Marke - und damit an der Corona-Ampel auf der Stufe „Dunkelrot“ - „kratzt“ nun auch der Landkreis Altötting. Die 7-Tage-Inzidenz stieg dort deutlich von 78,9 auf 94,2. Steigerungen meldeten auch der Landkreis Mühldorf (von 157,9 auf 168,3) und der Landkreis Traunstein (von 134,8 auf 135,3). Leicht gefallen sind die 7-Tage-Inzidenzen dagegen im Landkreis Berchtesgadener Land und in der Stadt Rosenheim. In der Stadt tritt der „Lockdown light“ bereits vorgezogen am Freitag ab 21 Uhr in Kraft.

Update, 6.29 Uhr - Rosenheim und Augsburg schon ab Freitag im „Lockdown light“

Rosenheim und Augsburg werden den für kommende Woche in Deutschland geplanten Teil-Lockdown vorzeitig umsetzen. In Augsburg, mit rund 300.000 Einwohnern Bayerns drittgrößte Stadt, sowie in der ebenfalls kreisfreien oberbayerischen Stadt Rosenheim werden die in dem Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch festgelegten Schutzmaßnahmen bereits ab diesem Freitagabend um 21 Uhr gelten.

Der 2. November sei für Augsburg zu spät, sagte Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) am Donnerstagnachmittag. Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München angekündigt, dass Augsburg die Verschärfung der Corona-Vorschriften wohl vorziehen werde.

Während die schwäbische Rathauschefin Weber voll hinter den Maßnahmen steht, ist die Verwaltung im ähnlich stark von Neuinfektionen betroffenen Rosenheim von dem Schritt nicht überzeugt. Die Regierung von Oberbayern habe die Stadt Rosenheim angewiesen, die landesweit ab Montag geltenden Corona-Beschränkungen schon früher in Kraft zu setzen, teilte die Kommune mit.

Corona-Maßnahmen - Auswirkungen in Rosenheim deutlich sichtbar

Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
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Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
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Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
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Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
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Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
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Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa
Zweiter Corona-Lockdown in Rosenheim Fotos
Corona-Lockdown in Rosenheim. © Peter Kneffel/dpa

Ich bin über diese vorgezogenen Beschränkungen, speziell für den Bereich der Gastronomie, außerordentlich unglücklich“, kommentierte Oberbürgermeister Andreas März (CSU) die Anweisung aus München. „Im Hinblick auf den notwendigen Infektionsschutz der Bevölkerung war eine für die Gastronomie günstigere Lösung aber nicht mehr möglich.“ Die ab Freitag, 21 Uhr, geltende Allgemeinverfügung hat die Stadt Rosenheim bisher noch nicht herausgegeben.

Die beiden Städte sowie die Kreise Berchtesgadener Land (Oberbayern) und Rottal-Inn (Niederbayern) sind derzeit die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffenen Kommunen im Freistaat. Rosenheim und Augsburg kommen dabei jeweils auf etwa 257 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

RKI zählt 18.681 Neuinfizierte am Freitag

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland in Rekordtempo aus. Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitag erstmals mehr als 18.000 Neuinfektionen an einem Tag.

Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI 18.681 nachgewiesene Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden. Am Donnerstag waren es noch 16.774.

Seit Ausbruch der Seuche wurden damit insgesamt 499.694 Infektionen registriert. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, stieg um 77 auf insgesamt 10.349.

mh/mw/dpa

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