News-Ticker zur Corona-Pandemie

Trotz Klagen von Kommunalpolitikern: Bayern plant kein Wander- und Wintersportverbot

Bayern plant kein Wander- und Wintersportverbot
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Wandern und Wintersport bleibt in Bayern erlaubt.

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag (29. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 214,0, Landkreis Rosenheim 155,7, Landkreis Traunstein 149,4, Landkreis Berchtesgadener Land 121,8, Landkreis Mühldorf 126,9, Landkreis Altötting 102,2 (Quelle/Stand: RKI, 29 Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2270, Landkreis Rosenheim 8339, Traunstein 5541, Berchtesgadener Land 2623, Mühldorf 3237, Altötting 2866 (Quelle/Stand: RKI, 29. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 34, Landkreis Rosenheim 312, Traunstein 148, Berchtesgadener Land 61, Mühldorf 71, Altötting 104 (Quelle/Stand: RKI, 29. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 30.978 Todesfälle in Deutschland (6398 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.09 Uhr - Spahn: Auch nach dem 10. Januar „ohne Zweifel“ noch Beschränkungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stimmt die Bevölkerung darauf ein, dass die umfassenden staatlichen Corona-Beschränkungen auch nach Ablauf der Frist am 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden.

Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland „bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in den ARD-Tagesthemen. Deshalb werde es nach dem 10. Januar „ohne Zweifel Maßnahmen geben“. In welchem Umfang, müsten dann Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, „dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können“, sagte er.

Zu den Problemen bei der Terminvergabe für die Corona-Impfung sagte Spahn, zu Beginn ließen sich Wartezeiten in den Telefonleitungen leider nicht vermeiden. Er könne nur um Verständnis und Geduld bitten. Da jedes Bundesland ein anderes System habe, herrsche „etwas förderales Durcheinander“.

Spahn trat erneut dem Eindruck entgegen, der Rest der Welt habe ganz viel Impfstoff und Deutschland habe keinen. „Wir beginnen alle unter den Bedingungen der Knappheit.“

Update, 21.15 Uhr - Wandern bleibt erlaubt - Herrmann: keine weiteren Verbote

Trotz Klagen von Kommunalpolitikern über die Tagesausflügler am Alpenrand plant die Staatsregierung kein Wander- und Wintersportverbot.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verwies am Dienstag auf die bayerische Verfassung: „Auf der anderen Seite gibt es das Recht auf freien Genuss der Natur nach unserer Verfassung“, sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk. „Und die Menschen dürfen wandern gehen, sie dürfen spazieren gehen.“

Die Staatsregierung appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, bei ihren Ausflügen die Abstände zu wahren und größere Ansammlungen zu vermeiden. Aber Verschärfungen sind nicht geplant: „Wir sehen im Moment keinen Anlass, weitere Verbote zu erlassen“, sagte der Innenminister.

Zuvor hatte der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU) per SMS einen Hilferuf an Ministerpräsident und Parteifreund Markus Söder geschickt. Der Tagestourismus ufere vor allem am Spitzingsee und Schliersee aus, schrieb von Löwis nach Angaben des Landratsamts vom Montag. „Es brennt wirklich.“

Polizei und Innenminister sehen das weniger dramatisch: „Insgesamt hat die Polizei auch im Voralpenland keine drastischen Überschreitungen der geltenden Regelungen feststellen können“, sagte Herrmann im BR.

Die Polizei will an beiden Seen zum Jahreswechsel verstärkt kontrollieren. Viele Besucher hätten letztes Wochenende ihre Fahrzeuge in verbotenen Bereichen abgestellt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. “Das ist aber nicht so außergewöhnlich.“ Es gab demnach erheblichen Ausflugsverkehr - „wie an allen anderen Wochenenden auch“.

Landrat Löwis hatte gefordert, der Appell zum Daheimbleiben müsse durch Regeln bei der Ausgangsbeschränkung untermauert werden. Das örtliche Krankenhaus befürchte „zu Recht, dass die Notaufnahme durch die vermutlich vermehrt auftretenden Verletzungen überlastet wird“.

Bisher haben allerdings weder Bergwacht noch Polizei über eine auffällige Häufung von Unfällen berichtet. Die meisten Unfälle im winterlichen Gebirge ereignen sich nach den Statistiken des Alpenvereins üblicherweise auf den Pisten der Skigebiete. Dort sind in diesem Winter zwar mehr Tourengeher unterwegs, doch insgesamt sehr viel weniger Besucher, da die Lifte nicht fahren.

Update, 20.11 Uhr - Berliner Polizei will Verbot von „Querdenken“-Demo durchsetzen

Die Berliner Polizei möchte das Verbot der geplanten „Querdenken“-Demonstration am Mittwoch in Berlin entschlossen durchsetzen. Die Beamten stellten sich darauf ein, dass trotz des Verbots Demonstranten am Mittwoch in die Hauptstadt kommen, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Der Zustrom von Menschen zu verbotenen Versammlungen solle unterbunden werden.

Neben der verbotenen Demo wurden für den Tag mehrere Gegenveranstaltungen angemeldet, darunter zwei Fahrradkorsos. Die Polizei will nach eigenen Angaben mit 2000 Beamten im ganzen Stadtgebiet im Einsatz sein.

Am vergangenen Mittwoch war die für den 30. Dezember in Berlin geplante „Querdenken“-Demonstration gegen staatliche Beschränkungen in der Corona-Krise verboten worden. Für die Kundgebung hatten die Kritiker der Corona-Politik 22.500 Teilnehmer auf der Straße des 17. Juni angemeldet.

Ursprünglich war die Demonstration unter dem Motto „Willkommen 2021 - das Jahr der Freiheit und des Friedens“ an Silvester geplant gewesen. Wegen des allgemeinen Versammlungsverbots hatten die Organisatoren die Demonstration um einen Tag vorverlegt.

Der Gründer der „Querdenken“-Initiative Michael Ballweg hatte mit Blick auf die Demonstration in Berlin dazu aufgerufen, sich an das Verbot der „Querdenken“-Demo zum Jahreswechsel zu halten und weder am 30. noch am 31. Dezember oder am 1. Januar nach Berlin zu fahren.

Update, 19.05 Uhr - Wirteverband für Lockerungen für Corona-Geimpfte offen

Der bayerische Hotel- und Gaststättenverband kann sich gelockerte Corona-Regeln für Geimpfte gut vorstellen. Auch Kindergärten verlangten Impfungen. Und wenn 50 Menschen im Gasthaus zusammen feiern wollen „und alle geimpft sind, warum nicht?“, sagte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer am Dienstag in München: „Ich würde da relativ pragmatisch vorgehen.“

Die Wirte vertrauten voll auf die Zusage der Bundesregierung, mit den November- und Dezemberhilfen 75 Prozent des entgangenen Umsatzes ersetzt zu bekommen - auch wenn sie bislang noch „keine wesentlichen Zahlungen erhalten“ hätten.

Allerdings hätten viele Wirte schon ihre gesamten Ersparnisse samt Altersvorsorge eingesetzt und sich verschuldet, „57 Prozent der Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet“ sagte Inselkammer. „Die Not ist brutal.

Auf der anderen Seite hätten viele Menschen erfahren, dass das Leben ohne die Wirtshäuser ärmer sei: „Wenn wir wieder aufsperren, wird die Nachfrage sehr groß sein“, sagte Inselkammer. Aus der Not heraus hätten auch viele Wirte mit dem Außer-Haus-Verkauf Geld verdient oder andere neue Konzepte ausprobiert. Davon werde manches bleiben, auch wenn es immer nur ein Zusatzgeschäft sein könne.

Update, 17.55 Uhr - Silvester-Feuerwerk auf Privatgrund in Augsburg weiterhin erlaubt

Böllern in privaten Gärten oder auf Balkonen bleibt an Silvester und Neujahr in der Stadt Augsburg erlaubt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) entschied am Dienstag in München, dass es sich bei einem flächendeckenden Feuerwerksverbot „nicht um eine infektionsschutzrechtlich „notwendige“ und damit verhältnismäßige Maßnahme im Sinne des Infektionsschutzgesetzes“ handle.

Die Stadt Augsburg wollte Feuerwerke auf privaten Flächen verbieten, um Unfälle zu vermeiden und das medizinische Personal zu entlasten. Das ansässige Uniklinikum sei wegen der Corona-Pandemie stark belastet.

Das Verwaltungsgericht in Augsburg hatte schon letzte Woche das von der Stadt ausgesprochene flächendeckende Feuerwerksverbot gekippt. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte nun das Urteil, nachdem die Stadtverwaltung am Montag Beschwerde eingereicht hatte.

In Mittelfranken hingegen haben Kommunen ein flächendeckendes Böllerverbot an Silvester und Neujahr beschlossen. Demnach dürfen Bürger weder in den Stadtgebieten noch in ihrem Garten oder auf dem Balkon Pyrotechnik zünden.

Update, 16.48 Uhr - Fast 42.000 Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft

Bis einschließlich Montag haben in Deutschland 41 962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Das berichtete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag. Der Anstieg im Vergleich zum Vortag betrug demnach 19 084 Impfungen. Das ist allerdings nicht die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften, sondern kann auch Nachmeldungen einschließen, wie das RKI schreibt.

Die Daten legten nahe, dass in den ersten Tagen - entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission - vor allem mobile Impfteams in Altenheimen impften, erläutert RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher mit Blick auf die eher geringe Zahl an Impfungen bundesweit. Das sei sicherlich aufwändiger, als Impfungen in gut organisierten Impfzentren durchzuführen. Ob und wie viele mobile Impfteams zum Einsatz kämen und wann die Impfzentren an den Start gingen, entschieden die Bundesländer.

Eine Impfquote, also den Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung, nennt das RKI zunächst nicht. Dazu sei die Zahl der Geimpften derzeit noch zu gering, sagte Glasmacher.

Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.

Update, 15.48 Uhr - 48 Neuinfektionen im Landkreis Traunstein

Seit der letzten Pressemitteilung am 28. Dezember sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 48 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 5591 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden.

Beim Gesundheitsamt Traunstein sind seit der letzten Pressemitteilung zwei Todesmeldungen eingegangen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um eine Frau im Alter von 87 Jahren und einem Mann im Alter von 67 Jahren. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 151 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Als genesen gelten mindestens 3723 Personen (32 Personen mehr seit der Meldung vom 28.12.2020). Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 65 COVID-19-Patienten behandelt, davon 49 auf der Normalstation und 16 auf der Intensivstation.

Update, 14.59 Uhr - Verband: Kliniken können bald Gehälter nicht mehr zahlen

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schlägt angesichts der coronabedingten Betriebseinschränkungen Alarm: „Wenn die Bundesregierung die Hilfen nicht deutlich erhöht, werden flächendeckend Kliniken bereits im ersten Quartal 2021 nicht mehr die Gehälter ihrer Mitarbeiter zahlen können“, sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Das Geld aus der Regelversorgung fehlt.“ Die Krankenhäuser verfügten nur noch begrenzt über finanzielle Mittel.

Die Bundesregierung hatte Mitte Dezember einen neuen Rettungsschirm für die Krankenhäuser aufgespannt. Nach dem Konzept des Gesundheitsministeriums erhalten diese in besonders coronabelasteten Gebieten Ausgleichszahlungen, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten frei halten.

Davon würden aber lediglich 25 Prozent der Kliniken erfasst, erklärte Gaß. Der Verbandspräsident schlug vor, dass die Kliniken auf der Basis von 2019 monatlich ihr Budget erhalten sollten und Ende 2021 genau abgerechnet wird.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sicherte am Dienstag ausreichende Finanzmittel zu. „Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen“, sagte er dem RND. Das Thema könnte auch bei den nächsten Beratungen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am 5. Januar auf der Tagesordnung stehen.

Zwei Drittel aller Klinikbetreiber rechnen im Gesamtjahr 2020 mit Verlusten, wie aus dem aktuellen Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) hervorgeht, das dem Berliner „Tagesspiegel“ (Dienstag) vorliegt. 18 Prozent der knapp 2000 Kliniken mit 1,3 Millionen Mitarbeitern beurteilen ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut.

Update, 14.04 Uhr - Landkreis Berchtesgadener Land meldet elf Neuinfektionen und einen Todesfall

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern elf weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 2649 (Meldestand: 29.12.2020, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell bei 121,8 (Stand: 29.12.2020, 0 Uhr). Von den insgesamt 2649 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land bestätigten Fälle sind 2430 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Im Landkreis gibt es aktuell 157 aktive Fälle.

Seit der letzten Meldung wurde dem Gesundheitsamt ein weiterer Corona-Todesfall gemeldet. Dabei handelt es sich um eine Frau im Alter von 91 Jahren. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen erhöht sich somit auf 62. Bei allen positiv getesteten COVID-19-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 226 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

Update, 13.24 Uhr - Ausflug in die Berge endet mit Anzeige wegen Corona-Verstoß

Sie wollten in die Berge und mit ihrem Auto im Schnee driften - doch die Fahrt von zwei Männern hat mit einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen die Corona-Vorschriften geendet. „Schließlich ist „Driften“ kein „triftiger Grund“ im Sinne der Corona-Vorschriften“, schrieb die Polizei am Dienstag. Das Verlassen der Wohnung ist in Bayern wegen der Corona-Ausgangsbeschränkung nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt, nachts sind die Regeln besonders streng.

Die 24- und 26-Jährigen fuhren von Niedersachsen in Richtung Oberbayern. Im Grenzgebiet zu Österreich wollten sie mit dem Auto über die schneebedeckten Straßen rutschen. Zum sogenannten Driften in den Bergen hatte sie ein Video aus dem Internet inspiriert. Doch Beamte der Verkehrspolizei Hof zogen die beiden Männer am Dienstag kurz nach Mitternacht auf der A9 bei Berg (Landkreis Hof) aus dem Verkehr.

Update, 12.17 Uhr - 30 neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf – drei weitere Todesfälle 

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn sind drei weitere Personen verstorben, die mit dem Corona-Virus infiziert waren. Seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 28. Dezember gibt es 30 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 29. Dezember 2020, 8 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. 

Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 317 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 155,35.

Update, 11.09 Uhr - Intensivmediziner befürchten verschärften Personalmangel

Der Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern infolge der Corona-Pandemie könnte sich aus Sicht der Intensivmediziner noch verstärken. „Wir befürchten durch die monatelangen Belastungen, die die Pflegekräfte jetzt mitgemacht haben auf den Intensivstationen, dass wir Anfang kommenden Jahres Leute haben werden, die unter der Last zusammenbrechen und nicht mehr resilient genug sind und tatsächlich dann ins Aus gehen“, sagte der Chef der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Uwe Janssens, am Dienstag im ZDF-“Morgenmagazin“. „Die Lage auf den Intensivstationen ist nach wie vor wirklich sehr angespannt.“ Man kämpfe weiter mit den Folgen der hohen Infektionszahlen der vergangenen Wochen.

Janssens mahnte ein einheitliches Gesamtkonzept der Politik an. Es müsse mit einer Stimme gesprochen werden, und es müssten Ziele weit für das Jahr 2021 formuliert werden. Den Zielwert etwa von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen nannte Janssens „ein wenig zu hoch gesteckt“. Niedrige Ziele, anhaltend wären für die Medizin und die Belastung des Gesundheitssystems „sehr, sehr wichtig“.

Mit Blick auf die Impfbereitschaft unter medizinischem Fachpersonal sprach Janssens von einer „gewissen Impfskepsis“. Auch die Beschäftigten im Medizinbereich müssten mitgenommen und überzeugt werden, sich impfen zu lassen - für sich selbst, aber auch für die Allgemeinheit. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben. Die ersten Ergebnisse der Impfung seien „sehr, sehr ermutigend“.

Update, 10.11 Uhr - Landkreis Altötting meldet neun neue Corona-Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt neun neue Corona-Fälle gemeldet (Stand 28. Dezember, 17 Uhr). Die Gesamtzahl der Fälle stieg damit auf 2896. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz beträgt laut Landratsamt somit 102,2. Der Kreis hat aktuell 301 aktive Corona-Fälle.

Update, 9.25 Uhr - Miesbacher Landrat schickt Hilfe-SMS an Söder

Die Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach sind so hoch wie nie zuvor. Doch der Tagestourismus ist überbordend, wie Landrat Olaf von Löwis feststellt. Per SMS hat er sich an Ministerpräsident Markus Söder und Landtagspräsidentin Ilse Aigner gewandt und um Hilfe gebeten: „Bei uns ufert der Tagestourismus aus“, habe er wörtlich geschrieben, lässt der Landrat mitteilen. „Es brennt wirklich.“ 

In einer Pressemitteilung des Landratsamtes untermauert Löwis seinen Vorstoß. Die Bilder von Autokolonnen und überfüllten Parkplätzen am Wochenende hätten ihn „entsetzt“, meinte der Landrat. „Ich verstehe ja, dass jeder bei schönem Wetter raus in die Natur will. Aber wir stecken mitten in einer weltweiten Pandemie!“ Da müsse man eben mal eine Zeit lang nur von der eigenen Haustüre aus spazieren gehen und könne nicht aufs Land fahren.

Löwis hofft nun auf die Unterstützung der Staatsregierung. Diese müsse den betroffenen Kreisen die notwendigen Mittel an die Hand geben, um den „überbordenden Ausflugstourismus in den Griff zu bekommen“. Es brauche eine gemeinsame Lösung, betont Löwis.

Update, 8.19 Uhr - RKI meldet elf Todesfälle in der Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 29. Dezember).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen haben sich in der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Aus dem Landkreis Berchtesgadener Land (von 109,5 auf 121,8) und der Stadt Rosenheim (von 210,9 auf 214,0) wurden steigende Inzidenz-Werte gemeldet. Der Landkreis Altötting (von 105,8 auf 102,2), der Landkreis Mühldorf (von 147,6 auf 126,9), Kreis Rosenheim (von 163,8 auf 155,7) und der Kreis Traunstein (von 157,9 auf 149,4) meldeten dagegen fallende Zahlen. 

Allerdings gab es in der Region leider auch wieder elf Todesfälle zu beklagen. Laut Robert-Koch-Institut (Stand 29. Dezember) starben sieben Personen im Kreis Altötting, drei im Landkreis Rosenheim und eine Person in der Stadt Rosenheim. Weitere Details zum Alter und/oder Wohnort des Verstorbenen wurde nicht bekannt.

Update, 7.21 Uhr - Kanzleramtschef Braun rechnet mit Verlängerung des Lockdowns

Kanzleramtschef Helge Braun hält eine Verlängerung des Corona-Lockdowns über den 10. Januar hinaus für wahrscheinlich. „Ich rechne damit, dass wir zunächst am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das Ganze noch nicht genau beurteilen können und deswegen den Lockdown noch fortsetzen müssen“, sagte Braun in einem Interview mit RTL/ntv. Der CDU-Politiker und Mediziner impfte am Montag in Gießen Mitarbeiter des Uniklinikums Gießen und Marburg.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 5. Januar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Die derzeitigen bundesweiten Einschränkungen mit der Schließung von Läden, Schulen und Kindergärten sind bislang bis zu diesem Tag befristet.

Auch Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich dafür aus, den harten Lockdown Anfang Januar zu verlängern. Die aktuellen Infektionszahlen seien trügerisch, sagte er RTL/ntv. Sein Eindruck sei, „dass die Menschen sich über Weihnachten sehr zurückgenommen haben.“ Sorge bereite ihm aber Silvester. „Ich habe große Sorge, dass an Silvester gefeiert wird. Das muss dringend unterbunden werden.“

12.892 Corona-Neuinfektionen und 852 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben binnen 24 Stunden 12.892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 852 weitere Todesfälle verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag bekannt gab. Diese Zahlen sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Dennoch war die Zahl der Todesfälle vor einer Woche mit 731 Fällen geringer. Ein Höchststand von 952 Todesfällen war am 16. Dezember registriert worden. Die Zahl der Neuinfektionen betrug vor einer Woche 19.528.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Dienstagmorgen bei 149,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Dienstag Sachsen mit 364,7 und Thüringen mit 273,7 den niedrigsten Wert hatte Mecklenburg-Vorpommern mit 77,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.664.726 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 29.12., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg bis Dienstag auf 30.978. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.277.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Montag bei 0,74 (Sonntag: 0,83). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 74 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird“.

mh/bcs/dpa

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