News-Ticker zur Corona-Pandemie

Bayerische Landesärztekammer: „Corona-Teststrategie führt zu Überlastung der Labore“

Die bayerische Landesärztekammer hat die von der Staatsregierung bezahlten Corona-Tests für Bürger ohne Symptome kritisiert.
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Die bayerische Landesärztekammer hat die von der Staatsregierung bezahlten Corona-Tests für Bürger ohne Symptome kritisiert.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit über neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag (5. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 248,6, Landkreis Rosenheim 246,8, Landkreis Traunstein 207,5, Landkreis Berchtesgadener Land 207,7, Landkreis Mühldorf 199,4, Landkreis Altötting 136,3 (Quelle/Stand: RKI, 5. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1178, Landkreis Rosenheim 4134, Traunstein 2244, Berchtesgadener Land 1376, Mühldorf 1285, Altötting 1033 (Quelle/Stand: RKI, 5. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 207, Traunstein 91, Berchtesgadener Land 28, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 5. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 10.930 Todesfälle in Deutschland (2851 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.42 Uhr - Bayerische Landesärztekammer: „Corona-Teststrategie führt zu Überlastung der Labore“

Die bayerische Landesärztekammer hat die von der Staatsregierung bezahlten Corona-Tests für Bürger ohne Symptome kritisiert. „Die bislang praktizierte Corona-Teststrategie führt leider, wie ich befürchtet habe, zu einer Überlastung der Labore“, sagte Kammerpräsident Gerald Quitterer dem „Münchner Merkur“ (Freitag).

Außerdem gebe es teilweise bereits Lieferengpässe bei den benötigten Reagenzien. Quitterer plädierte deswegen dafür, sich bei den Tests auf Patienten mit Symptomen, Risikogruppen, medizinisches Personal und Patienten vor einem Krankenhausaufenthalt oder der Aufnahme ins Pflegeheim zu konzentrieren.

Das bayerische Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage der Zeitung, „dass die „Testung für jedermann“ in der Laborauslastung eine eher nachrangige Rolle spielt“. Das Testprogramm für jedermann und jederfrau war im Sommer angelaufen, in den ersten drei Monaten hatten sich bis Ende Oktober über 700.000 Bürger auf den Covid-19-Erreger untersuchen lassen.

Update, 20.15 Uhr - DEHOGA Kreisstelle Traunstein zur schwierigen Lage für Beherbergung und Gastronomie

Wie der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, Klaus Lebek aus Waging in einer Videokonferenz mitteilte, ist die Lage für viele Betriebe sehr angespannt. Immer wieder wurde Anhand von Studien darauf verwiesen, dass Gastronomie und Beherbergung nicht die Treiber des Infektionsgeschehens seien. Die Hygienekonzepte sind wirksam und tragen zur Sicherheit unserer Gäste aber auch der Mitarbeiter in erheblichem Maße bei. Ein hohes Infektionsrisiko besteht jedoch da, wo Hygienekonzepte nicht vorhanden seien, wie bei Feiern in Privaträumen oder auch in Stadeln und anderen Eventlocations. Hier sei das Infektionsrisiko, wie einige Beispiele aus dem Landkreis zeigen, besonders hoch. Wie Lebek betonte, wollen wir nicht denunzieren oder Schuldige suchen.

Der Hotel- und Gaststättenverband appelliert an die Vernunft der Bevölkerung sich nicht unkalkulierbaren Risiken auszusetzen, in dem man Feste und Feiern in die Illegalität verlagert.

Vielmehr sei es notwendig die nun zum 2. Mal stark betroffenen Betriebe zu stärken. Da vermutlich Jahresabschluss- und Weihnachtsfeiern ausfallen, Weihnachten und Sylvester eher problematisch sein werden, richtet der BHG den Appell an die Unternehmen und Betriebe die Ihre Feiern absagen müssen, die Gastronomen durch den Kauf von Verzehrgutscheinen für Mitarbeiter zu unterstützen.

Halten wir zusammen, um auch in Zukunft beim Wirt ihres Vertrauens, einen schönen Abend verbringen zu können.

Pressemitteilung DEHOGA Bayern e.V.

Update, 19.10 Uhr - Nach Gnabry und Süle nun weiterer FC-Bayern Spieler positiv getestet

Bei Fußball-Nationalspieler Niklas Süle vom FC Bayern München hat nach seinem positiven Corona-Test eine zweite Kontrolle einen negativen Befund erbracht. Das teilte der deutsche Rekordmeister am Donnerstag mit. Dem 25-Jährigen gehe es gut. Der Abwehrspieler befinde sich weiter in Quarantäne.

Dagegen ist Stürmer Joshua Zirkzee mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Ein Test bei dem 19-Jährigen ist laut Vereinsangaben positiv ausgefallen. Auch der Niederländer befindet sich in häuslicher Isolation.

Zuletzt war Serge Gnabry bei den Bayern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zwei anschließende Tests bei dem Nationalspieler waren jeweils negativ gewesen. „Natürlich kann es sein, dass es einer der wenigen Fälle war, die falsch-positiv waren“, hatte Trainer Hansi Flick danach gesagt.

Update, 18.30 Uhr - Rasante Zunahme im Landkreis Altötting: 82 neu gemeldete Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt im Landkreis Altötting meldete seit dem gestrigen 4. November 82 neue bestätigte SARS-Cov-2-Fälle. Von diesen stammen 14 aus dem Stadtgebiet Altötting, die restlichen aus dem Landkreis. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Corona-Pandemie positiv getesteten Personen steigt damit auf 1117.

Update, 18.18 Uhr - Münchener Fahrgastverband fordert Corona-Aborabatt vom MVV

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert einen Corona-Rabatt für Fahrkartenabonnenten des Münchner Verkehrsverbunds (MVV). Neben Kulanzregelungen bei den Abotickets plädierte der Verband am Donnerstag für Ausgleichsaktionen im nächsten Jahr, um Fahrgäste bei der Stange zu halten. „Durch ein teures MVV-Abo, das man jetzt nicht nutzen kann, verstärkt sich dann die finanzielle Zwickmühle“, sagte der Münchner Pro-Bahn-Sprecher Andreas Barth zur Lage von Kurzarbeitern und unter Quarantäne gestellten Arbeitnehmern.

Pro Bahn fürchtet, dass bisherige MVV-Pendler dauerhaft aufs Auto umsteigen könnten. Ein längerfristiger Rückgang von Abo-Kunden werde die Bilanz der Verkehrsunternehmen weiter belasten, warnte Pro Bahn in der Stellungnahme. Als Beispiel verwies der Fahrgastverband auf den Verkehrsverbund Rhein Ruhr in Nordrhein-Westfalen, der seinen Kunden die zeitweilige Unterbrechung ihrer Abonnements anbietet.

Update, 17.21 Uhr - Virus mutiert: Dänemark tötet aus Sorge alle Nerze

Wie die österreichische „Presse“ berichtet, werden in Dänemark aus Sorge vor den Folgen für den kommenden Impfstoff alle Nerze getötet. Dabei geht es um Millionen Tiere. Der Grund: Wie Wissenschaftler feststellten, ist das Virus unter Nerzen mutiert und dann auf den Menschen übergesprungen. Die festgestellte Mutation könnte dafür sorgen, dass ein Impfstoff seine Wirkung nicht wie erhofft entfalten könne.

Bei einem Dutzend Menschen sei die mutierte Form des Corona-Virus bereits festgestellt worden. Es besteht die Sorge, dass sich die mutierte Variante auf der ganzen Welt ausbreiten könnte.

Dänemark ist der größte Produzent von Nerzfellen weltweit. Die Zahl der Nerze in dem Land wird auf 15 bis 17 Millionen Tiere geschätzt.

Update, 16.30 Uhr - 37 neue Corona-Fälle und weiterer Todesfall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 37 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich vier Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in Quarantäne. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 1.404 (Meldestand: 5. November, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt nach Berechnungen des Gesundheitsamts aktuell bei 216,18.
 
Von den insgesamt 1.404 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 1.073 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 302 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis.

Seit der gestrigen Meldung wurde ein weiterer Corona-Todesfall gemeldet. Dabei handelt es sich um einen 72-jährigen Mann. Die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen erhöht sich somit auf 29.

Bei allen positiv getesteten Corona-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 323 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

„Die 7-Tages-Inzidenz im Landkreis BGL ist glücklicherweise weiter rückläufig. Man muss sich die Zahlen der Nachbarlandkreise einschließlich des benachbarten Salzburger Landes anschauen, die sehr rasant weiter ansteigen. Die Maßnahmen, die ergriffen wurden waren sehr einschneidend. Wichtig ist aber im Besonderen, unsere Kliniken und die Intensivstationen mit schweren Verläufen nicht zu überfordern. Auffällig war zu Beginn der sogenannten zweiten Welle, dass überwiegend junge Personen betroffen waren, die aber gerade als symptomarme Patienten die Risikopatienten gefährden. Wir sollten weiterhin achtsam miteinander umgehen, um uns gegenseitig zu schützen“, bewertete Dr. Reinhard Reichelt, Ärztlicher Koordinator der KVB BGL (Kassenärztliche Vereinigung Bayern im Berchtesgadener Land) im Rahmen der heutigen Sitzung des Corona-Krisenstabs die aktuelle Lage aus medizinischer Sicht.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 30 Covid-19-Patienten aus dem Landkreis stationär behandelt. Davon werden 6 Patienten intensivmedizinisch betreut.

Update, 15.40 Uhr - Ab Jahrgangsstufe 11 gilt im Landkreis Altötting ab 9. November Distanzunterricht

Aufgrund der stark steigenden Infektionszahlen findet laut dem Landratsamt Altötting für alle Klassen ab Jahrgangsstufe 11 ab nächsten Montag, 9. November, bis Freitag, 27. November Distanzunterricht statt.

Klassen- und jahrgangsstufenübergreifender Unterricht und ganztägige Betreuung sind laut Landratsamt auf das unabdingbare Maß zu reduzieren. Nicht notwendige, insbesondere klassen- und jahrgangsstufenübergreifende Wahlangebote und Arbeitsgemeinschaften dürfen nicht angeboten werden.

>>>Den ganzen Artikel hier nachlesen<<<

Update, 15.38 Uhr - Absoluter Negativrekord: 7.416 Neuinfektionen in Österreich

Die Wucht der zweiten Corona-Welle nimmt auch in Österreich zu. Binnen 24 Stunden wurden laut Innen- und Gesundheitsministerium 7416 Neuinfektionen gezählt, ein Höchstwert. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in Kliniken und auf Intensivstationen stieg weiter.

Nach Angaben vom Donnerstag verbreitet sich das Virus besonders in den Bundesländern Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich und Wien. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Neuinfektionen deutlich über dem deutschen Niveau. In Österreich leben knapp neun Millionen Menschen.

Update, 15.24 Uhr - Fast 100 Neuerkrankungen in Landkreisen Traunstein und Mühldorf

In den Landkreisen Mühldorf und Traunstein erkrankten zusammengerechnet fast 100 Menschen neu an Corona:

Landkreis Mühldorf: 33 Neuerkrankte, Klasse in Quarantäne

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Mittwoch, 4. November 33 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 5. November 2020, 8 Uhr). 

Ein positiv bestätigter Schüler besucht eine Klasse des Beruflichen Schulzentrums Mühldorf, die entsprechende Klasse befindet sich in Quarantäne. 

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 290 aktive Fälle, davon werden 13 Personen stationär behandelt. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 200,2. 

Landkreis Traunstein: 65 Neuinfektionen

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 637 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 207,54. Seit der letzten Pressemitteilung am 4. November sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 65 Neuinfektionen eingegangen. Ermittlungen und Kontaktaufnahmen werden durch das Gesundheitsamt Traunstein sieben Tage die Woche durchgeführt.

Es liegen somit insgesamt 2300 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1572 Personen (49 Personen mehr seit der Meldung vom 04.11.2020).

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 35 COVID-19-Patienten behandelt, davon 30 auf der Normalstation und fünf auf der Intensivstation.

Update, 14.40 Uhr - Bayerische Verwaltungsrichter lehnen Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag gegen die Schließung von Gaststätten und das Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Krise abgelehnt. Die Regelungen seien „nicht offensichtlich rechtswidrig“, erklärte das Gericht am Donnerstag. Eine Hotelkette hatte gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen geklagt.

Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass das Gericht den Maßnahmen insgesamt zustimmt. Vielmehr wiederholte der Senat auch Zweifel an der Grundlage für die jetzt beschlossenen Maßnahmen. Bei einem Eilverfahren müsse aber eine Folgenabwägung getroffen werden und dabei überwiege „im Hinblick auf die enorm steigenden Infektionszahlen das Schutzgut Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen die betroffene freie wirtschaftliche Betätigung.“

Die Maßnahmen seien nicht offensichtlich unverhältnismäßig - auch deswegen, weil für die betroffenen Betriebe Entschädigungen angekündigt worden seien.

Update, 14.10 Uhr - Dutzende Personen positiv getestet - Corona-Ausbruch in Priener Klinik

Die Reha-Klinik Medical Park Kronprinz in Prien hat wegen eines Corona-Ausbruchs den Betrieb heruntergefahren. Wie Heiko Leske, Sprecher des Medical Parks im Gespräch mit rosenheim24.de bestätigt, wurde vor zwei Wochen bei einigen Mitarbeitern der Klinik eine Corona-Erkrankung festgestellt. Insgesamt waren bis Dienstag, den 3. November, 24 Mitarbeiter und 35 Patienten positiv getestet worden.

>>>Auch die OVB-Heimatzeitungen berichten darüber (Plus-Artikel)<<<

Update, 12.36 Uhr - Kritik an Abwicklung von Pendler-Tests im Raum Rosenheim

Die Wirtschaft im Raum Rosenheim fordert eine bessere Abwicklung der verpflichtenden Corona-Tests für Berufspendler aus Österreich. „Leider gibt es in Stadt und Landkreis Rosenheim bislang nur ein Testzentrum, in dem sich Berufspendler testen lassen können. Dieses liegt mitten in der Stadt und damit für Pendler, die im Landkreis arbeiten, nur mit Umwegen zu erreichen. Dazu sind die Tests von Montag bis Freitag ausschließlich zwischen 9 Uhr und 17 Uhr und damit nur in der regulären Arbeitszeit möglich“, bemängelt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. 

Der Arbeitsalltag der Mitarbeiter in den Betrieben werde dadurch beeinträchtigt und gestört, hieß es. Die IHK verwies auch auf bereits erfolgte Verbesserungen in anderen Landkreisen der Region, wie beispielsweise im Berchtesgadener Land. Darüber hinaus sei für die Wirtschaft wichtig, dass es keine Kapazitätsengpässe gebe und die Testergebnisse so schnell wie möglich übermittelt würden.

Update, 11.37 Uhr - Söder: „Schulen und Kita bleiben geöffnet“

Ungeachtet der drastisch gestiegenen Corona-Zahlen soll es an bayerischen Schulen auf absehbare Zeit keine automatischen Klassenteilungen oder gar Schulschließungen geben - weder in Landkreisen noch in kreisfreien Städten. Selbst in Corona-Hotspots sollen Schulen nicht automatisch auf einen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht umstellen, sondern allenfalls einzelne, betroffene Schulen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München zu den Ergebnissen eines Spitzengesprächs mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern am Vortag.

Schule und Kita bleiben in Bayern geöffnet“, unterstrich Söder. Das gelte so lange, bis ein Gesundheits- oder Schulamt feststelle, dass die Infektionsgefahr in einer bestimmten Einrichtung zu groß sei. Der Regierungschef forderte sehr deutlich, den Leistungsdruck an den Schulen angesichts der Corona-Krise nicht unnötig zu erhöhen und etwa im Eiltempo Proben schreiben zu lassen. Auch die Lehrpläne müssten, wo notwendig, an das Infektionsgeschehen angepasst werden.

Update, 10.50 Uhr - Minister Piazolo live zum Schulgipfel

Im Vorfeld des Schulgipfels am Mittwoch kam es teils zu äußerst kontroversen Diskussionen. Schülervertreter berichteten von überfüllten Schulbussen und Klassen ohne Luftfilter. Der Bayerische Elternverband (BEV) schrieb einen geharnischten Brief an Kultusminister Michael Piazolo ein sofortiges Umsteuern. Inhalt der Kritik war auch die Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Familien und IT-Probleme. Das Vorgehen wurde von Piazolo als „befremdlich“ beurteilt. Beim Gipfel selbst sollen sich die Gemüter wieder etwas beruhigt haben. Am Donnerstag berichtet der Minister live über die Ergebnisse des Gipfels:

Update, 10.22 Uhr - Austro-Ärzte üben deutliche Kritik an Österreichs Regierung

Vor wenigen Tagen rüffelte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder den österreichischen Kanzler Sebastian Kurz recht deutlich: Dieser habe mit den Corona-Maßnahmen zu lange gewartet. Nun melden sich auch österreichische Ärzte zu Wort - und äußern sich ähnlich wie Söder. Wie die „Krone“ berichtet, kritisiert Prim. Dr. Richard Greil vom Uniklinikum Salzburg, dass der österreichische Lockdown sechs Wochen zu spät gekommen sei. Der Virologe ergänzt, aufgrund der Entwicklung des Infektionsgeschehens sei absehbar gewesen, dass eine solche Maßnahme notwendig würde. Zwei in dem „Krone“-Artikel erwähnte Experten halten weitere Lockdowns indes für wahrscheinlich.

Update, 9.39 Uhr - Südtirol im „Teil-Lockdown“ - Hochrisikozonen eingerichtet

Nächtliche Ausgangssperren und Risikozonen mit Reiseverboten: Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle schränkt Italien die Bewegungsfreiheit der 60 Millionen Bürger ab Freitag, 6. November, verstärkt ein. Die Ausgangssperre gilt dann von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Außerdem teilt die Regierung in Rom das Land in drei Risikozonen ein und erlässt Teil-Lockdowns für besonders gefährdete Gebiete. Ministerpräsident Giuseppe Conte kündigte am Mittwochabend im Fernsehen an, dass die wirtschaftsstarke Lombardei und das Piemont sowie das Aostatal zu den roten Zonen gehören sollen. Im Süden werde Kalabrien zur Hochrisikozone zählen. Südtirol war von sich aus schon am Mittwoch mit einem Teil-Lockdown gestartet.

In den Zonen mit hohem oder sehr hohem Risiko - sie werden meist als orange und rote Zonen bezeichnet - wird das Verlassen des Wohnorts und der Region beschränkt. Als Ausnahmen gelten die Arbeit oder medizinische Gründe. Zudem müssen dort Bars und Restaurants schließen. Betroffen von den Maßnahmen sind mehr als ein Viertel aller italienischen Bürger, rund 16 Millionen Menschen. Die Verschärfung gilt zunächst für vier Wochen bis zum 3. Dezember. Im ganzen Land müssen alle Museen schließen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen nur noch halbvoll sein. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. Einkaufszentren sollen am Wochenende großteils dicht sein.

Update, 8.20 Uhr - „Corona-Streit“ in Kaufhaus in Rosenheim

In einem Kaufhaus in der Rosenheimer Innenstadt gab es am Mittwochnachmittag, 4. November, „Corona-Ärger“. Ein 78-jähriger Mann aus Berlin nutzte dabei gegen 14.30 Uhr die Rolltreppe, als sich ein 27-Jähriger aus Landsberg am Lech an ihm vorbei drängelte - ohne den Mindestabstand einzuhalten. Als sich der Berliner darüber beschwerte und auf die geltenden Hygienemaßnahmen hinwies, kam es zunächst zu einem verbalen Streit.

Dann wurde es jedoch „handfest“: Im weiteren Verlauf verpasste der Berliner dem Landsberger dann einen Fußtritt gegen das Schienbein. Die inzwischen alarmierten Beamten der Rosenheimer Polizei leiteten anschließend ein Strafverfahren wegen Körperverletzung gegen den Berliner ein. Eine ärztliche Behandlung des 27-Jährigen war vor Ort nicht erforderlich.

Update, 7.19 Uhr - Neuer Höchstwert: Fast 20.000 neue Corona-Fälle

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat laut Robert-Koch-Institut (RKI) mit 19.990 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht (Stand: 5. November, 0 Uhr). Den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet. Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 597.583 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 118 auf insgesamt 10.930. Rund 391.000 Menschen gelten als bereits wieder genesen.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht bei 0,81 (Stand: 4. November; Vortag: 0,94). Das heißt, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92 (Stand: 4. November; Vortag: 0,98). Er zeigt das Geschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 6.45 Uhr - Kreis Traunstein reißt 200er-Marke - Weitere Todesfälle

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 5. November).

Die Corona-Zahlen bzw. die 7-Tage-Inzidenzen in der Region sind im Vergleich zu Dienstag - am Mittwoch, 4. November, gab es beim zuständigen Robert-Koch-Institut (RKI) teilweise große Datenprobleme - wieder größtenteils deutlich gestiegen. Sowohl Stadt (von 206,1 auf 248,6) als auch Landkreis Rosenheim (von 205,1 auf 246,8) „kratzen“ bei der Inzidenz nun an der 250er-Marke. Zudem gab es im Landkreis Rosenheim einen weiteren Todesfall (jetzt 207). Außerdem überstieg die Gesamtzahl der bisherigen Corona-Infektionen im Landkreis erstmals die Grenze von 4000 (jetzt 4134 Fälle).

Sehr angespannt ist die Lage weiterhin auch im Landkreis Traunstein. Dort stieg die 7-Tage-Inzidenz um über 50 Zähler von 157,3 auf 207,5 und liegt damit nun ebenfalls über der 200er-Marke. Zudem meldete das RKI für den Landkreis zwei weitere Todesfälle (jetzt 91 Tote). Auch der Landkreis Mühldorf ist mit einer 7-Tage-Inzidenz von 199,4 (vorher 158,8) ganz knapp an der 200er-Marke.

Eine moderate Steigerung gab es im Landkreis Altötting (von 131,8 auf 136,3). Allerdings überschritt der Landkreis bei der Gesamtzahl der Infektionen jetzt als letzter Kreis in der Region auch die 1000er-Marke (jetzt 1033 Fälle). Im Landkreis Berchtesgadener Land sank die Inzidenz von 252,1 auf 207,7.

Deutscher Lehrerverband gegen versetzte Schulanfangszeiten

Im Unterricht müssen sie Abstand halten, in den Bussen (und oft auch anderen öffentlichen Verkehrsmitteln) stehen die bayerischen Schüler dann dicht an dicht: Viele haben dafür kein Verständnis. Als Lösung wird gern die Entzerrung des Schülerverkehrs durch versetzte Anfangszeiten des Unterrichts genannt. Eine entsprechende Forderung hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erhoben.

Beim Deutschen Lehrerverband wird dies skeptisch beurteilt (News-Ticker Mittwoch, 4. November). „Das stößt sehr schnell an Grenzen“, sagte hingegen Lehrerverband-Präsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dies habe mehrere Gründe. Das Hauptargument aber sei: „Da ist dann zwar vielleicht ein bisschen weniger los in den Bussen und in den Pausen, aber am Grundproblem ändert sich nichts. Und das Grundproblem ist die volle Klasse. In der Schule haben sie trotzdem die vollen Klassenzimmer.“

Auch auf einer ganz praktischen Ebene sei der Vorschlag, die Anfangszeiten des Unterrichts zu staffeln, vielerorts nicht umsetzbar. Zum einen beförderten die Schulbusse in vielen Landkreisen zugleich Berufspendler. Doch selbst wo es reine Schulbusse gebe, würden die Fahrzeuge außerhalb der Standard-Zeiten bereits zu anderen Zwecken eingesetzt, „so dass zusätzliche Kapazitäten wenn, dann nur in einzelnen Regionen, aber nicht flächendeckend realisiert werden können.“ Auch würden versetzte Zeiten neue Probleme etwa bei der Mittagsverpflegung bereiten, die dann ebenfalls zeitlich ausgedehnt werden müsste.

Meidingers Gegenvorschlag dazu: „Wenn man wirklich bei stark steigenden Infektionszahlen wirksamen Gesundheitsschutz machen möchte, muss man tatsächlich wieder in den Wechselbetrieb gehen, das heißt, Klassen halbieren und die eine Hälfte in der einen Woche oder am einen Tag und die andere Hälfte in der anderen Woche oder am anderen Tag in der Schule unterrichten.“

mw/dpa

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