News-Ticker zur Corona-Pandemie

Söder fordert: „Lockdown muss verlängert werden!“

Markus Söder
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Markus Söder

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag und Sonntag (2. Januar/3. Januar) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 174,7, Landkreis Rosenheim 176,0, Landkreis Traunstein 172,0, Landkreis Berchtesgadener Land 263,4, Landkreis Mühldorf 152,8, Landkreis Altötting 85,2 (Quelle/Stand: RKI, 3. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2360, Landkreis Rosenheim 8752, Traunstein 5812, Berchtesgadener Land 2878, Mühldorf 3412, Altötting 2949 (Quelle/Stand: RKI, 3. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 35, Landkreis Rosenheim 322, Traunstein 153, Berchtesgadener Land 65, Mühldorf 78, Altötting 105 (Quelle/Stand: RKI, 3. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 34.272 Todesfälle in Deutschland (6868 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 18.36 Uhr - 61 000 Menschen bekamen Corona-Impfung - Hermann mahnt Reisende

Es holperte und polterte - und es hagelt Kritik. Dennoch hält Bayerns Gesundheitsministerin den Corona-Impfstart im Freistaat für gelungen. Trotz aller mit der Immunisierung verbundenen Hoffnungen ist aber wohl ein halbwegs normales Alltagsleben noch fern.

Bayern steuert in der Corona-Pandemie auf eine Verlängerung des Lockdowns zu. „Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der „Bild am Sonntag“ vor der für Dienstag geplanten Ministerpräsidenten-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). „Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch. Dabei sind die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar.“ (siehe Update 11.25 Uhr)

In Bayern waren am Sonntagmorgen mehr als 61 000 Menschen mit der ersten Impfdosis gegen das Coronavirus versorgt, wie der Staatssekretär und Leiter der Corona-Taskforce im bayerischen Gesundheitsministerium, Klaus Holetschek (CSU), am Sonntag der Deutschen Presse Agentur sagte.

Nach Angaben von Ministerin Melanie Huml (CSU) wurden bislang knapp 210 000 Impfdosen an Bayern geliefert. Da für eine erfolgreiche Immunisierung zwei Impfungen im Abstand von rund drei Wochen nötig sind, werde momentan etwa die Hälfte der gelieferten Impfdosen zurückgehalten. Die übrigen noch freien Dosen würden in den kommenden Tagen weiter verabreicht, bis am 8. Januar die nächste Lieferung von neuem Impfstoff erwartet werde.

„Man muss dabei immer bedenken, dass die Umsetzung des Impfkonzepts eine große logistische Herausforderung ist und viele Kräfte in den Landkreisen, den kreisfreien Städten und zum Beispiel beim THW, der Polizei oder dem Bayerischen Roten Kreuz eingebunden sind“, erläuterte Huml. Hinzu komme, dass alles von der Lieferung des Impfstoffs abhänge. Dieser müsse verlässlich und pünktlich eintreffen. „Vor diesem Hintergrund bin ich froh, dass der Start der Impfungen gut gelungen ist.“

Vergleichsweise wenige Impfungen erhielten Menschen im Alter von über 80 Jahren, die zu Hause leben. Viele beklagten, die Hotline-Nummer 116117, unter der zumindest in einigen Landkreisen Impftermine in einem der landesweit 99 Impfzentren vereinbart werden können, sei überlastet.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wies unterdessen darauf hin, dass für Reiserückkehrer nach Bayern inzwischen nicht nur eine Quarantänepflicht, sondern auch eine Testpflicht bestehe. Bei einer Schwerpunktkontrolle an den bayerischen Außengrenzen am 27. Dezember hätten 259 von 1276 kontrollierten Menschen kein Testergebnis vorlegen können - vor allem an den Flughäfen in Memmingen und Nürnberg. Der Test kann binnen 48 Stunden nach Einreise nachgeholt werden.

Die Corona-Zahlen in Bayern haben sich nach den Daten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zwar leicht erholt - allerdings unter dem Vorbehalt, dass über den Jahreswechsel weniger getestet worden sein könnte und nicht alle Gesundheitsämter Daten an das LGL weitergeleitet haben. Nach den vorliegenden Zahlen sind inzwischen 17 Landkreise und kreisfreie Städte wieder unterhalb eines Wertes von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen.

Update, 16.08 Uhr - Wohl keine Schulöffnung am 11. Januar in Bayern

Was passiert mit den Schulkindern nach Ferienende? Auf eine der heiß diskutiertesten Fragen im Corona-Lockdown könnte es unterschiedliche Antworten geben. Bayern schließt einen Sonderweg offenbar nicht aus.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hat sich gegen eine Öffnung von Bayerns Schulen nach Ferienende am 10. Januar ausgesprochen. „Wenn ich mir die aktuellen Infektionszahlen ansehe, gehe ich nicht von einem allgemeinen Präsenzunterricht für alle aus“, sagte Piazolo der „Augsburger Allgemeinen“ (Montagsausgabe). 

Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuvor in der „Bild am Sonntag“ zur Zurückhaltung bei der Schulöffnung gemahnt. „Es darf keine überstürzte Öffnung von Schulen und Kitas geben. Es wäre angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken. Es hat sich gezeigt, dass auch in der Schule Ansteckung und Verbreitung stattfinden. Gerade nach den Ferien ist die Gefahr am höchsten.“

Der Vorsitzende des Deutschen und des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, schlägt ein Modell entlang der Sieben-Tage-Inzidenzwerte pro 100 000 Einwohner in den einzelnen Regionen vor. „Präsenzunterricht bis 50, Wechselunterricht ab 50 und Fernunterricht ab 100 würden wir als Richtwert ins Feld schlagen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Piazolo kündigte auch die Möglichkeit eines bayerischen Sonderwegs an, sollten die Beratungen und Beschlüsse der Kultusministerkonferenz aller Bundesländer an diesem Montag sowie der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag nicht den bayerischen Vorstellungen entsprechen. „Bildung ist Ländersache, es kann durchaus sein, dass Bayern am Ende eigene schulpolitische Vorstellungen umsetzt.“

Update, 13.38 Uhr - 18-Jährige ohne Maske provozieren Polizei in Rosenheim

Zwei 18-jährige Rosenheimer waren am Neujahrstag gegen 13.45 Uhr zu Fuß in der Münchener Straße unterwegs. Die jungen Männer hatten jeweils eine Bierflasche dabei, prosteten einem vorbeifahrenden Polizeiauto laut grölend zu und tranken provokativ aus den Flaschen.

Die Beamten unterzogen die beiden daraufhin einer Kontrolle, da in diesem Bereich aufgrund der Allgemeinverfügung der Stadt zudem die Pflicht zum Tragen einer Mund-/Nasenbedeckung besteht. Die 18-Jährigen zeigten sich uneinsichtig und provozierend, berichtet die Polizeiinspektion Rosenheim. Bei der Kontrolle gaben beide zunächst reine Phantasienamen an, erst nach einer ausgiebigen Belehrung rückten die Rosenheimer mit ihren richtigen Namen raus.

Gegen die beiden Männer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet, da sie keinen Mund-/Nasenschutz trugen. Nach Vorgaben des Infektionsschutzes ist es auch untersagt, Alkohol im öffentlichen Raum zu konsumieren und die Nennung von falschen Personaldaten hat ebenfalls ein Bußgeldverfahren zur Folge.

Update, 11.25 Uhr - Söder für Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine Verlängerung der bis 10. Januar befristeten Corona-Beschränkungen um weitere drei Wochen. „Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen“, sagte er der „Bild am Sonntag“ vor der für Dienstag geplanten Ministerpräsidenten-Konferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

„Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch. Dabei sind die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar.“ Dies könne man erst Mitte Januar genau beurteilen, sagte Söder. „Wir müssen konsequent bleiben und dürfen nicht wieder zu früh aufgeben. Das war die Schwäche der Corona-Politik in Deutschland: zu spät begonnen und zu früh aufgehört.“

Söder sprach sich auch für eine längere Schließung von Kitas und Schulen aus - und für eine angepasste Ferienplanung: „Es darf keine überstürzte Öffnung von Schulen und Kitas geben. Es wäre angesichts der hohen Infektionszahlen verantwortungslos, Lehrer und Schüler einfach wieder komplett in die Schulen zu schicken. Es hat sich gezeigt, dass auch in der Schule Ansteckung und Verbreitung stattfinden. Gerade nach den Ferien ist die Gefahr am höchsten.“

Am Dienstag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder die Situation besprechen. Dabei soll auch entschieden werden, ob der aktuelle Lockdown nach dem 10. Januar fortgesetzt wird. Die Länder sind sich einem Medienbericht zufolge zwar grundsätzlich über die Verlängerung einig - aber nicht darüber, ob sie zwei oder drei Wochen dauern soll. Die Staatskanzleichefs hätten sich bei einer Telefonkonferenz am Samstagnachmittag nicht einigen können, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Vor allem die stark von der Corona-Pandemie betroffenen Länder seien für einen Lockdown bis zum 31. Januar.

Update, 9.55 Uhr - Zahlen im Berchtesgadener Land steigen weiter - keine neuen Todesfälle in der Region

In der Region gab es seitens der zuständigen Gesundheitsämter seit gestern keine neuen Todesmeldungen in Zusammenhang mit bestätigten Covid-19-Infektionen.

Unterdessen steigen allerdings die Zahlen im Berchtesgadener Land weiter stark an. Der Wert der 7-Tage-Inzidenz liegt laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Sonntag bei 263,4 - am Vortag lag der Wert noch bei 236,0. In den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Altötting und Mühldorf sowie der Stadt Rosenheim sanken die Werte für die 7-Tage-Inzdenz hingegen im Vergleich zum Vortag.

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 3. Januar).

Den weiterhin niedrigsten Inzidenzwert der Region weist aktuell der Landkreis Altötting mit 85,2 auf - gefolgt vom Landkreis Mühldorf (152,8). Die Landkreise Rosenheim (176,0), Traunstein (172,0) sowie die Stadt Rosenheim (174,7) liegen derzeit bei der 7-Tage-Inzidenz eng beisammen.

Update, 3. Januar 7.58 Uhr - 10.315 Corona-Neuinfektionen und 312 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 139,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 329,7 und Thüringen mit 248,9. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.765.666 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 3. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.272. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.381.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,95. Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert gegebenenfalls unterschätzt wird“.

Update, 2. Januar 20.30 Uhr - Lockdown-Verlängerung offenbar fix! 

Der zweite Lockdown in Deutschland wird offenbar verlängert: Die Bundesländer sind sich mehreren Medienberichten zufolge über die erwartete Verlängerung der Corona-Beschränkungen über den 10. Januar hinaus einig - allerdings nicht über die Dauer. Die Chefs der Staatskanzleien hätten sich bei einer Telefonkonferenz am Samstagnachmittag nicht einigen können, ob die Verlängerung zunächst für zwei oder drei Wochen beschlossen werden sollte, berichtet zum Beispiel die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Teilnehmer.

Vor allem die besonders stark von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen seien für einen weiteren sogenannten Lockdown bis zum 31. Januar eingetreten. Bremen, Hamburg und Hessen hätten dazu geneigt, schon früher neu zu entscheiden. Ähnlich sei es beim Thema Schulen und Kindergärten gewesen: Die stark betroffenen Länder hätten sie weiter geschlossen halten wollen, die weniger stark betroffenen hätten Kindergärten und Schulen bis zur siebten Klasse ab dem 11. Januar wieder öffnen wollen. In höheren Klassen soll dann Wechsel- oder Distanzunterricht abgehalten werden.

Eine Entscheidung soll am kommenden Dienstag fallen.

Update, 19.18 Uhr - Aktuelle Fallzahlen in der Region

Stadt/Landkreis Rosenheim:

Das Gesundheitsamt Rosenheim meldet für die Stadt zwölf und für den Landkreis 32 Neuinfektionen. Damit liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Gesundheitsamt in der Stadt bei 187,25 und im Landkreis bei 180,23.

Seit Pandemie-Beginn wurden in Stadt und Landkreis Rosenheim insgesamt 11.095 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Landkreis Berchtesgadener Land:

Das Gesundheitsamt informiert, dass es seit Silvester 29 weitere bestätigte Corona-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land gibt. Die Gesamtzahl der seit März registrierten Corona-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 2.780. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert liegt laut Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell bei 236.

Von den insgesamt 2.780 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land bestätigten Fälle sind 2.513 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Im Landkreis gibt es aktuell 202 aktive Fälle. In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 51 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden vier Patienten intensivmedizinisch betreut. Hinweis: Einige dieser Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten Corona-19-Fälle des Berchtesgadener Landes.

Landkreis Altötting: 

Wie das Landratsamt mitteilt, wurden am Neujahrstag 17 neue Fälle im Landkreis Altötting bekannt. Allein zehn betroffene Personen haben ihren Wohnsitz in Burghausen. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz laut RKI liegt damit bei 90,6.

Landkreis Mühldorf:

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf am Inn sind zwei weitere Personen verstorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Seit Freitag, 1. Januar, gibt es insgesamt 25 neue bestätigte Corona-Fälle im Landkreis. Damit gibt es derzeit 286 aktive Fälle. Die Zahl der Todesfälle erhöht sich auf 78. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 155,35.

Landkreis Traunstein:

Das Landrastamt Traunstein hat am Samstag, 2. Dezember, keine aktuellen Zahlen veröffentlicht.

Update, 17:8 Uhr - Lauterbach erwartet „die schlimmsten drei Monate der gesamten Pandemie“ - Kritik an Impfstrategie der Bundesregierung wächst 

Rund eine Woche nach Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland wächst die Kritik an der Strategie der Bundesregierung. Ein Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina warf der großen Koalition schwere Versäumnisse bei der Beschaffung des Impfstoffs vor. Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht deutliche Defizite. SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese griff den Gesundheitsminister scharf an: “Ich bin derzeit schon entsetzt über Jens Spahn“, sagte er t-online. Der CDU-Politiker müsse „endlich seinen Aufgaben nachkommen und die offensichtlichen Probleme unverzüglich in den Griff bekommen“. 

Das Robert Koch-Institut teilte am Samstag mit, inzwischen seien rund 188 500 Impfungen gegen das Coronavirus gemeldet. Darunter sind in etwa zu gleichen Anteilen Bewohner von Pflegeheimen und medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko sowie Personal in der Altenpflege. Die Meldungen aus den Bundesländern werden teilweise aber mit Verzug an das Institut übermittelt, so dass die realen Zahlen jeweils deutlich höher sein könnten.

Die Gesundheitsämter meldeten zuletzt 12 690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel wohl weniger Menschen getestet wurden und Ämter auch diesbezüglich Daten verzögert übermittelten. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag am Samstagmorgen bei 141,2

Lauterbach erwartet zunächst keine Besserung der Corona-Lage. „Wir werden jetzt die schlimmsten drei Monate der gesamten Pandemie mit hohen Infektions- und Todeszahlen vor uns haben“, bekräftigte er in der „Rheinischen Post“. Ab April sei dann durch eine Kombination aus besserem Wetter und mehr verfügbarem Impfstoff ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar.

Deutschland und Europa könnten aus seiner Sicht mit den Impfungen allerdings schon weiter sein. Es sei zu wenig Biontech-Impfstoff geordert und auch beim amerikanischen Unternehmen Moderna zu wenig bestellt worden. „Schon sehr früh war klar, dass der Moderna-Impfstoff sehr stark wirkt und in Hausarztpraxen verwendet werden könnte“, sagte Lauterbach. Wegen der geringen bestellten Menge werde der Moderna-Impfstoff wohl auch bei einer zeitnahen Zulassung keine Rolle spielen. Die Bundesregierung rechnet damit, dass dieser Impfstoff am 6. Januar zugelassen wird. Die EU hatte bei Biontech 300 Millionen Impfdosen bestellt und bei Moderna zunächst 160 Millionen.

Die Leopoldina-Neurologin Frauke Zipp betonte: „Ich halte die derzeitige Situation für grobes Versagen der Verantwortlichen.“ Es habe im Sommer Angebote für mehr Impfdosen gegeben, im Spätsommer von Biontech. „Wir hätten sie jetzt zur Verfügung“, sagte sie der „Welt“. Die Leopoldina gehört zu den wichtigsten Beratern der Regierung.

Update, 15.20 Uhr - Huml: 43 000 Menschen in Bayern haben erste Impfdosis erhalten 

In Bayern waren am Samstag nach Angaben von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) rund 43 000 Menschen mit einer ersten Dosis gegen das Coronavirus geimpft. Es sei jetzt wichtig, dass rechtzeitig und regelmäßig neuer Impfstoff angeliefert werde, sagte die Ministerin dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2). 

Die meisten der Geimpften kamen in den ersten Tagen nach dem Impfstart am 27. Dezember aus der Gruppe der Bediensteten im Gesundheits- und Pflegewesen. Die zweite große Gruppe stellten Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Senioren im Alter von über 80 Jahren. 

Huml bezeichnete den Impfstart in Bayern trotz einiger Holprigkeiten in den ersten Tagen als gelungen. Sie sprach von einer großen logistischen Herausforderung, die 99 Impfzentren in 96 Landkreisen und kreisfreien Städten mit Impfstoff zu versorgen.

Die Impfbereitschaft in Bayern sei gegenwärtig sehr groß. „Viele haben eine ganz, ganz große Hoffnung in diesen Impfstoff und das ist auch gut und richtig“, sagte Huml. In einigen Impfzentren sei bereits damit begonnen worden, auch Senioren zu impfen, die nicht in Heimen leben. Einige Landräte hätten auch schon die über 80-Jährigen in ihren Landkreisen angeschrieben, andere würden dies noch machen.

Update, 13.35 Uhr - Deutlich mehr illegale Autorennen im Corona-Jahr

Deutlich mehr illegale Autorennen als im Vorjahr hat es 2020 in Bayern gegeben. Bis Mitte Dezember sei in 466 Fällen mit Bezug zu den Rennen ermittelt worden, teilte ein Sprecher des Bayerischen Innenministeriums mit. 2019 seien es 311 Fälle gewesen. Die Polizei hat eine Theorie zur Erklärung des Anstiegs: „Im Pandemiejahr 2020 wurden gewohnte und beliebte Freizeitaktivitäten für junge Leute unmöglich oder zumindest erschwert“, sagte eine Sprecherin der Polizei Oberbayern Nord.

Parkplatztreffen seien für die überwiegend 18- bis 25-jährigen Beteiligten legale Möglichkeiten des Zusammenkommens gewesen. Zudem hätten sie vermehrt „erlebnisorientierte Aktivitäten“ rund um das Thema Auto für sich entdeckt. Hochmotorisierte Fahrzeuge seien bei jungen Leuten beliebt und könnten heutzutage einfach gemietet oder geleast werden. Entsprechend häufig würden die schnellen Autos ausgiebig ausprobiert. Oftmals kommen die Fahrer laut der Sprecherin auch aus der in den sozialen Medien immer präsenteren Tuning-Szene.

Erheblich mehr Verletzte gab es 2020 trotz der Zunahme an Ermittlungen gegen Raser aber nicht. Bis Mitte Dezember wurden im Freistaat nach Angaben des Innenministeriums 14 Personen verletzt, 2019 waren es 10. Tote gab es in beiden Jahren nicht. Seit 2017 zählt die Beteiligung an illegalen Autorennen in Deutschland als Straftat. Dazu zählen auch sogenannte Einzelrennen, bei denen rücksichtslose Fahrer höchstmögliche Geschwindigkeiten erreichen wollen. Die Bayerische Polizei hat entsprechende Kontrollen seitdem verstärkt.

Update, 11.20 Uhr - Münchens Oberbürgermeister gegen eine „Wiesn light“

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hält ein Oktoberfest 2021 in abgespeckter Form mit Einlassbeschränkungen oder halb so vielen Tischen für undenkbar. „Ich kann mir keine Wiesn light vorstellen oder eine Wiesn, bei der ich Abstände einhalten soll“, sagte der Kommunalpolitiker dem „Münchner Merkur“ am Samstag vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. „Eine Wiesn light wird’s nicht geben“, betonte Reiter.

„Da kann ich gleich eine Wiesn mit Alkoholverbot machen“. Erfahrungsgemäß hielten sich Menschen nach zünftigem Alkoholkonsum nicht mehr an Abstände. Eine abgespeckte Version würde zudem das Image und die Einmaligkeit des Oktoberfestes dauerhaft beschädigen. Da sei er sich mit Wirten, Brauereien und Schaustellern einig, erklärte Reiter der Zeitung.

Wegen der Corona-Pandemie war das Oktoberfest im vergangenen Jahr abgesagt worden. Ob es 2021 eine Wiesn gibt, ist offen. Die Entscheidung müsse aber spätestens im Juni fallen.

Update, 9.28 Uhr - Drei neue Todesfälle in der Region

Aus der Region werden unterdessen im Vergleich zum Vortag insgesamt drei neue Todesfälle in Zusammenhang mit einer bestätigten Covid-19-Infektion gemeldet. Dabei handelt es sich um zwei Personen aus dem Landkreis Mühldorf sowie eine Person aus dem Landkreis Traunstein.

Der Landkreis Berchtesgadener Land ist in Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz in der Region weiterhin Spitzenreiter, der Inzidenzwert stieg von 225,6 (1. Januar 0 Uhr) auf 236,0 (2. Januar 0 Uhr). Auch in den Landkreisen Altötting (87,9 auf 90,6) und Mühldorf am Inn (151,9 auf 155,3) stieg die 7-Tage-Inzidenz.

In den Landkreisen Traunstein (187,8 auf 177,1) und Rosenheim (194,0 auf 180,6) sowie der Stadt Rosenheim (207,7 auf 185,7) sanken die Zahlen dagegen leicht. Der bayernweite Mittelwert der 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 160,8 (Stand: 2. Januar 0 Uhr).

RKI meldet 12.690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle

Am ersten Tag des neuen Jahres haben die deutschen Gesundheitsämter 12.690 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche, also am ersten Weihnachtsfeiertag, waren 14.455 Corona-Neuinfektionen und 240 Todesfälle registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30. Dezember) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen bei 141,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Freitag, dem Neujahrstag, Sachsen mit 341,2 und Thüringen mit 244,7. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 74,2.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.755.351 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 2. Januar, 0 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33.960. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.368.100 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem gegebenenfalls unterschätzt wird“.

aic/mz/dpa

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